McCree
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ich bin in einer Zwickmühle angekommen und weiß mir nicht so richtig zu helfen und hoffe hier auf Anregungen oder vielleicht Erfahrung aus erster Hand, die mich bei einer Entscheidung unterstützen können.
Es geht darum, dass meine Freundin mir mittlerweile durch die Blume mitgeteilt hat, dass sie Erfahrung mit sexueller Gewalt in ihrer vorherigen Beziehung gemacht hat, sowie auch seelischen Missbrauch erfahren hat. Bei den Details sind wir noch nicht angekommen, da sie stark mauert, teilweise in Schockstarre verfällt und natürlich weint. Dementsprechend möchte ich den Druck nicht erhöhen.
Auslöser dass wir überhaupt auf die Thematik gekommen sind war, dass unser Sexleben stark abgebaut hat und der Grund mir dafür nicht ersichtlich war und ich sie dementsprechend darauf angesprochen hatte. Sie sagte mir dann, dass ich bei ihr einen Trigger ausgelöst habe und es ihr nun sehr schwer fällt überhaupt Nähe von mir zuzulassen. Als ich sie fragte welche Situation das genau gewesen ist, weil ich wirklich keine Ahnung hatte was sie meinte, hat sie dann eine für mich völlig normale Situation beschrieben, bei der ich dann schon teilweise in die Ecke eines halben Täters gestellt worden bin.
An dem Abend war ich dann erstmal völlig neben mir und versuchte das für mich zu reflektieren. Bis heute bin ich aber überfragt, denn es ist schwierig mit dieser Situation umzugehen, denn es lastet nun dieser "Vorwurf" auf mir, bei dem ich mir keiner Schuld wirklich bewusst bin und ich frage mich wie man mit einer Person körperliche Nähe aufbauen soll, die ihren Willen dabei nicht äußern kann. Zu dem Zeitpunkt war es mir auch nicht möglich besonders sensibel und hellhörig mit Signalen umzugehen, da mir das Thema gar nicht bekannt war.
Nun sind wir an dem Punkt, an dem sie sagt, dass sich an ihren Gefühlen zu mir nichts geändert hat und sie diese Beziehung möchte, sie aber gerade nicht in der Lage ist mit mir intim zu werden. Ich akzeptiere diese Aussage, bin auch bereit es langsam angehen zu lassen, wobei ich schon darauf versuche zu beharren mich ins Bilde zu setzen, um nicht wieder blind in solche Fallen hineinzulaufen. Bisher ist sie nicht in der Lage mit mir darüber zu sprechen und es herrscht auch eine spürbare Distanz zwischen uns was sich in Küssen und Berührungen und dem faktisch nicht existenten Sex ausdrückt. Das alles lässt mich auch stark an der Aussage zweifeln, dass sich an den Gefühlen nichts geändert hat.
Meine Reaktion darauf ist mehr mit ihr drüber zu reden, weil ich natürlich in irgendeiner Art und Weise an einer Lösung arbeiten möchte, aber sie möchte nicht reden und es verursacht wortwörtlich für sie Stress, den sie nicht gebrauchen kann. Die Erwartung zu mir zu kommen und zu wissen ich würde eigentlich mehr wollen, lässt sie auch unsere Treffen nicht mehr 100%ig genießen, dabei habe ich schon so ziemlich alles zurückgefahren in dieser Hinsicht. Küsse sind nur noch kurze Schmatzer, Umarmungen sind kalt.
In erster Linie möchte ich ihr Zeit geben und habe Gefühle für sie, aber was bedeutet Zeit geben in diesem Kontext, wenn man diese Zeit ja gar nicht nutzt um daran zu arbeiten. Sie hatte diesbezüglich keine Therapie und möchte das auch nicht, flüchtet in viel Arbeit und viel Sport, sodass sie quasi keine freie Minute mehr hat, ihr Alltag wirkt wie ein reiner Bewältigungsmechanismus.
Ich bin mit der Situation gerade überfragt. Dazu kommt das Problem, dass ich auch nicht der sicherste Hafen bin und nicht die totale Sicherheit ausstrahlen kann (ich bin sehr verkopft), mir ist es auch ein Bedürfnis gewisse Sicherheit in einer Beziehung zu haben und der Gedanke, dass da jemand ist der das Vertrauen zu einem verloren hat und nicht mal in der Lage ist eine Basis in der Beziehung aufrecht zu erhalten ist da eben auch nicht die beste Kombination.
Nun erwische ich mich selbst dabei, wie ich versuche mehr und mehr zu investieren, um das Problem zu lösen, was natürlich nicht erfolgsversprechend ist und mir gerade selber schadet, weil natürlich 1. diese Investition in die Beziehung gar nicht in der Lage ist solch ein Problem zu überwinden und 2. die Reaktionen teilweise so niederschmetternd sind, dass es Frust und weitere negative Denkprozesse in mir anstößt.
Wie soll ich mit der Situation umgehen? Habt ihr einen Rat?