Zitat von juli285:Er hatte es auch in einigen Foren probiert, wurde dort jedoch entweder rausgemobbt oder die männlichen Kontakte, die er dort versucht hat zu knüpfen, haben sich zerschlagen.
Das finde ich komisch. Es gibt doch so viele Foren für alles Mögliche. Er hätte z.B. in ein Forum mit Gleichgesinnten ( Angsstörung) gehen können- es wimmelt im Inet nur so davon und dort wird er mit Sicherheit nicht rausgemobbt. Findest du diese Erklärung, er sei ÜBERALL rausgemobbt worden oder die Kontakte hätten sich zerschlagen, nicht auch etwas unglaubwürdig ? In einer Single-Börse ist es ihm möglich, locker und unverbindlich zu quatschen und zumindest so sympathisch rüberzukommen, dass er nicht " rausgemobbt" wird, aber in anderen Foren ist ihm das nicht möglich ? Also bitte...... eine dümmere Ausrede habe ich selten gehört.
Zitat von juli285:denn er ist sozial isoliert, hat niemanden und ich werfe ihm dann ein "Notfallprogramm" auch noch als Fremdgehen vor.
Ja, dieses " hat ja niemanden der Arme" kommt mir auch etwas komisch vor. Warum hat er niemanden ? Ich kenne im engsten Familienkreis jemanden mit behandlungsbedürftiger Angststörun und posttraumatischer Belastungsstörung, der hat aber trotzdem großen Halt in seiner Familie und trifft sich- wann immer es geht- mit seiner Familie inklusive gemeinsamer Urlaube, weil man medikamentös eingestellt eigentlich ein recht normales Leben führen kann. Zudem pflegt er einen kleinen, aber treuen Freundeskreis. Trifft sich nicht oft, aber hält Kontakt über WA und wird so nicht vergessen.
Daher meine Frage: Warum hat dein Freund NIEMANDEN ? Er ist so sozialisiert, in Single-Börsen ohne Weiteres Kontakte knüpfen und pflegen zu können, aber außerhalb der Single-Börsen Welt ist er auf einmal ohne jegliche soziale Kontakte ? Bitte denke mal darüber nach ob das für dich so stimmig ist.
Zitat von juli285:Aber als ich ihn darauf ansprach, hat er sein Profil dann für mich gelöscht.
Also war ihm durchaus bewusst, dass es für dich verletztend ist und dass man in einer festen Beziehung " sowas" nicht macht. Und die Zuneigung und Wertschätzung für dich war zu diesem Zeitpunkt groß genug, dass er diese ( eigentlich selbstverständliche ) Bedingung erfüllen konnte.
Zitat von juli285:6 Monate später hatte er sich nach einem Streit wieder dort angemeldet.
So und da beginnt es wirklich komisch zu werden. Er konnte 6 Monate ganz gut ohne SB leben, dir zuliebe. Er hat 6 Monate lang akzeptiert und verstanden, dass Aktionen auf SB in einer Partnerschaft nichts zu suchen haben. Er wusste ganz genau, dass das nicht okay ist, sonst hätte er es nicht heimlich gemacht. Er hat den Streit für sich als Entschuldigung genommen, dass es sein gutes Recht sei, sich dort wieder anzumelden. Gleichzeitig wusste er aber ganz genau, dass das nicht okay ist, sonst hätte er es nicht heimlich gemacht.
Zitat von juli285:Damals war er jedoch kompromissbereit, so nach dem Motto "bevor ich sie verliere, lasse ich das mit der Singlebörse lieber sein".
Ja, am Anfang überwogen wahrscheinlich doch noch die Schmetterlinge. Am Anfang ist ja alles neu, aufregend, die Hormone tanzen. So wird es ihm wohl 6 Monate gegangen sein. Und danach ließ das Verliebtsein nach, die nächste Phase einer Beziehung, nämlich das Zusammenbleiben, wenn der erste Rausch vorbei ist, ist er mental nicht mitgegangen. Er ist m.E. nach einem halben Jahr innerlich wieder aus der Beziehung ausgestiegen. Daher hat er sich auch ohne schlechtes Gewissen wieder in der SB angemeldet. Glaubst du ihm die Story dass er dort nur nett plaudert ? Über was denn ? Er schreibt da mit Frauen, die sich bewusst als Singles dort angemeldet haben. Dort meldet man sich an, um entweder schnellen S. zu bekommen oder aber um einen Beziehungspartner zu suchen. Zumindest aber, um seinen Marktwert zu testen und zu flirten. Also um all das zu tun was man mit seiner Partnerin tun sollte. Ich kenne wirklich niemanden, der dort angemeldet ist, um Backrezepte auszutauschen oder übers Wetter zu paudern.
Es ist nicht verwerflich, nach einem halben Jahr zu merken, dass eine beginnende Beziehung doch nicht das ist was man sich anfangs davon versprochen hatte. Dem anderen aber keinen reinen Wein einzuschenken, nein, im Gegenteil sogar noch die Schuld am Scheitern der Beziehung zu geben ist mies. Dann noch die eigene Krankheit anzuführen und dem Partner ein schlechtes GEwissen einzureden, ist obermies.
Zusammengefasst meine Meinung: NEIN, du hast keine Schuld am Scheitern der Beziehung. ER hat gegen ganz einfache Regeln in einer Partnerschaft verstoßen, Regeln, die eigentlich jeder kennt und beachtet. Aber statt ehrlich mit dir zu sein, und dir nach einem halben Jahr zu sagen, dass er die Beziehung nun doch nicht mehr möchte, greift er ganz tief in die Mitleidskiste ( meiner Meinung nach ungerechtfertigt nach allem was ich über diese Erkrankung weiß) und schiebt dir die Schuld in die Schuhe. Menschlich ziemlich daneben