Liebe Mitglieder,
vielen Dank für die vielen Meinungen, Anregungen und Bedenken. Beim lesen Eurer Antworten habe ich oft schluckenn müssen, da viel Klarheit in den Aussagen liegt.
Ich kommentiere jetzt mal einiges:
Zitat von AxelFoley: Ein wenig spät, meinst Du nicht?
Da hast Du natürllich völlig Recht. Ich habe den Alk. und die Gefahr dahinter verkannt und immer gedacht, das ist ja nicht so schlimm und ich habe das ja im Griff. Es wurde ja auch nie mehr, aber halt eben auch nicht weniger. Vielleicht, wahrscheinlich ist es zu spät, aber in erster Linie tue ich das für mich und in zweiter Linie für meine Familie. Denn auch wenn ich diese verlieren sollte, möchte ich ja für die Zukunft für mich besser werden. Also ja, ein bisschen arg spät.
Zitat von AxelFoley: Lieber Goldfield, es geht nicht darum? Es geht NUR darum!
Der Alk hat Euch als Menschen kaputt gemacht und die Partnerschaft natürlich gleich mit...
Bei Deiner Frau drehen sich alle Gedanken nur noch um den Suff, da bleibt nicht viel Spielraum für anderes und schon mal gar nicht dafür gemeinsam an der Beziehung zu arbeiten...
Ja, dass mit dem Alk ist sehr schlecht. Aber ob jetzt der Alk. die Beziehung kaput gemacht hat, oder ob man trinkt weil die Beziehung nicht mehr in Ordnung ist, kann ich leider nicht sagen. Und ich glaube nicht, dass sich alle Gedanken meiner Frau um den Alk. drehen, aber sie weiß ganz genau, dass die Tagesdistanz nicht in Ordnung ist. Das hat ja nichts mit Intelligenz zu tun um zu wissen was richtig oder falsch ist. Auch ist es ja nicht so, dass meine Frau oder ich dann komplett betrunken durch die Wohnung torkeln. Man hat halt einen im Tee.
Zitat von Sweetcherry: weißt du eigentlich, was euer/dein allergrößtes Problem ist? Nicht deine Frau, nicht die Trennung! Das Schlimmste an der Situation ist das, was eure Tochter täglich miterleben muss!
Das ging mir sehr ans Herz, und hat mich sehr nachdenklich gestimmt und mich in meinem Entschluss mit dem Alk. aufzuhören und mir auch Hilfe zu suchen sehr bestärkt. Unsere Tochter ist nicht auf den Kopf gefallen, die weiß ganz genau was Sache ist und spricht das auch direkt an, ohne was schön zu reden, zumindest mit mir. Seit den letzten 6-7 Wochen hat sich meine Beziehung zu meiner Tochter sehr verbessert. Sie mag mich halt mehr wenn ich nicht getrunken habe. Und das gefällt mir. Ausserdem weiß ich nicht wie lange ich sie noch um mich habe. Denn ich gehe mal stark davon aus, sollte meine Frau ausziehen, dann wird meine Tochter mitgehen. Zwischen einer Mutter und Ihrem Kind gibt es eben doch ein stärkeres Band. Aber danke, dass Du das so angesprochen hast. Es hilft mir.
Zitat von c_minor: Keine psychosomatische Reha-Klinik nimmt jemand auf, bei dem gleichzeitig noch eine komorbide Suchtproblematik besteht.
Die Suchtberatung wird dir wahrscheinlich bestätigen, dass bei dir ebenfalls eine Abhängigkeit vorliegt
Auch das ist mir bewußt. Mein Hausarzt meinte, es wäre sogar denkbar, dass der längere Verzicht auf Alk. einige meiner Stimmungsprobleme beheben könnte. Aber hier reden wir nicht von ein paar Wochen oder Monate, da reden wir von mehr als einem Jahr. Das Jahr macht mir keine Angst, aber mir wäre es schon lieber man könnte mir schneller helfen. Meine Gedanken bringen mich um. Trotzdem danke.
Zitat von c_minor: BTW: Eine SHG kann motivieren, weitere Maßnahmen zu machen oder helfen, nach einer Entwöhnungsbehandlung weiter zu stabilisieren, sie ersetzt aber keine Therapie.
Auch das ist richtig. Ich hatte ja jetzt schon meinen 2ten Montag. Die Motivationsgruppe ist auch der Grundstein für einen Antrag auf Reha, egal ob stationär oder ambulant. Hinzu kommt jetzt noch ein Donnerstag der mir gestern ans Herz gelegt wurde, da ich ich mich noch sehr instabil beschreiben würde. Die Gruppe tut mir gut. Man kann sich Rat holen von den anderen Teilnehmern die schon viel weiter sind. Wenn zu Hause alles in Ordnung wäre, dann wäre das mit dem Alk. aufhören sicherlich sehr viel einfacher. Aber es ist nun mal so. Bin da echt am kämpfen.
Zitat von Luddy: Versucht, weil seine Frau es einfach nicht lassen kann, finde es auch echt Schwer sich irgendwas abgewöhnen zu wollen während der Partner es einfach weiter macht...
Hier hat mal mein Psychotherapeut zu mir gemeint, dass sei so gut wie unmöglich. Die Gruppe meint, es liegt an einem selber. Aber ich gebe zu es ist sehr schwer da zuzuschauen.
Zitat von Heffalump: Recht großartig mitschreiben, in seinem Thema, tut er ja gerade nich
Das stimmt leider auch. Aber nachdem ich manches von Euch gelesen hatte, habe ich erst mal Zeit benötigt über alles gründlich nachzudenken. Zum Teil habe ich mich auch geschämt. Und unterm Strich ist es doch so. Ich kann niemanden anderes ändern, ich kann nur mich ändern. Genauso kann mir keiner helfen, ich muss mich da selber am Kragen packen und mich aus dem Loch ziehen.
Zitat von alleswirdbesser: war deine Frau noch nie arbeiten? Warum? Da wäre nämlich nichts mit Alk. am Tag und vielleicht auch nicht am Abend.
Ich habe nicht gesagt, dass meine Frau nicht arbeitet. Sie ist Microbiologin und arbeitet sehr wohl. Die letzten Jahre immer 50%, neuerdings auf 70%. Aber sie kann oft Homeoffice machen, und somit ist sie nicht im Geschäft. Und nochmals, sie torkelt nicht rum. Aber wenn ich mir spätestens ab 12.00h eine Flasche Sekt öffne und diese dann trinke bis um ca. 15.00h, dann ist das einfach nicht ok.
Was zwischenzeitlich geschah:
Ich habe Sie vor 9 Tagen auf die Gegenwärtige, nicht auszuhaltende Situation angesprochen. Morgens, da geht das gut. Ich habe Ihr gesagt, wenn sich nichts ändert, dann ändert sich auch nichts. Am Tag drauf war sie "fast" normal. Ich habe mich schon gefreut, war aber nicht von Dauer. Es fühlt sich nicht echt an. Wenn ich Nähe suche, dann läßt sie es manchmal zu und dann auch wieder nicht. Von selber kommt sie nicht auf einen zu. Es entwickelt sich keine Stabilität. Das macht es mir unheimlich schwer.
Heute hat sie gemeint, ihr geht es überhaupt nicht gut und um sich in den Griff zu bekommen benötigt sie absolute Ruhe und Abstand. Nur blöd, dass ich auch hier wohne.
Sie kann auch am Abend sehr gemein sein, richtig respektlos. Wenn ich sie frage ob sie mich liebt, dann sagt sie nein. Schreibt mir aber unter der Woche eine SMS, dass sie mich liebt - was jetzt!?!? Oder sie ist schlecht gelaunt und wenn ich sie darauf anspreche, dann bekomme ich gesagt, dass ich ihr den ganzen Tag auf Nerven gehe.
Das ist eine echt beschissene Situation. Und ich weiß mir keinen Rat. Wenn ich nur die Gefühle für sie unterdrücken könnte. Vielleicht mache ich mir auch selber was vor und es ist einfach vorbei. Eine Zukunft ohne meine Familie kann ich mir gegenwärtig noch nicht vorstellen.
Ich habe Angst, dass mich die Situation krank macht, also wirklich krank, weil ich nicht mehr schlafe und so gut wie nichts mehr esse. Ich habe extrem abgenommen. Ich habe Probleme mich zu konzentrieren und bin sehr rastlos.
Ich sollte mir 2 Notfalltaschen packen. Eine wo drauf steht Alk. und auf der Anderen Beziehungskriese/Trennung. Dort sollte ich ein paar Skills haben die ich Notfall raus hole und auch anwende. Es gäbe so vieles was ich tun könnte, sinnvolles. Aber es fällt mir so schwer mich zu motivieren.
Vielen Dank für Eure geschriebenen Meinungen. Ich werde jetzt mal wieder ein paar Tage abwarten und mich dann wieder melden.
Grüße in den Abend,
Goldfield