Zitat von Dummda2:Aber ich war auch zunächst handlungsunfähig, weil zu viel auf mich einbrach um handeln zu können. Nun bin ich jemand der gerne handelt. Es war meine Wahl mich aus dieser Handlungsunfähigkeit zu befreien. das habe ich geschafft und mir geht es jetzt besser.
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Ich hoffe, Du nimmst mir das jetzt nicht übel, denn ich meine das absolut nicht böse, ganz und gar nicht. Im Gegenteil. Du wirkst hier im Forum auch immer sehr resolut, eine Macherin, die was anpackt, die alles wissen will, alles anfassen, alles in Bewegung bringen und setzen. So war die Affäre Deines Mannes für Dich eben kein Schicksalsschlag, sondern eine Herausforderung, eine Aufgabe, die Du an Dich gerissen hast, um sie für Euch beide zu lösen.
Ich kann das alles sehr gut verstehen und nachvollziehen, ABER - das ist ein sehr sehr männliches Verhalten. Und ich hatte bei den Berichten über Eure Affäre immer das Gefühl, dass Dein Mann sich einfach nur männlich fühlen wollte. Weil er eben mit einer "vermännlichten" Frau verheiratet ist, die alles macht und tut, die arbeitet, sich um die Kinder kümmert, wahrscheinlich auch um den Haushalt und sogar die Beziehungsführung (gemeinsame Unternehmungen, Urlaube etc.). Das ist ja leider so typisch für viele Frauen heutzutage, die beruflich ihren "Mann" stehen

und diese Haltung unbewusst in ihre Beziehungen übertragen. Um sich als Frau zu fühlen ist aber genau das wichtig - auch mal NICHTS zu tun. Andere tun zu lassen. Nur zu nehmen, ohne zu geben. Zu empfangen. Weich und eben passiv zu sein. Passivität gehört zur weiblichen Polarität, Aktivität zur männlichen.
Nur als kleine Anregung für Euch zwei. Denn auch ich durfte feststellen, dass dieses innere Bekenntnis zum "einfach nur Frau sein" extrem erholsam und entspannend sein kann, wenn man es zulässt. Einfach mal - NICHTS machen. Den Mann machen lassen. Und das ohne schlechtes Gewissen oder das Gefühl, jetzt aber doch auch mal was tun zu müssen. Ich habe das erst in den letzten Monaten gelernt. In meiner Ehe war ich wie Du - jedes Problem musste ich anpacken, es musste daran gearbeitet, darüber geredet und was auch immer werden. Dabei lösen sich viele Beziehungsprobleme ganz von allein, wenn man als Frau einfach Frau ist und - genau gar nichts macht

weil man das Tun dem Mann überlässt, der kraft seiner männlichen Rolle das Beziehungsboot rudern sollte. Nicht wir Frauen. Es ist nicht unser Job, und wenn wir ihn übernehmen, gibt es einen Schiefstand und es macht uns unglücklich auf Dauer, weil es uns von unserem weiblichen Kern entfernt.
Ich bin mir heute, zwei Jahre nach der Trennung sehr sicher, dass genau dieses mein "männliches" Verhalten in der Beziehung auch ihr Ruin war. Ich habe, statt einfach darauf zu vertrauen, dass mein Mann Manns genug ist um Probleme zu lösen (denn das ist nun mal eben sein "Job" als Mann, und wenn ich ihm den abnehme, nehme ich ihm seine Männlichkeit), lieber selber die Probleme angepackt. Dabei wäre es deutlich gesünder für unsere Ehe gewesen, wenn ich all das gelassen hätte und einfach nur passiv geblieben wäre. Interessanterweise hat mir erst meine Affäre nach der Ehe zu diesen Erkenntnissen verholfen. Vielleicht wäre es anders gekommen, wenn ich die Affäre während der Ehe gehabt hätte und daraus eben diese Erkenntnisse gewonnen hätte.