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Gehasst werden, ohne den Grund genannt zu bekommen

FrauDrachin


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Hallo @vonMazedonien ,

hier mal mein Schuss ins Blaue.

So ganz "fertig" mit ihr bist du offenbar noch nicht, sonst würde dir das Muster selber zum Hals rauskommen, und du hättest dich entweder unsichtbar gemacht oder nur noch ein Schulterzucken für solche Allüren übrig.
Offenbar triggert dieses Verhalten deiner Ex aber irgendwas in dir, mit irgendwas bist du noch nicht fertig...

Ich finde in deiner Story folgende Anhaltspunkte:

-Du wünscht(est) dir Wertschätzung, aber nichts war du über deine Ex schreibst, klingt nach Wertschätzung ihr gegenüber. Dass dir jetzt noch rumliegende Socken und verschüttete Getränke einfallen, ist in dem Zusammenhang spannend.

-Du konntest nie deine Argumente anbringen, weil sie nach einem "Streit" aus dem Raum gestürmt ist. Sie hatte offenbar aber auch nie den Eindruck, mit ihren sehr "gefühlvoll" vorgetragenen Argumenten bei dir anzukommen. Das ist selten ein einseitiges Problem.

-Du gibst ihr die alleinige Schuld an der Trennung. Du hast offenbar noch nicht mal damit angefangen, dir über deine Anteile Gedanken (oder eher Gefühle) zu machen.

-Du liest dich extrem rational. These: Du kannst nicht gut mit Gefühlen, schon gar negativen, umgehen, und genau die knallte sie dir in der Beziehung und auch jetzt noch vor den Latz, und spiegelt dir damit deine Unfähigkeit, damit umzugehen.
Wenn du behauptest, dass dir Hass und Wut unbekannt sind, dann ist das kein Zeichen von Erleuchtung, sondern von Verdrängung. Wie ist es denn mit postitiven Gefühlen?
(Hier kann ich insofern mitreden, als bei mir in der Herkunftsfamilie immer Probleme vernünftig, sachlich und objektiv gelöst werden mussten. Und da mein Vater immer derjenige war, der am sachlichsten, logischsten und objekivsten argumentieren konnte, hat er immer gewonnen. Leider sind Lösungen unter ausklammerung der Gefühle alles andere als tragfähig.)

Fazit: Vielleicht will sie von dir, sogar jetzt im Nachhinein, so gerne mit ihren Gefühlen, wahrgenommen, verstanden und angenommen werden.
Wie gesagt, schuss ins Blaue aufgrund von wenigen Informationen, das sind die Dinge, die deine Geschichte in mir zum Klingen bringt.

18.10.2020 14:19 • x 3 #31


vonMazedonien


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Ich habe im Nachhinein schon auch irgendwie erkannt, dass die Mischung ADHS bei ihr und Bilderbuch-ISTJ-A als Persönlichkeitstyp bei mir, vermutlich von Anfang an zum Scheitern verurteilt gewesen sein muss. Dass ich per se ein sehr rationaler Mensch bin, bedeutet jedoch nicht, dass man mir starke Gefühle in Abrede stellen kann.

Je lauter und erregter mein Gegenüber, desdo ruhiger und rationaler bin ich aus Reflex, wenn es heiß her geht. Das ist in der Streitsituation für das emotionale Gegenüber sicherlich eine Art "Klatsche" , weil derjenige der die Kontrolle verliert, sich schnell als unterlegen empfinden kann, was sicherlich erstmal weh tut. Allerdings bleibt mir keine Wahl und ich tue dies auch nicht absichtlich. Ich habe riesigen Respekt vor starken negativen Gefühlen, denn es gab in meiner Jugend auch Situationen, die mich derart aufgebracht haben, dass ich den "einen falschen Schritt" den ich für den Rest meines Lebens bereuen würde, mehr als bereit zu tun gewesen wäre. Ich verweise hier mal auf ein Lied von Hans Hartz "nur noch 95 Tage".

Das "Problem" erschien mir innerhalb der Beziehung schon irgendwie lösbar, indem beide Partner Strategien entwickeln könnten, dass man die Konflikte später in Ruhe, statt im akuten Streit zu lösen versucht. Leider
platzte bei ihr auch in ruhigen Momenten immer wieder sofort die Bombe. Wer mit einem ADHS - Partner mal länger zusammen war, der kennt vielleicht die typische Nachbesprechung, bei der dieser in den Fernseher schaut, und man selbst immer wieder drum bitten muss, dass der Fokus doch eher auf das Thema, als auf die TV Serie gelegt werden sollte.

Mit einem Teil dieser Probleme konnte ich mich arrangieren. Selbst Wertschätzung und Dankbarkeit waren mir irgendwann nicht mehr so wichtig, da man sich ja an das permanente Fehlen dessen, auch irgendwie gewöhnt.
Umgekehrt stimme ich schon zu, dass ich da auch meine Defizite habe, wenn mein Gegenüber eine für seine
Konstitution große Leistung erbringt, die nach normalen Maßstäben eigentlich nichts wirklich besonderes ist.
Da hilft auch das Hintergrundwissen zur ADHS - Problematik nicht bewusst weiter.
Ich kann Begeisterung und Freude nicht vortäuschen, ohne Sie zu empfinden. Dementsprechend hat sie von mir leider oft auch nicht den Applaus bekommen, der ihrer Sicht nach angebracht gewesen wäre.

Schlussendlich haben wir uns beide nicht gut getan. Ich ging nicht um mich aus der Situation zu drücken, sondern es wurde immer offensichtlicher dass wir beide litten. Ich bin noch heute der Ansicht, dass ich sowohl ihr als auch mir mit dem entscheidenden Schritt einen großen Gefallen getan habe. Sie hingegen ist "offiziell" froh, dass sie mich los ist und verhält sich doch so, als hätte ich ihr mit der Trennung irgendetwas angetan.

18.10.2020 15:52 • #32



Gehasst werden, ohne den Grund genannt zu bekommen

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MissLilly

MissLilly


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Gleich vorne weg möchte ich dich bitten, mir meine folgenden Kommentare nicht übel, böse oder persönlich zu nehmen, denn es ist nicht meine Absicht dich in irgendeiner Weise anklagen zu wollen. Ich orientiere mich eher an deinem Wunsch "verstehen" zu wollen und so wie du bisher über dich und die Situation geschrieben hast, scheinst du nicht nur einen Hang zum Perfektionismus zu haben, sondern auch ein Analytiker zu sein
In mir steckt übrigens auch eine kleine Perfektionistin und Analytikerin, weshalb ich große Hoffnung habe, dass du meinen Beitrag an dich nicht falsch verstehen wirst und somit auch verkraften kannst

Zitat von vonMazedonien:
Ich war
seinerzeit der festen Überzeugung kein eigenes Kind haben zu wollen
und dachte, dass ein bereits vorhandenes Kind den Druck einer Partnerin
mindern würde, auch noch Mutter meines Kindes werden zu müssen.


Wir ehrenmütig, emphatisch und selbstlos von dir
Sorry, aber eine tatsächlich eigenständige, starke und selbstbewusste Frau/ Mutter, die obendrein keine Ansprüche stellt, denen sie nicht auch selbst gerecht werden würde, hätte sich bereits schon nach dem erste Date bzw. diesem Satz von dir verabschiedet. Einfach weil sie weder sich selbst und noch viel weniger ihr Kind für ein derart absehbares Beziehungsexperiment zur Verfügung stellen würde.

Zitat von vonMazedonien:
Hilfreich
war auch noch ihre Aussage "Du musst kein Ersatzpapa sein! Das Kind hat einen
Vater!"


Das glaube ich dir sofort, dass dich diese Aussage so richtig angemacht, oh pardon so richtig entlastet und überzeugt hat
Dieser Satz gefällt mir persönlich übrigens fast schon am Besten, denn er zeigt deutlich auf, dass nicht nur deine Ex eine bedürfnisoriente (so wie du sagst) Person ist, sondern gleichwohl du auch.
Auch hier hätte eine Frau wie weiter oben beschrieben, auf halben Absatz direkt kehrt gemacht, um nicht zu sagen, dass sie untenrum direkt wieder zugewachsen wäre!

Dennoch ist deine Ex selbst dann noch geblieben, als du das hier vom Stapel deiner Ansprüche gelassen hast:
Zitat von vonMazedonien:
Ich kommunizierte von Anfang an, dass Themen wie Heirat und eigene Kinder eher
nicht so mein Lebensziel waren.


Wie g_eil ihr beide doch seid Da sitzt ein Typ, der einer Frau mit Kind (wohlgemerkt eine fast lebenslange Aufgabe) erzählt, dass Ehe und Kinder eher nicht so auf seiner Agenda stehen, fängt aber trotzdem ne Beziehung mit der Frau und dem Kind an und hat dabei noch nicht einmal ein schlechtes Gewissen. Schließlich hat er ja von vorne herein klargestellt, dass das eigentlich nicht so sein Ding ist. Klingt so als dürfte sie sich glücklich schätzen, dass du dich überhaupt dazu herabgelassen hast, mit ihr und dem Kind eine "feste" Beziehung einzugehen.
Leider ist in dieser Hinsicht aber auch deine Ex keinen Deut besser, denn die gehört wohl offensichtlich zu den Frauen die bei solch klaren Ansagen von Männern, sich grundsätzlich im stillen Kämmerlein denken: ,,Ach, was..der hat nur noch nicht die Richtige kenngelernt. Wenn der erstmal erkannt hat, wie toll ich bin bzw. die letzte Cola in der Wüste für ihn bin, dann wie der seine Meinung ganz schnell ändern!"

Diese, natürlich nur von mir und mutmaßlich aufgestellte Behauptung, zeigt sich meiner Meinung nach, dann bei dieser Ansage hier deutlich auf :

Zitat von vonMazedonien:
Nun, meine Angebetete wiederum, machte mir von Anfang an verständlich, dass
sie gern einmal in ihrem Leben "Prinzessin" sein wollte (Hochzeit) und sich
eigentlich mit mir durchaus "irgendwann" nochmal ein gemeinsames Kind vor-
stellen könne ("du wärst bestimmt ein ganz toller Vater") Natürlich hätte all
dies noch ein paar Jahre Zeit...


Natürlich hatte das Zeit, denn sie brauchte ja selbst auch etwas Zeit, um dir den Umzug in eine 2 Zimmerwohnung für 3 Personen schmackhaft zu machen und deine "Vorurteile" gegenüber gestressten, alleinerziehenden Müttern, samt fordernder und lebhaften Kindern auszuräumen!
Da kam es ihr selbstverständlich zu Gute, dass sie schon (lange bevor sie dich kennenlernte) ein bereits eingespieltes und funktionierendes Betreuungsnetzwerk am Start hatte.
Siehe hier:

Zitat von vonMazedonien:
Zunächst sah es gut für uns aus. Ihre Tochter (damals 3 Jahre alt), mit der
ich recht gut auskam, war bis zur Einschulung kaum präsent. (KITA und geregelte
frühe Schlafenszeiten wechselten sich mit wochenendlichen Familienausflügen ab).


Und wie du schon selbst richtig erkannt hast, war das Kind anfänglich kaum präsent und im Alter von 3 Jahren (beschäftigungsmäßig) auch noch nicht so anspruchsvoll! Der Besuch der Kita im zarten Alter von 3 Jahren reicht in der Regel vollkommen aus, um die Kleinen todmüde ins Bett fallen zu lassen.
Kein Wunder also das ihr euch im Sinne der Paarzeit keinen Zacken aus der Krone brechen musstet, sonst wären da bei deiner Einstellung zu diesem ganzen Thema, ganz sicher keine 6 Jahre Beziehung zustande gekommen und du hättest schon viel früher das Feld geräumt und gepackt!
Der Unterschied ist nur, dass deine Ex sich immer bewusst war, dass sich diese Zeiten auch wieder ändern werden und somit härter als zuvor ausfallen werden. Denn auch Sie hatte (trotz Kind) noch persönliche Lebensziele, die sie ohne ein (nicht nur) weiter ausgebautes Betreuungssysthem, sondern auch emotionales Betreuungsnetzwerk in Form von persönlicher Zuwendung und Zeit für das Kind, nicht so einfach hätte umsetzten können. Siehe hier:

Zitat von vonMazedonien:
Da die Betreuungssituation
zu zweit gelöst war, nahm sie eines ihrer großen Ziele in Angriff (reguläre Ausbildung
zusätzlich zu ihrer Helferausbildung).


Und wurde dadurch zumindest finanziell eigenständiger und selbstbewusster.....Der Preis den sie dafür zahlte war Zeit für und mit dem Kind! Und ich kann dir sagen, dass wenn man da nicht ganz genau aufpasst und schaut, dass man die wenige Zeit die man dann noch für das Kind übrig hat, nicht mit voller Inbrunst und ungeteilter Aufmerksamkeit nutzt, dann sind Probleme in der Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes praktisch vorprogrammiert!
Entsprechend ist für mich auch kein Wunder und ist nicht allein auf das steigende Alter des Kindes zurückzuführen, dass sich erste Risse in der Fassade bzw. im Zusammenleben mit dem Kind ihren Anlauf nahmen. Siehe hier:

Zitat von vonMazedonien:
Im Prinzip waren es rosige Zeiten für uns, die
nur dann und wann von besorgniserregenden, extremen Wutausbrüchen ihrer Tochter und
"Einmischungen" ihres EX, der sein Kind an 2 Wochenenden im Monat und zu privaten
"Vorzeigeanlässen" abholte, sich aber ansonsten nicht um sie scherte, überschattet
wurden.


Zu diesem Zeitpunkt konnte man das Bröckeln der Fassade bzw. die Ursache für die anfänglichen Veränderungen des Kindes und offenbar erfolgreich, noch auf den leiblichen Vater schieben.
Kann mir gut vorstellen, dass deine Ex dir regelrecht eingehämmert hat, wie schlecht der leibliche Vater des Kindes doch ist und man ja froh sein kann, dass der nicht so viele Ansprüche an das Kind oder dessen Erziehungsbeitrag stellt. Ein typisches Muster von Frauen die sich ihrer eigenen Defizite durchaus bewusst sind und diese vor dem neunen Partner dadurch zu überdecken versuchen. Was ihr eine zeitlang wohl auch ganz gut gelungen ist...siehe hier:

Zitat von vonMazedonien:
Streckenweise lief es so gut, dass ich anfing, meine anfängliche Einstellung zum Thema
"eigenes Kind" grundlegend (leider auch laut) zu hinterfragen.

Zitat von vonMazedonien:
Auch eine Hochzeit
erschien mir nicht mehr ganz so furchteinflößend.


"Leider" und "furchteinflössend" ? Obwohl ich nicht ganz so viel älter als du und zudem eine Frau , muss ich mich echt fragen, ab welchem Alter Männer anfangen zu "richtigen" Männern zu werden?!
Männer die unabhängig ihres Beziehungsstatus ganz genau wissen, wo sie stehen, was sie wollen, wo sie hin wollen und vor allem dass dann auch konsequent leben!
Du scheinst mir was partnerschaftliche Beziehungsentwicklung angeht, eher zu Passivität zu neigen.
Sprich du lieber alles auf dich zu kommen lässt und sich dein Verhalten und deine Entscheidungen, eher am Verhalten und den Reaktionen deines Gegenübers orientiert.
Siehe hier:

Zitat von vonMazedonien:
Dies wiederum wurde in Abständen
von Auseinandersetzungen zwischen mir und meiner Partnerin gedämpft.


Versteh mich bitte nicht falsch, denn natürlich muss man schon den für sich geeigneten Partner finden der zu einem so gut passt, dass man heiratet und Kinder mit ihm bekommt.
Aber wenn man eine Ehe sowie die Fortpflanzung von Anfang an bzw. generell (so wie du) ablehnt, dann ist es schon ziemlich dreist sich wie ein König hinzustellen und den Partner im stillen Kämmerlein wie einen Hofnarren zu behandeln bzw. zu bewerten, indem man darauf schaut ob seine Bespassung denn gut genug dafür ist, damit sich der König ihm und seinen (Kinder und Hochzeit) Wünschen als gnädig erweisen kann!

Zitat von vonMazedonien:
Das Problem bei diesen
"Streits" war eigentlich nicht der jeweilige, oft banale, Inhalt des Streits, sondern
die Art und Weise, wie diese Meinungsverschiedenheiten zwischen uns "geklärt" wurden.


Richtig! In aller erster Linie kommt es auf die Art und Weise an und da habt ihr BEIDE folgende Positionen bzw. Rollen eingenommen:

Zitat von vonMazedonien:
Ich selbst bin eher ruhig und übe Feedback grundsätzlich sachlich und ohne emotional,
oder laut zu werden.


Ja, das wird von Aussen betrachtet natürlich als die politisch korrektere Vorgehensweise betrachtet und führt dann nicht selten dazu, dass der von Haus aus impulsivere gestrickte Partner in den Augen der Gesellschaft dann schnell der Psycho ist. Siehe hier:

Zitat von vonMazedonien:
Gleich blieb immer, dass sie nachdem sie sich ausgetobt hatte aprupt den Raum verließ
und mich ohne Gelegenheit für Widerworte oder Erklärungen sitzen oder stehen ließ.
Eine Klärung war stets weder in der Situation, noch (weit) danach möglich.


Schon mal drüber nachgedacht das du dich hast stehen lassen? Wo genau war deine Bereitschaft aufzustehen, ggf. hinter her zu gehen und die Klärung des Gesprächs mit aller Inbrunst einzufordern?
Dein Auftritt bzw. Part als passiv aggressiver in diesem Szenario ist zumindest für mich, dann auch nicht besser. Wenn du als stets unter der Tarnkappe der äußerlichen Ruhe dasitzt und sie hast in ihren(wenn auch impulsiven) Emotionen stets hast auflaufen lassen, dann wunderst du dich auch noch über das hier:

Zitat von vonMazedonien:
Zunehmend war eine regelrechte Arroganz mir gegenüber auszumachen.


Schon mal drüber nachgedacht das du mit deiner stets "ruhigen, sachlichen, emotionsfreien" Art ebenfalls auf sie hast Arrogant wirken können? Weißt du es gibt einen Unterschied zwischen irgendein Problem sachlich klären und ein zwischenmenschliches / emotionsbehaftetes Problem klären. Da die pure Sachlichkeit zu fordern und selbst so zu behandeln, kann auf den anderen leider auch einen ziemlich gleichgültigen Eindruck hinterlassen, was dann nicht nur die Verletzung steigert, sondern auch die Impulsivität.

Obwohl ich noch vielmehr, zu dem was du alles zur Situation geschrieben hast kommentieren könnte, belasse ich es vorerst mal so bzw. als ersten Denkanstoss.
Selbstverständlich soll das jetzt keine Entschuldigung für das Verhalten und die Aktionen deiner Ex in dieser ganzen Geschichte sein, denn die ist diese Beziehung aus den ebenso falschen Motivationen heraus eingegangen wie du auch! Nicht mehr und nicht weniger soll es bedeuten....

18.10.2020 16:08 • x 4 #33


CaveCanem

CaveCanem


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Zitat von FrauDrachin:
Fazit: Vielleicht will sie von dir, sogar jetzt im Nachhinein, so gerne mit ihren Gefühlen, wahrgenommen, verstanden und angenommen werden.


Aber plausibel.

Ungefähr da komme ich als Frau auch raus, wenn ich mir das so ansehe.

Ich würde ihn wohl auch schütteln wollen. Lange und nachhaltig, wenn er mein Partner gewesen wäre und so aus der Beziehung gegangen wäre. Trotz der Monate Abstand.

18.10.2020 16:09 • x 1 #34


CaveCanem

CaveCanem


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Zitat von vonMazedonien:
Ich bin noch heute der Ansicht, dass ich sowohl ihr als auch mir mit dem entscheidenden Schritt einen großen Gefallen getan habe.


Hast Du ihr das mal genau so gesagt?

Zitat von vonMazedonien:
Sie hingegen ist "offiziell" froh, dass sie mich los ist und verhält sich doch so, als hätte ich ihr mit der Trennung irgendetwas angetan.


Vielleicht empfindet sie das so?

Was wäre denn, wenn Du mal sagen würdest: "Es tut mir leid, dass Du das so empfindest. Ich hab nicht gedacht, Dir damit so sehr weh zu tun."

Und wenn Du es nur mal zu Dir selber sagst. In den leeren Raum hinein.

Weh getan hast Du nämlich ein Stück weit auch Dir selbst.

18.10.2020 16:14 • x 1 #35


Solskinn2015

Solskinn2015


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Na ja Leute mit ADHS können sehr schwierig sein, das war sie auch. Habe mal jemanden aus dem Spektrum kennengelernt. Ich denke Du hast ja jetzt nen Cut gemacht. Scheinbar fair aus allem rausgegangen. Sie ist halt dennoch verletzt und versucht noch Macht auszuüben. Wenn Du sie vielleicht irgendwann mal treffen wirst, dann wird sie kein gutes Haar an dir lassen und der Beziehung etc. Meine Vermutung. Also schließe das doch jetzt einfach so ab. Distanziere Dich weiter. Bewusst distanzieren.

18.10.2020 16:15 • x 1 #36


vonMazedonien


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@MissLilly
Danke für deine in sich schlüssige Einschätzung.
Und keine Sorge, ich bin durchaus auch über Ansichten erfreut,
die mich in ein negatives Licht rücken, da ich mir da auch mal
Gedanken drüber machen kann.

Ich kann technisch nicht so gut mit dem Forum, weshalb ich auf Zitate zur Beantwortung
leider verzichten muss.

Eines möchte ich aber gern richtig stellen.

Der Beginn der Partnerschaft basierte zunächst auf starker beidseitiger Verliebtheit, welche auch
ungewöhnlich lang (min. 2 Jahre) so anhielt.

Grundsätzlich stellt sich doch bei Beginn einer Partnerschaft auch für mich die Frage: Klappt das?
Eine Mutter mit Kind? Kann ich das. Man redet es sich schon irgendwie passend, erst recht wenn man
5 Jahre lang Single war.

Die Ablehung von Kind und Heirat stammt aus meinem persönlichen Erfahrungsumfeld. Ich selbst war
Scheidungskind, Vater und Mutter über Unterhaltspflichten u.ä. ewig zerstritten. Viele ähnliche Geschichten um mich herum. Mein Vater lebte, auch nachdem er sein Leben auf die Reihe bekommen hatte noch Jahrelang am Existenzminimum, wg. Scheidungskosten und Unterhaltsvorschussrückzahlungen. Es ging mir also eher darum so ein Schicksal zu vermeiden. Nennen wir es mal so... Ich hatte Angst. Und die Beziehung nahm mir diese
Angst zunächst ein Stück weit. Bis es eben wieder krachte... Anfangs seltener später öfter...Die Ehe gilt mir als Schönwettervertrag, der anschließend meist dem männlichen Part finanziell zum Verhängnis wird. Ein Kind ist nochmal eine Schippe drauf, da es hier eben nichtmehr nur um das Paar an sich geht. Ehe und Kind sind keine garantie für eine funktionierende Partnerschaft. Man geht hier eine Verantwortung ein, die wohl überlegt sein sollte und von beiden Partnern auch auf lange Sicht getragen werden kann.

18.10.2020 16:34 • x 2 #37


CaveCanem

CaveCanem


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Zitat von Solskinn2015:
Sie ist halt dennoch verletzt und versucht noch Macht auszuüben.


Eins... ja. Anscheinend.

Zwei... anders drauf schauen.

Wenn die letzten Dinge abgegeben sind, schlägt in der Realität auf "es ist wirklich unwiederbringlich vorbei."

Vielleicht drückt sie sich davor einfach noch etwas.

Was aber ihn nicht dazu verpflichtet, das ebenfalls zu tun.

18.10.2020 16:38 • x 1 #38


MissLilly

MissLilly


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@vonMazedonien

Selbstverständlich hinterlassen die Herkunftsfamilie und die damit verbundene soziale kindliche Prägung spuren, von denen vieles (meist unbewusst) auch mit in das Erwachsenenalter genommen wird.
Obwohl du zu denjenigen zu gehören scheinst, die sich gewisser Defizite oder Triggerpunkte durchaus bewusst zu sein scheinen, hilft dir dieses Wissen augenscheinlich wohl trotzdem nur sehr wenig!
Denn das Szenario einer festen Partnerschaft ist in deinem Kopf oder besser gesagt in deinen Emotionen, immer wieder von Angst und Misstrauen begleitet! Allerdings kann man Angst, genauso wenig wie Vertrauen/Misstrauen nicht wirklich denken, sondern man fühlt es vielmehr. Ganz allgemein neigt nun jeder Mensch dazu ungute Gefühle loswerden zu wollen und da hat jeder (entsprechend seiner persönlichen Neigung und Prägung) eben unterschiedliche Bewältigungsstrategien. Die einen bl_asen laut zum Appell und versuchen das Problem emotionsgeladen und impulsiv (in ihren Augen kraftvoll und voller Inbrunst) regelrecht aus dem Weg zu treten, während andere wiederum sich in den Rückzug und die Vermeidung begeben, weil sie glauben, dass wenn sie nur lange genug einen großen Bogen um die Poten. Gefahr machen, sich entweder das Ganze von selbst erledigen wird oder irgendwann ein anderer des Weges kommen und es schon richten wird.

Nun kommt in deiner Geschichte auch eine Partnerin mit diagnostizierter ADHS vor, was die Beziehung zwischen euch beiden (die ihr eh schon unterschiedlich genug seid) noch zusätzlich erschwert.
Ich kenne mich mit ADHS nur sehr wenig aus, weiß aber das die Ursache der Krankheit häufig genetisch bedingt ist. Wenn man also auf einen solchen Partner trifft, dann muss sich der möglichen Schattenseiten auch bewusst sein und mit diesen dauerhaft(!) auch leben bzw. lernen umgehen zu wollen!
In deinen ersten Postings stand aber nix von ADHS, sondern es ging generell um eure unterschiedlichen Ansichten zum Thema Ehe und Kinder. Und diese deine Ansichten haben sich in ihrem Grundsatz offenbar nach wie vor nicht geändert.

Zitat von vonMazedonien:
Die Ehe gilt mir als Schönwettervertrag, der anschließend meist dem männlichen Part finanziell zum Verhängnis wird.


Rechtlich betrachtet ist die Ehe eine gegenseitige finanzielle Absicherung, erstmal für nur zwei Menschen, sofern noch keine Kinder vorhanden sind! Durch die Tatsache das man erst nach mindestens 5 Jahren Ehe anfangen kann, irgendwelche Forderungen an den Partner im Falle einer Scheidungsabsicht stellen zu können und auch der Tatsache, dass es so etwas wie Gütertrennung und Eheverträge gibt, muss sich aus meiner Sicht und angesichts des 21.Jahrhunderts keiner mehr Sorgen machen, dass er am Ende vollkommen ausgeblutet dastehen wird.
Die Frage ist halt nur: Wer heiratet denn so jemanden noch oder geht überhaupt eine Beziehung mit so jemanden ein, wenn man gleich zu Beginn mit solchen Forderungen um die Ecke kommt. Se_xy geht irgendwie anders
Gibts zwar trotzdem bestimmt welche, aber ob die dann deinen optischen sowie charakterlichen Anforderungen entsprechen, steht dann auf einem anderen Blatt Papier

Wiederum emotional betrachtet ist für viele (insbesondere hoch emotionale Menschen), die Ehe ein offizielles Bekenntnis der Liebe zwischen zwei Menschen, die die Bereitschaft haben nicht nur das Schönwetter miteinander zu teilen, sondern auch in stürmischen Zeiten füreinander einstehen zu wollen. Einige nehmen das sehr ernst und halten sich daran, andere wiederum machen sich nicht so eine Platte darum und denken sich:,,wird schon irgendwie gut gehen."
Nicht selten ist es dann die "wird schon irgendwie gut gehen" Fraktion die, was die Beziehungsarbeit angeht, weniger Elan an den Tag legt und wenn es ihnen zu bunt wird, sich kurzer Hand umdrehen und tschüss sagen.
So weit so gut alles und kein wirklich großes oder lebensbedrohliches Drama, solange noch keine Kinder am Start sind.

Nun zu deinen Ansichten /Befürchtungen in der Konstellation mit Kindern :

Zitat von vonMazedonien:
Ein Kind ist nochmal eine Schippe drauf, da es hier eben nichtmehr nur um das Paar an sich geht. Ehe und Kind sind keine garantie für eine funktionierende Partnerschaft.


Wenn du Garantien willst, bist du mit einem Umzug in den Sudan und einer dort geschlossen Ehe wohl am besten / sichersten aufgehoben Sorry, aber der musste jetzt mal sein....aber ok, nun Spaß beiseite...

Klar ist, das man für leibliche Kinder unterhaltspflichtig ist. Die finanzielle Unterhaltspflicht ist aber, auch wenn sie nicht nur ein paar kurze Jahre anhält, letztlich absehbar und hört irgendwann auf.
Die emotionale Fürsorgepflicht hingegen, hält zumindest in meinen Wertvorstellungen, ein ganzes Leben lang an!
Mit der Tatsache das du dich von Anfang an gegen eine Eheschließung und leibliche Kinder ausgesprochen hast und aber trotzdem bereitwillig in eine Beziehung mit fremdem Kind gegangen bist, zeigt nicht nur das Maß deiner eingeschränkten Verpflichtungs und Verantwortungsbereitschaft in dieser Hinsicht auf, sondern hast damit auch gleich mal zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.
Denn schließlich warst du ja unabhängig vom Status dieser Frau sehr stark in sie verliebt, wie du berichtet hast. Und auf dieses starke Gefühl (welches für dich unnormalerweise ganze 2 Jahre angehalten hat, wie du sagtest) wolltest du nunmal nicht verzichten!
Das ganze hinterlässt am Ende der Fahnenstange den Eindruck, dass du eine "verbindliche" Beziehung (denn das ist insbesondere bei einer Frau mit Kind fast immer der Fall) relativ unverbindlich gelebt hast.
Dabei müsstest du selbst doch (als geprägtes Scheidungskind) am besten wissen, dass eine dauerhaft glückliche Beziehung so nicht funktioniert.

Fazit:
Wenn es dir also innerhalb von zwischenmenschlichen Beziehungen in aller erster Linie um Sicherheit, Garantien und dir daran gelegen ist Poten. Schwierigkeiten bereits schon im Kern zu ersticken, dann kann man dir für die Zukunft und als erste Amtshandlung nur rate, dich schnellstens sterilisieren zu lassen.
Denn selbst wenn man mit anderweitig modernen Mittel verhütet, kann es dennoch passieren, dass diese versagen! Und was dein Beuteschema hinsichtlich Frauen angeht, solltest du beim nächsten Date und wenn das Thema Kinder wieder aufkommt, nicht mehr sagen, dass eher nicht so dein Fall ist, sondern gleich erwähnen, dass du zeugungsunfähig bist! hat den Vorteil, dass du dann auch kein Gespräch mehr übers heiraten führen musst, sofern du einer anders gesinnten Frau gegenüber sitzen solltest.
Denn da kann ich dir garantieren, dass die sich nach so einer Info, plötzlich ganz schnell los muss und sich mit Sicherheit nie wieder bei dir meldet!

Gestern 01:35 • #39


Solskinn2015

Solskinn2015


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ADHS hat er angegeben. Den Post finde ich nicht schlecht. Deine Wahrnehmung in Hinblick auf Eheverträge etc. und ausgeblutet dastehen ist aber realitätsfremd. Sorry wenn ich das so krass jetzt sage. Die Ehe ist und bleibt eine Solidargemeinschaft aus Sicht des Gesetzgebers und wird deshalb auch steuerlich etc. gefördert. Was soll ein Normalverdiener einen Ehevertrag abschließen? Über was? Was er da ausschließen kann wäre vermutlich sittenwidrig. Den Kindsunterhalt schon mal nicht. Den Trennungsunterhalt auch nicht.
Nachehelichen Unterhalt ja unter Umständen. Rentenausgleich. Ja unter Umständen. Würdest Du als Frau so etwas vor der Ehe unterzeichnen? Wenn Kinder geplant sind?

Scheidungen kosten meistens sehr viel Geld. Die Mutter geht zum JA wegen Unterhalt und bekommt eine Beistandsschaft. Der Vater muss zum Anwalt. Der kostet Geld. Das hat er in dieser Situation meist nicht mehr.

Gestern 08:09 • #40


MissLilly

MissLilly


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Zitat von Solskinn2015:
ADHS hat er angegeben.


Ja, das hat er..allerdings nicht im Eröffungsschreiben des Threads oder hab ich da was überlesen?

Zitat von Solskinn2015:
Deine Wahrnehmung in Hinblick auf Eheverträge etc. und ausgeblutet dastehen ist aber realitätsfremd. Sorry wenn ich das so krass jetzt sage. Die Ehe ist und bleibt eine Solidargemeinschaft aus Sicht des Gesetzgebers und wird deshalb auch steuerlich etc. gefördert. Was soll ein Normalverdiener einen Ehevertrag abschließen? Über was? Was er da ausschließen kann wäre vermutlich sittenwidrig. Den Kindsunterhalt schon mal nicht. Den Trennungsunterhalt auch nicht.
Nachehelichen Unterhalt ja unter Umständen. Rentenausgleich. Ja unter Umständen.


Ok, dann habe ich mich wohl falsch oder nicht verständlich genug ausgedrückt, denn mein Beispiel bezog sich (wie ich es auch schrieb) zunächst auf die Konstellation ohne Kinder und einkommenstechnisch sah ich bei dem Beispiel was ich gegeben habe, jetzt nicht unbedingt den Arzt und die Fachangestellte für Gebäudereinigung vor meinen geistigen Auge Gemeint waren damit Menschen die so gut wie gleich viel verdienen und sich selbst beim Scheitern der Ehe nichts Weltbewegendes schuldig bleiben.

In der Konstellation mit Kindern sieht das selbstverständlich anders aus und das glaube ich auch relativ deutlich gemacht zu haben.

Zitat von Solskinn2015:
Würdest Du als Frau so etwas vor der Ehe unterzeichnen? Wenn Kinder geplant sind?


Also ich sicher nicht und auch das habe ich ja wohl mehr oder weniger deutlich geschrieben. Bitte noch einmal richtig lesen vielleicht?! Und im übrigen waren Hochzeit und eigene Kinder vom TE weder jetzt noch in der Zukunft gewollt, was er auch klar und deutlich von Anfang an seiner Ex gegenüber kommuniziert hat.
Von dem her wäre der TE und für die Zukunft und seine persönliche Absicherung mit einer Karrierefrau die kinderlos ist und es ihr Leben lang auch bleiben will und auch nicht gedenkt eimal im Leben "Prinzessin" zu sein, wohl am besten bedient! Fraglich nur wie groß dann noch die Auswahl ist, die ihm wie bereits erwähnt sowohl optisch als charakterlich zusagt!
Schließlich neigen nicht wenige Menschen auf dieser Erde dazu, Ansprüche zu stellen, denen sie selbst nur sehr selten bis gar nicht gerecht werden. So zumindest häufig meine Beobachtung im RL.

Zitat von Solskinn2015:
Scheidungen kosten meistens sehr viel Geld.


Absolut richtig und so wie ich es in meiner eigenen Kindheit und auch späteren Erwachsenenumgebung gesehen habe, kostet das nicht immer nur den Mann ne Stange Geld.

Zitat von Solskinn2015:
Die Mutter geht zum JA wegen Unterhalt und bekommt eine Beistandsschaft. Der Vater muss zum Anwalt. Der kostet Geld. Das hat er in dieser Situation meist nicht mehr.


Auch das ist pauschal betrachtet der überwiegende Ablauf, aber dennoch leider auch ein Stück weit realitätsfern. Sorry, wenn ich das jetzt so krass ausdrücke und es ist sicher nicht böse gemeint.
Denn die Beistandsschaft beim Jugendamt vertritt ausschließlich die Unterhaltsforderung des Kindes und ist kein kostenloser Anwalt für die sonstigen persönlichen Sorgen, Ansprüche oder Belange der Mutter im Falle einer Scheidung. Im übrigen kann das Jugendamt auch nur Väter für den Unterhalt des Kindes wirklich dingfest machen, solange der Unterhaltspflichtige in Deutschland lebt und in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis steht. Ist der allerdings selbstständig tätig oder hat sich ins Ausland verabschiedet, kann so manche Mutter sich von Unterhalt für Kind direkt einmal verabschieden, da alles was über die deutschen Grenzen hinaus geht oder selbständig tätig ist nur äußerst selten bzw. mit jahrelangem Atem (und letztlich auch nur privaten Anwalt) zur Verantwortung gezogen werden kann! Ich habe genau das 13 Jahre lang erlebt weiß wovon ich spreche.

Doch mal abgesehen von meinen persönlichen Erfahrungen, ist in den meisten Ehen die ich in meinem Umfeld so wahrnehme, die Frau aufgrund der Entscheidung ein Kind zu bekommen, in der Regel beruflich schlechter gestellt und hat nicht selten auch ihre Unterschrift unter gemeinsame Bankkredite oder Verbindlichkeiten gesetzt! Und nur weil da ein Kind ist, entbindet sie weder ein Gläubiger noch der Staat so mir nichts dir nichts aus der Pflicht! Auch sie hat dann Umkosten für eine Wohnung und die persönliche Existenz samt einer schlechtere Steuerklasse, muss trotz Unterhalt für das Kind, selbst auch ihren finanziellen Beitrag zur Versorgung des Kindes leisten und übernimmt in der Regel und im Gegensatz zum Vater auch zeitlich den überwiegenden Teil der Betreuung des Kindes! Wenn da die beste Freundin Ute spontan anruft und fragt ob sie nicht mit auf einen Prossecco nebst kleinem Dinner mit den Mädels möchte, dann kann sie nicht mal eben von der Couch springen und ,, ja, klar super" rufen, selbst wenn sie das notwenige Kleingeld dafür übrig hätte.

Gestern 11:00 • #41


vonMazedonien


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@MissLilly
Danke nochmals, ich finde aber, dass der Diskurs gemächlich in eine komische Richtung abgleitet.

Zunächst möchte ich mal richtigstellen, dass
es sehr wohl moralisch und ethisch unbedenklich ist, in "wilder Ehe" mit einer Alleinerziehenden zusammenzuleben. Das Fehlen oder Vorhandensein einer Heiratsurkunde sagt dabei weder etwas über die "geplante" Dauer der Beziehung, deren Qualität, noch über den Grad der Auseinandersetzung mit dem Kind des Partners aus.

Weder ich noch meine Ex hatten das Ende von Anfang an kommen sehen oder geplant.
Trotzdem war die Beziehung natürlich auch ein Experiment, da weder bei ihr noch bei mir praktische Patchworkerfahrung da war.

Ich halte es auch für Fakt, dass sowohl die Kleine, als auch meine Ex und ich von dieser Konstellation in mannigfaltiger Art mehrere Jahre enorm profitiert haben. Auch darüber hinaus profitieren beide vom gewachsenen Status meiner Ex noch heute, sei es durch ihren beruflichen Aufstieg mit ausreichend Einkommen, Führerscheinerwerb mit Autokauf, top eingerichtete Wohnung etc. Das alles wäre für eine alleinerziehende verschuldete Harz IV
Empfängerin, die es bis dato nicht ansatzweise gewöhnt war ihren Lebensunterhalt durch regelmäßige Arbeit zu bestreiten, sicher aus eigener Kraft nicht so einfach und so schnell möglich gewesen und kommt im ganzen auch ihrer Tochter noch auf Jahre zugute.

Auch hier bin ich wieder der letzte, der dafür Dank und Anerkennung verlangt/hat, sondern sich ehrlich über die Entwicklung freuen konnte/kann.

Es gibt sicher Menschen, zu denen du vielleicht auch gehörst, die mit einem Lebensplan geboren werden und diesen kompromisslos verfolgen, nach dem Motto
"Alles auf einmal oder garnichts".

Ich finde es gesünder, wenn man seinen Standpunkt im Leben regelmäßig hinterfragt und überdenkt. Wer weiß, ob nicht nochmal eine Frau in meinem Leben auftaucht, die mir das Gefühl geben kann, es sei richtig sie zu heiraten, und/oder ein gemeinsames Kind zu haben. Und wer weiß, ob ich es dann doch tue, oder nicht.

Vor 9 Stunden • x 1 #42


Nachtlicht

Nachtlicht


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@vonMazedonien

man kann dich nur beglückwünschen, dass du kein Kind mit dieser Frau bekommen hast und dass du diese Beziehung beendet hast.

Das vorhandene Kind tut mir sehr leid. Es zeigt ja längst massive Verhaltensauffälligkeiten (alles andere hätte mich auch gewundert bei den Defiziten die deine Ex so mitbringt).

Man kann es drehen und wenden wie man will, ich kürze gern erneut die gesamte recht vielschichtig anmutende Problemlage deiner Ex als "einen an der Klatsche" ab. Ob man dafür jetzt Verständnis aufbringt oder nicht, ändert ja nichts daran, dass ihre Verhaltensweisen unangemessen und nachhaltig schädlich für ihr nahes Umfeld sind.

Mein Rat an dich ist und bleibt, Abstand zu halten. Schade, dass man dem jetzt schon so verkorksten Kind nicht helfen kann. Aber das wäre eher Aufgabe des Jugendamtes und ist nicht (mehr) deine Baustelle. Mich wundert auch, dass du dich nicht viel früher aus der Situation entfernt bzw. für Hilfe von außen gesorgt hast - du warst da sehr "leidensfähig" im alltäglichen Miteinander - stundenlang ums Zähneputzen kämpfen, ein Albtraum für alle Beteiligten inklusive der Nachbarn, die sich das Geschrei anhören dürfen. Ich frage mich des öfteren, wie Menschen, die ihr eigenes Leben so schlecht geregelt kriegen wie deine Ex, es schaffen, über längere Zeit Menschen an sich zu binden die dazu sehr wohl in der Lage sind. Du hast mir da ein bisschen Einblick gegeben, und klar, es hängt ganz viel an der naiven Vorstelllung, ein gestörter Mensch könne sich ändern (=bessern), wenn man ihm nur mit genug Liebe und Geduld begegnen würde. Nur leider, ist es nicht so.

Vor 8 Stunden • x 1 #43


vonMazedonien


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@Nachtlicht

Danke für deine Rückmeldung!
Das waren auch so die ersten Gedanken von
mir, die mich seit der Trennung begleitet haben. Einen ganz wichtigen Aspekt in der Geschichte habe ich insgesamt vielleicht vergessen zu erwähnen.

Was das ADHS betrifft, war es zu Beginn unserer Beziehung so, dass da sowohl ein Betreuer (eher zum Aussprechen und für Hilfe bei Rechnungen) als auch ein paar Notfallmedikamente für Krisensituationen z.B. Prüfungsphase etc. vorhanden war. Dies schien dann aufgrund meiner stabilisierenden Wirkung auf sie Stück für Stück überflüssig und wurde nach einiger Zeit komplett zurückgefahren. Leider verschwand später auch Ihre Einsicht darin, dass es ggf. helfen könnte, diese Angebote zumindest zeitweilig bei Bedarf mal wieder in Anspruch zu nehmen.
Dies lag vermutlich zum einen am übermäßig gestiegenen Selbstwertgefühl, als auch daran, dass der Sündenbock (ich) ja immer greifbar und verfügbar war. Daher bei der Übergabe des Wohnungsschlüssels auch meine (vorläufigen) Abschiedsworte:

Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass ich wie du sagst für alle deine Probleme verantwortlich bin, denn nur dann verschwinden diese auch mit mir zusammen!

Leider war wohl ich es, der im Recht blieb, was den Trennungsgrund (auch ihr Leid zu lindern) zum Teil dann wohl auch ad absurdum führte

Vor 5 Stunden • x 1 #44


MissLilly

MissLilly


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@vonMazedonien

Auch ich bedanke mich für deine ausführliche Antwort..
Offensichtlich scheinen wir jedoch (trotz der langen Texte) aneinander vorbeizureden bzw. uns womöglich gegenseitig falsch zu interpretieren...Ich denke jedoch, dass das nicht weiter schlimm ist und wünsche dir, aber am meisten der kleinen Sophie für die Zukunft alles Gute.

Vor 4 Stunden • #45



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