ThomaBW
Gast
kurz zu mir: Ich bin 37 Jahre alt, männlich, beruflich recht erfolgreich und eingespannt, und seit 12 Jahren in einer festen Beziehung (weiblich, 31 Jahre). Wir leben seit 9 Jahren zusammen unter einem Dach.
Aktuell weiß ich einfach nicht weiter: Immer wieder zweifele ich an der Beziehung, an meinen Gefühlen. Das geht nun schon seit Jahren so, wobei es Anfang Dezember eskaliert ist. Im Gegensatz zu meinen beiden längeren Beziehungen, die ich zuvor hatte, habe ich in der jetzigen Beziehung nie "Schmetterlinge" gefühlt. Es mag vielleicht auch daran liegen, dass wir uns über Freunde schon seit Jugendtagen kennen. Diese fehlenden Schmetterlinge haben mich von Beginn an irritiert. Wobei ich dazu sagen muss: Die beiden Beziehungen zuvor wären - trotz aller emotionalen Höhenflüge - nie gut gegangen. Wir waren total unterschiedlich, hatten andere Vorstellungen vom Leben (Kinder, Haushalt, Beruf, etc.).
In meiner jetzigen Beziehung passt hingegen verdammt viel. Wir haben unglaublich viele Gemeinsamkeiten, sind beide beruflich gefestigt und erfolgreich. Haben gemeinsame Hobbies, etc. Wir haben eine vernünftige Streitkultur. Sie akzeptiert mich mit allen meinen kruden Macken, wie es bisher noch keine Frau getan hat. Wir geben uns gegenseitig Sicherheit, wie ich sie noch nie in meinem Leben hatte. Kurzum: Objektiv passen wir super zusammen.
Ich sollte noch erwähnen, dass ich an einer chronischen Erkrankung leide, die sie jedoch super akzeptiert und nicht als Makel ansieht, auch wenn ich deswegen manchmal down bin.
Dennoch zweifele ich immer wieder, bin aktuell so weit, dass ich glaube, mit ihr nie wirklich glücklich gewesen zu sein. Ich habe diesbezüglich auch ein sehr offenes Gespräch mit ihr geführt. Im Anschluss habe ich um Abstand gebeten, weil ich einfach wusste, was ich wollte. Ich wusste nur: Ich muss ihr gegenüber nun fair sein, meine Gefühle erkunden und eine Entscheidung für die Beziehung treffen. Sie ist darauf hin erst einmal wieder zu ihren Eltern gezogen. Aktuell ist sie bei ihrem Bruder im Ausland (Weihnachtsferien). Wir haben also auch geographischen Abstand.
Und nun hocke ich hier und weiß nicht weiter: Wir haben zwischendurch per Skype miteinander telefoniert. Es war ein komisches Gefühl. Sie hat mir klar gesagt, dass wir es - wenn die Lage aktuell so ist wie sie ist - sofort beenden können. Doch ich kann es nicht: Ich hänge einfach noch zu sehr an ihr. Aber: Kann ich mir eine gemeinsame, langfristige Zukunft mit ihr vorstellen? Ich weiß es nicht. Kann ich mich erneut in sie "verlieben"? Ich weiß es nicht. Es ist total verzwickt, aber sie hat natürlich Anspruch auf eine zeitnahe, klare Ansage von mir. Ich bin mir bewusst, was ich ihr mit meiner inneren Ambivalenz zumute.
Wie seid Ihr in Eurem Leben mit solchen Phasen der Beziehungsambivalenz umgegangen?
Ich danke Euch schon jetzt für Eure Rückmeldungen.
Viele Grüße
Thoma