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Finanzen und Arbeit in einer Beziehung

Yannick

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Hallo Freunde,

ich brauche euren Rat, da meine Freundin und ich im folgenden Thema oft in einem Streit verfallen.

Es geht um das liebe Thema der Finanzen und Arbeitsaufteilung. Kurz zu uns. Wir sind seit 5 Jahren zusammen und leben seit 4 Jahren in einer gemeinsamen schönen Wohnung.

Jetzt zum Thema:
Meine Freundin möchte von nun an weniger Arbeiten. Als Begründung wird lediglich die Lustlosigkeit von ihr angegeben.
Kinder haben wir keine, also müssen wir uns über Kindesbetreuung keine sorgen machen. Meine Freundin ist Erzieherin und ich arbeite im öffentlichen Dienst. (Meine Freundin und ich verdienen bei gleichen Stundenzahl im Monat fast das gleiche. Aktueller Stand.)

Wir haben ein Gemeinschaftskonto wo wir beide jeden Monat den gleichen Betrag X einzahlen um die gemeinsamen Kosten zu decken.

Meine Freundin möchte nun, wie bereits erwähnt, erheblich weniger arbeiten und zahlt somit auch weniger in unser Gemeinschaftskonto ein. Nun soll ich erheblich mehr auf unser Konto einzahlen und somit ihre ,,Faulheit" finanziell zu unterstützen. Ich sehe das leider nicht ein. Ich kann mich auch nach einiger Bedenkzeit damit nicht anfinden, ich finde das einfach ungerecht.

Ein Grund der mich umstimmen könnte wäre: Meine Freundin macht von nun an zum größten Teil den Haushalt ( Aktuell mache ich neben der Arbeit zum aller größten Teil den Haushalt). Das kann ich mir aber bei Ihr nicht vorstellen.

Ich möchte noch ergänzend Hinzufügen. Ich bin kein Pascha und möchte das auch nicht. Ich möchte in einer modernen Beziehung leben, wo man sich die gemeinsamen Aufgaben teilt.

Wie würdet Ihr damit umgehen ? Liege ich mit meiner denkweiße komplett daneben ?

Viele Grüße

27.04.2021 09:27 • x 1 #1


Giorgio88


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Hallo Yannick,

nein, ich finde gar nicht, dass du daneben liegst. Ich finde die Einstellung deiner Freundin ehrlich gesagt total unverschämt. Es ist in Ordnung wenn sie weniger arbeiten möchte aber dann muss sie entweder:

1) trotzdem das gleiche einzahlen und auf eigenen Luxus verzichten, wenn das Geld dann knapper ist oder
2) dafür andere Pflichten übernehmen

Wenn ihr Kinder hättet, dann wäre das natürlich was anderes aber so?! Da würde ich mich an deiner Stelle auch veräppelt fühlen. Hast du Möglichkeit 2 schon mal angesprochen oder hast du nur für dich drüber nachgedacht? Ist sie so unglücklich in ihrem Job? Würde ein Wechsel vielleicht helfen?

27.04.2021 09:32 • x 6 #2



Finanzen und Arbeit in einer Beziehung

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Samuela


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Bei Möglichkeit 2 sei vorsichtig, nicht, dass sie erst "ja" sagt und dann doch nichts macht! Wenn du dir das nicht vorstellen kannst wird auch was dran sein.

Was macht ihre Lustlosigkeit aus? Einfach Faulheit? Oder Unzufriedenheit? Dann könnte sie schauen ob sie beruflich etwas anderes machen kann. Wobei sie da dann vielleicht auch weniger verdient.
Wie hättest du die Sache gesehen, wenn sie von Anfang an weniger verdient hätte als du (z.B. in Vollzeit nur den Mindestlohn) und finanziell nicht so viel hätte beitragen können wie du?

Wie ist ihr Umgang mit Geld? Ist sie eher sparsam oder spendabel?

27.04.2021 09:42 • x 2 #3


Yannick


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So 100 % Glücklich ist Sie leider dort nicht. Ich habe das Thema schon mal angesprochen, dass Sie mehr im Haushalt machen müsste, aber Sie block dann immer ab und ist Sauer. Das macht mich ehrlich gesagt, richtig fertig. Ich möchte das Thema einfach und ruhig diskutieren.

27.04.2021 09:43 • x 1 #4


Samuela


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Zitat von Yannick:
So 100 % Glücklich ist Sie leider dort nicht. Ich habe das Thema schon mal angesprochen, dass Sie mehr im Haushalt machen müsste, aber Sie block dann immer ab und ist Sauer. Das macht mich ehrlich gesagt, richtig fertig. Ich möchte das Thema einfach und ruhig diskutieren.


Wäre sie denn glücklicher, wenn sie weniger DORT arbeitet? Die Arbeit wäre ja die gleiche...
Vielleicht legst du ihr nahe, sich eine andere Arbeitsstelle zu suchen, hilfst ihr mit den Bewerbungen, motivierst sie?

Warum ist sie sauer, wenn du sie bittest mehr im Haushalt zu helfen? Sie wohnt doch auch dort, oder?
Hilft ggf. manche Dinge einfach nicht mehr zu machen... z.B. Essen kochen, wenn sie nicht verhungern will, muss sie kochen... oder ihre Wäsche waschen, wenn sie was haben will muss sie waschen. Wenn sie es anders nicht verstehen will....

27.04.2021 09:47 • x 4 #5


Yannick


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Ich denke fast, es ist die Faulheit.
Würde Sie z.b. zum Mindestlohn arbeiten gehen. Würde ich ohne jeden Zweifel mehr bezahlen. Das wäre ja nicht ihre ,,Schuld" das Sie nur Mindestlohn bekommt. Das wäre für mich ein ganz anderer Sachverhalt.

27.04.2021 09:49 • x 1 #6


no_shame

no_shame


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Deine Denkweise ist absolut top. Weich davon bloß nicht ab!
Ihr wohnt beide, also zahlt jeder die Hälfte. Das ist Fairness. So soll das sein.
Bleib da auf jeden Fall konsequent. Schließlich ist es nicht die Regel. Dass beide gleichviel verdienen.
Man wohnt ja zusammen, um mehr von seinem Geld zu haben.
Sie will wohl nicht auf ihren Luxus verzichten. Tja, Pech gehabt.
Muss sie Abstriche machen. Nennt man Verantwortung übernehmen. Reife.

Welche Konsequenzen würdest du ziehen, wenn sie ihren Teil nicht vollständig zahlt?
Bei sowas muss man hart und konsequent sein. Schließlich geht es um Existenzsicherung.
Haushalt als Kompromiss reicht da nicht. Nach ein paar Wochen lässt sie es liegen. Und du zahlst immer noch mehr. Das ist keine Gleichberechtigung.
Entweder sie zahlt weiter die Hälfte oder sie zieht aus. Mal sehen welcher Luxus ihr lieber ist.

27.04.2021 09:54 • x 6 #7


Bro37


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Zieht in ne billigere Wohnung wo wieder beide gleich viel zahlen

27.04.2021 09:56 • #8


Amylima

Amylima


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Wo sind nur die alten Zeiten hin....
Finanzaufteilung , gleiche Stundenanzahl
an Arbeit wird abverlangt .
Ja, das ist eben der Nachteil der Gleichberechtigung von Mann und Frau...
Die Männerwelt ist nicht mehr das was
sie mal war.
Frau darf nur zuhause bleiben , wenn
Kinder da sind , oder muss den kompletten Haushalt schmeißen , damit
sie ja nicht auf der faulen Haut liegt ...
Es wird nichts mehr gegönnt ...
Das ist Wertschätzung einer Partnerschaft..

27.04.2021 10:02 • x 1 #9


Samuela


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Zitat von Amylima:
Frau darf nur zuhause bleiben , wenn
Kinder da sind , oder muss den kompletten Haushalt schmeißen , damit
sie ja nicht auf der faulen Haut liegt ...
Es wird nichts mehr gegönnt ...


Klar ist ja auch fairer wenn Mann Vollzeit arbeiten geht und am besten den kompletten Haushalt auch noch alleine schmeißt, damit Frau den ganzen Tag ihre Nägel machen kann....... *Ironie off*

Grundsätzlich sehe ich es aber auch so, dass man nicht auf jeden Cent guckt wenn man sich liebt, es sollter aber schon einigermaßen gerecht zu gehen. Gleich viele Stunden arbeiten = ungefähr gleich viel Hausarbeit (wer weniger arbeitet kann mehr im Haushalt machen) und Kosten auf beide verteilen.

27.04.2021 10:05 • x 8 #10


Fridolin14


Die Einstellung deiner Freundin ist wirklich dreist und auch ziemlich egoistisch. Wenn ich keinen bock habe, muss er halt mehr machen. Klingt ganz schön "prinzessinnenhaft".
Ich selber habe meine Arbeitszeit vor drei Jahren auf 80% reduziert und habe somit nur noch eine 4-Tage-Woche. Den freien Tag nutze ich vermehrt für meine Hobbies.
Meine Frau und ich haben vorher in etwa gleich viel verdient. Duch meine Reduzierung ist natürlichh unsere 50:50-Auftteilung gleich geblieben. Ich spare halt etwas an meinen privaten Konsumausgaben - fahre z.B. inzwiscchen ein kleineres und preiswerteres Auto, welches mir völlig reicht. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass mir meine Fraau quasi meine Freizeit mitinanziert, indem sie mehr in die Haushaltskasse einzahlt oder einen größeren Anteil des Urlaubs übernimmt.
Die Ansprüche deiner Freundin sind wirklich ziemlich daneben. Lass dich bloß nicht darauf ein. Wer weiß, was dann als nächstes kommt?

27.04.2021 10:10 • x 3 #11


Kummerkasten007

Kummerkasten007


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Zitat von Yannick:
Ich habe das Thema schon mal angesprochen, dass Sie mehr im Haushalt machen müsste, aber Sie block dann immer ab und ist Sauer


Mit welcher Begründung wird sie sauer?

Ich sehe hier leider nur die finanzielle Melkkuh, die Du machen sollst.

Wie läuft es sonst so in Eurer Beziehung?

27.04.2021 10:11 • x 2 #12


Amylima

Amylima


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Zitat von Samuela:
Klar ist ja auch fairer wenn Mann Vollzeit arbeiten geht und am besten den kompletten Haushalt auch noch alleine schmeißt, damit Frau den ganzen Tag ...


Das soll nicht heißen , dass Frauen
das Recht zu steht ...
Es soll auch Frauen geben, die in dem
Sinne keinen Versorger als Mann
benötigen . Berufstätig sind , für Ihre
sämtlichen Ausgaben selbst aufkommen ,
ihre eigene Wohnung haben uvm..
Deswegen sollten Mann und Frau ihre
eigenen vier Wände haben ... in der heutigen Zeit .
Damit ja keiner zu kurz kommt oder sich
um einen "Cent" mehr verausgabt .

27.04.2021 10:11 • x 2 #13


Brightness2


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Zitat von Yannick:
Ein Grund der mich umstimmen könnte wäre: Meine Freundin macht von nun an zum größten Teil den Haushalt ( Aktuell mache ich neben der Arbeit zum aller größten Teil den Haushalt). Das kann ich mir aber bei Ihr nicht vorstellen.

Zitat von Yannick:
Ich habe das Thema schon mal angesprochen, dass Sie mehr im Haushalt machen müsste, aber Sie block dann immer ab und ist Sauer. Das macht mich ehrlich gesagt, richtig fertig. Ich möchte das Thema einfach und ruhig diskutieren.

Zitat von Yannick:
Ich denke fast, es ist die Faulheit.

Lieber @Yannick
jetzt mal ganz ehrlich. Ihr habt einen zwei Personen Haushalt ohne Kinder. Wenn Ihr den nicht gewuppt bekommt, weil keiner Lust auf putzen habt, nehmt euch zwei/drei Stunden in der Woche eine Putzfee für 150/200Euro im Monat. Ich halte die Einstellung deiner Freundin für ganz schwierig. Scheinbar siehst sie dich in der Versorgerrolle und sich selbst als Prinzesschen. Das wird ganz heiß, wenn Ihr in die Phase der Familienplanung kommt. Hier besteht die Gefahr, dass sie mit ihrer Einstellung zur Kindesbesitzerin mutiert, die einzig und allein für das Wohl der Kinder zuständig ist. Du bist der Versorger, Geldbeschaffer und Häuslebauer. Schau auf dieses Thema mit sehr offenen und wachen Augen, ohne rosa Brille.
Die Diskussion um Arbeitszeitreduktion solltet Ihr sehr offen und ergebnisoffen führen. Wenn Ihr euch das leisten könnt, besteht die Möglichkeit, dass beide die Stunden reduzieren, bspw. beide auf 30 Stunden gehen. Allerdings ist die Frage, gerade in euerm jungen Alter, was Ihr mit der gewonnenen Freizeit anfangt. Gibt es diesbezüglich Pläne oder Ziele?
Zitat von Yannick:
So 100 % Glücklich ist Sie leider dort nicht.

Bevor deine Freundin eigenmächtig ziel- und planlos Stunden und damit ihr Einkommen reduziert, sollte sie sich um eine Arbeit kümmern, die ihr Spaß macht. Einfach mal so reduzieren, weil der Freund die Kohle ranschafft, ist nicht. Das solltest du ihr klar, transparent und freundlich kommunizieren. Finanziere ihr nicht ihre Faulheit. Ihr muss auch klar sein, dass sie im Falle einer Trennung auf eigenen Füßen stehen muss.
Noch eine Empfehlung, denke im Moment nicht über eine Heirat nach. Und verhüte sehr gewissenhaft.

27.04.2021 10:14 • x 2 #14


Yannick


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Zitat von Kummerkasten007:
Mit welcher Begründung wird sie sauer? Ich sehe hier leider nur die finanzielle Melkkuh, die Du machen sollst. Wie läuft es sonst so in Eurer ...


Ohne Begründung. Sie macht dann zu. Ich will einfach nur ein normales Gespräch führen.

27.04.2021 10:16 • x 1 #15



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