Zitat von Tiefschwarz:Mein Mann hat in der Zeit viel ertragen müssen - ich hab immer wieder seine Kraft und Stärke gebraucht, um mich am Leben zu erhalten. Das tägliche Leben wurde zunehmend anstrengender. Ohne seine Hilfe lief nichts mehr. Er hat seinen Frust geschluckt, nie einen Ton gesagt und entfernte sich innerlich immer stärker.
Anfang diesen Jahres dann der nächste Schicksalsschlag: meine Eltern trennten sich nach 35 Jahren Ehe... mein (sonst so hochgeschätzter) Vater betrog meine Mutter über Jahre. Ich hab nur noch geweint, der Kontakt zum Vater brach ab. Ich sank tiefer in meine Depression.
Hallo Tiefschwarz
ich kann dich gut verstehen, kenne das was du schreibst selbst auch -und ich habe es geschafft aus meinem Selbst-Mitleid auszusteigen und die Dinge realer zu sehen.
Ehebruch sieht für mich anders aus. Für dich ist dein Mann der Böse - er ist aber nicht dein Vater! Und hat sich auch (noch nicht) so verhalten! Es ist traurig wenn die Eltern sich trennen - auch das wird einen Hintergrund haben - niemand hat die Chance in eine funktionierende Ehe hineinzukommen - und du fällst auch hier wieder tiefer in Depressionen ! Du verurteilst deinen Vater!
Was wiederholt sich da bei Euch ?
Wo bleibt dein Mann bei all dem in deinem Leben ? !
Das er auch ein bischen Nähe-Wärme und Aufmerksamkeit und Unterstützung-Rückhalt-Kraft braucht ist verständlich - du konntest und kannst es ihm nicht geben! Bewunderswert ist es, dass er die Gunst der Stunde bisher noch nicht genutzt hat um sich real zu holen, was er braucht. Verständlich wäre es für mich - nach so langer Zeit - er ist auch nur ein Mensch!
Aus dir spricht mehr gekränktes Ego denn Liebe !
Arbeite daran und versuche herauszufinden ob du ihn wirklich noch liebst und nutze nicht seine Kraft und Stärke aus um dich (so!) am Leben zu halten!
Du scheinst in deiner Mutter Fussstapfen zu treten, man kann schnell einen Menschen verurteilen - ohne seinen eigenen Anteil daran wahrhaben zu wollen und auch für ihn Verständnis aufzubringen ! Verurteilt dein Mann dich weil du in Depressionen flüchtest ? Nein - er war für dich da- hat dich unterstützt - bis seine eigene Kraft selbst verpufft war - er hat eine Tankstelle gebraucht - seine eheliche war für ihn geschlossen!
Nehme dein Leben selbst in die Hand, fühle selbst deine Kraft und Stärke in dir.
Dein Mann braucht sich nicht schuldig fühlen - nur menschlich - bisher hat er nichts unrechtes getan - und so solltest du es/ihn auch betrachten. ER hat viel für dich getan und geschluckt ! Was tust du für ihn ?
Lasse dir alle Zeit, die du brauchst um Deine Entscheidung - für oder gegen ihn - zu treffen - auch wenn es bedeuten könnte, dass er dir zuvorkommt wenn du so weitermachst !
Trete diese Reise an, sei es für einen Neubeginn oder darum in Liebe und Dankbarkeit voneinander Abschied nehmen zu können.
Ihr habt beide dem Anderen eure Schwächen gezeigt - jeder konnte auf seine Art mit den Krisen "umgehen".
Wahre Liebe akzeptiert und vergibt!