Zitat von Verloren1974:
Hier von moralisch verwerflich zu sprechen, finde ich übertrieben. Es ist auch überhaupt keine Rede von fehlenden Gefühlen.
Ich kann Rosenquarz verstehen, denn ich war mal in einer ähnlichen Situation. Tiefe Berührung, Verständnis, Nähe - all das war da. Nur war Er, ähnlich wie hier, klein und schmächtig, irgendetwas passte nicht... Oftmals fragte ich mich, ob ich zu oberflächlich sei, ob es nicht egal sein sollte, denn das Andere, das Bedeutende und Seltene war ja vorhanden und ich wollte keinen Fehler machen und etwas so Wertvolles verlieren.
In so einer Situation kann man eben verunsichert sein und in etwas hineinrutschen, und zwar nicht böswillig und aus purem Egoismus, sondern weil man etwas empfindet und WILL, dass es funktioniert... Und manchmal funktioniert es auch kurzzeitig, man denkt, es sei eine Beziehung möglich... und dann kommen wieder Zweifel, weil irgendetwas stört..
Ich kann die innerliche Zerrissenheit durchaus nachvollziehen und das es der TE nicht leicht fällt, sehe ich auch.
Dennoch halte ich es für moralisch verwerflich, die Beziehung weiterzuführen, weil er doch so ein guter Mensch ist. Aus diesem Grunde nämlich müsste sie ihn gehen lassen, um seinetwillen und nicht ihn halten, um ihretwillen. Das ist dann Egoismus.
Weiterhin: bei Fragen darum, ob etwas richtig oder falsch ist, darf man sich immer die Umkehrung auf die eigene Person vorstellen und sich überlegen, wie man es dann fände. Sprich, wäre sie - um das Fehlen von typisch weiblichen Attributen zu nennen, da ihm ja männliche fehlen ihrer Meinung nach - eine Frau mit androgynem Körperbau, Körbchengröße AA und kurzen, dünnen Haaren. Sie lernt einen Mann kennen, sie verstehen sich und er benimmt sich immer merkwürdiger. Sie findet, er verhält sich kalt, sucht keinen Körperkontakt. Sie weiß es nicht, aber er findet sie unerotisch und nicht anziehend. Er vermisst sie nicht mal, wenn sie 5 Wochen weg ist. Allerdings schätzt er ihren Charakter und versucht sich irgendwie zu zwingen, sie zu lieben.
Wäre das okay? Nein! Denn es würde sie sehr wahrscheinlich sehr verletzen, wenn sie seine Gedanken kennen würde. Sein unnahbares Verhalten verletzt sie ja bereits.
Versetze ich mich also in seine Position und lese mir ihren Text durch, empfinde ich es moralisch verwerflich.
Noch dazu ihr Beitrag als Gast. Müssen wir hier damit rechnen, dass sie hier mit ihrem Account auftaucht und sich inkognito selbst verteidigt? Was soll denn sowas?
Ich kann nur für den Mann hoffen, dass sie es beendet und zwar ohne ihm zu sagen, er sei zu dünn und zu klein und zu unmännlich etc.