Anonymous123
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Ich weiß halt nicht wie ich weiterhin mit dieser belastenden Situation klar kommen soll....
In einer Partnerschaft bzw. Ehe sind mir wie sicherlich den meisten Treue und Ehrlichkeit wichtig.
Jetzt mag der eine oder andere aufschreien, dass ich meine Frau belügen würde, da ich ihr meine Fremdverliebtheit nicht beichte. Ich finde aber, dass man damit sensibel umgehen sollte.
Wenn ich ihr das in der aktuellen Situation beichten würde, wäre das nur kontraproduktiv und egoistisch von mir. Warum?
Na weil es für mich zwar befreiend wäre, diese quälenden Gedanken abzuladen, für sie wäre es aber einfach nur verletzend und ich würde ihr damit den Schock ihres Lebens verpassen, sie würde alles in Frage stellen und vielleicht würde sogar unserer Beziehung daran scheitern. Und für was?
Vielleicht ist meine Verliebtheit in ein paar Wochen ausgesessen und alles kehrt zur Normalität zurück. Aus einer Fremdverliebtheit muss ja nicht zwingend etwas Negatives wachsen. Ich finde, man sollte in dieser Situation seinen Partner schützen und die quälenden Gefühle einfach aushalten.
Vor Jahren waren meine Frau und ich in einer ähnlichen Situation. Meine Frau hatte sich in einen Kollegen verliebt, sie hat es mir aufgrund ihres schlechten Gewissens gebeichtet, da sie mit ihm rumgemacht hat. Klar hat mich das verletzt, aber ich konnte nicht mehr tun als ihr zu sagen, dass sie sich eben entscheiden muss, was sie will.
Letztendlich hat sie sich für mich entschieden, aber das hätte sie ja auch so tun können ohne mich mit ihrer Beichte zu verletzten. Ich sag jetzt nicht, dass ihre Beichte prinzipiell falsch war, aber es ist halt die Frage an welchem Punkt sie Sinn macht.
Ich denke erst wenn man sich selber klar geworden ist, was man wirklich will, wenn man all seine Gedanken sortiert hat und die Sache differenzierter betrachtet hat, die rosarote Brille abgelegt ist, dann sollte man Klartext mit seinem Partner reden, falls man zu dem Schluss gekommen ist, dass die Gefühle für einen anderen Menschen einfach nach wie vor zu stark sind, um die bisherige Partnerschaft fortzuführen (und ja, ich bin der Meinung sowas ist möglich und nicht verwerflich).
Für Liebe gibt es nun mal keine Garantie noch ist sie eine aktive Entscheidung. Wenn dein Partner eines Tages aufhören sollte dich zu lieben, kannst du seine Liebe nicht erzwingen.
Ich bin aber auch der Meinung, dass man eine langjährige Partnerschaft/Ehe nicht wegen Schwärmereien oder anderen Nichtigkeiten, ja unter Umständen vielleicht nicht mal bei Untreue gleich aufgeben sollte. Man muss stets an der Partnerschaft arbeiten, kommunizieren, es ist kein Selbstläufer.aber Gefühle können sich nun mal ändern und man sollte Menschen, die deshalb auseinander gehen, nicht verurteilen.
Wie schon gesagt, sollte mich meine Frau irgendwann einmal verlassen wollen, egal warum (sei es weil ihre Gefühle nicht mehr stark genug sind, weil sie sich neu verliebt hat, etc.), dann wäre das für mich zwar unendlich schmerzhaft, aber sie wäre deshalb noch lange kein schlechter Mensch.
Liebe bedeutet für mich auch, einen Menschen gehen lassen zu können.
Und bevor wieder die Gerüchteküche brodelt:
Nein, ich möchte mich nach wie vor nicht von meiner Frau trennen. Ich versuche weiterhin meine Gedanken zu sortieren und hoffe, dass mein emotionaler Horrortrip bald endet.