Liebe Mysty
ich weiß nicht ob ich schon bereit dazu bin mich gedanklich weiterzuentwickeln.
Irgendwie bin ich immer noch in Schockstarre! Ich spüre dass ich meine Emotionen total verdränge - bewusst oder unbewusst - das ist mir nicht ganz klar.
Ich weiß nur eins, wenn ich meine Gefühle jetzt zulassen und ausleben würde, würde ich komplett zusammenbrechen vor Schmerz. Wahrscheinlich ist das eine Art Selbstschutz.
Ich habe in meinem Leben schon zuviele Menschen die ich geliebt habe verloren (auch durch Tod) und ich hab immer gesagt wenn ich IHN auch noch verlieren würde - sei es durch Trennung oder dass ihm irgendwas schlimmes passieren würde - wäre das mein Ende. Ich würde es nicht verkraften ihn zu verlieren. Und jetzt habe ich diese Entscheidung getroffen und muss irgendwie damit leben.
Selbst wenn er sich aus Trotz eine andere suchen würde, ich wäre ja selbst schuld weil ich mich gegen ihn bzw. gegen uns und für mich selbst entschieden habe.
Oder sehe ich das falsch?
Auf jeden Fall bin ich momentan nicht in der Lage irgendein Gefühl zuzulassen. Ich hab Angst dass ich komplett zusammenbreche wenn ich meine Trauer und Verzweiflung zulasse.
Ich bin aber trotzdem der Meinung dass meine Entscheidung für den Moment richtig ist, so dass auch ER Zeit hat über sein Verhalten mir gegenüber nachzudenken und vielleicht wacht er ja irgendwann auf und ist wirklich bereit dazu an sich zu arbeiten und sich wirklich zu ändern. Aber natürlich kann ich nicht sagen ob ich dann noch für ihn bereit bin.
Ich kann ja nicht mein Leben damit verbringen auf ihn zu warten weil er sich ja VIELLEICHT irgendwann mal ändern könnte.
Wenn du deine Entscheidung für dich für richtig hältst, dann finde ich das vollkommen in Ordnung. Ich finde es wichtig dass du auch an dich denkst, an dein Wohlergehen, an deine Zukunft, an dein Glück. Und wenn es dir ohne deinen Freund tatsächlich besser gehen sollte, dann wünsche ich dir sehr dass du damit klar kommst.
Mit den Erinnerungen ist das bei mir so. Es ist so viel schlimmes passiert, dass ich mich gar nicht wirklich an die schönen Zeiten erinnern kann. Sie werden irgendwie von meinem Kummer überlagert. Sie sind momentan etwas verschüttet gegangen aber trotzdem noch irgendwo präsent.
Deinen Vergleich mit dem Verkehrsunfall finde ich sehr passend. Genau so sehe ich das auch.
Das ist genau das was auch mir immer durch den Kopf geht. Die Verantwortung für sich selbst und für das eigene Leben zu übernehmen. Weißt du, ich hab zu ihm öfters gesagt dass - weil wir eine Beziehung haben und wir zusammenleben - auch er Verantwortung unserer Beziehung gegenüber übernehmen muss, nicht nur ich - immerhin ist er der Mann und sollte eigentlich mein Fels in der Brandung sein, was er ja leider nicht sein konnte.
Ich weiß dass er - innerhalb seiner Grenzen - sehr wohl versucht hat sein Bestes für die Beziehung zu tun - aber das war eben auf Dauer doch zu wenig - da es so unregelmässig aufgrund seiner extremen Stimmungsschwankungen war.
Auch ich wünsche dir alles Gute und hoffe dich hier noch weiterlesen zu dürfen
Liebe Grüße
Lieber Whitedan
ich finde es wirklich bewundernswert dass du dich so mit deiner Krankheit beschäftigst und bereit bist an dir zu arbeiten. Genau das hätte ich mir bei IHM so sehr gewünscht. Dass er endlich BEGREIFT!
Ich hab eine Frage an dich. Er hat mir öfters zu verstehen gegeben dass ich die Liebe seines Lebens bin.
Warum dann dieses ständige Fehlverhalten von ihm? Vielleicht gerade WEIL er mich so sehr liebt und diese Intensität der Gefühle nicht verkraften bzw. nicht ertragen kann? Oder was könnte sonst noch der Grund sein dass er ständig unsere Liebe und die Beziehung dermaßen sabotiert hat?
Warum hat er dann die ersten zwei Jahre dreimal davon gesprochen dass er mich irgendwann heiraten wird? Warum hatten wir ein sehr intensives Gespräch zu diesem Thema?
Ich hätte ihn auch geheiratet wenn ich gesehen hätte dass er wirklich an sich arbeitet und sich Schritt für Schritt langsam in die richtige Richtung verändert.
Aber er hat es ja vorgezogen mich letztes Jahr zu genau diesem Thema verbal zutiefst zu demütigen, woraufhin es mir so die Sprache verschlagen hat vor Schock dass ich volle zwei Wochen nicht mit ihm gesprochen habe. Und dann musste ich mich regelrecht zwingen wieder mit ihm zu sprechen! Bis heute hat er nicht kapiert dass alleine diese Äußerung ein definitiver Trennungsgrund für mich war!
Immerhin hab ich für ihn meine Wohnung aufgegeben die ich viele Jahre lang hatte und das will bei mir was heißen. Für den Ex den ich vor ihm hatte, hätte ich meine Wohnung niemals aufgegeben!
ER war es mir wert dass ich mein Leben komplett für ihn geändert habe, aber er hat an seinem Leben gar nichts geändert. Außer eins. Er hat es zugelassen dass ich zu ihm in seine Wohnung ziehe. Das hat er vor mir niemals zugelassen. Und ich weiß dass das ein extremes Zugeständnis von ihm mir gegenüber war. Gleichzeitig hat er mir ständig vorgehalten das sei seine Wohnung, hier müsse ich mich nach ihm richten und hier würde das gemacht was er will. Und genau das habe ich mir nicht gefallen lassen. Ich stand unter seiner ständigen Kontrolle und wenn ihm was nicht gepasst hat kam immer wieder der Spruch: Wenn es dir mit mir hier nicht passt dann kannst du ja jederzeit gehen!
Und jetzt ist er geschockt und wundert sich dass ich wirklich gegangen bin?!
Übrigens, als er mich zwingen wollte über meinen Ex vor ihm zu sprechen, da ging es nicht um s.... Dinge, sondern er wollte den Trennungsgrund wissen, er wollte wissen warum wir in zehn Jahren nie zusammengelebt hatten usw.
Weißt du, er wollte einfach nur eine Bestätigung dass ICH womöglich die Böse war derentwegen die Beziehung auseinander ging. Er wollte einfach was haben, was er gegen mich verwenden könnte so in der Art "Ach das war bei dem genauso und bei mir machst du das genauso. Ist ja kein Wunder dass die Beziehung auch nicht funktioniert hat, weil DU warst ja an allem schuld".
Es beruhigt mich wirklich ungemein dass auch du mir bestätigst dass ich nichts hätte tun können.
Seine Freunde sagen ihm übrigens die gleichen Dinge die ich ihm immer wieder klar machen wollte, und auf die hört er auch nicht wirklich! Auch nicht auf seine behandelnden Ärzte.
Er ist leider einer der Therapieresistenten Fälle.
Ich leide auch unter massiver Verlustangst. Das war schon mein ganzes Leben lang so. Und ich hab es bis heute nicht geschafft das abzustellen.
Genau das ist der springende Punkt. Ich liebe ihn ja genau deswegen weil er so ist wie er ist. Dasselbe sollte er also auch bei mir tun. Aber er hat es nicht. Er hat immer behauptet dass ich ihn ändern wolle. Derweil war er derjenige der ständig irgendwas an mir ändern wollte.
Er hat mir schon alles mögliche unterstellt, er hat sich öfter eingebildet dass ich einen Plan hätte um ihn fertig zu machen. Spinnt der? Er konnte sich regelrecht in diese Wahnvorstellung reinsteigern und hat alles mögliche aus seiner Vergangenheit - für die ich ja nun nachweislich definitiv nicht verantwortlich bin - auf mich projiziert. Seine Phantasien haben mich immer wieder aufs Neue gewundert.
Es hat ihm auch nicht gepasst dass ich meine eigene Meinung vertrete. Hallo? Ich bin ein eigenständiger Mensch und hab jegliches Recht auf meine eigene Meinung. Was glaubst du wie er mit mir gestritten hat nur weil ich nicht seiner Meinung war wenn es um bestimmte Dinge ging. Er wurde immer böse wenn man ihm nicht zugestimmt hat. Auch anderen Leuten gegenüber.
Wie genau hast du es geschafft dass du scheinbar so gut deine Krankheit kontrollieren kannst? Das finde ich wirklich sehr gut
Bis bald und liebe Grüße
Hope