Margerite
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Zitat von olum2k:Es war ihr immer unangenehm, weil sie es vergessen wollte und endete immer im heftigen Streit.
Eigentlich begreiflich. Denn sie wollte es unter der Sparte "Geschehen und (leider) micht mehr zu ändern" verbuchen und dann kommst Du aus innerer Not heraus mit den ewig gleichen Fragen daher. Was habt ihr gemacht, wie lange habt ihr es gemacht, von wem ging es aus. usw.?
Es ist bei Betrogenen oft eine fast schon masochistische Verhaltensweisen, dass sie durch ständiges Nachbohren und hoffentlich ehrliche Antworten darauf, sich Entlastung erhoffen und stattdessen das Leiden noch verstärken. Das ist unlogisch, aber zeigt eben auch, wie sehr das Geschehene belastet, dass man sich nicht mehr anders zu helfen weiß, indem man minutiöse Angaben einfordert, wer wann was warum und wie lange getan hat.
Mit Deiner Fragerei hast Du ihr einerseits gezeigt, dass Du völlig überfordert bist (nicht verwunderlich, denn das war in eurer Ehe ja nie üblich, sxuelle Grenzen zu überschreiten) und andererseits aber wieder Druck auf sie ausgeübt.
Sie denkt sich dann auch, wie oft denn noch? Ich hab's ihm doch erzählt wie eins zum anderen kam und dass es nicht richtig war, weiß ich selbst. Mir tut es ja selbst leid, was passiert ist und was mich dazu getrieben hat , aber ich kann die ewig gleichen wiederholten Fragen einfach nicht mehr hören und will sie auch nicht mehr beantworten.
Druck erzeugt Gegendruck, dann fallen womöglich verletzende Worte und der Streit ist in vollem Gang. Das alles ist nicht konstruktiv, aber Menschen handeln oft so (kindisch und kindlich).
Keine der beiden Parteien fühlt sich verstanden, beide sind überfordert und ratlos und handeln dann eben reichlich hilflos.
Ich kann schon ein wenig nachvollziehen, was da in ihr ablief. Da ist zum einen die Auszeit vom Ehealltag, die sie sich nahm und die sie sicher auch so empfand. Dann lernt man überflüssigerweise andere Männer kennen und dann geht es von der Hotelbar, die ja noch ein "neutraler" Ort ist, auf ein Zimmer. Und da lag schon der eigentliche Fehler, denn Fremde wurden damit in den privaten Raum eingeladen, auch wenn es nur ein austauschbares Hotelzimmer ist. Dann kam natürlich der Alk-konsum dazu, der ohnehin dazu führt, Grenzen leichter zu überschreiten, dann eine Sympathie für diesen Mann und sie spürt Begehren wie er auch.
Natürlich war es aber auch für ihr Ego ein Schub, dass ein anderer Mann an ihr interessiert war. Sie zog Bestätigung daraus und fühlte sich auf einmal begehrt und beschwingt. Da ist viel Futter fürs Ego dabei. Dann wird der Verstand ausgeschaltet und eins kommt zum anderen. Anstatt mit dem Mann sich dann wieder draußen rumzudrücken, hätte sie endlich mal ins Bett gehen sollen. Tat sie aber nicht. Stattdessen war ES schuld.
Olum, Du weißt, was Du willst. Du willst die Ehe behalten und auch so stabilisieren dass sie auch mal einen Sturm aushält. Aber das verlangt auch was von Dir. Nachsicht, dass auch die beste Partnerin und Ehefrau nicht immer richtig handelt, was sie selbst ja weiß und was sie im Nachhinein auch lieber ändern würde.
Sieh die Sache mal positiv, denn sie hat auch positive Effekte. Sie war für Euch Beide und das ist das wichtige daran, dass das für Euch beide gilt, ein Weckruf, besser auf sich und aufeinander aufzupassen. Ihr habt dadurch die Chance zu begreifen, dass eine Ehe auch Pflege und Achtsamkeit braucht, weil sie sonst sehr leicht in einem Nebeneinanderherleben endet, was wiederum oft dazu führt, dass man den empfundenen Mangel woanders auszugleichen versucht.
Macht was Gutes draus und dann kann auch alles gut und heil werden!