Zitat von Genussmensch: Ich hatte deinen Beitrag im Nachgang gelesen und dazu wollte ich dich auch noch etwas fragen und zwar, wie denn die Sicherheit entzogen werden kann, ohne eine schmerzhafte Retourkutsche zu bekommen.
Im Grunde genommen ist es die Reise in die Unterwelt, um den Drachen zu erschlagen. Der Blick auf Anteile von uns, die wir uns auf keinen Fall anschauen wollen (Carl Jung).
Das könnte im Falle des TEs vordergründig die Angst vor dem Schmerz sein, seine Frau und seine Tochter zu verlieren. Und möglicherweise tiefgründig durch Dinge verstärkt werden, die in seiner Vergangenheit/Jugend passiert sind. Ist ja klar, auf Verlust hat niemand Bock. Ist der Verlust jedoch verstärkt durch unverarbeitete Ängste aus der Vergangenheit, tendiert der Mensch dazu, diesen Schmerz (noch mehr) zu vermeiden, meist durch Vernachlässigung der eigenen Grenzen. Damit sowas in uns Bestand haben kann, springt das Ego ein, mit Rationalisierungen, um den Schmerz zu vermeiden. Die Macht des Egos ist nicht selten in der Lage, die Realität zu beugen.
Ein Blick auf die Biologie/Anziehung ist die n dem Kontext auch nicht verkehrt. Was signalisiert denn ein Partner, der zur Vermeidung der eigenen Angst die Realität beugt? Was sagt es denn aus, wenn wir unsere eigene Angst nicht im Griff haben, und im Außen lauern zusätzlich noch die normalen Gefahren des Lebens? Das sind keine guten Voraussetzungen, den Nachwuchs zu schützen.
Konkret kann der TE die eigene Realität durch Wunschdenken nicht verändern. Gleichzeitig will er beschützen, aber auch sicherstellen, dass der Nachwuchs von ihm ist. Und er hat Angst, diese Ansprüche durchzusetzen, weil er den Verlust vermeiden will. Darüber hinaus ist er maximal aus der Balance, weil er sein Weltbild hinsichtlich der Frau in Frage stellen muss, weil das Vertrauen zerstört ist.
Der TE müsste also eine Lösung haben, die signalisiert, dass er seine Emotionen (Angst) im Griff hat, die seine Anziehung steigert (in dem er sich mehr Wert gibt) und in der er ein Gegengewicht zur ungezügelten Emotionalität einer Partnerin darstellt.
Das läuft darauf hinaus, dass er seine Grenzen beibehält und bereit ist, darüber hinaus seine Frau zu verlieren ohne diese Grenzen zu verraten.
Und das bedingt, dass er dahin schauen muss, wo er auf keinen Fall hinschauen will. Um seine Ängste zu einem Teil von sich zu machen, um den Drachen zu erschlagen.
Und wenn er das Fundament hat, dann kann man der Dame mal mit Konkurrenz und Verführung auf den Zahn fühlen.