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Geoutet mit Depressionen

KBR

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Nicht alle Menschen sind so. Meine Familie ist in vielerlei Hinsicht Murks, aber da haben sie mich im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützt oder zumindest nichts Doofes vom Stapel gelassen.

Man muss aber eben auch wissen, dass die Möglichkeiten begrenzt sind.

Auch bei Freunden und Kollegen gehe ich offen damit um. Viele Menschen haben dann Fragen dazu, manche ignorieren es und dann gibt es die entsetzten, die ja gar nicht glauben können, dass "ein so freundlicher und witziger Mensch" wie ich betroffen sein könnte.

Tatsache ist: kein Mensch, der nicht sonst betroffen ist, kann nachvollziehen bzw. -empfinden, was es bedeutet, Depressionen zu haben. Aber es gibt viele, die es wenigstens versuchen. Mehr kann man nicht verlangen.

Ich schreibe Dir diese Beispiele, damit Du den Mut nicht verlierst, weiter offen damit umzugehen und ich hoffe, Deine Familie war zunächst nur im Schock und nähert sich dem Thema an.

27.12.2018 21:14 • x 5 #16


Sabine

Sabine

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Nicht schön wi es dir geht und wie sie dir entgegen treten.

Als ich vor 3 Jahren her kam, fühlte ich ähnlich wie du. Du möchtest vielleicht gerne, dass Bruder und Mutter in deinen Kopf schauen können. Dich verstehen, meine ich damit. Das ist leider oft nicht so möglich. Zum einen, weil sie es vielleicht nicht greifen können, ihnen die Empathie fehlt oder eben nicht das Verständnis dafür. Zum anderen kann es eben auch sein, was schon einige Vorschreiber erwähnt haben. Kann es sein, dass du zwar dazu gehoörst, zur Familie und doch irgendwie nicht?

Wie geht es dir, wenn du an deine Mutti und deiem Bruder im allgemeinen denkst? Hast du das Gefühl dazu zu gehören, oder empfindest du dich etwas mehr am Rand, als mitten drin. Nicht von deiner jetzigen Situation, sondern in deinem Leben zuvor. Denn oft haben Depressionen einen wirklich engen Zusammenhang.

Möchtest du uns davon erzählen, wie du es vorher empfunden hast?

27.12.2018 22:49 • x 1 #17


Marmorkuchen

Marmorkuchen

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Zitat von Löwenherz4:
Angehörige machen gerne die Augen zu. Es könnte ihnen ja, zur Last gelegt werden.


Richtig. Sehr gut beschrieben . Und zwar weil fast ALLE Psychologen die Ursachen in der Kindheit suchen , das ist bekannt und deshalb ist das " nicht - wahr - habenwollen so ausgeprägt .

Mir wurde ja kürzlich gesagt ich solle meine " Pillen " wieder nehmen . Weil ich dann "funktioniere " auch unter unmenschlicher Belastung und dann zumindest nach außen " alles gut " ist .

So schlecht es mir in den letzten Tagen ging , ich hab mir solche Ansätze verboten ; trotz dem Wissen darum , dass sie wiederum nur der Hilflosigkeit entspringen .


Fakt ist : Mütter werden fast für alles verantwortlich gemacht , was die " Zöglinge " betrifft und ja , Löwenherz genau davor hat sie Angst .

27.12.2018 23:10 • x 1 #18


Aufbruch


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@unregistriert
Meine versprochene Antwort auf Deinen sehr hilfreichen Beitrag hole ich noch nach, sobald es mir möglich ist. Bin gerade eben erst von der Unfallnachsorge nach Hause gekommen und total k.o.
Weiss daher nicht, ob ich heute noch schreibfähig bin.

@all
Ich danke Euch allen sehr für Eure ebenfalls sehr hilfreichen und wertvollen Beiträge. Es hilft mir sehr. Ich bin Euch allen sehr dankbar.
Auf Eure Beiträge werde ich auch noch eingehen, sobald ich die Kraft dazu habe.

Danke für Eure Zeit und Zeilen !

27.12.2018 23:16 • x 3 #19


EchtJetzt

Schreib,wann du magst, ich glaube hier ist doch immer jemand wach.

27.12.2018 23:24 • x 1 #20


Sabine

Sabine

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Die Reaktion der Mutter muss nicht unbedingt bewusst ablaufen. Klar hat jedes Elternteil einen Teil Verantwortung zu tragen, wenn ein Zögling aus der Art schlägt. Wie hoch allerdings der Anteil ist und ab wann man für sich selbst beginnt Verantwortung zu übernehmen.

Ich denke so für mich, würden alle Eltern das richtige Maß in der Erziehung finden, würden viel weniger Menschen an Depressionen leiden, weil sie im optimalen Fall lernen, sich abzugrenzen ihne auszugrenzen, uns das entsprechende Selbstvertrauen hätten ausbilden lassen können.

27.12.2018 23:25 • #21


Joshu

Joshu

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Zitat von mafa:
Spiegelt nur meine bisherigen Erfahrungen wieder... Interpretiere es wie du willst ...


Nein, ich interpretiere nicht, Mafa. Ich weise Dich nur auf einen Denkfehler hin, was niemandem weiter hilft: Du stellst wegen persönlich gemachter Erfahrungen - Akademiker, die keine Empathie besitzen - einen behaupteten notwendigen Zusammenhang her zwischen Akademikern und Nicht-Empathie. Diese Notwendigkeit wirst Du nicht begründen können (kannst es natürlich gerne versuchen), Deine Erfahrungen sind nur zufällig.

Und es ist beileibe keine Kleinigkeit, die Du da behauptest. Dadurch diskriminierst Du mit einem pauschalen Urteil eine große Gruppe von Menschen nur aufgrund ihres Bildungsabschlusses. :Überlege Dir mal die Konsequenzen. Jugendliche sollten besser nicht mit einem Studium beginnen, es jedenfalls nicht zu Ende bringen, weil sie ansonsten ihre Empathiefähigkeit verlieren.
Dann sollte auch besser niemand einen Therapeuten aufsuchen - weil die ja eh keine Empathie besitzen. Was ist mit Ärzten, die in einer Organisation wie "Ärzte ohne Grenzen" unter großer Gefahr für Leib und Leben in Krisen- und Kriegsgebieten arbeiten, um anderen Menschen in großer Not zu helfen? Die machen das ja alle nicht aus Empathie, sind ja Akademiker.

27.12.2018 23:33 • x 2 #22


EchtJetzt

Könnte man wenigstens in diesem Beitrag die Nebenschauplätze bitte sein lassen?Zuviel davon ist doch auch nur verwirrend für den TE

27.12.2018 23:39 • x 1 #23


Thomas69

Thomas69

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Ich möchte jetzt nicht zu tief auf das ganze eingehen denn vieles ist schon gesagt worden, aber ich kann aus eigener Erfahrung sagen das ein ganz wichtiger Schritt ist sich den "Profis" anzuvertrauen... Arzt bzw dessen Überweisung zu einem Facharzt, oder wie ich es damals gemacht habe wenn du nicht weiter weißt ; Kliniken kontaktieren und Termine erfragen zur Vorstellung. Ging ganz gut und relativ schnell. Die Reaktion deiner Familie ist fragwürdig für Erwachsene Menschen, grad heutzutage sollte man sowas nicht belächeln, runterspielen oder verurteilen sondern hinhören und - wenn man sich auch vielleicht überfordert fühlt - zumindest ein wenig mentale Stütze geben. Ich hoffe du kannst bald (meist geht's Stück für Stück) aus diesem "Loch" krabbeln
Depression kann auch den stärksten und stabilsten Charakter erwischen, aber man kann solche Dinge auch gut wieder hinbekommen, auch da hab ich sehr positive Erfahrungen gemacht

27.12.2018 23:58 • x 3 #24


Gast58

Zitat:
Reaktion meiner Mutter, wortwörtlich: "Womit habe ich das verdient" und "Undank ist der Welt Lohn"

Hallo Aufbruch

die Worte deiner Mutter sagen einiges über sie selbst aus, sie verknüpft Depressionen mit Bestrafung und vielleicht auch mit dem Gefühl als Mutter versagt zu haben, dich nicht genügend fürs Leben gestärkt zu haben.
Depressionen fallen nicht vom Himmel, sie haben ihre Ursachen, du kannst versuchen herauszubekommen woher sie kommen und wie du damit anders umgehen kannst.

Nehme es nicht persönlich, oft sind das nur Abwehrreaktionen weil sie sich selbst damit überfordert fühlen - und oft auch schuldig.

Suche dir Hilfe, vielleicht auch in einer Selbsthilfegruppe und schaue gut auf dich, Sport, gesunde, ausgewogene Ernährung, ein Hobby welches dir Freude macht, einen Notfallkoffer, der schöne Dinge deines Lebens enthalten kann, wie z.B. Tel.-Nr. von Freunden, Urlaubsfoto´s, CD, Cremes u.v.m. kann helfen dich abzulenken und aufzumuntern, auch das Sonnenvitamin D3, Johanniskraut, in Absprache mit deinem Arzt, können helfen Sonne in deine Betrübnis zu bringen.

Alle Gute !

28.12.2018 00:01 • x 4 #25


Joshu

Joshu

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Zitat von EchtJetzt:
Könnte man wenigstens in diesem Beitrag die Nebenschauplätze bitte sein lassen?Zuviel davon ist doch auch nur verwirrend für den TE


Das ist Deine Sicht, aber ich entscheide schon selbst, auf welchen Aspekt ich eingehe.
Und ich traue dem TE durchaus zu, die Information herauszuwählen, die für ihn wichtig ist.

Abgesehen davon, dass ich eine solche Aussage wie oben nirgendwo widerspruchsfrei stehen lasse, ist das auch für den TE wichtig, sich klarzumachen, dass ein Problem offensichtlich unter anderem zu der Beziehung des Bruders besteht. Zu der PERSON des Bruders und nicht der Tatsache, dass er einer Gruppe mit einem bestimmten Abschluss zugehört.

28.12.2018 00:20 • x 1 #26


EchtJetzt

Zitat von Joshu:

Das ist Deine Sicht, aber ich entscheide schon selbst, auf welchen Aspekt ich eingehe.
Und ich traue dem TE durchaus zu, die Information herauszuwählen, die für ihn wichtig ist.

Abgesehen davon, dass ich eine solche Aussage wie oben nirgendwo widerspruchsfrei stehen lasse, ist das auch für den TE wichtig, sich klarzumachen, dass ein Problem offensichtlich unter anderem zu der Beziehung des Bruders besteht. Zu der PERSON des Bruders und nicht der Tatsache, dass er einer Gruppe mit einem bestimmten Abschluss zugehört.


So eine Reaktion auf eine Bitte - well done

28.12.2018 00:26 • #27


Joshu

Joshu

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well done? Ironie, weil ich meinen Standpunkt erläutere?

28.12.2018 00:29 • #28


EchtJetzt

Zitat von Joshu:
well done? Ironie, weil ich meinen Standpunkt erläutere?


Wir beenden es hier jetzt.Ich habe eine Bitte formuliert,deine Reaktion ist ausgefallen,wie sie eben ausgefallen ist und Ende
Alles Gute Dir

28.12.2018 00:37 • #29


Joshu

Joshu

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Ich sehe das nicht als Nebenkriegsschauplatz, deswegen habe ich auch so auf die Bitte reagiert. War ja nicht persönlich gemeint.

Aber es ist wichtig für den, den es betrift, zu erkennen, dass die Reaktion des Bruders - wie auch der Mutter - auf die Depression weit mehr ist, als einfach eine Reaktion. Sie gibt ja gleichzeitig einen starken Hinweis auf eine mögliche Ursache der Depression: Das in der Beziehung zur PERSON des Bruders (und nicht seinem zufälligen Abschluss wie auch zur Mutter, also in der Familienstruktur ein ziemlich katastrophaler Defekt vorliegt, dessen Ursache in der Vergangenheit begründet sein mag, jedenfalls etwas, das ein sehr leidvolles Ergebnis zeigt. Das im einzelnen aufzuarbeiten, kann sicherlich nur in einer fundierten Therapie geligen. Dafür alles Gute.

Und Dir auch alles Gute, EchtJetzt

28.12.2018 00:47 • x 1 #30




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