Zitat von Zugaste:Was macht denn auch einen Menschen (für Kuddel;)) zum A.loch?
Auch dass sieht jeder anders! Der Eine toleriert Dinge am Partner, wo ein Anderer denkt: Boah, geht gar nicht!
Ich kann mir sogar vorstellen, dass gerade im Dreieck die Augenhöhe sehr unterschiedlich ist. Dass die fehlende Augenhöhe in der Ehe (Betrogener schaut auf Betrüger) ein Mitgrund ist, warum sich dann die Betrüger einen AP suchen, der sie bewundert. Dann noch etwas Manipulation und dann ist ebentuell auch da die Augenhöhe schnell weg!
Oder aber andersherum. Der Betrüger kann sich zu Hause viel erlauben, überschreitet Grenzen des Partners und verliert dadurch die Augenhöhe und sucht sich dann einen starken AP, bei dem er viel Invest leisten muss!
Es ist sogar fast immer so, dass eine Affäre entsteht, weil in der Hauptbeziehung die Augenhöhe verloren gegangen ist. In die eine oder andere Richtung. Und das betrifft ja Männer wie Frauen gleichermaßen. Wenn eine Frau in der Ehe plötzlich die Unterlegene, gefühlt die "Abhängige" ist, dann kommt ihr ein Mann, der sie anhimmelt, wieder begehrt und bewundert, sehr recht. Und ja, das kann sogar helfen, in der Ehe die Augenhöhe wiederzufinden, weil die Affäre temporär den Selbstwert der Frau erhöht und sie vielleicht ihrem Mann plötzlich anders gegenüber treten kann. Wenn eine Frau in der Ehe stark überlegen ist und ihre Gefühle für den Mann daher sehr gelitten haben, kann ein Mann, der für sie (emotional) unerreichbar ist, eine sehr starke Anziehung auslösen. Sollte es ihr gelingen, diesen Mann zu binden, trennt sich eine solche Frau aber meistens (manchmal auch, ohne den "Neuen" schon gebunden zu haben, weil Frauen in Beziehungsdingen sich eher von ihren Gefühlen leiten lassen und weniger von der Ratio und die plötzlichen Gefühle für einen anderen sie darin bestärken, dass sie eben nicht mehr genug Gefühle für den Ehemann hat).
Eine Beziehung, in der noch Augenhöhe besteht und die in sich lebendig ist, ist wenig anfällig für Affären. Es gibt einfach kein "Schlupfloch". Allerdings gibt es auch keine Beziehung, die permanent auf Augenhöhe wäre. Schwankungen sind normal und gehören dazu, das macht ja die Lebendigkeit aus. Man muss eben nur damit umgehen können, und eine Affäre ist zwar in der Tat ein möglicher Weg, die Augenhöhe wieder zu richten, allerdings nicht gerade der Königsweg

und halt leider mit enormen Kollateralschäden verbunden.
Und so kann das Auffliegen einer Affäre sowohl "gut" für die Beziehung sein - weil sie die verloren gegangene Augenhöhe auf einen Schlag nivellieren kann - oder auch der Todesstoß, weil sie den schiefen Zustand noch verstärkt. Da hängt es davon ab, wie es vorher um die Beziehung bestellt war und wie beide danach damit umgehen. Eine Frau, die schon vorher stark unterlegen, womöglich abhängig war und nach dem Auffliegen einer Affäre anfängt, zu "kämpfen", sich mehr um den Mann zu bemühen, ihm alles recht zu machen, tut sich damit keinen Gefallen. Sie müsste hier besser erstmal klare Grenzen setzen, die Beziehung (zumindest temporär) rigoros beenden, um Konsequenzen aufzuzeigen und dem Mann klarzumachen, dass sie ihn mitnichten so nötig braucht, wie er glaubt.
Eine Frau, die vorher stark überlegen war und deshalb gefühlsmäßig auch schon sehr abgelascht, würde mit dem gleichen Verhalten die schiefe Augenhöhe noch weiter zementieren und noch überlegener werden. Das ist also alles immer sehr individuell, meiner Meinung nach, deshalb gibt es auch nicht "den" Weg, um eine Beziehung nach so einer Affäre wieder zu richten, sondern - ganz viele.