@Felica
Auch wenn du um eine Pause gebeten hast, will ich trotzdem, wenn ich darf, noch ein paar Gedanken loswerden.
Zitat von Felica:Meine Beziehung läuft gut
Finde ich tatsächlich nicht.
Das mag vielleicht so aussehen. Und es kann auch sein, dass sich jeder von euch beiden in der Beziehung wohl fühlt.
Aber...
In einer gesunden Beziehung sollte es nicht solch gravierende Geheimnisse geben.
Weil das automatisch eine Schieflage erzeugt. Und dabei ist es erstmal völlig egal, ob dein Mann dieses Geheimnis eben nicht kennt. Es genügt, dass
du ja das Wissen darüber hast. Du weißt etwas, was euch beide betrifft/betreffen sollte. Und das spielt
immer, bei jeder Gelegenheit, eine Rolle zwischen euch.
Und das
ist eine Schieflage.
Und es ist, partnerschaftlich betrachtet, schlichtweg unfair.
Also? Deine Beziehung läuft gut? Wirklich?
Zitat von Felica:Für mich gibt es diesen kausalen Zusammenhang nicht: Affäre = Beziehungsende
Bei mir ist es Affäre = Fehler
Genauso wie du es schreibst: Für
dich! Bei
dir!
Wie dein Mann diesen Zusammenhang sehen würde...tja...das weißt du eben einfach gar nicht.
Klar, Affäre ist nicht gleich Beziehungsende. Dann hättest du dich ja auch getrennt und keine Affäre gehabt. Affäre heißt ja, dass man die (Haupt-)Beziehung nicht beenden will.
Und... Affäre = Fehler.
Das ist ja einer der beliebtesten Aussagen von Fremdgehern und Affärenführern.
Weil man damit ganz fein die eigene Verantwortung möglichst klein hält.
Sich monatelang für etwas zu entscheiden und es zu tun, von dem man ganz genau weiß, dass es falsch und unfair ist, kann man nicht als Fehler bezeichnen. Das ist Absicht. "Ich weiß ja, dass es nicht in Ordnung ist, aber es ist mir (momentan) egal".
Vielleicht sagst du in Zukunft besser: "Affäre = falsch"?
Zitat von Felica:So wie Ihr habe ich auch lange gedacht. Bis ich es selbst gemacht und erlebt habe und merke, dass es falsch ist, aber dass es nicht so ist, dass meine Beziehung dann automatisiert am Ende ist.
Dazu würde ich der Affäre viel zu viel Bedeutung geben.
Auch hier wieder nur du.
Du würdest der Affäre zu viel Bedeutung geben.
Dein Mann kann der Affäre aber überhaupt keine Bedeutung geben. Weil er es ja gar nicht weiß.
Das meinen wir halt mit diesem "Entmündigen". Wer eine Zweitbeziehung (und nichts anderes ist eine lange Affäre) dem Partner verheimlicht, der nimmt seinem engsten Vertrauten die Möglichkeit über sein eigenes Leben, das ja von den Umständen abhängt, zu entscheiden. Das ist Entmündigung.
Versuch mal die Perspektive zu wechseln.
Zitat von Felica:Wo ich mich im ganzen Verlauf wiederfinde, ist die Tatsache, dass ich scheinbar eine grundlegende Unzufriedenheit habe.
Als ich das eben las, hat es direkt gesessen.
Wäre das vielleicht ein Ansatz darüber mal etwas tiefer nachzudenken?
Woher kommt diese "grundlegende Unzufriedenheit"?
Ist die sozusagen "systemimmanent" in dir drin?
Oder ist die durch irgendwelche äußeren Umstände entstanden?
Und...was hat das dann wiederum mit deinem Mann und deiner Beziehung zu tun? Siehe oben.
Disclaimer: Alles meine Meinung und meine persönliche Sicht.