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Gefühle weg nach 12 Jahren? Wars das wirklich?

N
Zitat von ElGatoRojo:
Was heißt "anders herum"?

Das heißt, dass Du den etwa 40 Jahre alten Forschungsstand so erinnertest, dass die Dauer der Beziehung eine Rolle spielt. Und ich habe diese "4 Jahre Grenze" als mit der letzten Niederkunft verbunden gelesen. Das ist schon wichtig, weil die meisten Paare nicht pünktlich zur Niederkunft zusammen kommen.

Und es ist auch nicht so, dass die Beziehung nach 4 Jahren gefährdeter ist als am Anfang der Beziehung. Sondern "anders herum" ist die Beziehung in den 4 Jahren nach der Niederkunft sicherer, weil die Frau meist unbewusst daran arbeitet, das Nest fürs Kind zu erhalten. Ist ja jetzt auch keine neue Erkenntnis und vielen Männern durchaus bewusst, weshalb kriselnde Beziehungen bzw. Frauen auf dem Absprung auch gerne "Baby getrapt" werden, um sie sich als Partnerin zu erhalten.

Dass Du sowas lieber von einem Mann hören möchtest als von einer Frau, ist halt schwierig, wenn in einem Forum das männliche Publikum nicht so belesen ist und nicht weiß, von welcher Forschung aus dem letzten Jahrhundert Du sprichst.

Zitat von ElGatoRojo:
Kann es aber nicht und tut es auch nicht.,

Dass Frauen keine Katzen sind, wird hier niemanden überraschen.
Dass Du jetzt ausgerechnet Katzen für einer Frau überlegen siehst, sagt mehr über Dich aus als über Frauen.

Dass Frauen Kinder auch ab der Geburt schon alleine durchbringen können, zeigt das Leben. Gerade in Deiner Generation waren viele Mütter Witwen und viele Deiner Klassenkameraden Halbwaisen. Dass Du dennoch ständig darauf beharrst, als Mann in egal welcher Form und mit jeglichem Verhalten unersetzlich zu sein, muss auf Angst beruhen. Männer sind völlig unersetzlich, wenn sie sich unersetzlich machen. Aber gottgegeben ist das nicht. Gilt für Frauen übrigens genauso. Nur ziehen die in aller Regel nie in Zweifel, dass sie was tun müssen, um was zu bekommen.

Und warum Du glaubst, jetzt in bester Fenjalscher Manier, mir persönlich ans Bein pinkeln zu wollen, nur weil Dir nicht gefällt, dass ich etwas besser erinnere als Du, musst Du mit Deinem Therapeuten klären. Dafür kann keine Frau etwas. Denn selbstverständlich managed die Frau etwas zu 100%, wenn sich niemand anderes einbringt. Ich hatte einen Hausmann, andere Frauen haben Freunde und Familie und andere einen Kindsvater, der das Geld nach Hause bringt oder schickt. Viele Wege führen nach Rom und zu gesunden, glücklichen Kindern. Da muss man keine Frau unterhalb von Katzen bewerten.

x 5 #91


ElGatoRojo
Zitat von Nalf:
Dass Du jetzt ausgerechnet Katzen für einer Frau überlegen siehst, sagt mehr über Dich aus als über Frauen.

Was heißt überlegen? Das hat mit "überlegen" nichts zu tun, denn sie ist in einer anderen Situation. Ihre Kätzchen können nach wenigen Tagen selbst umher laufen und so regelt die Katze (Fuchs genau so) es selbst -- Menschenfrauen können dies nicht, selbst wenn sie wollten. Die Frage ist dann, wie weit man als Frau bereit ist, dies zu akzeptieren.

Natürlich MUSS es kein Mann sein, der ihr über die Runden hilft. Es können auch verwandte Frauen sein oder auch ganz fremde Menschen in ihrem zivilisatorischem Umfeld. Eben so etwas führst du doch selbst an. Frauen können ihre kleinen Kinder durchbringen, weil ihnen andere Menschen Ressourcen bereit stellen (notfalls sogar ein Mann). Das ist doch der wesentliche Unterschied zur Hauskatze auf dem Bauernhof, die die Mäuse fängt.

Kann man mit dir eigentlich im normalen sachlichen Ton diskutieren, ohne dass du gleich es persönlich nimmst oder in den Frau-Mann-Überlebensmodus verfällst?

#92


A


Gefühle weg nach 12 Jahren? Wars das wirklich?

x 3


Usambara
O Weia.

🍿🍺

x 1 #93


N
Zitat von ElGatoRojo:
Kann man mit dir eigentlich im normalen sachlichen Ton diskutieren,

Was ist daran sachlich bei einem konkreten Problem eines konkreten Users (hier TE Maximus111) über Resilienz von Frauen und Entwicklungsstände von Katzenkindern zu referieren?

Zitat von ElGatoRojo:
Frauen können ihre kleinen Kinder durchbringen, weil ihnen andere Menschen Ressourcen bereit stellen

Das ist ungefähr so wahr, wie "Männer können Häuser bauen, wenn ihnen andere Menschen Ressourcen bereit stellen".
Ja, die meisten Menschen bauen Häuser nicht allein und ohne Kredit oder Hilfe von Familie und Freunden und die meisten Frauen bekommen Kinder nicht ohne Elterngeld zu beantragen (ich bin da eine seltene Ausnahme) und ohne Hilfe von Familie und Freunden.

Aber ob ein Mann oder eine Frau noch zu der Familie und zum Unterstützungssystem des Partners oder der Partnerin gehört, hängt ganz wesentlich vom eigenen Verhalten ab.

Lasse ich mich auf der Baustelle nicht blicken, nehme nicht die Kinder ab, steuere nicht mein Geld oder meine Kreditwürdigkeit bei, habe ich nichts zum Hausbau beigetragen. Bei den Kindern genauso bzw. entsprechend.

Und ob ich als Partner/in unersetzlich oder verzichtbar bin, hängt wesentlich mehr von der emotionalen Verbundenheit ab als davon, wer welche Dienstleistungen erbringt. Geht die emotionale Verbundenheit flöten, ist der Partner/ die Partnerin weg. Auch wenn Du das blöd findest und glaubst, die Menschen müssten doch etwas emotionale Kälte oder ein bisschen Verachtung ihrer Leistung zu Gunsten der Kinder aushalten.

x 5 #94


ElGatoRojo
Zitat von Nalf:
Was ist daran sachlich bei einem konkreten Problem eines konkreten Users (hier TE Maximus111) über Resilienz von Frauen und Entwicklungsstände von Katzenkindern zu referieren?

Weil für die Aufgabe, Kinder groß zu ziehen, eine gewisse Resilenz erforderlich ist, die eine merkliche Anzahl von Frauen heutzutage offenbar emotional nicht bringt. Es ist eben situativ unwichtig zu denken, sie wären zu hübsch, um nicht gesehen zu werden. Das sind Emotionen, die gezähmt werden sollten --. zumindest für gewisse Zeit und im zivilisierten Maß.

Zitat von Nalf:
Aber ob ein Mann oder eine Frau noch zu der Familie und zum Unterstützungssystem des Partners oder der Partnerin gehört, hängt ganz wesentlich vom eigenen Verhalten ab.

Ja, ist so. Und die Ressourcen, die sie hatte, hat sie offenbar so gering geschätzt, dass sie sie aufgibt.

Zitat von Nalf:
Und ob ich als Partner/in unersetzlich oder verzichtbar bin, hängt wesentlich mehr von der emotionalen Verbundenheit ab als davon, wer welche Dienstleistungen erbringt.

Das sehen Menschen in unterschiedlicher Wertigkeit. Für manche zählen Taten mehr als Worte. Es ist unterschiedlich, aus was emotionale Verbundenheit der Menschen entsteht.

Zitat von Nalf:
Auch wenn Du das blöd findest und glaubst, die Menschen müssten doch etwas emotionale Kälte oder ein bisschen Verachtung ihrer Leistung zu Gunsten der Kinder aushalten.

Man muss nicht immer gleich sofort weglaufen. Ein wenig Stetigkeit wäre bei kleinen Kindern ja wohl angebracht. Allerdings - vier Jahre ohne Sex? Da wäre ich schon deutlich eher ins Grübeln gekommenüber den Grad der Zuneigung meiner Gefährtin zu mir.

#95


Hansl
Zitat von ElGatoRojo:
Kann man mit dir eigentlich im normalen sachlichen Ton diskutieren, ohne dass du gleich es persönlich nimmst oder in den Frau-Mann-Überlebensmodus verfällst?

Man muß berücksichtigen bei Frauen, daß Trauma ist meist ein gestörtes Männerbild durch den oft unpässlichen Vater. Das zieht sich ohne Aufgabe des Feindbildes durchs ganze Leben.
So wie Männer eben auch oft durch gestörte Mütter lebenslang leiden können.
Wenn man nicht an sich arbeitet und stellt, bleibt lebenslang diese Wut, daß ankämpfen.
Darum, die Kinder sind evtl durchaus gefährdet.
Zitat von ElGatoRojo:
Allerdings - vier Jahre ohne Sex? Da wäre ich schon deutlich eher ins Grübeln gekommenüber den Grad der Zuneigung meiner Gefährtin zu mir.

Wie gesagt, Trauma.

#96


K
Zitat von ElGatoRojo:
Weil für die Aufgabe, Kinder groß zu ziehen, eine gewisse Resilenz erforderlich ist, die eine merkliche Anzahl von Frauen heutzutage offenbar ...

Also die Frau soll gefälligst in einer ( für sie, und für den TE teils auch, weil sexlos etc) unglücklichen Beziehung bleiben, weil die Ressource Mann wertgeschätzt werden muss und sie sonst undankbar ist bzw. sonst hat sie zu wenig Resilienz und kann keine Kinder aufziehen?

Können sie laut TE aber sehr wohl, liebevoll.

Und eine Katze kanns besser?

Hitze?

x 2 #97


ElGatoRojo
Zitat von kata_smiles:
Also die Frau soll gefälligst in einer ( für sie, und für den TE teils auch, weil sexlos etc) unglücklichen Beziehung bleiben, weil die Ressource Mann wertgeschätzt werden muss und sie sonst undankbar ist bzw. sonst hat sie zu wenig Resilienz und kann keine Kinder aufziehen?

Manchmal habe ich das Gefühl, manche Frauen lesen nicht, was geschrieben wurde, sondern nur das, was sie lesen wollen.

Es ist wohl unbestritten, dass das Aufwachsen von Kindern für Eltern und besonders die Mutter eine verantwortungsvolle und arbeitsreiche Aufghabe ist. Im Gegensatz zur Hauskatze, die das ganz allein hinbekommt wird beim Menschen aber der Frau geholfen (andere Frauen, Vater der Kinder, Verwandte, Zivilisation allgemein). Trotzdem ist es offenbar einigen Frauen (z.B. auch mit Hilfe eines Ehemannes) auch dann nicht möglich, so viel Resilenz bereit zu haben, hier ohne starke Probleme klar zu kommen.

#98


Worrior
@ElGatoRojo
Warum diskutierst Du noch?

x 1 #99


ElGatoRojo
Zitat von Worrior:
Warum diskutierst Du noch?

@Worrior Frage ich mich manchmal auch. Eigentlich denke ich, dass doch auch für Frauen 1 und 1 einfach nur 2 sein kann. Und dann erstaune ich, weil man mir sagt, es ist 2 1/2. 🤔😇

x 1 #100


HeavyDreamy
Zitat von Worrior:
Warum diskutierst Du noch?

Weil nicht allen immer alles egal ist, so wie dir! Manche haben die Fähigkeit überhaupt zu diskutieren.

#101


Löwenzeh
Hilft dem TE jetzt vielleicht nicht so.
Mann vs. Frau Debatten gibt's doch im Forum genug - und jeder zweite Thread wird dazu...

x 2 #102


Maximus111
Ihr Lieben, es ist hier ein wenig ins Off-Topic geraten, aber ich möchte gerne noch auf ein paar Dinge eingehen.

Ich bin ein sehr nachdenklicher, reflektierter und auch selbstkritischer Mensch. Vielleicht manchmal auch zu selbstkritisch, zu hart zu mir. Ich suche die Schuld immer erst bei mir, bevor ich auf andere zeige. So ähnlich war es auch die letzten sechs Monate seit der Trennung. Ich sah schnell, was ich falsch gemacht hatte, wo ich versagt hatte. Aber mit der Zeit erkannte ich dann auch, dass der Anteil meiner Noch-Frau nicht gering war.

Mir ist klar und bewusst, dass ich sie vernachlässigt hatte. Ich dachte immer, ich mache doch alles, kümmere mich um alles, unterstütze sie. Aber es war vermutlich zu wenig. Über zu lange Zeit. Ich habe "gelernt", dass es für Frauen schon ein Problem ist, wenn man sagt "ich helfe dir", denn das suggeriert offenbar, dass gewisse Themen "Aufgabe" der Frau sei, man aber die Einstellung an den Tag bringen muss, dass es gemeinsame Aufgaben sind. Ich erwähne das, weil ich inzwischen das Gefühl bekommen habe - nicht nur durch das Forum hier, sondern auch durch zu viele Instagram-Reels vermeintlicher starker Frauen, die ihre Trennung als Lifestyle-Produkt verkaufen - dass man als Mann eigentlich nichts mehr richtig machen kann. Just saying. Aber in unserem Fall habe ich vermutlich wirklich zu wenig gemacht. Mein Schwerpunkt lag darin, unseren Lebensstandard zu sichern, mich um das Haus und alles organisatorische Drumherum zu kümmern. Das Haus, die Finanzen, die Verträge, die Technik, den Haushalt, den vollen Kühlschrank, die Urlaubsplanung... lauter solche Geschichte. Dass meine Frau mit den Kindern völlig überfordert war sah und wusste ich, doch ich glaubte, dass ich hier eigentlich ebenfalls viel leiste. Ich muss gestehen, heute sehe ich das anders - es war zu wenig.

Ich erkenne auch an, dass ich meiner Frau die letzten Jahre zu wenig Liebe gegeben habe. Die Liebe war aber da, sie war groß. Ich konnte es nur nicht so zeigen, da sie zum einen durch den Kinderstress kaum empfänglich erschien und ich selbst in tiefen mentalen Problemen steckte. Ich wünschte mir in diesem Zeitraum eigentlich, dass sie für mich da wäre. Mich emotional unterstützte. Aber das kam nie. Gab ich meiner Frau Liebe, Nähe oder Zeichen der Verbundenheit, kam kaum etwas zurück. Dies verletzte mich, ich kam mit ihrer Zurückweisung nicht klar. Und reagierte selbst mit Zurückweisung. Ich zog mich dann zurück, beachtete sie eine Zeitlang weniger. Ich suchte auch kaum das Gespräch, da ich ihre Antworten schon kannte. Ich glaube nicht, dass sie in dieser Phase bereits mich nicht mehr wollte, aber die Erschöpfung mit den Kindern war wohlmöglich der auslösende Punkt für die immer weiter voranschreitende Entfremdung.

Ich hätte mehr kommunizieren sollen, sie mehr entlasten - so wie ich es seit der Trennung getan habe. Ich hätte mich mehr um sie kümmern sollen, als es ihr nicht gut ging, obwohl es mir selbst schlecht ging und ich mich alleine fühlte.

Aber. Und das ist die andere Seite. Meine Frau hat mir in 12 Jahren so gut wie nie gesagt, dass sie mich liebt. Tatsächlich war es so, dass wenn es in all den vielen Jahren mal "Spannungen" zwischen uns gab, sie daran erinnert habe, wann sie mir dies eigentlich zum letzten Mal gesagt hätte. Geändert hat sich dadurch nie etwas. Sie fühlte sich nicht von mir gesehen, aber ich kann mich nicht erinnern, wann sie das letzte Mal etwas "liebes" zu mir gesagt hätte. Ein Zeichen der Liebe, ein Zeichen der Dankbarkeit und Wertschätzung. Mir war das bewusst, aber meinem Unterbewusstsein noch viel mehr.

Ich glaube schon, dass meine Frau mich geliebt hat. Aber paradoxerweise hat sie alles, was sie bei mir vermisst hat, mir auch nicht gegeben. Und wenn ich ganz ehrlich bin... bei ihr hat dies bereits viel früher begonnen als bei mir. Wir hatten bereits 2019 eine kleinere Krise, bei der wir viel geredet haben und ich Unzufriedenheit äußerte. Damals hatten wir noch keine Kinder und ich "drohte" auch, dass ich sie verlassen würde, wenn sich nichts ändert. Vermutlich gehört es zur Wahrheit, dass sich dieses Thema auflöste, als ein Jahr später unsere Tochter auf die Welt kam. Wer weiß... vielleicht hätte ich sie wirklich irgendwann verlassen, wäre dies nicht "passiert". Ich werde es nie erfahren.

Ich glaube ebenfalls, dass meine Frau beziehungsfähig ist. Sie war immer in Beziehungen, immer langfristig. Sie war nie ein Party-Girl, hüpfte nie von Bett zu Bett, im Gegenteil. Aber sie rutschte immer in Abhängigkeiten. Habe ich sie klein gehalten? Wenn es so gewesen sein sollte, dann nie bewusst oder aus Absicht. Ich wollte eigentlich immer eine starke Frau auf Augenhöhe haben. Dies war bei meiner Frau nicht der Fall und trotzdem habe ich sie sehr geliebt. Ich habe sie vergöttert, war immer stolz auf sie. Trotz dessen, dass mir vieles fehlte. Vielleicht weil ich immer wusste, dass das Potenzial in ihr schlummert und wir es eines Tages fördern wollten. Ich habe geglaubt, dass vieles noch vor uns liegen würde und vielleicht deshalb auch meine Ehe aus dem Fokus verloren. Weil ich dachte, es ist noch Zeit.

Ich kann meine Fehler aus der Vergangenheit nicht korrigieren. Ich habe meiner Frau versucht sehr authentisch zu verstehen zu geben, dass ich sie jedoch erkannt habe und für mich selbst ein besserer Mensch werden möchte. Ein besserer Mensch, ein besserer Vater und ein besserer Partner. Ich bin überzeugt, dass ich meiner Frau heute alles geben könnte und gerne geben würde, was sie von mir braucht. Doch für sie kommt das alles zu spät und vielleicht soll es einfach so sein. Vielleicht könnte sie mir nie das geben, was ich bräuchte.

Es ist traurig und schade, dass wir das nicht hinbekommen habe. Und ja, ich sagte, es sei etwas banales - damit wurde ich jedoch missverstanden, denn ich finde das Kommunikation durchaus etwas banales ist. Jeder sollte in der Lage sein, zu sagen, was er denkt und fühlt. Das konnte ich jedoch nur begrenzt, meine Frau gar nicht. Daran ist es letztendlich gescheitert. Nicht nur alleine daran, aber zum Großteil. Denn alles hat irgendwo seine Ursachen. Ich habe erst nach 10 Jahren erfahren, wie groß das Leid meiner Frau in ihrer Kindheit wirklich war. Vorher wusste ich nicht viel, sie wollte mit mir darüber nicht reden. Aber genau da liegen die Ursachen für vieles: Ihr Bindungsproblem, ihre emotionale Abhängigkeit, ihre Muster, ihr Schweigen, ihre Sehnsüchte und ihr Wunsch nach vielem, was aus ihr selbst kommen müsstet statt von Außen.

Und trotzdem... weil ich auch meine Muster habe, denke ich noch viel zu oft, dass ich versagt habe. Mehr für sie hätte da sein müssen, sie mehr fördern und unterstützen, sich vielleicht zu öffnen. Aber eine Stimme in mir sagt genauso, dass das vermutlich auch nicht gereicht hätte.

Es ist brutal, mit einem Menschen zusammen zu leben, der für einen emotional nichts mehr fühlt. Ich gehe jeden Tag durch die Hölle. Es wundert mich selbst, dass ich das alles noch schaffe, mit erhobenem Kopf jeden Tag zu überstehen. Aber das ist auch das, was ich in diesem Jahr wiedererlangt habe: Emotionale Stabilität und Stärke. Wir unternehmen seit Ende April nichts mehr zusammen als Familie. Meine Kinde sind jeden Tag mit ihrer Mutter, Tante und Onkel im Schwimmbad und ich bin kein Teil mehr davon. Mit mir wollen die Kinder nicht wirklich oft mitkommen. Es ist hart, von heute auf Morgen so ausgegrenzt zu werden. Ich fühle mich sehr einsam, obwohl ich vollen Fokus auf mich setze, mein Leben fortsetze und Menschen um mich herum habe, die zu mir stehen.

Ich weiß nicht, was noch alles kommen wird. Meine Noch-Frau will keinen Rosenkrieg, doch ihr anwaltliches Vorgehen steht dazu in krassem Widerspruch. Ich kenne sie, ich weiß, dass sie hier stark von ihrer Schwester beeinflusst wird, aber ich muss sie an ihren Taten messen. Das macht es zusätzlich hart. Jemand schrieb, dass ich vielleicht irgendwann als alleinerziehender Vater "enden" könnte... und ja... ausgeschlossen ist es nicht. Ich habe Gründe zu denken, dass dies passieren könnte. Aber dann ist es so, ich werde für meine Kinder immer da sein.

Abschließend... ich bin ein Gefühlsmensch. Ich weiß, dass ich alleine für den Zusammenbruch unserer Ehe nicht verantwortlich bin. Dafür gibt es einfach zu viele rationale Gründe. Und doch fühle ich diese endlose Schuld. Warum habe ich es nicht klarer kommen sehen? Warum habe ich zu wenig gemacht? Was habe ich dieses und jenes nicht...? Es ist kein schönes Gefühl.

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Heffalump
Zitat von Maximus111:
als es ihr nicht gut ging, obwohl es mir selbst schlecht ging und ich mich alleine fühlte.

Sie für dich nicht? Du bist nicht allein der schwarze Peter

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Maximus111
Zitat von Heffalump:
Sie für dich nicht? Du bist nicht allein der schwarze Peter

Ich hatte nie das Gefühl, dass sie wirklich für mich da ist. Sie hat mich selten gefragt, wie es mir WIRKLICH geht, was ich denke und fühle. Was meine Ängste und Sorgen sind, als es wirklich um unsere Existenz ging. Zurückblickend fiel mir das erst sehr spät auf. Ich sagte ihr das letzte halbe Jahr vor der Trennung auch zweimal, dass ich mich alleine fühle. Doch von ihr kam nichts. Vielleicht war sie da schon emotional weg. Aber ich weiß noch genau, dass es diese Situation gab. Sie gab mich nach der Geburt der Kinder nie mehr das Gefühl, dass ich IHR Mann bin, über den sie dankbar ist, den sie über alles liebt, auf den sie stolz ist. Vielleicht weil sie das so nicht mehr fühlte, weil ich ihr zu wenig gab. Ok. Wir haben uns gegenseitig nicht das gegeben, was wir gebraucht hätten. Schon paradox.

Und ich finde einfach, an so etwas banalem scheitert unsere Ehe - weil wir vom anderen jeweils etwas gewünscht und erwartet hatten, was wir selbst nicht gegeben hatten. Das ist so unnötig. Ich fühlte mich von ihr nicht geliebt, sie sich nicht von mir. Dabei haben wir uns vermutlich beide sehr geliebt. Und nun ist es zu spät. Einfach nur unnötig.

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