Zitat von Siza:Ich kenne dein Handicap und deine Geschichte nicht, Levi! Ich find's nur schade, dich hier so zu lesen. Am liebsten würd ich dich schütteln. Aber du hast mir soviel Mut wegen meinem Problem gemacht. Was muss passieren, damit du wieder Lebensmut zurück bekommst?
Liebe Siza!
Wenn Du Dich anmelden würdest/könntest, hier im Forum, würde ich Dir diese bei Wunsch per PN mitteilen. Ist lang und hat hier in diesem Thema nichts zu suchen.
Mir fehlt auch nicht Lebensmut, sondern eher die Zuversicht, überhaupt noch einmal eine Freundin/Partnerin/Frau zu finden, zu bekommen. Mich erstaunt und ängstigt die Vorstellung bzw. das Anforderungsprofil vieler Frauen, die eine dauerhafte Partnerschaft mit einem Mann nur dann in Erwägung ziehen, wenn er vermögend ist, einen Job hat und eine gute Figur etc etc.
Ich könnte jetzt ellenlang darüber mit Dir diskutieren, warum diese Vorstellungen nicht nur deplatziert, sondern oftmals schlicht falsch sind und warum sie gestandene Männer wie mich so richtig runterziehen.
Ich respektiere keinen Mann, der einen 70 oder 80 Stunden pro Woche-Job hat, um Geld zu scheffeln, sondern weil es seine Passion und Leidenschaft ist. Ich schüttele den Kopf über Menschen, die andere, weil sie vielleicht weniger verdienen und sich weniger leisten können, diese abstrafen und disqualifizieren, weil sie sich und anderen nicht so viel leisten können.
Ich respektiere Menschen, die, auch wenn sie arbeitslos sind, irgendwie immer noch versuchen, etwas zu bekommen, obwohl es nachweislich immer schwieriger wird, gerade für Menschen jenseits der 40, welche mit gescheiterten finanziellem und/der berufliche Knick in ihrer Autobiographie, noch den Sprung zu schaffen. Ich verachte die Menschen, die andere disqualifizieren, weil sie gerade keinen Job haben, obwohl es dafür durchaus mehr als nachvollziehbare Gründe geben kann. Wo ist da die Empathie, auch dafür Verständnis zu haben, wenn ich Verständnis haben muss, dass auch nicht immer alles nach meiner Fasson läuft?
Ich respektiere Menschen, die wie bei Dir ihren Körper durch harte Arbeit, Fleiss und Opferbereitschaft gestählt haben. Warum aber geht die Opferbereitschaft flöten, wenn sich um sie ein Mensch bemüht, der nicht dem äußeren Optimum entspricht? Warum wird gedacht, wenn jemand arbeitslos ist, dass er oder sie ihr Leben nicht im Griff haben? Sind wirklich so viele Menschen so naiv?
Ich habe Situationen, Lebensabschnitte und Dinge überstanden, die andere nur aus Hollywoodstreifen kennen, oder aus Soaps, Dokumentationen etc. Ich habe mit meinen 46 Lenzen schon Sachen erlebt und Geschichten durchgestanden, wo andere nicht nur zerbrochen wären, sondern vermutlich gar tot.
Ja, ich habe keine Modellfigur á la Brad Pitt oder andere "Zwerge" dieser angeblich ach so tollen attraktiven Männer Nun gut, ich habe einen Waschbärbauch, aber mein Hintern ist knackig, mein Oberschenkel stark und auch sonst habe ich eine sehr kräftige breite Statur. Ich brauche keine Angst im Dunklen haben, andere schon. 25 Jahre Krafttraining, arbeiten auf dem Bau ab 8 Jahre und eben die familiäre Genetik haben dazu geführt, dass kein Mann in meiner Familie ein Leichtgewicht ist. Aber jeder von uns hat Power, Hingabe, ein großes Herz und Kompromissfähigkeit. Die Männer in meiner Familie haben durchweg Frauen allen mögliche Alters, Größe, Gewicht - unterschiedlicher könnten sie nicht sein. Aber sie haben vor allem eines: Akzeptanz gegenüber jeglichen anderen Menschen, gleich wie diese aussehen, wieviel sie wiegen, ob mit Bauch oder gertenschlank und und und.
Und das, liebe Siza, unterscheidet Menschen mit Herz und Menschen mit Forderungen: Ich sehe nicht die Zahl auf der Waage, sondern das Leuchten in den Augen. Die Sympathie, die ich fühle, die Empathie, die ich spüre. Die Wärme fühle, wenn ich die Hand halte. Und liebend gerne würde ich die mal wieder in einer Partnerschaft mit einer Frau sein.
Ich habe noch nie eine Frau abgelehnt, weil sie eine zu schmale oder hängende Brüste hatte, oder keinen Knackhintern oder wegen anderer, wie nanntest Du es mal, optischer Mängel. Wenn ich eine Frau ablehne, dann weil sie unsympathisch ist, ihren Partner betrügen, weltliches über menschliches stellt, mich kleinmacht. Mich ablehnt, bevor sie mich überhaupt kennengelernt hat. Überzogene, fast schon arrogante Forderungen stellt. Und selbst nur eine kleine Kerze auf der Torte darstellt.
In ein paar Monaten, das weiß ich aus Erfahrung, werde ich durchtrainiert dastehen mit trockenen 120 kg, athletisch, kräftig, durchtrainiert. Die wenigen Trainingseinheiten bisher haben schon enorme Ergebnisse gebracht. Ein bisschen Ernährungsanpassung hier, ein wenig mehr laufen da, wenn die Bäder wieder offen haben, auch noch ein wenig Schwimmen und ein Bill Goldberg sieht neben mir aus wie eine Zwergenfigur.
Aber meinst Du, das reicht dann aus, um endlich mal bei einer Dame meines Herzens zu landen? Oder kommt dann: Ach nee, er ist ALG II-Empfänger, arbeitet zwar, aber hat ja nicht mal ein Auto. Kann nicht mal eben nach Malle in den Urlaub fliegen. Und und und. Was glaubst Du, wie oft ich diesen Mist gehört habe?
Ich gehe da mit @Urmel_ überein: Man muss für sich Verantwortung übernehmen. Man darf aber von seinen Mitmenschen auch Verständnis erbitten und das wenigste - Akzeptanz.
Ich kann Dinge tun, die andere nicht können. Ich werde aber von den Damen vorab abgelehnt ohne die Chance zu bekommen, zu zeigen, was da in mir steckt, was möglich ist. Und mit Verlaub - das finde ich einfach nur shice. Und damit komme ich nicht klar, das
akzeptiere ich
nicht.
Und ich frage Dich: MUSS das sein? Oder geht´s auch anders?
