Zitat von Felica:Was soll ich da noch mehr sehen?
Ich versuch's mal. Ohne Zeigefinger. Und ohne Anklagen.
Ist ziemlich wirr. Sorry dafür.
Die "Faktoren", die du aufgeführt hast, sind ja allesamt Faktoren von aussen.
Alles Dinge, die auch für andere Menschen gelten könnten.
Wenn man wollte, könnte man das zusammenfassen als "Ich bin fremdgegangen, weil..." (äußere Umstände).
Dadurch rechtfertigt man letztendlich das Fremdgehen vor einem selbst (wahrscheinlich muss man das auch irgendwie aus Selbstschutz). So als würden diese ganzen "Gründe" quasi automatisch zum Fremdgehen führen. So als müssten nur genug "Gründe" zusammenkommen, und dann...
- Ich wurde entlassen. War arbeitslos.
- Mein Vater/meine Mutter ist gestorben.
- Ich hatte eine Depression.
- Merkel wurde schon wieder gewählt

Usw.
Es ist aber so, dass beileibe nicht alle Menschen zwangsläufig den Weg Affäre suchen (Gelegenheit mal vorausgesetzt), sondern andere Wege (oder auch keine) suchen.
Und eigentlich weiß man ja auch (wenn man bewusst darüber nachdenkt), dass eine Affäre keins dieser Probleme löst, sondern lediglich für einen Zeitraum X davon ablenkt.
Jetzt bist du zweimal fremdgegangen.
Wenn ich es richtig verstanden habe, dann ist es nach dem ersten Mal für dich ziemlich glimpflich ausgegangen.
Da sehe ich einen starken Grund für das zweite Mal. Die besonnene Reaktion deines Mannes kann ja alles sein. In sich ruhen. Sich dir sehr sicher sein. Fehlende Eifersucht. Oder auch Desinteresse.
Du hast nicht erleben "dürfen" wie ein Mensch durch dein Verhalten vollkommen zusammenbricht.
Das macht die "Tat" unbewusst weniger "schlimm".
Ich glaube, dass Fremdgehen viel mit dem Charakter zu tun hat. Damit meine ich nicht, dass du einen von Grund auf "schlechten" Charakter hast, sondern, dass bestimmte Charaktereigenschaften bei dir stärker sind, als andere.
Beispiel:
Es gibt Menschen, denen ist Ehrlichkeit unglaublich wichtig. Und zwar nicht nur die Ehrlichkeit anderer, sondern auch ihre eigene. Die können nicht wirklich lügen. Die fühlen sich damit vollkommen unwohl. Und dann "gewinnt" diese Charaktereigenschaft gegen andere Eigenschaften, wie z.B. das Streben nach Sich-Gut-Fühlen oder Lust, usw.
Oder Versprechen. Manchen Menschen sind Versprechen heilig. Die fühlen sich total schlecht, wenn sie ein Versprechen nicht halten können. Bei anderen ist diese Charaktereigenschaft aber weiter "hinten" angesiedelt.
Das meine ich damit, wenn ich sage, dass du mal die "Gründe" beiseite lassen sollst, und nur auf dich schauen sollst.
Es geht ja darum, warum du deine Unzufriedenheit (oder dein Unglücklichsein) ausgerechnet mit einer Affäre lösen willst, statt andere Wege zu probieren, die vielleicht sogar einige dieser Probleme lösen könnten, was eine Affäre ja nun wirklich nicht kann.
Wie entstehen denn meistens Affären?
Man "bekommt" etwas, das einem schon länger fehlt, von einem anderen wieder. Man "spürt" sich wieder. Man bekommt Aufmerksamkeit (Bestätigung). Man wird (wieder) begehrt. Das ist alles neu und aufregend.
Das kann eine längere Beziehung ja so nie "leisten".
Eine Affäre ist Kompensation. Das ist im Grunde genommen eigentlich genauso, wie vielleicht andere sich dauernd neue Klamotten als Kompensation einer inneren Unzufriedenheit kaufen. Das erzeugt ja auch immer ein kleines Glücksgefühl.
Ich glaube ja, dass Fremdgehen natürlich (s.o.) oft einiges mit dem Partner, mit der Beziehung, zu tun hat, aber am aller- allermeisten mit einem selber (welche Eigenschaft "gewinnt"). Man muss das sozusagen "können".
Und ich glaube auch, dass der AP in den allermeisten Fällen im Grunde genommen vollkommen austauschbar ist. Solange er eben genau die "fehlenden Gefühle" bedient, könnte das jeder sein (groß oder klein, grün oder gelb, egal). Zur richtigen Zeit am richtigen Ort mit den richtigen "Mitteln".
Alles nur meine Gedanken. Bin ja kein Wissenschaftler
