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Frau nach21 Jahren räumliche Trennung zum klar werden

Arnika
@Hacki66
Mal abgesehen davon kann mir ja keiner erzählen, eine gesetztere Dame um die 60 kommt plötzlich spontan drauf, sich abends auf einmal gern Weinbrand in die Cola als Schlummertrunk zu kippen. Weils ja so hip ist und gar sogut schmeckt. Wer hat schon billigen Weinbrand überhaupt zuhause? Nicht mal als Verdauungsschnaps für ein Schweinbratengelage..

Das habt ihr beide (!) schon sehr sehr viel früher und lange getrunken - und ist im Hirn damit eben nostalgisch mit lustigeren Zeiten und damit natürlich auch Frustsaufen verbunden. Dass du da 20 Jahre lang und mehr an Kamillentee oder maximal einem edlen Glas Rotwein nipptest, während sie sich Scharlachberg mit billiger Cola reinpfiff, glaubt dir doch kein Mensch.

Also ist den Teufelskreis und die Gewohnheit zu unterbrechen durch einen Wohnungs- als auch Getränkewechsel das Erfolgversprechendste, dass sie tun kann.

Und dann habt ihr vermutlich auch noch eine Chance.

• #31


A


Frau nach21 Jahren räumliche Trennung zum klar werden

x 3


St_Jappi
@Arnika, mal ganz ehrlich, ich frage mich gerade, wie du dem Themenschreiber mit deiner Antwort konkret helfen möchtest. Der Mann erzählt doch, wie sehr er unter der Situation mit seiner Frau leidet, was er schon alles versucht hat und dass er Angst hat, sie zu verlieren.
Und dann geht es plötzlich um Cola, Zucker, Koffein und die Inhaltsstoffe von Getränken.
Mag ja alles seine Berechtigung haben, aber ich frage mich, was soll der Mann jetzt damit anfangen? Ich glaube, der hat ganz andere Sorgen als eine Analyse seiner Getränke. Er muss doch erst mal mit seiner Situation klarkommen und wissen, wie er sich verhalten soll.
Vielleicht habe ich deinen Beitrag auch falsch verstanden, aber für mich geht er am eigentlichen Problem des Mannes vorbei.

• x 4 #32


B
Zitat von St_Jappi:
@Arnika, mal ganz ehrlich, ich frage mich gerade, wie du dem Themenschreiber mit deiner Antwort konkret helfen möchtest. Der Mann erzählt doch, wie ...

Ich denke ihm ist wirklich bewusst wie sch....die Lage ist. Mir tut er Leid. So hilflos zuzusehen wie der andere sich kaputt macht.
Leider verrmute ich eine räumliche Trennung allein bewirkt keine Wunder. Sie muss sich ernsthaft helfen lassen wollen und selbst etwas ändern wollen. Ich kenne einen Alk. der ständig rückfällig wurde. So einfach ist das leider oft nicht.
Die Frage ist ob es Sinn macht an der Beziehung festzuhalten. Gerade ist das irgendwie ein wenig aussichtslos. 😒

• #33


H
@BlueLagoon Danke für die Worte,
ja das ist für mich das Problem.
Ich sehe wie es ihr schlecht geht und bin machtlos.
Wahrscheinlich ist sie noch nicht weit genug unten, wir werden sehen.
Leider kriege ich meinen Kopf nicht ausgeschaltet, die Gedanken kreisen jede Minute um die Situation.
Ja, habe eine gute Bekannte mit der ich viel telefoniere und auch zum Kaffee treffe.
Aber wenn man dann in das gemeinsame Zuhause geht, dann läuft sofort wieder der Film

• x 4 #34


B
Zitat von Hacki66:
@BlueLagoon Danke für die Worte, ja das ist für mich das Problem. Ich sehe wie es ihr schlecht geht und bin machtlos. Wahrscheinlich ist sie noch ...

Klar. Ist ja auch schwer davon abzuschalten. Verstehe ich. Würde mir ähnlich gehen. Ich hoffe, du kannst zwischendurch Kraft tanken, auch für dich selbst.

• x 1 #35


B
Zitat von Hacki66:
Echt schwierig und dann heute der persönliche Kontakt gegen 15.00h, vor dem habe ich echt Bammel.

Wovor hast du Bammel, dass sie zurück will oder dass sie nicht zurück will oder etwas ganz anderes? Kannst du eine Vertrauensperson bitten, bei dem Gespräch dabei zu sein? Die Gefahr, dass ihr eine neue Runde vergeblicher Versuche einläutet, siehst du wie hoch?
Zitat von Hacki66:
Ich sehe wie es ihr schlecht geht und bin machtlos.

Ja, du erlebst und realisierst vermutlich erst jetzt den kompletten Kontrollverlust deiner Partnerin gegenüber, merkst nun, dass du ihre Probleme nicht lösen kannst und sie vermutlich noch nicht soweit ist. Das auszuhalten, nach 21 Jahren den Modus "natürlich bin ich für dich da" auf stumm zu schalten ist brutal schwer. Deine Lernaufgabe ist wohl, diesen Kontrollverlust, die Machtlosigkeit auszuhalten, loszulassen und auf dich zu schauen.
Zitat von BlueLagoon:
Ich hoffe, du kannst zwischendurch Kraft tanken, auch für dich selbst.

Genbau das! Super, dass du Vertraute um dich hast, scheu dich nicht, dir Unterstützung zu holen. Bleib bei dir. Umarm Bäume, schrei Asphalt an, wälz dich im Gras, such dir ein neues Hobby, alles, was dir gut tut.
Zitat von St_Jappi:
Vielleicht habe ich deinen Beitrag auch falsch verstanden, aber für mich geht er am eigentlichen Problem des Mannes vorbei.

Das sind alles Hilfestellungen und Informationen deren Empfänger die Partnerin ist. Wenn sie hier schreiben würde. Was nicht der Fall ist. Für @Hacki66 sollten sie bitte kein Anreiz sein, wieder in die Grübelschleife zu verfallen, wie er seine Frau retten kann. Kann er nicht! Es weiter zu versuchen, zieht ihn nur weiter runter. Weil er scheitern wird.

• x 1 #36


Arnika
@St_Jappi Das frage ich mich bei dir genauso. Er leidet nicht an ihrem Cola Weinbrand, sondern weil sie auszieht und er Angst vorm Alleinsein hat.

Du sagst, Entzug. Wohl zuviele US-Filme geguckt. Ein stationärer Entzug ist ein hochmedizinischer Eingriff für Menschen, deren Körper ohne Alk. kollabiert (mit Delirium, Zittern und Krampfanfällen). Hier jedoch – bei einer Frau, die tagsüber ganz normal arbeiten geht und sich abends mit der fatalen Kombination aus Koffein, Zucker und Weinbrand abschießt – ist der Entzug völlig am Problem vorbei therapiert.

Der Absturz ist zu einem riesigen Teil der biologischen Sabotage durch die Cola geschuldet. Das ist kein „Bahnhofsalki“, dessen Gehirn nach purem Alk. schreit, sondern eine völlig überforderte Frau in einer biochemischen Achterbahn. Solange der TE das als ‚sie schläft ja eh‘ nicht erkennt bzw verharmlost, statt zu checken, dass Cola-Weinbrand ihr Nervensystem grillt, hilft er ihr kein bisschen

Wenn sie die Reißleine ziehen will, braucht sie kein temporäres Spitalsbett, sondern einen Ort zum Durchatmen.

Was soll ein Entzug in der Klinik bringen, wenn das Problem nicht die Flasche ist, sondern die drei Todesfälle auf ihrer Seele, Frust in der Ehe und Stress im Job? Eine Entzugsklinik ändert nichts an den Triggern. Nach sechs Wochen ohne Alk in der Bubble einer Klinik würde sie in genau dieselbe triste Wohnung zurückkehren und vor lauter Frust die nächste Flasche aufmachen. Wie 1000 Statistiken belegen.

Die eigene Wohnung ist wohl die einzig wirksame Therapieform in diesem Fall. Und ihr Rettungsversuch. Sie nimmt ihr den Beziehungsdruck, schneidet die alten gemeinsamen Party-Muster ab und gibt ihr den Raum, einfach mal traurig oder müde zu sein, ohne dass der Gatte Protokoll darüber führt, sie sich rechtfertigen muss etc.

Dein „sie trinkt in einer geschützten Klinik mal 6 Wochen lang nix und reißt sich zusammen und alles wird gut“, ist nicht mal mehr Laienpsychologie.

Erstens schadet es ihm nicht, seine Angst vorm Alleinsein zu überwinden - und seine Rolle durch den Abstand zu reflektieren. Und zweitens kann er echte Hoffnung haben, dass sie durch ein geändertes Umfeld aus der Kombi aus billiger Cola mit Scharlachberg wieder rauskommt, ihre Gewohnheiten und Muster ändert, sich ausschlafen kann - und wieder zu ihm zurückfindet. Machen sie so weiter wie bisher, ein paar Wochen Klinik hin oder her, ist die Abwärtsspirale und Trennung ja sowieso vorprogrammiert.

Also was du da von dir gibst, darüber kann ich umgekehrt nur den Kopf schütteln…

• x 1 #37


B
Zitat von Brightness2:
Wovor hast du Bammel, dass sie zurück will oder dass sie nicht zurück will oder etwas ganz anderes? Kannst du eine Vertrauensperson bitten, bei dem ...

Ja. Leider hat er zumindest auf ihre Verfassung und ihr weiteres Vorhaben kaum Einfluss. Ich finde auch, weiter grübeln hilft wenig, auch wenn es natürlich automatisch passiert. Er könnte versuchen auch zwischendurch an sich selbst und seine Bedrüfnisse zu denken. Es wirkt, als hätte er sich selbst auch schon in dem Ganzen verloren. Was natürlich auch nachvollziehbar ist.

• x 1 #38


Wulf
Zitat von Hacki66:
Mache mir wahrscheinlich zuviele Vorwürfe was ich noch hätte machen können.

Strohhalme der Hoffnung nenn ich sowas, egal was du dir ausmalst, es käme was anderes hinzu.
Du warst doch schon gut dabei und hattest sie unterstützt, aber sie wollte nicht.

Zitat von Hacki66:
vielen Dank für die ehrlichen Worte,
ich habe Angst das sie erst werweißwie abstürzen muss um endlich zu begreifen das sie Hilfe braucht.

Bei solch einem Suchtproblem, muss sie abstürzen.
Hartes Zeug zum herunterkommen saufen, das hab ich noch nie gehört.

Zitat von Hacki66:
Sie war in der Vergangenheit ständig erschöpft und konnte bis zu 10-11 Std schlafen.
Aber auch ohne Alk. ist sie morgens niemals ausgeruht aufgestanden

Da ist noch was anderes bei ihr im Kopf am werkeln, daß muss sie herausfinden. Ist nicht deine Aufgabe.

Zitat von Hacki66:
Ich sehe wie es ihr schlecht geht und bin machtlos.

Du bist nicht machtlos, du hast dich fieserweise durch sie und ihre Situation mit herunterreissen lassen.
Was du machen kannst, dein eigenes Leben erstmal ohne sie wieder auf die Reihe bringen.
Begrenze auch deine Hilfe zu ihr, also du hilfst ihr erst, wenn sie darum bittet. Vorher nicht.

Zitat von Hacki66:
Mal schauen ob es morgen im Gespräch was neues gibt ?

Derzeitig Sachen übergeben, fragen wie es läuft und bis demnächst.

• #39


Heffalump
Zitat von Hacki66:
das gemeinsame Zuhause

Es ist dein zuhause. Sie ist ausgezogen. Wenn dein Gedanken Karussell wieder anspringt, renoviere die Wohnung. Für Dich. Deine Burg.

• #40


St_Jappi
@Arnika, vielleicht habe ich mich auch nicht ganz verständlich ausgedrückt. Dass du die Sache anders siehst, ist ja völlig in Ordnung, und deine Gedanken dazu nehme ich durchaus an. Ich glaube aber, wir reden ein bisschen aneinander vorbei.
Mir ging es nicht darum, eine medizinische Abhandlung über Cola, Alk. und Entzug zu führen. Ich habe den Text des Mannes gelesen und mich in seine Situation versetzt. Da ist ein Mann, der seine Frau liebt, schon einiges mitgemacht hat und nicht mehr weiß, wie es weitergehen soll.
Du konzentrierst dich auf die möglichen Ursachen ihres Trinkens und auf die Veränderung ihres Umfelds. Das ist deine Sichtweise und die darfst du natürlich haben. Mir ging es eher darum, was dem Mann in seiner Situation hilft. Und da bringt mich deine Analyse ehrlich gesagt nicht wirklich weiter.
Dass du meine Meinung nicht teilst, ist völlig in Ordnung. Aber man muss deshalb nicht gleich persönlich werden. Ich finde, man kann durchaus unterschiedlicher Meinung sein und trotzdem vernünftig miteinander diskutieren. Das macht für mich eine Diskussion auf Augenhöhe aus. 😉

• #41


Heffalump
Vermutlich wird sie die gesamten Trauerfälle nie richtig verarbeitet haben und Alk dröhnt zu, Psychologie deckt auf. Was zunächst viel schmerzhafter ist.
Und Schmerz will sie aktiv verhindern

• #42


Heffalump
Zitat von St_Jappi:
Und da bringt mich deine Analyse ehrlich gesagt nicht wirklich weiter.

Aber vielleicht den TE 😇

• #43


A


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