Mirandaa
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Zitat von Kirschsaft:Es war anfangs sogar sein Vorschlag. Ich finde - auch wenn wir nicht zusammen sind - darf meine Erwartung dann auch sein, dass von ihm etwas kommt.
Also ja.
Erwartungen darf man nicht nur haben, man MUSS es sogar.
Man nennt das Standards.
Paartherapeuten Einmaleins.
Eine große Liste schreiben und immer weiter ergänzen, was du von einem Partner wünschst.
Also nicht, was die Claudia, die Julia oder der Durchschnitt wünscht, sondern du.
Zum Beispiel:
Mann soll emotional, zeitlich, geistig und sexuell verfügbar sein.
Ich möchte ihn 3-4 mal die Woche sehen.
Ich möchte nach spätestens einem Jahr mit ihm zusammenziehen usw usw.
Standards sind dehnbar und verhandelbar. Aus 3-4 mal die Woche sehen darf aber nicht ständig oder nur 1 mal die Woche sehen gemacht werden.
Also: schreib so eine Liste!
Und dann gibt es die andere Liste:
Die Dealbreaker.
Sie listet Punkte auf, wo die Beziehung ohne weitere Gespräche sofort beendet wird.
Bei mir steht da: Körperliche, verbale und emotionale Gewalt.
Vor meinen Augen fremd flirten.
Fremdgehen. Fremdverlieben. Diskrepanzen, die sich auch nach mehr als 4 Wochen nicht lösen lassen. Dauernde Streitereien. etc.
Mir drängt sich wieder die Sichtweise auf - ein Verhalten, was ich von mir kenne - dass die Dealbreaker ignoriert werden (= kognitive Dissonanz weil es auf alte Traumata trifft) und die verbale/emotionale Gewalt durchgewunken wird, jetzt auf Standard-unstimmigkeiten geguckt wird. Das ist der Trick, den du brauchst, um dich selber auszutricksen. Ich hab das auch so gemacht. Ich musste an anderer Stelle erkennen: Hey, der meldet sich ja gar nicht! Das entspricht ja gar nicht meinen Standards! Das passt ja gar nicht und dabei guckte ich nicht auf die vielen Dealbreaker, die für mich als traumatisiertes Kind aus einem dysfunktionalen Elternhaus irgendwie "normal" waren.
Das ist ein guter Trick.
Mit mehr Abstand sehen wir dann irgendwann den Dinosauerier im Wohnzimmer.
Ich kann jetzt ganz klar als Dealbreaker die wiederholten Sachzerstörungen und impulsiven aggressiven Ausbrüche meines letzten ADHS-Exfreundes benennen. Und ich erkenne an meiner Umgebung die Überraschung, weil ich das zuvor komplett versteckt habe.