Es gibt nicht allzu viel Informationsmaterial dazu, aber wenn man sich mal mit der anderen Seite, also der der "verlassenen" Eltern beschäftigt, stellt man fest, dass diese oft wirklich keine Ahnung zu haben scheinen, warum Kinder gegangen sind. Es sind wie zwei nicht miteinander verbundene Wahrnehmungswelten, die es da zu geben scheint.
Ich kann mir das zwar kaum vorstellen, aber viele Eltern bleiben vollkommen ratlos und wie vor den Kopf geschlagen zurück. Natürlich gibt es auch die anderen, die gar kein Defizit empfinden, wenn die Kinder nicht mehr in Kontakt sind.
Als ich meiner Muttern nach einem großen Streit mal (wieder) sagte, in welchen Fällen die selbstverständliche Vereinnahmung meiner Eltern als vollkommen anmaßend und permanent undankbar empfunden habe, dass immer über mich bestimmt statt gefragt wurde, ob ich ihnen helfe, sagte sie allen Ernstes zu mir, das hätte ich vielleicht mal früher (also vor dem Streit, nachdem ich sie stehen ließ) sagen sollen.
Wtf?
Ich habe das auf die verschiedenste Art und Weise (ernsthaft, zeitnah, im Streit, in Ruhe, außerhalb der Vorkommnisse, ironisch, wütend, traurig) immer und immer wieder jahrelang thematisiert und offenbar ist es niemals angekommen. Darum habe ich heute auch so eine Taten-statt-Worte-Meise.
Meine Eltern waren auch wie vor den Kopf geschlagen, als ich gegangen bin. Denn bisher hatte ihr System ja immer funktioniert, also müsse es ja in Ordnung und vor allem einvernehmlich sein. Dachten sie. Dass ich nie etwas gesagt hätte, dachten sie auch...
Edit:
Meine Eltern haben keinen Wohnungsschlüssel mehr. Aus Gründen.