Zitat von BlueApple:Und nun kommt das aber: ich als Adoptivkind habe mich jahrelang mit Identitätskrisen durchgeschlagen. Gerade als Kind / Jugendlicher war das grauenvoll.
Bedeutet das für dich dann als Umkehrschluss, dass du lieber abgetrieben worden wärest?
Vor Traumata, Identitätskrisen, Scheidungen der Eltern, Tod der Eltern oder anderen vergleichbaren Härten kann man kein Kind schützen. Sie werden immer in irgendeiner Form mit dem Leben und seinen Schwierigkeiten konfrontiert.
Meine Mutter hat bspw. kurz bevor sie mit mir schwanger war 2x abgetrieben (obwohl es keinen wirklich driftigen Grund gab).
Das habe ich zufällig mit 12 Jahren mitbekommen.
Es war im Grunde nur ein Zufall, dass sie mich behalten hat. Das hat das Vertrauen zu meiner Mutter grundlegend angegriffen und schwierig gemacht.
Ein tolles Beispiel (allerdings ein Extremfall in die andere Richtung) ist das Beispiel von Angelo Kelly, einem der Musiker der Kelly Family.
Seine Mutter hat, kurz nachdem sie mit ihm schwanger war und bereits viele Kinder hatte, erfahren, dass sie lebensbedrohlich an Krebs erkrankt war und dass die Entscheidung für ihn höchstwahrscheinlich bedeutet, dass sie sterben wird.
Sie hat sich für die Schwangerschaft entschieden und ist leider kurz danach verstorben.
Das ist nun ein Extremfall und ich propagiere sicherlich nicht die Gefährdung des eigenen Lebens, um ein Kind auszutragen.
Allerdings empfinde ich diesen Mann als unglaublich lebensbejahend und positiv. Er hat selbst früh geheiratet, viele Kinder bekommen mit der selben Frau und wirkt ausgeglichen und glücklich.
Und ich denke, dass diese Haltung zu einem großen Teil daher kommt, dass er erfahren hat so sehr gewollt worden zu sein, dass seine Mutter bereit war selbst ihr Leben zu opfern.