Zitat von Freiheit-2025: 2007 habe ich dann den Richtigen kennengelernt, geheiratet, Kinder bekommen, bin in seine Selbstständigkeit eingestiegen und habe sein/unser Unternehmen expandieren lassen,
Wenn ich recht verstehe, hat er also den Betrieb gegründet, aber der dümpelte vor sich hin, bis Du mit eingestiegen bist und überhaupt erst mal dafür gesorgt hast, daß das Geschäft expandiert und richtig brummt?
Wann bist Du in seinen Betrieb eingestiegen und wessen Idee war das überhaupt - seine, oder Deine eigene?
Zitat von Freiheit-2025: Wir hatten eine fantastische Zeit
Solange Du funktioniertest ohne daß ein Burnout drohte, waren alle sicher happy damit wie es damals lief, Dich inbegriffen. Schade nur, daß Mutter Natur dem Tag bloß 24 Stunden und der menschlichen Leistungsfähigkeit gewisse Grenzen setzt, die sich mit zunehmendem Alter allmählich bemerkbar machen.
Zitat von Freiheit-2025: Leider hatten wir auch von Anbeginn das Problem, dass er sich nur wenig in die Pflichten unseres privaten und beruflichen Alltags eingebracht hat,
Tja, da ist guter Rat teuer. Wenn Du ihm das von Anfang an hast durchgehen lassen, fällt es 18 Jahre später jetzt natürlich schwer, die einmal gefundene Rollenverteilung nachhaltig aufzubrechen und zu ändern.
Zitat von Freiheit-2025: was besonders in den letzten fünf Jahren (als seine Nierenerkrankung dazukam) dazu geführt hat, dass ich die Verantwortung für Haushalt/ Kinder/ Betriebe/ Mitarbeiter/ Finanzen/ Haus/ Hund/ Beziehung/ Sozialleben/ usw. alleine im Blick haben-, anstoßen und managen musste.
Nein, niemand hat Dich gezwungen einen Partner zu wählen, bei dem "von Anbeginn an dasProblem" bestand (s.o.)...
Eben drum heißt es seit jeher, daß man prüfen solle, ehe man sich auf ewig bindet.
Du hingegen bist genau umgekehrt verfahren und hast das Problem zwar erkannt, Dich aber dann munter daran gemacht, es mutterseelenallein zu lösen, ohne auf Dich und Deine Bedürfnisse zu achten und auch ihn gezielt mit einzubinden dabei. Ein diesbezüglich achtsamer und vorausschauender Mensch wäre schon bei fehlender Beteiligung an der Haushaltsführung voll in die Eisen gestiegen.
Er oder sie hätte klar kommuniziert, daß Haus, Hund, Kinder solange nicht in Betracht kommen, bis wenigstens das mal rund läuft. Wobei man sich drüber streiten mag, ob das Anheuern einer Reinigungskraft hier wirklich eine nachhaltige Lösung wäre, denn so wird das zugrundeliegende Problem - nämlich daß einer von beiden sich schlicht weigert, bestimmte Dinge zu tun - ja nur wegretuschiert, wabert aber unterm Teppich weiter fort. Denkt man es zuende, müßte man sich ja die Frage stellen, wie das dann in schlechten Zeiten laufen soll, wo der Rubel mal nicht mehr so rollt und man sich das Externalisieren dieser Aufgabe nicht länger leisten kann?
Bitte geh mal in Dich und vergegenwärtige Dir, warum Du Dir all diese Dinge aufgehalst hast - wohlwissend, daß er sich so wenig einbringt. Wessen Idee war es, Haus, Hund, Kinder, Sozialleben aufzubauen? Warum hast Du Dich auf all das eingelassen, obwohl schon der Haushalt an Deinem Rücken hängenblieb und Du auch im Betrieb mitbekamst, wie wenig er nicht nur an dessen Erfolg persönlich mitwirkte, sondern obendrein auch noch gute MitarbeiterInnen verlor?
Wo war Deine Grenze? Wann hast Du je eine gesetzt?
Zitat von Freiheit-2025: ihm geht es gesundheitlich wieder richtig gut. Aber irgendwie hat er trotzdem nicht mehr zurück in die Welt der Verantwortung und Pflichten gefunden.
Die Tendenz zum Müßiggang war doch "von Anbeginn das Problem", wie Du selbst schreibst. Leider hat er durch die lange Krankheit nun offenbar noch mehr Gefallen daran gefunden sich rundum bedienen zu lassen. Hat ja auch gut funktioniert, sogar jetzt tut es das noch:
Zitat von Freiheit-2025: Langfristige Absprachen funktionieren fast gar nicht, weil er dann meistens leugnet, dass wir es überhaupt abgesprochen haben.
Tja, für
Dich funktionieren sie nicht. Für ihn läuft das alles wunderbar bequem!
Zitat von Freiheit-2025: Therapeutische Hilfe, die ich bei ihm dringend geboten sehe, sah er lange nicht.
Ihm gehe es doch gut. wenn ich nur nicht immer so viel mit ihm schimpfen würde.
[...]
Durch mein Dauer-Geschimpfe habe er sich emotional zurück gezogen
Ich würde das nicht mit Kritikunfähigkeit umschreiben. Das geht in seinem Fall erheblich weiter. IMO hat er sich hier ganz gezielt ein paar Phrasen zurechtgelegt, mit denen er Verantwortungsumkehr betreiben und es sich selbst in der Schmollecke weiter urgemütlich machen kann.
Ich sehe hier null Interesse an Deiner Gesundheit (einen Burnout hast Du ja schon hinter Dir) oder daran, daß Ihr Euch gemeinsam in Eurer Ehe wohlfühlt. Er redet vielmehr wie ein Single und als ob Du auch noch immer einer wärst. So nach dem Motto "Wenn's Dir nicht passt, dann geh doch. Ich hab Dich ja nicht in mein Leben reingebeten."
Hast Du je mit Ich-Botschaften reagieret und ihm klar gesagt, was das alles mit
Dir macht? Daß
Du allmählich zu erkranken drohst und daß
Du seine Unterstützung brauchst? Wie hat er ggfs. darauf reagiert?
Zitat von Freiheit-2025:ich musste feststellen, dass mir der Mental Load die Luft zum Atmen nimmt und ich so nicht den Rest meines Lebens verbringen möchte.
Nein, das solltest Du auch nicht. Beziehungen müssen schon von beiden gepflegt werden und solange er sich seiner Mitverantwortung dafür entzieht, kann Eure Ehe nicht funktionieren. Im Gegenteil: Sie wird Dich kaputtmachen, da Du jemand an der Backe hast, der Dich völlig unnötigerweise mit Problemen belastet, die Du selbst nie hattest, nicht hast und auch gar nicht haben würdest, wärst Du für Dich allein. So schleppst Du ihn mit durchs Leben und hast eine Doppelbelastung, die Dir auf Dauer das Kreuz brechen kann. In jedem Fall vermiest sie Dein Leben erheblich und das ist kein Mensch wert.
Zitat von Freiheit-2025: Wir haben vereinbart, dass wir der Kinder zuliebe, noch bis zum Abi (vier Jahre) gemeinsam in unserem Haus wohnen bleiben werden, privat und beruflich aber getrennte Wege gehen. Neue Partner werden in dieser Zeit diskret behandelt und nicht ins Alltagsleben eingebracht.
Und welche Voraussetzungen habt Ihr vereinbart, damit das Zusammenleben unter einem Dach auch funktioniert?
Es liest sich nämlich, als ob Du wieder mal die Bedürfnisse aller anderen bedienst - was tun Dein Mann und die Kinder dafür? Welche Aufgaben übernimmt jeder von ihnen - im Haushalt, in der Hundeversorgung, im Betrieb - hm?
Zitat von Heavydreamy: Es ist schade, dass du aus der Ehe aussteigen möchtest, nur weil er nicht mehr so funktioniert im Alltag, wie du es dir wünscht.
Es ist schade, daß Du das so siehst, statt den eigentlichen Grund (anzu)erkennen: Nämlich daß der Mann die TE seit Jahren rücksichtslos ausnutzt. Sein Phlegmatismus war ja von Anfang an ein Problem, wie sie schreibt. Die Nierenkrankheit war da nur ein Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.
Für meine Begriffe ist es ein Unding daß jemand einfach alles nur noch laufen läßt und dann auch noch frech wird, wenn man ihn darauf anspricht, daß eigentlich etwas anderes vereinbart war. Dieser Mann ist stinkfaul und verantwortungslos. Das zeigt sich spätestens hier:
Zitat von Freiheit-2025: 2018 hatte ich einen Burnout und mein Mann meinte ebenfalls, ich solle sofort zu Hause bleiben, da der ganze Stress, den ich mir mache, gar nicht nötig sei. Sechs Monate später war einer von drei Läden pleite und 2020 die restlichen Läden in arger finanzieller Schieflage (zu viel Personal, zu wenig Qualität, zu wenig Kunden).
Das zeigt deutlich, was für ein totes Pferd die TE hier seit 18 Jahren geritten hat: Kaum ist sie mal selbst wirklich lange weg, geht alles den Bach runter. Wäre ihre Arbeit wirklich so überflüssig gewesen wie von ihm so abschätzig suggeriert, hätte man ihre Abwesenheit nicht mal bemerken dürfen. Das Ergebnis sprach leider eine völlig andere Sprache. Wobei es hier um einen Betrieb geht, von dem alle noch ein paar lange Jahre leben wollen, bis die Kinder aus der Schule sind und fertig studiert haben.
Für ihren Mann wäre das damals die Gelegenheit schlechthin gewesen, ihr auch selbst mal eine Stütze zu sein und den Betrieb so zu organisieren, daß er künftig auch ohne die TE geführt werden kann, oder zumindest mit erheblich weniger Einsatz von ihrer Seite her. Aber offenbar ist er ein phlegmatischer Typ, der alles einfach nur laufen und andere für sich machen läßt. Schade nur, daß er offenbar keine Führungsqualitäten hat, sonst hätten die Betriebe vielleicht tatsächlich auch ohne die TE weiter gut funktionieren können. So hat er nacheinander erst seine Frau sehenden Auges in den Burnout und dann auch noch die Mitarbeiter ziehen lassen - wobei die besten erfahrungsgemäß die ersten zu sein pflegen, die das Handtuch werfen.
Zitat von Hypatia: Wenn ein Teil krank wird rennt man halt nicht weg.
Wenn ein Teil krank wird (hier: Burnout), reagiert man aber auch nicht weiter mit Müßiggang und läßt alles den Bach runtergehen. Meines Erachtens hat der Mann spätestens beim Burnout der TE nicht nur total versagt - ich finde es auch absolut unverschämt, wie er ihre Leistung mit "gar nicht nötig" abgewertet hat, ohne eine Grundlage dafür zu haben. Das Ergebnis sprach diesbezüglich eine mehr als deutliche Sprache.
Zitat von Freiheit-2025: Wir haben abgesprochen, wie wir die zwei Punkte in Zukunft regeln werden und er hat sich schon zwei Tage später nicht daran gehalten, es bzw,. vergessen...
Dann mußt Du jetzt auch nichts mehr einhalten und bist frei, die Trennungsmodalitäten nochmal komplett neu zu durchdenken. An Deiner Stelle würde ich jetzt erst mal alle wichtigen Unterlagen sichern bzw. kopieren und an einem sicheren Ort deponieren und mir dann einen guten Anwalt für Familienrecht suchen, um mir einen Überblick über meine Rechte und Pflichten (!) im Trennungs- und Scheidungsfall zu verschaffen. Einfach damit Du den Rahmen kennst, innerhalb dessen Du Dich hinfort bewegen kannst und darfst.
Ich bin da übrigens ganz bei dem, was @VictoriaSiempre Dir geschrieben hat: Wenn Dein Mann es geschickt genug anstellt, kannst Du rascher in eine Unterhaltspflicht rutschen, als Dir lieb ist.
Zitat von Freiheit-2025: Solange ich keine Kritik anbringe, ist er liebevoll und seltsam übermäßig bemüht. (z.B. Ich koche mir einen Tee und er steht auf um mir die Tasse zu reichen, die nur 20 cm vor mir steht).
Das Anreichen der Tasse ist eine für ihn recht mühelose Weise, Punkte zu sammeln - um sich vor echter Arbeit im Haushalt drücken zu können. Ich sehe das als Knochen, den er Dir ab und an mal hinwirft, um sich Alibis zu verschaffen, die er Dir dann beim nächsten "Nörgeln" entgegenhalten kann.
Zitat von Freiheit-2025: Der Hund bekommt um 8 Uhr seine Morgenrunde. Um 8.30 Uhr habe ich ihn geweckt und gefragt, ob er vorhat mit dem Hund zu gehen
Ich weiß nicht, wie sehr Du an dem Hund hängst oder ob Du ihn letztlich sogar als Deinen eigenen siehst. Na jedenfalls sehe ich hier drei Möglichkeiten:
1. Der Hund war eigentlich seit jeher mehr Deiner, als ein Familienhund. Ok - laß ihn Dir überschreiben, wie von jemand anders bereits vorgeschlagen (als "Hausrat"). Ab da bist Du diejenige, die sich um ihn kümmert - und über sein weiteres Schicksal bestimmt (etwa wenn er mal alt ist und eingeschläfert werden muß), ohne den Rest der Familie konsultieren zu müssen.
2. Der Hund ist Eurer. Ok - setz Dich mit Deiner Familie an einen Tisch und dann wählt bitte jeder eine Reihenfolge, an der er mit ihm rausgehen wird. Also z.B. Kind 1 morgen, Dein Mann übermorgen, Kind 2 in 3 Tagen, Du in 4 Tagen - und in dem Rhythmus geht es dann auch weiter. Sollte jemand erkranken, springen die anderen - in derselben Reihenfolge - abwechselnd ein. Sollte Dein Mann dauernd ausfallen, werden also auch Deine Kinder regelmässig einspringen müssen.
Solltest Du Dich am Ende dabei wiederfinden, ständig für alle einspringen zu müssen, kommt der Hund weg.
3. Ihr engagiert einen Hundesitter. Sollte dafür kein Einverständnis, kein Angebot oder nicht genug Geld vorhanden sein, kommt der Hund weg.
Vermutlich werden einige jetzt auf mich einprügeln, daß man den Hund doch nicht einfach so weggeben könne. Ich persönlich hätte ihn mir unter den gegebenen Voraussetzungen (s. weiter oben "von Anbeginn war da das Problem") gar nicht erst angeschafft. Allerdings hätte ich auch keine Hemmungen, ihn an einen anderen Haushalt vermitteln zu lassen, wo seine neuen Besitzer sich genug Zeit für ihn nehmen. Er wird es überleben und es muß unterm Strich nicht das Schlechteste für ihn sein. Entscheidend wäre, daß ich mir so ein(es von vielen) Stück(en) Druck nehme, um einem neuerlichen Burnout entgegenzuwirken.
Zitat von Heavydreamy: Hier gehts um eine Familie. Und ich finde es eben doch schade, wenn man alles hinwirft, nur weil man nicht auch Mal für sich sagt:
"So meine lieben, ich brauche mal ein bisschen Pause für mich. Macht euch das Essen heute Mal selber, Bad putzen könnt ihr vielleicht auch noch gemeinsam, ich bin heute Abend wieder zuhause. Hab euch lieb. Bis heute Abend".
Als die TE sich nach einem Burnout aus dem Betrieb ausklinkte, stand der wenige Monate später bereits kurz vor der Pleite. Die Familie lebt von diesem Betrieb.
Als die TE mit ihrem Mann vereinbarte, daß auch er einmal wöchentlich mit dem Hund rausgeht, schlief der zur vereinbarten Zeit einfach durch.
Der Hund hat eine Blase, die entleert werden muß, ansonsten tut das weh und macht krank.
Wann immer die TE "mal" für sich etwas einfordert, reagiert ihr Mann sofort beleidigt und stellt sie in die Nörglerecke.
Therapeutische Unterstützung lehnt er ab, weil er bei sich kein Problem sieht. Daß sie eins hat, interessiert ihn nicht mal.
Würde die TE Deinem Vorschlag da oben folgen, käme sie abends heim und fände Bad und Küche dreckig vor, weil es außer ihr keinen stört. Da sie nicht in einem Saustall leben will, wird sie beides also wieder in Ordnung bringen. Denn wenn sie es nicht macht, tut es auch sonst keiner - zur Not auch wochen- oder monatelang nicht (s. Betrieb).
Zitat von Freiheit-2025: Wahrscheinlich würde ich mich eher freuen, dass mein Mann den Hund und seine Bedürfnisse im Blick hätte, was für mich eine große Entlastung wäre.
Das glaube ich Dir gern. Aber Dein Mann tickt da völlig anders.
Natürlich kann man Verhaltensweisen auch ändern. Dazu muß der andere aber bereit sein. Dein Mann ist es nicht; er sieht nicht mal ein Problem in seiner Lethargie - auch nicht, nachdem Du bereits einen Burnout hinter Dir hast, was er ja mitbekommen hat.
Zitat von Freiheit-2025: Ihre Reaktion war: OK, aber sorgt dafür, dass wir hier noch bis zum Abi wohnen bleiben!
Meine erste Idee war, dass mein Mann auszieht und ich mir eine Mitbewohnerin suche.
Das wollte mein Mann aber nicht und so kam es zu dem jetzigen Arrangement.
Fein, daß in dieser Familie alle bekommen was sie wollen - nur Du eben nicht.
Noch feiner, daß Du diejenige bist, die sich täglich dafür abrackert, daß das auch weiter so bleibt.
IMO ist es mal an der Zeit, auf den Tisch zu hauen und klar zu sagen, was Du willst und den anderen sagst, daß auch sie mit dafür sorgen müssen, daß Du es bekommst - weil das nämlich keine Einbahnstraße sei.
Zitat von Freiheit-2025: Um die Kosten und das Geld mache ich mir zu diesem Zeitpunkt tatsächlich gar keine Sorgen, weil mir die Vergangenheit gezeigt hat, zu was ich alles in der Lage bin.
Je mehr Du verdienen wirst, desto höher wird sein Unterhaltsanspruch, soviel steht fest.
Je mehr Du tust, desto weniger wird er seinen eigenen Hintern bewegen, soviel steht erst recht fest.
Je weniger Du auf Dich achtest, desto mehr wird er es tun. Das steht über allem.
Zitat von CanisaWuff: Ich glaube, dass Deinem Mann schon bewusst ist, dass er nicht funktioniert, wie er sollte und steckt vielleicht in einer Depression.
Er hat ganz bewußt den Vorschlag abgelehnt, sich neurologisch untersuchen oder therapeutisch begleiten zu lassen.
Und wie die TE schreibt, war seine Lethargie "von Anbeginn an das Problem". Wir reden hier über die Zeit seit 2007...
Ich finde, die TE hat da mehr als genug Zeit, Nerv und Energie investiert mittlerweile. Es reicht.
Zitat von VictoriaSiempre: Dir ist schon klar, dass Du sehr schnell unterhaltspflichtig für Mann und Kinder werden kannst?
🎯 Zitat von Freiheit-2025: Wenn die Kacke am dampfen ist, kommt er zu mir und jammert, weil er nicht weiß, wie er die Sache wieder hinbiegen kann und ich, natürlich von Existenzängsten gespeist, springe in die Bresche und rette, was es zu retten gibt.
IMO solltest Du ab sofort den kompletten Fokus darauf richten, Dich und Deine Kinder zu retten.
Dein Mann ist alt genug, sich selbst zu retten und Du hilfst ihm damit auch nicht, sondern hast Dich co-abhängig gemacht und vertiefst die Problematik damit nur.
Zitat von Freiheit-2025: Ich fühle mich für unseren Betrieb sowie für unsere (tollen) Mitarbeitenden mit-verantwortlich
Natürlich hat man als ArbeitgeberIn eine Fürsorgepflicht. Aber wenn Du dort nur angestellt warst und Dein Arbeitsverhältnis gekündigt hast, dann besteht diese Verantwortung jetzt nicht mehr. Oder bist Du auch Eigentümerin dieses Betriebs?
Zitat von Freiheit-2025: Ich habe ihm angeboten, beide Läden alleine zu führen (zuvor hatte er einen Laden und ich einen Laden), während er sich um Haushalt, Kinder und Hund kümmert.
Er war einverstanden, ist dann aber trotzdem weiter in den Betrieb gefahren und plötzlich auch sehr spät nach Hause gekommen, ohne das irgendwelche Ergebnisse seiner Arbeit sichtbar wurden.
Haushalt, Kinder und Hund blieben unbeachtet.
🚩 Leider mußt Du damit rechnen, daß der Haushalt, Kinder und Hund auch unbeachtet lassen würde, wenn Du selbst nochmal für ein paar Monate ausfällst und diese Aufgaben nicht länger selbst übernehmen kannst. Das ist völlig untragbar, denn wie Du eingangs erwähntest, geht es ihm ja "gesundheitlich wieder richtig gut".
Im Grunde führt Ihr da auch längst keine Ehe mehr - dazu müßte er sich schon mitbeteiligen und das verweigert er ja konsequent.
Für meine Begriffe ist Eure Ehe zerrüttet. Der Mann ist ja nicht mal aufgewacht, als Du die Trennung angekündigt hast. Spätestens da hätte er reagieren und um Dich und Eure Familie kämpfen müssen. Tat er nicht und somit solltest Du aus meiner Sicht jetzt den nächsten Schritt tun, die Unterlagen zusammensuchen und Dir einen guten Anwalt für Familienrecht nehmen. Der Rest ergibt sich dann.
Es tut mir sehr leid, was Du da soviele Jahre erlebt und ertragen hast. Hoffentlich gelingt es Dir, gut mit Deinen Kindern da rauszukommen und einen Abschluß zu finden, der ihn Dir nicht noch jahrelang wie einen Klotz am Unterhaltsbein hängen läßt. Vor allem wünsche ich Dir, daß Du noch viele Jahre vor Dir hast, in denen Du erleben wirst, daß Deine Leistung wertgeschätzt und nicht nur schamlos als soziale Hängematte ausgenutzt wird. Leider ziehen tüchtige Menschen die faulen an wie das Licht die Motten... wie sehr, das hast Du nun gründlich genug erlebt. Ich drücke Dir die Daumen, daß Du es Dir ab sofort wert bist, Dich und Deine Bedürfnisse an erste Stelle zu setzen - nicht aus haltlosem Egoismus, sondern um mit Deiner Energie maßvoll zu haushalten und sie Dir für viele weitere Jahre zu erhalten.
Schreib ruhig weiter hier im Forum. Man wird Dir sicher gern Mut zusprechen und mit Tipps und Rat zur Verfügung stehen, soweit das von hier aus möglich ist.
Alles Gute Dir.
