Zitat von Temporis: Ein Threat aus den USA bei Reddit hat mich auch Nachdenklich gestimmt, da heisst es, das die Frage nach einer polyamorösen Beziehung von den meisten Impliziert wird, als Deckmantel für die Freigabe einer bereits bestehenden Liebesbeziehung. So ist es ja schon fast bei uns, Sie fühlt sich jetzt polyamorös, weil der andere da ist und dies auch beflügelt.
Genau das ist ja der Punkt. Die Leute verstehen halt nicht, dass Poly ja keine kurze Phase ist.
Leider Gottes leben wir in Zeiten in denen Menschen dazu neigen Ausreden und Diagnosen vorzuschieben, statt ehrlich zu reflektieren.
Die Beziehung ging in die Brüche, weil der Ex ein Narzist war oder die Ex Borderline hatte. Das Forum ist doch voll davon.
Und genau so gibt es Menschen die morgens aufwachen und sich denken "Huch, ich bin wohl Poly, weil ich einen anderen Mann liebe, obwohl ich ja in einer Beziehung bin. Also das muss mein Mann schon verstehen und wenn nicht grenzt er mich ein!" - alles kompletter Quatsch, weil wenn man wirklich poly wäre, ist man das schon sein ganzes Leben lang und nicht rein zufällig dann, wenn ein heißer Typ auf der Matte steht. Wir würden uns ja auch wundern, wenn hier jemand schreiben würde "Ich bin 12 Jahre mit meiner Frau verheiratet und von heute auf morgen stehe ich auf einmal auf Männer! Völlig aus dem Nichts. Sachen gibt's."...
Merkwürdiger Weise sind auch oft nur Frauen über Nacht Poly. Von einem Mann in einer Beziehung habe ich das noch nicht einmal gelesen.
Die Ironie ist ja: selbst wenn das ALLES stimmen würde. Selbst wenn es so wäre und man es als gegeben hinnimmt - dann ist es am Ende dennoch eine Beziehung zwischen zwei Menschen, die man nennen kann wie man lustig ist, die aber dennoch kaputt ist, weil sie ja gelogen hat. Sie hat dir verschwiegen dass es mehrfach Kontakt gab usw.
Das ist der nächste Punkt: Poly bedeutet ja nicht "Heute nehme ich den, morgen den" sondern Poly bedeutet doch, dass man mehrere Menschen liebt. Gleichzeitig.
Was für eine Liebe ist es aber dann, wenn man den andern anlügt? Wenn man den anderen bewusst leiden lässt? Ich dachte man liebt diese Person? Das geht alles nie auf.
Deshalb schrieb ich ja schon vor Tagen: würde sie dich lieben, hätte sie sich in der Sekunde von dir getrennt, als du der offenen Beziehung nicht zustimmen wolltest.
Weil sie nicht will, dass du leidest. Das ist die Grundbasis von Liebe und Empathie.
(Es gibt übrigens auch ein deutsches Reddit zu dem Thema in dem ich auch unterwegs bin. Die Betreiber und Menschen die wirklich (!) Poly sind, kotzen übrigens auch durchgehend im Strahl über so Menschen wie deine Frau, weil sie den Begriff verwässern und missbrauchen.)
Warum hat sie sich also nicht getrennt? Weil es ihr nur um sich geht. Weil sie die Vorteile von eurer Bindung nicht aufgeben mag, aber gleichzeitig so unreif ist und den eigenen Willen nicht nachgeben kann. Wie ein Kind im Süßigkeitenladen das alles auf einmal essen will und gar nicht über die Konsequenzen nachdenkt. Wie zB dass das eure Familie zerbrechen wird.
Anstatt da ehrlich zu sein, schiebt sie lieber den schwarzen Peter zu dir.
Deshalb ist das Konzept ja auch so verbreitet. Du bist also Schuld, wenn du sie nicht so nimmst wie sie ist. Und wenn das bedeutet, dass sie über nach einen anderen Mann liebt und begehrt, dann musst du das halt ertragen. So ist sie halt.
Wenn du das nicht hin nimmst,
bist du der Böse. Sie nicht.
Du kannst das mitspielen und dich mit täglicher Gehirn Akrobatik selber gaslighten, dass das ja schon völlig in Ordnung ist, wirst aber darunter leiden wie ein Hund und dein emotionales Gleichgewicht völlig gegen die Wand waren - bis es am Ende eh zur Trennung kommt.
Oder du erkennst es als das an was es ist: ein gewaltiger ClusterFu.ck an Schwachsinn.
Bei der Meinung bleibe ich.
PS: ich habe im Bekanntenkreis genau die gleiche Geschichte. Im Sommer Beziehung geöffnet, Drama, Drama, Drama, aber er spielte mit.
Gestern bekam ich die Nachricht, dass sie getrennt sind.