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Gehe ich auf Distanz?

Matscho

Matscho
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Moin,

ich meld mich mal nach langer Abstinenz, weil ich einen Rat brauche.
Einige erinnern sich vielleicht noch an meine Ex, die auch noch lange nach der Trennung immer wieder versucht hat, den Kontakt zu suchen. Die gibt aber mittlerweile endlich Ruhe und das passt mir auch sehr gut, da ich absolut gar kein Interesse mehr an ihr habe.

Ich bin seit längerem eigentlich glücklich in einer Beziehung. Wir teilen die gleichen Interessen und sind non stop unterwegs. Nur als Randnotiz: Wir sind beide mittlerweile Mitte 20.

Außer dem ein oder anderen, was halt im Alltag so passiert, haben wir eigentlich alles gut gewuppt bekommen. Ihr Lebensmittelpunkt ist mittlerweile auch bei mir im Norden, trotzdem pendelt sie manchmal zwischen den Städten (knappe 2,5 Stunden Autofahrt zwischen unserer Wohnung und dem Haus ihrer Eltern) und außerdem studiert sie ja auch noch in NRW.

Politische Interessen, Freizeitgestaltung etc. matchen. Wir reisen überdurchschnittlich häufig und mit ihren Eltern passt es auch. Wie gesagt, ich kann eigentlich nichts Schlechtes sagen.

Das "Problem" ist aber, dass sie eigentlich gar keine richtigen Freunde hat. Ich denke mal, das liegt daran, dass sie etwas spezieller und privilegierter ist.

Ich war in den letzten Monaten dadurch oft ihr Ventil oder musste sie bespaßen, weil sie wie gesagt, auch bevor sie zu mir gezogen ist, privat durch ihre "Einsamkeit" echt eingeschränkt war.

Ich weiß nicht, ob das gerade zum Problem wird. Ich merke, dass ich mittlerweile manchmal froh bin, wenn sie weg ist. Ich habe auch gerade nicht wirklich das Bedürfnis, mit ihr zu schreiben oder zu telefonieren, wenn sie mal bei ihren Eltern ist.

Und genau das macht mir Sorgen, weil das für mich irgendwie untypisches Verhalten ist.

Ich hab ehrlich gesagt etwas Angst, das auszusprechen, aber distanziere ich mich gerade von ihr?

Danke fürs lesen und gruß

x 1 #1


Liv225
Hallo @Matscho

Du schreibst recht oft „eigentlich“, was ja schon eine Einschränkung beinhaltet.
Glücklich oder nur „eigentlich“ glücklich
Läuft oder nur läuft „ eigentlich“…

Und dazu Deine „Unlust“ Kontakt aufzunehmen, statt sie zu vermissen oder dich wieder richtig auf sie zu freuen.

Das klingt für mich nach eher Distanz.

Hast Du einen Freundeskreis? Ist sie da integriert?

Mit dem Pendeln und studieren hat sie schon auch Stress.
Seid ihr harmonisch miteinander, wenn ihr zusammen seid?

Alles Gute Dir.

x 1 #2


A


Gehe ich auf Distanz?

x 3


Worrior
@Matscho
Hi, das ist normal, Du bist auch immer noch ein Individuum und hast auch ein eigenes soziales Umfeld.
Sie wohnt jetzt bei Dir aber tagtägliches Zusammensein kann ziemlich langweilig, eintönig und öde werden.
Der Alltagstrott und die Eintönigkeit tagtäglicher Routinen kann das sehr an der Leidenschaft, Begierde und Anziehung nagen.
Es wäre auch ein Fehler Dich nur noch einzig und alleine auf die Beziehung zu konzetrieren.
Bewahre Deine me-Time, Deinen Freundeskreis, Deine Hobbys, Deinen kleinen sozialen Kreis.
Das federt auch viele Probleme ab die ansonsten in die Beziehung getragen getragen werden.
Natürlich muss man in einer Beziehung Abstriche machen, denn sie erfordert Zeit und Pflege.
Alles andere aufzugeben wäre aber der größte Fehler

Wohnort, Studium und Eltern haben sie etwas in die Zurückgezogenheit gedrängt.
Sie lebt mir etwas zu wenig, das ist ein Fehler.
Du tust Dir und ihr aber keinen Gefallen wenn Du ständig den Pausenclown machst.
Bevor sich das richtig zum Problem auftürmt solltet ihr das Gespräch suchen.
Damit sie Sicherheit kriegt dass Du immer noch für sie da bist auch wenn Du Dich einen Tag mal nicht meldest.

x 2 #3


Matscho
Schon mal danke an alle, die sich dem annehmen.
Ich selber habe einen Freundeskreis. Sie ist da allerdings nicht wirklich integriert, da sie mit ihrem Studium schon genug zu tun hat. Zusätzlich macht sie von hier aus auch noch ein bisschen Arbeit im elterlichen Betrieb.
Wenn wir unterwegs sind, ist es eigentlich immer harmonisch. Auch das Zusammenwohnen klappt gut. Da ich bei uns die Kundenbetreuung bundesweit mache, bin ich beruflich auch mal ein paar Tage unterwegs. Wenn ich zum Beispiel beruflich in NRW bin, verbinden wir das meistens direkt mit einem Besuch bei ihren Eltern usw. Das bekommen wir an sich alles gut gemanagt.
Bevor wir zusammen waren, war sie in ihrer Freizeit eigentlich fast nur mit ihren Eltern unterwegs. Auch Urlaube hat sie nur mit ihren Eltern gemacht, da sie, wie gesagt, keine Freunde hat.
Ich weiß nicht, ob es damit zusammenhängt, aber mit mir hat sie irgendwie völlig neue Sachen kennengelernt – Konzerte, Events, Reisen usw. Und ich habe mittlerweile das Gefühl, dass sie von mir erwartet, dass ich ihr quasi ein „Entertainment-Programm“ biete.
Sie lässt mir meinen Freiraum und ich gebe ihr natürlich auch ihren. Das Problem ist nur, dass sie ihren Freiraum irgendwie nicht wirklich nutzt. Und wenn sie dann nicht weiß, was sie machen soll oder wohin sie gehen könnte, ist sie angepisst.

#4


Matscho
Ich sag mal so: Wenn wir zusammen sind, ist eigentlich alles harmonisch. Ich freue mich auch, sie zu sehen und Zeit mit ihr zu verbringen. Aber wenn sie mal nicht hier ist, merke ich schon, dass es mich immer weniger stört. Und wenn ich ehrlich bin, geht der Kontakt meistens auch eher von ihr aus.

#5


Worrior
Na wenn ansonsten alles läuft dann muss sie halt hinsichtlich ihrer Zeit mit sich selbst etwas arbeiten.
Vielleicht Sport, neues Hobby, vielleicht in einem Verein oder Sonstiges.
Du kannst da lediglich anschupsen, mehr nicht.

x 1 #6


Liv225
Ja, so ein junger Mensch und weiß nichts/ wenig mit sich anzufangen, das ist ein wenig seltsam.
Keine Freunde zu haben…
Mit den Eltern gut verstehen ist super. Aber doch nicht nur die Zeit mit ihnen verbringen.

Hmm, kuck mal, wenn es passt, dass ihr darüber sprecht.
Wie @Worrior schreibt, dass sie etwas hat, was neben dem Studium und Dir in ihrer Me-Time für sie schön ist.

Bei mir war’s so, wenn ich gemerkt habe (in zwei kürzeren Beziehungen nach der langen Ehe) , dass die Freude auf ihn weg ist, dass es gut ist, wenn er unterwegs ist… dann ging es dem Ende zu.
Das muss natürlich bei Dir nicht so sein.

x 1 #7


Matscho
Jetzt, wo ich mir das alles noch einmal durchlese und mir natürlich Gedanken mache und nach möglichen Gründen suche, merke ich, dass ich einiges ungewollt unterschlagen habe, was meiner Meinung nach für die Gesamtbewertung mit einfließen sollte.

Eigentlich gibt es schon einige Dinge, die tief in mir drin sind und mich stören, die ich aber teilweise verdrängt oder einfach nicht so ernst genommen habe.

Ein Punkt ist zum Beispiel ihr Vater. Er hat ziemliche gesundheitliche Probleme, für die er zu einem gewissen Teil selbst verantwortlich ist. Die Familie hat wohl schon einiges versucht, um ihn auf den richtigen Weg zu bringen, was aber eher semi-gut funktioniert.
Ich habe allerdings zunehmend das Gefühl, dass sie versucht, mir diesen „Rucksack“ mit aufzusetzen. Dass ich davon nicht unbedingt begeistert bin, versteht sich vermutlich von selbst. Ich möchte für meine Partnerin da sein und sie unterstützen, aber ich sehe nicht ein, Verantwortung für Probleme zu übernehmen, die ich auch nicht lösen kann.

Des Weiteren empfinde ich sie generell als ziemlich negativ. Ich habe oft das Gefühl, dass sie bei anderen Menschen zuerst nach dem Negativen sucht, während sie bei sich selbst eher das Positive sieht. Das ist natürlich meine subjektive Wahrnehmung, aber es fällt mir mittlerweile immer wieder auf.

Ein gutes Beispiel ist das Thema Sport und Aussehen.
Ich war vor ihrer Vorgängerin sportlich und schlank. Während meiner letzten Beziehung habe ich das irgendwann vernachlässigt und bin gemütlicher geworden. Seit Anfang des Jahres bin ich aber wieder dabei, sportlich der Alte zu werden, und merke tatsächlich auch unterwegs, dass ich von Frauen der Kategorie „A“ angeflirtet werde – die Kategorisierung bitte mit einem Augenzwinkern lesen.

Was mir dabei fehlt, ist von ihr eigentlich ein bisschen Anerkennung oder einfach ein warmes Wort. Stattdessen hinterfragt sie eher, wie ich das gemacht habe.

Dabei ist die Antwort eigentlich ziemlich simpel: Wir erledigen beide unseren eigenen Einkauf, und ich gehe entweder vor der Arbeit oder nach Feierabend zum Sport. Ich habe meine Ernährung und meinen Alltag entsprechend angepasst und ziehe das momentan einfach durch.

Vielleicht spielt dabei auch eine Rolle, dass sie selbst – wie sie es sagt – „das ein oder andere Kilo zu viel“ hat und „ungern auf ihre Limonade verzichtet“. Das sind ihre eigenen Worte. Ich möchte ihr daraus auch keinen Vorwurf machen. Jeder muss selbst wissen, wie er mit seinem Körper und seiner Ernährung umgehen möchte. Aber ich finde es trotzdem auffällig, dass mein positiver Wandel nicht einfach als solcher anerkannt wird, sondern eher hinterfragt wird.

Und dann ist da noch das Thema Wertschätzung.
Ich habe teilweise das Gefühl, dass mir diese fehlt. Ich bin ihr erster Freund und gebe mir wirklich Mühe, dass es ihr an nichts fehlt und dass sie merkt, dass sie mir wichtig ist.

Ich habe sie zum Beispiel mit Konzerttickets überrascht, die zu dem Zeitpunkt bereits ausverkauft waren. Ich habe mir also Gedanken gemacht, mich darum gekümmert und wollte ihr damit eine Freude machen. Ich bin mir sicher, dass sie sich darüber auch gefreut hat. Aber ein einfaches „Danke“ habe ich dafür nicht bekommen.

Und genau solche Kleinigkeiten summieren sich bei mir.
Es geht mir dabei nicht darum, ständig gelobt oder für jede Kleinigkeit gefeiert zu werden. Ich erwarte auch keine Gegenleistung für Dinge, die ich freiwillig für sie tue. Aber ein gewisses Maß an Dankbarkeit und Wertschätzung gehört für mich zu einer Beziehung dazu.

Stattdessen habe ich zunehmend das Gefühl, dass für sie vieles selbstverständlich ist.
Vielleicht hat sie das auch von zuhause so mitgenommen. Ihre Familie und sie sind finanziell etwas privilegierter aufgewachsen, und ich habe manchmal den Eindruck, dass sie unbewusst erwartet, dass ich diesen Lebensstandard beziehungsweise diese Art von Versorgung einfach fortführe.

Ich denke, mir wird wahrscheinlich noch mehr einfallen. Aber allein diese Punkte, die mir jetzt spontan wieder in den Sinn gekommen sind, zeigen mir schon, dass da offensichtlich mehr in mir arbeitet, als ich zunächst gedacht habe.

#8


Liv225
Dann versuche mal, weiter in Dich zu gehen, wenn Du so reflektieren kannst und ein bisschen von „außen“ drauf schauen, das bringt auf jeden Fall etwas.
Dass Du Sachen nicht mehr nur hinnimmst.

Ich finde es toll, dass Du wieder mehr auf Dich achtest, Ernährung und Sport.
Meinem Partner würde ich das auch sagen.
Auch Komplimente gehen nie nur in eine Richtung.
Dass Du Dir was „einfallen“ lässt, Überraschungen. Man macht es gern. Dennoch gehört Wertschätzung dazu.
Also ich würde meinem Partner um den Hals fallen, küssen, würde mich richtig freuen. Ein Danke ist wohl „normal“.

In einer Beziehung ist man füreinander da, trägt aber nicht die komplette Verantwortung füreinander, Stichwort „Vater“.
Du bist doch auch nicht für ihren „Stanard“ verantwortlich.

Und das Negative … immer oder meist negative Menschen sind schon „anstrengend“. Wer gar nichts Schönes sieht, zieht einen sehr mit runter, wenn man nicht aufpasst.

x 1 #9


Worrior
@Matscho
Das ist eine üble Entwicklung wenn Deine Bemühungen als Minimum angesehen werden, die Wertschätzung dafür zurückgeht und der Anforderungskatalog immer länger wird.
Hier solltest Du schnellstmöglich intervenieren.
Denn irgendwann wird alles zur Seöbstverständlichkeit und nie genug sein.

x 2 #10


St_Jappi
Hallöle @Matscho.
Ich glaube, du solltest nicht sofort denken, dass mit deiner Beziehung etwas nicht stimmt oder dass du dich automatisch von ihr entfernst.
So wie du es beschreibst, könnte es auch einfach sein, dass du für sie inzwischen sehr viel mehr geworden bist als nur ihr Partner. Wenn jemand kaum eigene Freunde oder andere soziale Kontakte hat, wird der Partner schnell zum einzigen Ansprechpartner, Freizeitpartner und Ventil für alles. Das kann auf Dauer ziemlich anstrengend werden, auch wenn man den Menschen eigentlich liebt.
Dass du manchmal froh bist, wenn sie bei ihren Eltern ist und du einfach mal Zeit für dich hast, finde ich deshalb erst einmal nicht ungewöhnlich. Jeder Mensch braucht Freiraum. Eine gute Beziehung bedeutet ja nicht, dass man jede freie Minute zusammen verbringen oder ständig telefonieren und schreiben muss.
Vielleicht solltest du dir eher die Frage stellen: Vermisse ich sie grundsätzlich und freue mich, wenn sie wieder da ist – oder bin ich dauerhaft erleichtert, wenn sie weg ist?
Ich glaube, da liegt möglicherweise der Unterschied. Zeit für sich selbst zu brauchen bedeutet nicht automatisch, dass die Gefühle verschwinden. Aber wenn aus dem Bedürfnis nach Freiraum dauerhaft der Wunsch wird, möglichst wenig Zeit miteinander zu verbringen, dann würde ich genauer hinschauen.
Vielleicht würde es euch beiden guttun, wenn sie sich langfristig auch wieder eigene Kontakte und einen eigenen Freundeskreis aufbaut. Du kannst ihr Partner sein – aber du kannst und solltest nicht ihr gesamtes soziales Leben ersetzen.
Und ganz ehrlich: Dass dir diese Veränderung überhaupt Sorgen macht, zeigt eigentlich schon, dass dir die Beziehung nicht egal ist.

x 1 #11


St_Jappi
Sorry, ich habe nur den ersten Text gelesen!

x 1 #12


Heffalump
Jbis du sie aus ihrem Dornröschen Schloss errettet hast, war ihr Mittelpunkt ihr Elternhaus. Sie kennt scheinbar nix anderes.

Das an sich schon potential mit sich bringt, welches unheimlich ist. Junge Eltern? Oder alte?

Auch die Einstellung der Eltern Kinder prägt.
Einzelkind umsorgt umtüttelt
Sie müsste sich mehr trauen, aber ich vermute, das wussten die eltern zu unterbinden


Wenn ich mich irre, sag es

x 1 #13


mokka_23
Zitat von Matscho:
von Frauen der Kategorie „A“ angeflirtet

Maximal unsympathische Aussage.

x 4 #14


D
Zitat von Matscho:
Aber ich finde es trotzdem auffällig, dass mein positiver Wandel nicht einfach als solcher anerkannt wird, sondern eher hinterfragt wird.

Manche stehen auf Kilos. Was für dich positiv scheint, muss für sie ja nicht ebenso gelten.

Zitat von Matscho:
Ich habe allerdings zunehmend das Gefühl, dass sie versucht, mir diesen „Rucksack“ mit aufzusetzen.

Wie sieht das konkret aus?

Zitat von Matscho:
Stattdessen habe ich zunehmend das Gefühl, dass für sie vieles selbstverständlich ist.
Vielleicht hat sie das auch von zuhause so mitgenommen. Ihre Familie und sie sind finanziell etwas privilegierter aufgewachsen, und ich habe manchmal den Eindruck, dass sie unbewusst erwartet, dass ich diesen Lebensstandard beziehungsweise diese Art von Versorgung einfach fortführe.

Wieso nur von zuhause, du schreibst doch, du selbst tust alles mögliche, damit es ihr gut geht … und sie tut für dich nichts oder wie muss man sich das vorstellen?

#15


A


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