Zitat von unregistriert:Ich verstehe halt nicht warum man sich Kinder anschafft wenn man Babies im Alter von sechs Monaten an Fremde abgibt. Mit drei Jahren in den Kindergarten, ganz klar. Aber als Säugling? Wofür dann überhaupt Nachwuchs? Aber Hauptsache, die Karriere kriegt nicht den minimalisten Knick. Für mich gruselig, gibt es bei uns in Bayern Gott sei Dank sehr selten.
Ich finde die ganze Diskussion etwas lachhaft.
Wenn man sich in Bayern daruf einigt, dass einer es sich leisten kann zu Hause zu bleiben bitte. Aber ich sehe das durchaus aus einen anderen Blickwinkel.
Viele Frauen sind der Meinung
A: sie wollen zu Hause bleiben um für die Kids dazusein
B: sie wollen aber Gehalt haben als ob sie immer gearbeitet hätten
C. sie wollen die gleiche Rente oder das der Kerl nach der Trennung alles bezahlen muss - lebenslang!
Sorry aber das passt alles nicht zusammen. Wenn man sich als Frau entscheidet zu Hause zu bleiben, statt eine Grippe in Anspruch zu nehmen, entscheidet man sich aktiv für Gehaltseinbußen, für eine miesere Rente und spätere Altersarmut. Es steht der Frau frei die ersten 10-15 Jahre (Alter 20-35) voll durchzuziehen und so viel Geld zu scheffeln, dass man sich 3 Jahre Auszeit leisten kann. Aber dieses Gejammere am Ende - meine Rente und wieso verdiene ich weniger als der Mann - möchte ich persönlich nicht mehr hören. Es nervt.
Ihr seit keine Teenis mit 14 Jahren sondern volljährig. Ihr nehmt für euch das Recht in Anspruch langfristige Verträge, Kredite, Heirat etc. zu unterschreiben und mit den Folgen zu leben. Kinder zu bekommen bzw. wie man sie aufzieht ist eine ebenso rationale Entscheidung wie ein Kreditvertrag für ein Eigenheim über 30 Jahre! Ich höre keinen jammern, wenn bei seinem Haus das Dach dann kaputt ist.
Und was die Grippe angeht. Ich bin Ex-Ossi Jahrgang 1982. Ich habe eine ältere Schwester. Meine Mum ist nach 2 oder 3 Monaten arbeiten gegangen bei meiner SIS und hat sich bei mir die ersten drei Jahre frei genommen.
Meine SIS ist vollverbeamtet, in Bayern übrigens, Gymnasiallehrerin und ich ITler in HH (beide ohne Arbeitslosigkeitzeiten). Ich sehe schon, diese böse böse DDR Diktatur hat die Kinder meiner Eltern ziemlich kaputt gemacht und alles einfach ausnahmslos alles in der DDR war schlecht...Ach ja meine Eltern waren so böse (beide Vollzeitarbeiter), dass wir eine Pinwand Familie waren. Sprich nach der Schule lagen Zettel auf den Tisch, was wir im Haushalt zu tun hatten, inklusive Kohleofen anfeuern! Oh und noch böser, meine SIS musste mich in die Kita bringen - also eine 7-8 jährige, die ihren 4 jährigen Bruder quer durch die Stadt zur Kita bringt vor der Schule.
Wobei diese Erziehung, das könnte durchaus etwas mit unserer Art zutun haben unabhängig zu sein, unseren Eltern nicht auf der Geldbörse zu liegen, selbstständig zu sein und nicht mit Jogginghose und mitte dreißig bei Mama nur TV zu schauen oder PC zu spielen.
Das wir jedes Jahr in den Urlaub gefahren sind (bei 2 Vollzeitverdienern ging das) könnte dazu geführt haben, das wir 4 ein tolles Verhältnis zueinander haben und teilweise immer noch gemeinsam mal Urlaub machen. Und das meine Eltern ihr eigenes Eigenheim haben und eben jetzt nicht uns Kindern auf der Tasche liegen....hmm alles total schlecht - stimmt.
Aber auch das spielt keine Rolle.
Fakt ist: Es gibt einen Rechtsanspruch auf eine Grippe und einen Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz.
Wenn Frauen "heute" der Meinung sind, sie wollen das nicht nutzen und ihre Karriere an den Nagel hängen, ist das weder die Schuld der Männer (weil sie nicht bereit sind zu Hause zu bleiben sondern die Grippe bevorzugen) und nicht die Schuld der Kinder. Es ist eure Entscheidung und ihr müsst mit den Folgen leben. Nur meckert hinterher nicht rum, wenn ihr merkt, dass es nach den Kindern auch noch ein Leben gibt und ihr nicht wirklich daran teilhaben könnt, weil euch die Kohle fehlt.
Grippen und Kitas sind nicht perse schlecht. Und ihr seit erwachsen! Wer das eine Will muss das andere Lieben. Und zu Hause sein und nicht arbeiten zu gehen ist unmittelbar mit weniger Gehalt und weniger Rente verbunden.
Viele Jahre haben Frauen diese Rechte nicht gehabt. Sie waren verdonnert am Herd zu stehen. Diese Herdpremie war doch auch so ne CSU Bayern Idee oder?
Jetzt sieht die Lage anders aus. Ein Kind groß zu ziehen bedeutet nicht nur Verantwortung in dem Sinn ihm die Windel wechseln zu müssen, sondern es bedeutet auch finanzielle Verantwortung. Und wenn Männer immer mehr Windeln wechseln, müssen Frauen immer mehr Geld verdienen.
PS: Ich habe trotz 40h Woche bei meinen Kindern alle Nachtschichten gehabt und immer die Windeln gewechselt, weile meine Ex-Frau dies aus gesundheitlichen Gründen nicht konnte. Ich weiß was es bedeutet Kinder zu haben und sie groß zu ziehen.
Ja ich sehe sie selten. In der Ehe meistens nur abends und jetzt außerhalb wenn Papa Wochenende ist. Aber Masse statt Klasse bringt es dann auch nicht! Und eine Mutter die 24/7 mit den Kids zusammen ist und nur genervt ist, weil ihr die Decke auf den Kopf fällt, nützt den Zwergen auch nix. Dann lieber wenige Stunden, die aber dafür schön.