LeRoY
Mitglied
- Beiträge:
- 578
- Themen:
- 7
- Danke erhalten:
- 555
- Mitglied seit:
Wie kann eine Frau, die mitten im Leben steht, hoch gebildet, mit zwei kleinen Kindern, die aber aus dem Gröbsten raus sind, mit einem tollen Job, einem modernen und geräumigen Zuhause in bester Wohnlage, einem treuen und liebenden Mann, von einem Tag auf den anderen einen Schalter in ihrem Kopf umlegen und quasi Amok laufen? Alles zerschießen? Ihren nichtsahnenden Partner von jetzt auf gleich innerlich zum Bösewicht werden lassen?
Alles faktisch Existente aufgeben für einen vagen Gedanken? Den Gedanken, nach der Trennung wieder "glücklich" zu werden? Glücklich... ohne Mann, ohne alle lange aufgebauten Vorzüge, ohne Familie, allein mit den Kindern? Glücklich... mit Kindern, die sie mal eben aus purem Egoismus zu Trennungskindern macht? Glücklich... wahrscheinlich mit Anwälten, vielleicht mit Gerichten, auf jeden Fall mit komplizierten Umgangsregelungen?
Es geht mir nicht in den Kopf hinein. Man kann sich ja einem Gedanken hingeben - aber irgendwann macht man doch die Augen auf und findet sich in der Realität wieder. In der Realität, in welcher jeder seine schwierigen Erlebnisse, Sorgen und Ängste mit sich herumschleppt. In der Realität, die aus unzähligen Kompromissen besteht... in der es nicht nur ein abstraktes Kriterium "Glück" gibt, nach dem man seine Entscheidungen optimiert, sondern so viele Dimensionen, die in ihrer Summe zum Glück (oder Unglück) beitragen. Ja: Liebe, Partnerschaft. Aber auch: Familie, Kinder, Zukunftsperspektive, Sicherheit, Geld, Status, Freunde.
Wie kann man in deinem Kopf einen Schalter umlegen und dann ein veränderter Mensch sein? Man legt den Schalter um, aber der Kopf fragt einem doch dann immer wieder: Gut, aber andererseits...? Vielleicht irre ich mich ja? Was ist, wenn er doch Recht hat?
Ich könnte dieses Verhalten nur unter einer einzigen Bedingung halbwegs nachvollziehen: Wenn da ein Liebhaber bereit wäre. Aber auch dann - man kann den Liebhaber doch im Geheimen ein paar Mal treffen. Für das bisschen Spaß muss man doch nicht sein Leben umschmeißen. Außerdem bin ich bin mir ziemlich sicher, dass dies nicht der Fall ist. Auf was hofft sie dann? All das konkrete Gute fällt weg, aber dafür... ein viel besserer neuer Mann, der mich (mittleren Alters) total verwöhnen wird? Der nur darauf gewartet hat, eine Familie mit einer Frau und ihren zwei kleinen Kindern von einem anderen Mann zu gründen? Der diesen fremden Kindern ein besserer Stiefvater sein wird, als der echte Papa?