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Fehlende Mutterliebe

Mienchen

Mienchen

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2007
Irgendwie mag ich gerne etwas von der Seele schreiben, auch wenn es vielleicht gar nicht ins Forum Trennung geh├Ârt.
Ich hab extra eine Unterrubrik gew├Ąhlt, damit sich niemand sonderlich bel├Ąstigt f├╝hlt.

Es geht um meine Familie. Ich bin beh├╝tet aufgewachsen, geliebt von der Oma, geliebt vom Vater und akzeptiert von der Mutter.

Meine Mutter ist das Thema hier. Ich hab mir nie Gedanken dar├╝ber gemacht, ob es etwas mit meinem Leben zu tun hat, wenn ich in manchen Dingen seltsam war. Durch meinen Partner ausgerechnet fing ich an, zu gr├╝beln.

Seine Mutter dr├╝ckt ihn oft, wenn wir bei ihm sind. Ab und an schreibt sie ihm Nachrichten die mit HDL enden. Hab dich lieb. Ich fing an, meine eigenen Beziehung zu meiner Mutter zu hinterfragen.

Wenn ich zur├╝ck blicke, hat sie mich niemals in den Arm genommen, wenn es mir schlecht ging. Sie hat gesagt, ich werd schon nicht dran sterben, wenn ich Angst hatte, traurig war, mir Sorgen wegen etwas machte. Auch jetzt, mit fast 40 Jahren und nach dem Tod meines Vaters und meiner Oma kam nie Liebe in irgendeiner Form.

Sie mag ihre Gr├╝nde haben und ihre D├Ąmonen. Liebe kann sie zeigen, ihren Freundinnen. Mir nicht.

Manchmal frage ich mich, ob diese Verlustangst, die ich manchmal habe, davon kommen k├Ânnte. Eigentlich wei├č ich es. Meine Schwester war damals meine gro├če Bezugsperson. Ich hab sie verg├Âttert. Ihr Mann hat sie zu den Zeugen Jehovas gef├╝hrt. Ich bin f├╝r sie jetzt kein Teil mehr ihres Lebens, weil ich kein Zeuge bin.

Manchmal, an Tagen wie heute, hab ich einfach ein sehr schweres Herz und w├╝nschte mir, das ich mal schwach sein darf und jemand da ist, der mich in den Arm nimmt. Das ich sagen kann, ich hab eine Familie, die hinter mir steht.

Bl├Âder Sonntag einfach. Ich erwarte keine Antworten, ich wollte es nur einfach mal loswerden

24.05.2020 19:37 • x 20 #1


EngelohneFl├╝gel

EngelohneFl├╝gel.


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Ich kann dir dazu schreiben, das du nicht allein bist. Auch mir ging es ├Ąhnlich.
Mein Vater starb als ich 20 war. Meine Mutter, die sich anh├Ârte wie in deiner Schilderung, wurde danach noch "k├Ąlter" als kalt. Als ich dann mit 31 Jahren meine NF heiratete brach sie mit mir vollends den Kontakt ab. Seit 10 Jahren habe ich nichts mehr von ihr geh├Ârt. Ebenso von meinem Bruder.
W├Ąren meine Schwiegereltern nicht gewesen letztes Jahr, ich h├Ątte glaube ich den Verstand verloren als ihre Tochter sich so Knall auf Fall von mir trennte.

24.05.2020 20:13 • x 9 #2



Fehlende Mutterliebe

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Mienchen

Mienchen


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2007
Es ist schon ein seltsames Gef├╝hl, wenn man merkt, da├č sich andere M├╝tter anders verhalten, als die eigene..

Man hat pl├Âtzlich das Gef├╝hl, das man so allein ist

24.05.2020 20:54 • x 8 #3


AD46

AD46


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Ja, das kenne ich auch. Mein Verh├Ąltnis zu meiner Mutter ist auch extrem gest├Ârt. In den Arm nehmen, da sein, all das kenne ich von ihr auch nicht. Deswegen werden meine Kinder geknuddelt, sobald ich sie zu fassen kriege. Dem Tennie wird das langsam unangenehm.
Meine Mutter ist die Zen-Meisterin darin, mir Schuldgef├╝hle und ein schlechtes Gewissen zu machen. Langsam aber sicher l├Âse ich mich allerdings davon. Ich ignoriere sie dann. Ist nicht so schwer mit 400 km dazwischen. Aktuell ist sie t├Âdlich beleidigt, weil ich nach der Trennung nicht zur├╝ck in die Heimat kommen werde. Sie begreift einfach nicht, dass ich nicht einfach die Kids noch zus├Ątzlich aus ihrem Leben rei├čen kann und m├Âchte oder sie von ihrem Vater fern halten werde. Ich hatte ihr das schon mehrfach gesagt, sie ignoriert das einfach. Hat sich sogar schon nach Wohnungen umgeh├Ârt. Diese Frau ist derma├čen ├╝bergriffig, es ist unglaublich. Und dass, obwohl wir uns noch nicht einmal gut verstehen. Weder ich noch die Kinder h├Ątten einen Vorteil davon. Es geht wie immer nur um sie. Kann sie aber knicken.
Sie hat jeden ihrer verdammten K├Âter liebevoller behandelt als mich. Sorry, eigentlich mag ich Hunde.

24.05.2020 21:14 • x 9 #4


Arjuni

Arjuni


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Zitat von Mienchen:
Manchmal, an Tagen wie heute, hab ich einfach ein sehr schweres Herz und w├╝nschte mir, das ich mal schwach sein darf und jemand da ist, der mich in den Arm nimmt. Das ich sagen kann, ich hab eine Familie, die hinter mir steht.


Das innere Kind selber liebevoll nachbemuttern!
In den Arm nehmen, zuh├Âren, verw├Âhnen, annehmen, streicheln, tr├Âsten, aufbauen, liebe Dinge sagen ...
Sich selber eine liebevolle Mutter sein!

24.05.2020 21:20 • x 9 #5


Simone79

Simone79


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Zitat von AD46:
Diese Frau ist derma├čen ├╝bergriffig, es ist unglaublich.

Oh ja kenne ich auch. Wir wohnen auch noch am selben Ort. Sie weiss immer alles besser, wusste es schon immer ( dass sowohl mein NM als auch der Ex meiner Schwester nicht die, richtigen sind). Versucht sich in die Kindererziehung der Enkel einzumischen und ist dann noch beleidigt wenn man ihr die Meinung sagt.

Zitat von Mienchen:
Wenn ich zur├╝ck blicke, hat sie mich niemals in den Arm genommen, wenn es mir schlecht ging.


Meine leider auch nicht. Aber in ihrer verschobenen Wahrnehmung sind ich und meine Schwester einfach undankbar, sie habe doch "alles" F├╝r uns getan... Leider wissen wir nicht was diese "alles" Gewesen sein soll.

24.05.2020 21:23 • x 4 #6


Emma75

Emma75


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Konntest Du mal mit jemandem aus Deiner Familie ├╝ber Deine Mutter sprechen? War sie zu Deiner Schwester anders? Wenn eine Mutter sich kalt verh├Ąlt, steckt h├Ąufig etwas anderes dahinter.
Ich habe auch lange gebraucht, die wenig f├╝rsorgliche Art meiner Mutter nicht pers├Ânlich zu nehmen. Sie kann nicht anders - sie kann einfach nicht tr├Âsten, nicht loben, nicht einfach mal etwas ohne Kritik stehen lassen.
Wie alles in ihrem Leben, wollte sie auch das Mutter-sein perfekt machen, nicht eine Glucke sein, konsequent und streng. Dazu geh├Ârte auch, dass wir Kinder nach au├čen perfekt sein sollten - damit sie zeigen kann, was sie als Mutter geleistet hat. Wir waren nat├╝rlich nicht perfekt und sie war unfassbar entt├Ąuscht dar├╝ber - bis heute.
Ich kann Dir nur raten, innerlich ein St├╝ck zur├╝ckzutreten und zu schauen, wie Du diese L├╝cke in Dir f├╝llen kannst -bzw. was genau Dir fehlt. Bei mir ist es der Respekt vor meiner Person, der mir gefehlt hat - das hat sich auch in meinen Partnerschaften gezeigt - hier wurde mir auch nie Respekt entgegen gebracht.
Langsam fange ich an, diesen Respekt selbst zu haben und einzufordern, f├╝hle mich dabei aber immer wie eine 'Angeberin' - h├Âre dabei sogar manchmal die Stimme meiner Mutter 'h├Ąnge es nicht an die gro├če Glocke' - doch, ich h├Ąnge es jetzt aber an die gro├če Glocke und das darfst Du auch! Und, wie Du hier siehst: Du bist nicht allein!

24.05.2020 21:24 • x 7 #7


Mienchen

Mienchen


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2007
Das innere Kind.. Ja ich hab viel davon gelesen, aber ich erreiche es nicht. Immer wenn ich das Gef├╝hl habe, vor ihm zu stehen merke ich, das es verschwindet.

Ich m├Âchte meiner Mutter alles recht machen, m├Âchte f├╝r sie da sein und bin absolut nicht ich selbst, wenn ich sp├╝re, da├č ich sie ver├Ąrgert habe. Ich hab damals die ganze Beerdigung von meinem Vater geregelt, hab nat├╝rlich keine Tr├Ąne vergossen, weil ich mich vor ihr gesch├Ąmt h├Ątte f├╝r meinen eigenen Schmerz.

Ich war danach oft an dem Punkt, wo ich sie so sehr gebraucht h├Ątte. Aber sie sa├č eiskalt neben mir mit dem ├╝blichen Satz "wirst du schon ├╝berleben"

24.05.2020 21:30 • x 3 #8


Emma75

Emma75


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Zitat von Mienchen:
Satz "wirst du schon ├╝berleben"

H├Ârt sich an wie ein Satz, den sie sich selbst sagt. Konnte sie sich denn selbst gut um sich k├╝mmern? Genie├čen? Mal ausgelassen sein? Es tut mir in der Seele weh, zu h├Âren, dass Du Dich f├╝r Deine Trauer um Deinen Vater vor Deiner Mutter sch├Ąmen musstest. F├╝hl Dich mal gedr├╝ckt!

24.05.2020 21:41 • x 4 #9


Spreefee

Spreefee


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Ich kenne das auch. Als ich das letzte Mal von meiner Mutter vor zwei Jahren h├Ârte, schlug sie die Einladung zu meinem Geburtstag aus, mit den Worten, ich komme nicht mehr zu dir, du bist mein gr├Â├čtes Problem.

Seit dem rufe ich nicht mehr an, gehe nicht mehr vorbei.

Ich fragte mich sehr lange, warum ich ihr Problem gewesen bin. Warum ich immer ihr Problem war. Zwei S├Ątze blieben haften, schon seit vielen vielen Jahren :

1. Du machst nie, was man dir sagt!

2. Das du bist, wie du bist ist die Schuld deines Vaters und seiner Mutter.

All das sagte sie mir, nach dem mein Vater starb.

Heute wei├č ich, warum ich krank bin, warum ich bin, wie ich bin. Das zu verstehen, half mir loslassen.

24.05.2020 22:09 • x 3 #10


Mienchen

Mienchen


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Zitat von Emma75:
H├Ârt sich an wie ein Satz, den sie sich selbst sagt. Konnte sie sich denn selbst gut um sich k├╝mmern? Genie├čen? Mal ausgelassen sein? Es tut mir in der Seele weh, zu h├Âren, dass Du Dich f├╝r Deine Trauer um Deinen Vater vor Deiner Mutter sch├Ąmen musstest. F├╝hl Dich mal gedr├╝ckt!


Sie konnte sich gut um sich selbst k├╝mmern. Sie hat erst ihre Schwiegermutter gepflegt (sehr aufopfernd, obwohl sie sich nicht sehr gut mochten) und dann sp├Ąter um meinen Vater. Sie hat es wirklich gut gemacht.

Sie hat fr├╝her mit Depressionen gek├Ąmpft, inkl. Suizidversuch. Und trotzdem hab ich schon als Kind bei ihr gesp├╝rt, das ich immer falsch war.

Eine Erinnerung ist mir h├Ąngen geblieben. Meine Freundin bekam oft K├╝sse von ihrer Mutter. Ich versuchte sie damals als Kind auch zu k├╝ssen. Sie war sehr erbost dar├╝ber und hat mich grob weg geschoben. Ich wu├čte damals nicht, was ich falsch gemacht habe.

Ich kann vor ihr gar nicht weinen. Obwohl ich sehr emotional bin. Ich wollte damals beim Tod meines Vaters keine Schw├Ąche zeigen, stark sein f├╝r sie.

Im Nachhinein frage ich mich, warum sie nie gesehen hat, da├č ich ein St├╝ck weit mit unter der Erde lag, als er ging. Ich verstehe es nicht


Keine Ahnung, ich wollte hier auch niemanden irgendwie bel├Ąstigen, hier haben viele User momentan schlimmere Probleme und vor allem akutere.

Ich wollte es nur einfach mal aufschreiben, weil heute so ein Tag ist, an dem ich sehr nachdenklich bin und ich mich hier verstanden f├╝hle

24.05.2020 22:09 • x 3 #11


Emma75

Emma75


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Zitat von Mienchen:
Sie hat fr├╝her mit Depressionen gek├Ąmpft, inkl. Suizidversuch. Und trotzdem hab ich schon als Kind bei ihr gesp├╝rt, das ich immer falsch war.

Das war bei meiner Mutter genauso. Vielleicht haben wir uns gerade deshalb 'falsch' gef├╝hlt. Weil sie sich irgendwie 'falsch' gef├╝hlt haben und wir ihnen vielleicht viel n├Ąher waren als wir dachten....

24.05.2020 22:14 • x 3 #12


Mienchen

Mienchen


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2007
Zitat von Emma75:
Das war bei meiner Mutter genauso. Vielleicht haben wir uns gerade deshalb 'falsch' gef├╝hlt. Weil sie sich irgendwie 'falsch' gef├╝hlt haben und wir ihnen vielleicht viel n├Ąher waren als wir dachten....


Aber warum k├Ânnen wir dann nicht einfach geliebt werden f├╝r das, was wir sind? Ihre Kinder?

24.05.2020 22:17 • x 3 #13


Spreefee

Spreefee


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Wie soll jemand Selbstliebe einem Kind lehren k├Ânnen, wenn man sie selbst nicht besitzt?

24.05.2020 22:18 • x 1 #14


Scheol

Scheol


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Zitat von Mienchen:

Sie konnte sich gut um sich selbst k├╝mmern. Sie hat erst ihre Schwiegermutter gepflegt (sehr aufopfernd, obwohl sie sich nicht sehr gut mochten) und dann sp├Ąter um meinen Vater. Sie hat es wirklich gut gemacht.

Sie hat fr├╝her mit Depressionen gek├Ąmpft, inkl. Suizidversuch. Und trotzdem hab ich schon als Kind bei ihr gesp├╝rt, das ich immer falsch war.

Eine Erinnerung ist mir h├Ąngen geblieben. Meine Freundin bekam oft K├╝sse von ihrer Mutter. Ich versuchte sie damals als Kind auch zu k├╝ssen. Sie war sehr erbost dar├╝ber und hat mich grob weg geschoben. Ich wu├čte damals nicht, was ich falsch gemacht habe.

Ich kann vor ihr gar nicht weinen. Obwohl ich sehr emotional bin. Ich wollte damals beim Tod meines Vaters keine Schw├Ąche zeigen, stark sein f├╝r sie.

Im Nachhinein frage ich mich, warum sie nie gesehen hat, da├č ich ein St├╝ck weit mit unter der Erde lag, als er ging. Ich verstehe es nicht


Keine Ahnung, ich wollte hier auch niemanden irgendwie bel├Ąstigen, hier haben viele User momentan schlimmere Probleme und vor allem akutere.

Ich wollte es nur einfach mal aufschreiben, weil heute so ein Tag ist, an dem ich sehr nachdenklich bin und ich mich hier verstanden f├╝hle



Wie alt ist die Mutter ?

Ein Buch

Die Kinder der Nachkriegskinder


So h├Ârt sich ihr Glaubenssatz an. Wirst du schon ├╝berleben...... vermutlich von ihrer Mutter

24.05.2020 22:19 • x 3 #15



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