Paula-M
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das ist in der Tat eine gute "Zugangsmöglichkeit". Ich habe diese Dinge in Teilen auch schon versucht umzusetzen.
Nur ist die Frage: "Was hat der Andere, was mein Mann nicht hat, dass das alles bei mir ausgelöst hat und was kann mir mein Mann davon geben?" etwas schwierig. Denn beide sind charakterlich komplett unterschiedlich. Als ich meinen Mann kennenlernte, hat mich fasziniert, dass er "anders" ist als ich und anders als die Männer, die mich zuvor interessiert haben. Wir haben zueinander gefunden und irgendwann (was denk ich in all den Jahren normal ist) angefangen, uns einander anzugleichen. Was an "anders sein" anfangs vielleicht fasziniert, führt irgendwann zu Reibungen, also verändert man sich und findet einen Mittelweg. Und ich finde auch, dass das auch gut so ist.
Nun ist da aber ein Mann in mein Leben getreten, der genau so ist, wie ich früher war. Anscheinend schlummerte das verborgen noch in mir und nun rebelliert ist, will ausbrechen... ! Das sind aber alles Dinge, die ich mir bei meinem Mann nicht holen kann, das sind Charaktereigenschaften oder Eigenheiten, die man nicht ändern kann und auch nicht soll. Vor allem bin ich immer noch froh, dass mein Mann so ist wie er ist. Das sind alles Dinge, die ich nach wie vor an ihm liebe und mir auch nicht anders wünsche.
Das was Du mit den Ecken und Kanten sagst, sehe ich auch. Wie gesagt, ich komme in "seine" Familie ja rein und ich sehe die Probleme, ich sehe, die Art wie er mit seiner Frau umgeht und nicht alles finde ich da gut (wobei das nicht zwingend etwas mit ihrem sinkenden Selbstwert zu tun hat). Genauso würde er natürlich auch irgendwann mit mir umgehen und ich weiß nicht, ob ich das wollte! Und nein, er ist nicht perfekt... hat er sogar mal selbst zu mir gesagt: dass er weiß, dass er ganz schön viele Macken hat und nicht weiß, ob ich ihn überhaupt noch wollen würde, wenn ich erst einmal meine rosarote Brille abgelegt hätte.
Ich habe längst angefangen, meinem Mann immer wieder zu sagen, was mir fehlt, was ich mir wünsche. Aber das ist nicht ganz einfach, wenn man den Auslöser nicht sagt (sagen darf). So wundert er sich natürlich, was ich plötzlich habe, wo doch alles (für ihn scheinbar) in Ordnung ist. Was nicht heißt, dass ich da nicht am Ball bleibe.
Das heißt aber alles nicht, dass ich keine Zuneigung, Zärtlichkeit oder Geborgenheit von meinem Mann bekomme. Ich fühle mich nach wie vor sehr wohl mit und bei ihm und ich will eigentlich nicht, das an einen anderen Mann denken mit ihm kompensieren. Also, irgendwie käme ich mir schäbig dabei vor. Ich wünsche mir, dass der andere ich in den Arm nimmt und gehe dann zu meinem Mann? Da denkt man doch dann zwangsläufig an den anderen und stellt sich vor, er wäre es... nein, das fände ich irgendwie nicht fair.
So richtig weiß ich natürlich selbst nicht, was das Richtige ist, aber ich werde es schon irgendwann und irgendwie schaffen... hoffe ich! Denn wie gesagt, heute ist eigentlich ein ganz schwerer Tag für mich
Liebe Grüße
Paula
