Zitat von leskine: Sie hat ihr Bedürfnis wahrgenommen und möchte das nun Leben. Ende der Geschichte. Solange bis sie genug hat oder bis an ihr Lebensende.
Das Bedürfnis hätte sie aber nicht bei jedem Mann zwangsläufig. Der Punkt ist meiner Meinung nach, dass sie dieses Bedürfnis bei ihm hat. Es gäbe auch einen Mann, den sie ausschließlich für sich möchte und bei dem sie das Gefühl hätte, dass ihr das Herz rausgerissen wird, wenn dieser ihr offenbart, dass er gerne anderweitige Haut spüren möchte. Dieser Mann müsste er sein, ist er aber nicht, da sie zuviel Sicherheit hat und das Risiko eingeht, ihn zu verletzen. Sie wusste, sie kann das so sagen ohne Konsequenzen zu spüren.
Zitat von Urmel_: Das könnte im Falle des TEs vordergründig die Angst vor dem Schmerz sein, seine Frau und seine Tochter zu verlieren.
Ja, Kinder machen die Sache richtig schwer. Ich wüsste nicht, was ich täte. In jedem Fall würde ich offener werden gegenüber anderen Frauen.
Zitat von Urmel_: Der TE müsste also eine Lösung haben, die signalisiert, dass er seine Emotionen (Angst) im Griff hat, die seine Anziehung steigert (in dem er sich mehr Wert gibt) und in der er ein Gegengewicht zur ungezügelten Emotionalität einer Partnerin darstellt.
Das sehe ich auch so. Sehr gut geschrieben dein Beitrag.
Wahrscheinlich wäre ich so verletzt, dass ich alles auf eine Karte setzen würde und bluffen. Also ihr mitteilen, dass meine Vorstellung von einer Beziehung anders aussieht und es natürlich ihr gutes Recht ist, dies anders zu sehen. Ja, dass es sogar viele Männer gäbe, die das sogar gut finden. Somit hätten sie ebenfalls einen Freifahrtschein. Ob sie mit diesen Männern glücklich wird, steht auf einem anderen Blatt. Ich bin jedenfalls dieser Mann nicht. Dann temporär ausziehen. Entweder sie sieht das ein und kämpft und versichert mir glaubhaft, dass sie mich will und falls nicht, die Scheidung einreich. So könnte ich nicht neben ihr schlafen, da ihre Gedanken schon jetzt bei fremder Haut sind und nicht erst auf einer Party.
Zitat von Urmel_: Das läuft darauf hinaus, dass er seine Grenzen beibehält und bereit ist, darüber hinaus seine Frau zu verlieren ohne diese Grenzen zu verraten.
Genau. Dazu muss er seine Grenzen kennen.
Die Angst vor dem Vergleich. Die Küsse, die zärtlichen Einfälle, die Umarmungen eines anderen könnten besser sein als die eigenen. Eine Trauer kann man teilen, eine Eifersucht nicht. Max Frisch fragt sich, was ein eifersüchtiger Mensch überhaupt will. Er erhebt Anspruch auf einen Sieg ohne Wettstreit und ist verzweifelt darüber, wenn es zur Auseinandersetzung kommt. Wer von Treue redet, weiß eigentlich ganz genau,
dass er sich eigentlich nicht nach der Treue, sondern der Liebe des Partners sehnt. Jeder will geliebt werden. Max Frisch schreibt: "Nur in der Eifersucht vergessen wir zuweilen, dass Liebe nicht zu fordern ist, dass auch unsere eigene Liebe, oder was wir so nennen, aufhört, ernsthaft zu sein, sobald wir daraus einen Anspruch ableiten."
Jeder Mann weiß eigentlich, der einer Frau in Eifersucht gegenübertritt, auf diese alles andere als gewinnend wirkt. "Seine Eifersucht, offensichtliche Angst vor dem Vergleich, ist für sie nicht selten die erste Ermunterung, sich umzusehen, Vergleiche anzustellen."Die Frau erkennt in der Eifersucht des Mannes seine Schwäche. "Sie blüht geradezu unter seiner Eifersucht mit Recht findet er sie schöner als je!
blüht in neuer willkürlicher Hoffnung, dass ihre Liebe offenbar noch ganz andere Erfüllungen erfahren könnte." Laut Max Frisch sieht man Männer und Frauen, die ihrer Kraft, ihrer Herrlichkeit und ihres Zaubers sehr sicher sind, selten im Zustand der Eifersucht. Obwohl es auch ihnen nicht an Anlass fehlt.
Immer droht die Eifersucht in die Lächerlichkeit abzugleiten
Diese selbstbewussten Menschen haben allerdings keinen Grund zur Angst. Sie kennen laut Max Frisch zwar den Verlust und die brennende Wunde, die keiner Liebe erspart bleibt, doch kommen sie sich dabei weder lächerlich, verhöhnt oder gar minderwertig vor. Sie tragen ihre Last und fassen das Scheitern ihrer Liebe nicht als Niederlage auf. Sie heulen nicht über Untreue, und die Frau, deren Vorstellungen sie eines Tages nicht mehr entsprochen haben, beschimpfen sie nicht in übelster Weise.