Guten Morgen an alle,
vielen Dank für eure Sichtweisen und Meinungen. Das hilft sehr, gewisse Dinge aus anderen Blickwinkeln betrachtet zu bekommen und so das eigene Denken und Handeln zu hinterfragen oder überhaupt erstmal auf die richtige Spur zu kommen.
Zitat von Aline_8: Was wäre mit einer Paartherapie?
Hab ich vor kurzem auch mal angesprochen. Sie hat es nicht komplett abgelehnt, aber gesagt, sie mag es nicht sich gegenüber fremden Personen zu öffnen. Das nehme ich ihr auch ab, da war sie schon immer so. Ich bin zwar ein wenig hin-und-hergerissen, ob das zum aktuellen Zeitpunkt Sinn macht - auf der anderen Seite gibt es im Zweifelsfall eh nix mehr zu verlieren. Allerdings muss sie das auch wirklich wollen. Wenn ich sie dazu überrede, bringt das nix und wir sparen uns lieber das Geld für die Trennungs-/Scheidungskosten.
Zitat von Heffalump: Auch will sie als Frau wahrgenommen werden, nicht nur als Hausfrau und Mutter.
Dieser Satz hat mich gestern ziemlich wach gerüttelt - also in meinem Denken. Auch wenn ich es persönlich nicht so empfunden habe, ist das sicherlich einer der Hauptgründe, warum wir gerade in dieser Situation sind. Habe deswegen auch ziemliche Schuldgefühle. Auch wenn diese Erkenntnis in aktuellen Fall nichts mehr bringen sollte, so ist sie doch ein wertvoller Impuls um bei einer möglichen neuen Beziehung mit einem neuen Partner nicht in alte Verhaltensmuster zu verfallen. Vielen Dank
Zitat von Ella: Deine Frau hat fehlende emotionale Nähe als Grund genannt, es wäre höchste Zeit, sie an deine Gefühle ranzulassen. Auch wenn sie gerade voller Schmerz und Ärger sind. Ich würde mich an deiner Stelle öffnen, jedoch ohne Vorwurf. Mit dem einzigen Grund, wieder Nähe herzustellen. Die scheint mir völlig abhanden gekommen zu sein bei euch.
Ja, das passiert gerade. Wir reden täglich 1-2h über unsere Gefühle - nicht nur aktuell, sondern auch über viele die in der Vergangenheit liegen und bis heute unausgesprochen waren. Gefühle und Gedanken, die wir entweder noch nie oder nur ansatzweise miteinander in der Vergangenheit besprochen oder angedeutet haben. Das ist vermutlich auch einer der Hauptgründe, warum sie gerade so am hadern ist - weil sie merkt, dass sie mir überhaupt nicht egal ist und ich auch niemanden anderen habe. Das Problem ist vermutlich - wie hier auch einige schon geschrieben haben - dass sie gedanklich schon einen Schritt weiter war ("Trennung") und jetzt wieder einen Schritt gedanklich zurück müsste. Ohne AM wäre das jetzt sicherlich einfacher. Mit AM hat sich für sie jetzt vermutlich seit Monaten schon ein realistisches "Exit-Szenario" manifestiert und sie befindet sich jetzt in diesem inneren Konflikt.
Gestern haben wir auch nochmal darüber gesprochen, ob etwas Abstand Sinn machen würde. Sie ist sich selbst nicht sicher (tendiert aber dazu) - sie hat irgendwie selbst das Gefühl oder die Angst, wenn wir auf Abstand gehen, dass sich der Trennungsgedanke zementiert. Ich habe die gleiche Befürchtung, aber es bringt auch nix irgendetwas zu erzwingen. Wenn es weiter geht muss es ihr echter und eigener Wunsch sein - sonst stehen wir in 1-2 Jahren u.U. wieder an der gleichen Stelle.
Grundsätzlich geht es mir immer noch ziemlich mies und ich fühle mich wie einem unrealem schlechten Film. Nichts desto trotz verfolge ich jetzt die Taktik "mit dem schlimmsten Rechnen, auf das Beste hoffen". Deswegen bin ich gerade auf der Suche nach anwaltlicher Beratung um mich auf eine bevorstehende Trennung bestmöglich vorzubereiten. Parallel werde ich weiter um unsere Beziehung kämpfen - mal schauen, wie lange ich den Druck noch aushalte...