Raupe
Gast
auch ich gehöre zu denjenigen Usern die nicht wirklich nachvollziehen können, warum ausgerechnet die Erkrankung der Frau deines Freundes für dich nach so langer Zeit ein Trennungsgrund ist.
Sanin und MannmitBekannter haben Beiträge geschrieben, die sehr treffend tragende Bestandteile der Situation hinterfragen, die du uns hier berichtet hast.
Auf deinen Exfreund könnten Zeitpunkt und die Art deiner Trennung glatt den Eindruck machen, als sollte er dadurch in Wahrheit mehr bestraft als entlastet werden. So nach dem Motto: du hast mich am Anfang belogen und dann dreizehn Jahre nicht für mich entschieden, sondern bist bei deiner Frau geblieben, jetzt sieh zu, wie du mit den Folgen dieser Entscheidung fertig wirst.
Du schreibst, du leidest unter der Trennung und fühlst dich schuldig, aber der schale Beigeschmack bleibt. Du warst tragender Bestandteil eines zwar unreflektierten und nur bedingt einvernehmlichen, aber immerhin dreizehn lange Jahre stabilen Beziehungssystems - doch als es knallt, ziehst du dich raus. Begründest dies mit dem vermeintlichen Wohlergehen anderer, deren Wünsche du in Wahrheit aber ignorierst (dein Freund) bzw. aufgrund fehlenden direkten Kontaktes kaum einschätzen kannst (seine Frau). Das hat mit Opferbereitschaft nicht viel zu tun, eher mit dem bequemsten Weg, sich aus gemeinsamer Verantwortung in einer extrem belastenden Situation zu entfernen.
Ich wünsche dir den Mut dich konstruktiv auch mit kritischen Beiträgen auseinanderzusetzen anstatt sie nur abzuwehren, denn gerade die könnten dir helfen, eigenes Beziehungsverhalten zu reflektieren und die nächste Partnerschaft unter günstigeren Bedingungen einzugehen.
@BG, toller Beitrag, Danke dafür. Eine ähnliche Konstellation (eine Frau mit zwei Männern, von denen einer am Ende jahrelange Pflege durch die beiden anderen erhielt) kenne ich aus meiner erweiterten Familie auch. Das allzu Menschliche passt eben nicht immer in die üblichen Konventionen und doch gibt es leider noch viel zu wenig Vorbilder für individuelle Beziehungskonzepte.
