Vielen lieben Dank für deine liebe Antwort und die Mühe die du immer beim Antworten machst. So eine Antwort nach dem Aufwachen zu lesen tut echt gut, denn Nachts kommt vieles wieder hoch, was wirklich sehr unschön ist. Deswegen schreibe ich auch einfach mal drauf los

Ich finde es sehr schade, dass sie ihre Emotionen irgendwann einfach weggelassen und hat in der Kommunikation mit mir. Ich weiß immer noch nicht, ob es jetzt daran lag, was der Kleine gesagt hat, aber anders kann ich mir das auch nicht mehr erklären. Ich verstehe, dass ich es nur klären könnte, und das sagen auch meine Freunde, wenn ich mich auf dieses Gespräch einlasse, aber das möchte ich aktuell einfach nicht. Vielleicht möchte es von meiner Seite aus auch gar nicht mehr. Ich bin mir dessen einfach noch nicht ganz klar.
Ich hatte nach dem Gespräch, wo sie mir mitteilte, was ihr Sohn erzählen würde, nicht das Gefühl, dass es sie interessiert, was in derlei Foren und anderen Kanälen erzählt wird. Dafür hätte sie auch kaum die Zeit sagte sie. Ich kann das was du sagst aber bestätigen:Dass sie Schuldgefühle ihres Kindes gegenüber plagen. Das kann man nicht beschreiben, aber ich habe das gespürt. Wie der Umgang war, wie sie sich geäußert hat. Aber sie damals einfach keine andere Wahl. Der Kindesvater zeigt heute immer noch, wie unzuverlässig er - vor allem dem Kind gegenüber ist. Das tat auch mir sehr weh, denn ich konnte mich da recht gut einfühlen. Wenn ich ein paar Tage weiter bin, dann schaue ich mir derlei Beiträge auf FB aber gerne mal an

.
Sie hat am Anfang einen Bekannten gefragt, der ihr erzählte, dass seine Tochter mit 4 genau so reagiert hat auf eine neue Partnerin an seiner Seite und, dass wir ja schon alles probiert hätten, aber es nicht klappt (ich wusste zu dem Zeitpunkt erst wenige Tage davon, dass der Kleine mich nicht mag. Keine Ahnung was sie mit "wir haben schon alles probiert meinte"). Der Bekannte hat ihr und mir da natürlich auch einen Bärendienst erwiesen und sie nur weiter heruntergerissen.
Vor der Sprachnachricht und seitdem ich den Termin ausgemacht hatte, ging es auch wieder ein wenig aufwärts. Sie schickte mir wieder Bilder von sich, Sprachnachrichten und öffnete sich wieder etwas mehr. Ich hatte das Gefühl, dass sie es toll fand, dass ihr Partner so etwas für sie und die Beziehung tat, was andere vorher vielleicht nicht gemacht hatten. Eine Woche nachdem ich den Termin ausgemacht hatte kam ja dann aber leider die Trennung. Kurzschluss oder nicht, es ist nun 11/12 Tage her. Vielleicht konnte sie aber wegen der Feiertage und der Arbeit noch nicht reflektieren - wer weiß das schon, außer ihr selbst.
Ich fürchte der Kleine nimmt, in die Bezug auf die Entwicklungsstörungen, eher derlei davon, dass er seine Mama kaum noch sieht und immer herumgeschoben wird, weil sie alleine in Vollzeit arbeitend das kaum noch managen kann. Ich war denke ich, wie du eingangs sagtest nur der Tropfen auf dem heißen Stein, wo dann dazu kam, dass er mich nicht mag. Die Beziehung mit mir war als Letztes da. Das was am ehesten und leichtesten von ihrer "Problemliste" verschwinden konnte. Unschön, aber leider verständlich...
So wie sich das liest machst du das wunderbar! Ich wünschte, dass sie ähnlich handeln würde und sie macht das aus meiner Sicht auch klasse. So tut alles was sie tun kann, hatte den Kleinen immer toll im Griff und war zeitgleich eine liebevolle Mama. Die Frau in die ich mich verliebt habe hatte aber auch immer noch ein Ohr für mich und hat sich die komplette Zeit für mich freigeschaufelt und dabei alles andere vernachlässigt - vielleicht auch ihr Kind, das gleichzeitig mit mir vorlieb nehmen musste. Aber: Auch sie hat nach einer Beziehung gesucht, das muss sie sich immer vor Augen halten.
Zum Termin: Sie wird vermutlich nicht alleine dorthin gehen. Ich habe den Termin ja gemacht, sie weiß weder den Ansprechpartner, noch ob ich den Termin abgesagt habe oder nicht. Vermutlich hätte sowieso ich erstmal allein hin gemusst, wenn sie aufgrund von Arbeit etc. nicht gekonnt hätte.
Ich werde den Termin spätestens morgen absagen, denke andere Familien können ihn einfach besser gebrauchen, meinst du nicht auch?
Sie wird es für sich lernen müssen, dass das Verhalten ihres Kindes normal ist. Ich bin da, wenn sie mich braucht, aber ich kann aktiv nun leider nichts mehr tun, denn sie hat mich quasi aus ihrem Leben und des Lebens des Kindes "verbannt".
Vielleicht schaue ich mir "Kinderjahre" wirklich mal an. Das sieht auf den ersten Blick sehr interessant aus, danke

Die Reaktion war mir gegenüber unfair und ich finde auch dem Kind gegenüber. Ich hätte ein toller Bonuspapa sein und werden können, davon bin ich überzeugt. Ich habe mich auch sehr auf diese Aufgabe gefreut, obwohl es nicht mein Kind war. Ich habe ihn so behandelt, als wäre er es, weil ich finde, dass er es einfach verdient hat und vor allem, weil sie es verdient hatte glücklich zu sein. Aber ich möchte es eben auch sein und das hat sich zum Ende hin leider immer mehr verändert.
Du hast recht mit dem was du sagst, dass sie es vermutlich nicht beabsichtigt hat. Die Nachricht fing ja auch an mit "Huhu,[...]". Es war eher aus dem Bauch heraus. Wenn ich es so sehe hilft es mir, ihr dafür ein Stück weit zu verzeihen.
Ich war am Boden und lerne nun wieder laufen. Ob es mit ihr nochmal funktionieren wird, das steht in den Sternen und wird die Zeit zeigen. Ich habe mir geschworen, mich dieses Jahr (also die beiden Tage) nicht mehr bei ihr zu melden und ob ich es am Anfang des nächsten Jahres mache, weiß ich einfach nicht. Sie meldet sich nicht mehr, ich hoffe sie findet nun Zeit zu reflektieren, was sie getan hat und was sie vermutlich auch sich und dem Kleinen damit angetan hat. Ich war immer für beide da - ausnahmslos.
Am 15. lasse ich mir die Augen lasern. Das ist mein Geschenk an mich selbst. Nach 27 Jahren Brille tragen

Ich danke dir von Herzen @LostGirl1 !