Zitat von FrauDrachin: Weißt du, bei was ich im Strahl kotzen könnte? Bei Männern, die regelmäßig verächtliche Mann-Frau vergleiche anstellen, um sich dann wenige Beiträge später zu beschweren, dass die Feministinnen ja jedes Thema mit Geschlechterkampf kapern...
Vielleicht magst du mal überdenken, ob das ein guter Weg ist?
Ich habe keine Ahnung was dein Problem ist bzw. Warum du dich so getriggert fühlst. Aber das sei dir natürlich zugestanden.
Ganz offenbar hast du aber nicht wirklich verstanden was ich damit ausgesagt habe. Es ging darum, dass Menschen die wirklich poly leben immer wieder ins falsch Licht gerückt werden, weil es andere Menschen gibt die diese Begrifflichkeiten absichtlich missbrauchen um Untreue und ähnliches zu rechtfertigen.
Wenn hier ein Thread aufgemacht wird in dem eine schwangere Frau davon berichtet, dass ihr Ehemann mit der Arbeitskollegin fremdgegangen ist und das begründet mit "er sei halt Poly, das muss man schon verstehen.", dann würdest du das auch nicht verteidigen, oder etwa doch?
Zu allem weiteren kann ich nicht viel sagen, weil ich nicht wirklich verstehe was du meinst.
Du hast übrigens etwas weiteres falsch verstanden: nicht ich rege mich darüber auf, schlicht und einfach, weil ich nicht Poly bin, sondern die Menschen, die ich persönlich und aus anderen Foren kenne, die von sich behaupten Poly zu sein und die genervt sind davon jeden erklären zu müssen, dass Poly nicht bedeutet, dass man im Grunde in Beziehung permanent Fremdgehen kann und nur und ausschließlich auf sich selbst schaut.
Zitat von FrauDrachin: Äh, ja, total logisch.
Und wenn sie sich trennt, dann leidet er nicht?
Es gibt nun mal in jeder noch so guten Beziehung und mit nochsoviel Liebe und Empathie, manchmal die Situation, dass der andere durch mich verletzt wird.
Das ist immer das gleiche Argument.
Also lieber in einer unglücklichen Beziehung bleiben, die am Ende eh getrennt wird, als sich direkt zu trennen. Tut mir leid, das halte ich für weltfremd. Das ist so als wenn man mit Schmerzen nicht zum Arzt geht, weil der Eingriff beim Arzt bestimmt wehtut - dann doch lieber mit den Schmerzen leben, oder wie?
Zitat von FrauDrachin: Und nein, nach allem was wir wissen, hat sie nicht gelogen.
Ich helfe dir gerne, weil du auch das scheinbar falsch gelesen hast:
Zitat von Temporis: Meine Hartnäckigkeit bei meinen Fragen hat auch wieder eine weitere Salamischeibe ergeben.
Es war ihr zu peinlich mir zu sagen.... aber es war beim chatten dann wohl doch nicht nur ein Bild.
Hier schreibt er selbst, dass sie ihn sehr wohl angelogen hat und nur auf stetes nachfragen mal mit der Wahrheit heraus kam. Und genau das ist wohl häufiger passiert.
Zitat von FrauDrachin: Ja, der Meinung kannst du natürlich bleiben, ich hoffe, es geht dir gut damit.
Und damit komme ich zum einzigen, wozu dein Beitrag wirklich gut ist: Einmal ganz deutlich zusammengefasst, was die Bilder unserer Gesellschaft von Beziehung sind, wo sie Schuld verortet, und auf welche Weise man das Puzzel zusammenpuzzeln sollte, wenn man als armes Opfer und gequälter Saubermann aus der Sache rausgehen will.
Schon ironisch.
Am Anfang schreibst du, dass es doof ist zu kritisieren, wenn man Beiträge nur auf die Mann Frau Thematik reduziert - nur um dann am Ende des Beitrages genau das zu machen und zum gesellschaftlichen Rundumschlag auszuholen.
Ich hätte meinen Beitrag übrigens 1:1 genau so geschrieben, wenn hier eine Frau von ihren Mann berichtet hätte, der nun eine Affäre anstrebt und das mit spontaner (!) Poly erklärt hätte.
Nur gibt es diese Beiträge so gut wie nicht. Wieso? Weil Frauen viel intelligenter sind und so einen Typen sofort absägen würden, statt sich selbst ins unglücklich sein zu gaslighten.
Zum Abschluss möchte ich nochmal festhalten, dass ich überhaupt nichts gegen Poly habe! Soll doch jeder so leben und glücklich werden wie er mag und ist schön wenn man das ausleben kann!
Aber darum geht es ja (wie ich eigentlich weit und breit erklärt hatte) hier gar nicht. Hier geht es einfach um einen Menschen, der in einer monogamen Beziehung ist, diese nicht mehr so monogam führen möchte, die Beziehung also öffnen möchte, was der Partner aber nicht möchte.
Ich finde halt diese verquere Logik nicht schlüssig dem te nun die Verantwortung zu übergeben, dass er da mitspielen soll, auch wenn es ihn unglücklich macht, aber er soll dennoch mitmachen, weil Kinder usw. Und es einfach so getan wird als sei hier die Frau das arme Opfer, weil sie sich nicht ausleben darf wie sie (aufeinmal) möchte.
Denn die Lösung ist ganz einfach: ich bin eine monogame Beziehung eingegangen. Jetzt möchte ich das nicht mehr. Dann kann ich meine Partner ganz einfach fragen, ob er das ändern möchte. Möchte er das nicht, habe ich das zu aktzeptieren, weil es sein freier Wille ist und dann passen wir halt nicht (mehr) zusammen. So einfach eigentlich.
Aber stattdessen werden dann immer Menschen in ein Konstrukt gezwängt (hier der te) was sie unglücklich macht. Darum ging es.
Ich finde es nicht richtig das zu verteidigen.