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Geschichten die Mut machen

lilia

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Die Traurigkeit

Es war eine kleine Frau, die den staubigen Feldweg entlang kam. Sie war wohl schon recht alt, doch ihr Gang war leicht, und ihr Lächeln hatte den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens. Bei der zusammengekauerten Gestalt blieb sie stehen und sah hinunter. Sie konnte nicht viel erkennen. Das Wesen, das da im Staub des Weges sass, schien fast körperlos. Es erinnerte an eine graue Flanelldecke mit menschlichen Konturen. Die kleine Frau bückte sich ein wenig und fragte: Wer bist du? Zwei fast leblose Augen blickten müde auf. Ich? Ich bin die Traurigkeit, flüsterte die Stimme stockend und so leise, daß sie kaum zu hören war. Ach, die Traurigkeit! rief die kleine Frau erfreut aus, als würde sie eine alte Bekannte begrüßen. Du kennst mich? fragte die Traurigkeit mißtrauisch. Natürlich kenne ich dich! Immer wieder einmal hast du mich ein Stück des Weges begleitet.

Ja, aber..., argwöhnte die Traurigkeit, warum flüchtest du dann nicht vor mir? Hast du denn keine Angst? Warum sollte ich vor dir davonlaufen, meine Liebe? Du weißt doch selbst nur zu gut, daß du jeden Flüchtigen einholst. Aber, was ich dich fragen will: Warum siehst du so mutlos aus? Ich... ich bin traurig, antwortete die graue Gestalt mit brüchiger Stimme. Die kleine, alte Frau setzte sich zu ihr. Traurig bist du also, sagte sie und nickte verständnisvoll mit dem Kopf. Erzähl mir doch, was dich so bedrückt. Die Traurigkeit seufzte tief. Sollte ihr diesmal wirklich jemand zuhören wollen? Wie oft hatte sie sich das schon gewünscht. Ach, weißt du, begann sie zögernd und äußerst verwundert, es ist so, daß mich einfach niemand mag. Es ist nun mal meine Bestimmung, unter den Menschen zu gehen und für eine gewisse Zeit bei ihnen zu verweilen. Aber wenn ich zu ihnen komme, schrecken sie zurück. Sie fürchten sich vor mir und meiden mich wie die Pest.

Die Traurigkeit schluckte schwer. Sie haben Sätze erfunden, mit denen sie mich bannen wollen. Sie sagen: Papperlapapp, das Leben ist heiter. Und ihr falsches Lachen führt zu Magenkrämpfen und Atemnot. Sie sagen: Gelobt sei, was hart macht. Und dann bekommen sie Herzschmerzen. Sie sagen: Man muß sich nur zusammenreißen. Und sie spüren das Reißen in den Schultern und im Rücken. Sie sagen: Nur Schwächlinge weinen. Und die aufgestauten Tränen sprengen fast ihre Köpfe. Oder aber sie betäuben sich mit Alk. undDrogen, damit sie mich nicht fühlen müssen. Oh ja, bestätigte die alte Frau, solche Menschen sind mir schon oft begegnet. Die Traurigkeit sank noch ein wenig mehr in sich zusammen. Und dabei will ich den Menschen doch nur helfen. Wenn ich ganz nah bei ihnen bin, können sie sich selbst begegnen. Ich helfe ihnen, ein Nest zu bauen, um ihre Wunden zu pflegen. Wer traurig ist, hat eine besonders dünne Haut. Manches Leid bricht wieder auf wie eine schlecht verheilte Wunde, und das tut sehr weh. Aber nur, wer die Trauer zuläßt und all die ungeweinten Tränen weint, kann seine Wunden wirklich heilen. Doch die Menschen wollen gar nicht, daß ich ihnen dabei helfe. Statt dessen schminken sie sich ein grelles Lachen über ihre Narben. Oder sie legen sich einen dicken Panzer aus Bitterkeit zu.

Die Traurigkeit schwieg. Ihr Weinen war erst schwach, dann stärker und schließlich ganz verzweifelt. Die kleine, alte Frau nahm die zusammengesunkene Gestalt tröstend in ihre Arme. Wie weich und sanft sie sich anfühlt, dachte sie und streichelte zärtlich das zitternde Bündel. Weine nur, Traurigkeit, flüsterte sie liebevoll, ruh dich aus, damit du wieder Kraft sammeln kannst. Du sollst von nun an nicht mehr alleine wandern. Ich werde dich begleiten, damit die Mutlosigkeit nicht noch mehr alleine wandern. Ich werde dich begleiten, damit die Mutlosigkeit nicht noch mehr an Macht gewinnt. Die Traurigkeit hörte auf zu weinen. Sie richtete sich auf und betrachtete erstaunt ihre neue Gefährtin: Aber... aber- wer bist eigentlich du? Ich? sagte die kleine, alte Frau schmunzelnd, und dann lächelte sie wieder so unbekümmert wie ein kleines Mädchen. Ich bin die Hoffnung.


(Inge Wuthe)

07.05.2003 11:37 • x 5 #1


Dom

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Um wirklich was in Bewegung zu versetzen, mußt du rauskommen! Laß´ dein Leben zu einem Instrument werden, dass anderen Glück, Freude und Frieden bringt  ;)

Viel Erfolg Alle!

07.05.2003 13:54 • #2


Ehemaliger User

Es war einmal ein Mann, der lebte auf einer Insel.
Eines Tages merkte er, dass die Insel zu zittern begann.

"Sollte ich vielleicht etwas tun?" dachte er.
Aber als die Insel zu zittern aufhörte, beschloss er, abzuwarten.

Wenig später fiel ein Stück seiner Insel ins Meer.
Der Mann war beunruhigt.

"Sollte ich vielleicht etwas tun?", dachte er. Aber als die Insel zu zittern aufhörte, beschloss er, abzuwarten.
Er konnte auch ohne das versunkene Stück weiterleben.

Kurz danach fiel ein zweites Stück seiner Insel ins Meer.
Der Mann erschrak.

"Sollte ich vielleicht etwas tun?", dachte er. Aber als nichts weiter passierte, beschloss er, abzuwarten.
"Bis jetzt", sagte er sich "ist ja auch alles gutgegangen."

Es dauerte nicht lange, da versank die ganze Insel im Meer,
und mit ihr der Mann, der sie bewohnt hatte.

"Vielleicht hätte ich doch etwas tun sollen", war sein letzter Gedanke, bevor er ertrank.


+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++


Geh wohin dein Herz dich trägt

Jedesmal, wenn du dich verloren fühlst, verwirrt,
denk an die Bäume, an ihre Art zu wachsen.
Denk daran, dass ein Baum mit einer grossen Krone
und wenig Wurzeln beim ersten Windstoss umgerissen wird,
während bei einem Baum mit vielen Wurzeln
und kleiner Krone die Säfte nicht richtig fliessen.
Wurzeln und Krone müssen gleichermassen wachsen,
du musst in den Dingen und über den Dingen sein,
nur so wirst du Schatten und Schutz bieten können,
nur so wirst du zur rechten Jahreszeit blühen und Früchte tragen können.  
Und wenn sich dann viele verschiedene Wege vor dir auftun werden, und du nicht weisst, welchen du einschlagen sollst, dann überlasse es nicht dem Zufall, sondern setz dich und warte. Atme so tief und vertrauensvoll, wie du an dem Tag geatmet hast, als du auf die Welt kamst, lass dich von nichts ablenken, warte, warte noch. Lausche still und schweigend auf dein Herz. Wenn es dann zu dir spricht, steh auf und geh, wohin es dich trägt.  

08.05.2003 15:37 • #3


Dom

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Zitat:
Veränderung findet statt, wenn du ein Hindernis nach dem anderen überwindest. Halte dich dabei an das Vorbild des Wassers - das Wasser hält sich nicht damit auf, sich gegen irgendetwas zu wehren. Es fließt einfach daran vorbei oder darüber hinweg und läßt die Dinge hinter sich.
____________________________________________________

Hmm... Nachdenklich? Bin ich auch...

LG Dom

09.05.2003 12:19 • #4


mirja

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Die Geschichte mit dem Hammer

Ein Mann will ein Bild aufhängen. Nägel hat er, aber keinen Hammer. Also beschliesst er, bei seinem Nachbarn einen Hammer zu borgen. Doch plötzlich kommen ihm Zweifel. "Vielleicht will er mir keinen Hammer leihen. Gestern grüsste er mich so unfreundlich und ging ganz schnell an mir vorbei." Je länger er darüber nachdenkt. um so mehr scheinen sich seine Zweifel zu erhärten. "Wahrscheinlich findet er mich unsympatisch. Sonst wäre er doch nicht so kurz angebunden." Der Mann "denkt" sich weiter in Rage: "So ein unhöflicher Mensch. Das habe ich doch gar nicht nötig, mich so behandeln zu lassen. Von so jemanden nehme ich nichts an. Schliesslich hat man ja seinen Stolz." Mittlerweile steht er vor der Tür seines Nachbars und läutet. Als der ahnungslose Nachbar die Tür öffnet, schnauzt er ihn wütend an: "Behalten sich doch ihren blöden Hammer, Sie Idiot!"

(Paul Watzlawick)

12.05.2003 12:16 • #5


Ehemaliger User

und denk' daran:

einfache leute glauben an die bibel - fachmänner an stephen w. hawking   ;D

14.05.2003 12:02 • #6


Ehemaliger User

Die Dekadenz hält wieder EInzug?

14.05.2003 12:13 • #7


Ehemaliger User

"Es gibt eine Theorie die besagt, wenn jemals irgendwer herausfindet, warum das Universum da ist und wozu es da ist, dann wird es augenblicklich durch etwas noch bizarreres und unbegreiflicheres ersetzt."
"Es gibt eine andere Theorie nach der das bereits passiert ist." (D. Adams)

Bevor hier jetzt gleich wieder die WM in geistiger onan. fröhliche Urständ feiert: wer hier jetzt wieder anfängt 'rumzustänkern, muss ohne Socken ins Bett und kriegt 'ne Woche lang keinen Nachtisch! Im Ernst. )

Vielleicht sollte man für diese ersprießliche Form der Kommunikation ein neues Topic eröffnen? Arbeitstitel: "Collosseum 200 AD"? Wie wär's mit "Mental Gladiators"? Oder "Battle of Monster-Brains"? Oder "Mut zur Lücke - Wilde Theorien verkannter Intellektueller"?

Die Idee mit Hawking ist auf jeden Fall Klasse! Ich persönlich würde mich auch sehr über einen kleinen Exkurs über - ...sagen wir mal Marx und Engels Werke (alle Bände, versteht sich ja von selbst) freuen. Ob sich das wohl einrichten liesse? Oder warum nicht mal Rudolf Steiner? Oder eine Doktorarbeit zum Thema "Kontraproduktive Toleranz der interaktiv inkriminiernten Subversivität unter Brücksichtigung der Korrelation der Bewegung der gastronomisch orientierten Fäkalrezitatoren des Bildungsbürgertums der Postindustriellen Gesellschaft mit den matriarchalischen Strukturen der Kulturen der Westniederländischen Antillen des ausgehenden 16. Jahrhunderts" könnte hier diskutiert werden. DAS fände ich auch SEHR spannend.  

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass der Großteil der Forumsbesucher, schon allein wegen der besonderen Lebenssituation in der sich die meisten befinden, gerade brennendst an solchen Themen interessiert sind...
Vom Unterhaltungswert mal ganz abgesehen...

So. Ich hab schon mal vorsorglich meine Socken festgetackert...

Und jetzt lasst mich bitte nicht dumm sterben...

ts, ts, ts, donald




@lilia, timeless, mirja, : schöne Geschichten... Danke!
@jesus online: Schläfst Du mit Sonnenbrille oder hat Dein Heiligenschein einen Schalter? Tut es sehr weh oder hast Du Dich inzwischen daran gewöhnt?

14.05.2003 14:56 • #8


Ehemaliger User

Worte an das Gefallene   .... und an RESTLESS

Ich nehme dich mit auf eine Reise. Wohin sie führt, weiß nur ich. Die Reise gleicht einem langen Spaziergang. Beim Gedanken an die Ziellosigkeit ist dir nicht wohl; da du aber stets stärker warst als ich, fürchtest du mich nicht. Wir gehen durch einen Wald, amüsieren uns, die Welt scheint so zu sein wie immer. Doch in meinem Innern lodert ein Feuer, das du nicht ahnst, bereit dich zu verzehren.
Unser Weg führt uns schließlich zu einem Brunnen. Es ist kein gewöhnlicher Brunnen, kein Eimer ist zu sehen, keine Vorrichtung Wasser aus ihm zu ziehen - wahrscheinlich enthält er nicht einmal etwas. Zur Probe werfen wir Steine in das dunkle Loch, das sich vor uns auftut. Kein Plätschern, kein trockener Aufprall ist zu hören. Ich habe gefunden, wonach ich suchte.
Mit all meiner grenzenlosen Wut stoße ich dich so wie du bist in den dunklen, bodenlosen Brunnen, denjenigen des Vergessens und der Gleichgültigkeit. Noch klammerst du dich an den Rand des Brunnens und lächelst mich an. Doch ich steh nur da, schau auf dich und weiß, dass ich keine Hand nach dir ausstrecken werde. Ich steh nur da und warte, dass du endgültig den Halt verlierst und fällst. Meine Wut war grenzenlos doch jetzt ist sie nicht mehr stark genug dir den letzten Stoß zu geben und dich für immer in diesem Loch verschwinden zu sehen. So bleibt nur das Warten. Du wirst niemals aus eigener Kraft wieder aus dem Brunnen gelangen, dein Ende ist unausweichlich. Trotzdem stehe ich immer noch regungslos da - worauf warte ich denn? Ich erkläre mein Verhalten, indem ich mir sage, dass ich nur mit eigenen Augen sehen will, wie du stürzt. Um mir die Zeit zu vertreiben, überlege ich mir Worte, die ich dir mit auf den Weg geben werde, wenn deine Kräfte verzehrt sind. Es sind Worte voller Hass und Verachtung. In Gedanken forme ich einen Grabstein des Hohns.
Wenn der Moment gekommen ist, sind es diese Worte, die dich auf deiner Reise in die Tiefen des Brunnens begleiten sollen. Meine Worte des endgültigen Abschieds. Ich schaue dich noch einmal an. Ich sehe keine Panik in deinem Ausdruck. Du lächelst überlegen wie immer. Woher nimmst du nur die Kraft? Woher nimmst du dieses Gefühl der Überlegenheit? Du hängst am Rand des Brunnens dazu verdammt zu stürzen. Niemand kann dich retten außer mir und ich werde es nicht sein, ich werde es nicht sein. Ich bin frei und kann gehen, wann ich will. Du musst meinen Gedanken erraten haben, denn plötzlich lächelst du dein schönstes Lächeln, bist schöner als du jemals warst. In all deiner Schönheit öffnest du die Hände und stürzt in die Tiefe. „Nein“, schreie ich, “lass mich nicht alleine, denn ich lebe nur für dich und durch dich.“ Wie von Sinnen folge ich dir in den Brunnen. Ich taumle, überschlage mich im Fall wie ein nasses Stück Holz in der Brandung, verliere das Gefühl für Raum und Zeit. „Wo bist du? Ich rette dich!“
Langsam stabilisiere ich meinen Fall und da sehe ich dich. „Halte durch, ich rette dich“. Ich fliege langsam näher - doch was ist das. Einzelne Stücke deiner makellosen Oberfläche scheinen sich zu lockern. Du bist nicht für den Fall geschaffen. Ich sehe, dass er dich vernichten wird. Alles in mir krampft sich in tiefer Verzweiflung zusammen, ich muss mich beeilen. Schon lösen sich einige Stücke. Ich versuche sie zu fangen, doch sie versengen meine Hände, hinterlassen tiefe Schnittwunden im Fleisch. Ich kann sie nicht greifen. Deine Schönheit schwindet. Nein, das kann nicht sein! Hör auf damit! Ich nähere mich viel zu langsam. Wie ein Wahnsinniger schreie ich, weine Tränen der Verzweiflung. Immer größere Stücke lösen sich, meine Hände sich nur noch Fetzen, vom sinnlosen Versuch deine Schönheit festzuhalten. Mit einem Mal löst sich ein riesiges Stück deiner Oberfläche. Ich will zumindest dieses eine retten! Doch wenn es genauso heiß und rasierklingenscharf ist wie die anderen, wird der Versuch es zu halten mein Untergang sein. Es ist mir egal, denn ich bin nur für dich, das erkenne ich. Das ist die Wahrheit des Brunnens. Kurz bevor mich das große Stück erreicht, werfe ich einen letzten Blick auf dich, der mich voller Ekel erschaudern lässt. Von dir ist nichts weiter geblieben als ein hässlicher, schleimiger Brocken, der einem geschweiften Meteor gleich stürzt. Ich fange das letzte Stück deiner Schönheit nicht, sondern trete es beiseite, kurz bevor es mich zerschmettert hätte. Es schießt an mir vorüber, versengt mir Gesicht und Haare, schneidet mir eine klaffende Wunde in den Oberarm. In diesem Augenblick tiefster Verzweiflung, ohne Hoffnung tut sich eine Kraft in mir auf, die mich mit meinem gesunden Arm nach oben greifen lässt. Ich stehe wieder am Rand des Brunnens. Alle Wunden sind verheilt. Verwirrt, der Ohnmacht nahe, taumle ich vom grausamen Brunnen weg. Weg, weg nur weg!

Seit diesem Tag besuchte ich oftmals den Brunnen, für den ich nur noch die wundervollsten Namen habe. Viele Dinge habe ich seitdem in den Brunnen geworfen. Sie haben ihn verändert. In seinen schwarzen Tiefen glänzen Sie wie die Sterne in einer klaren Nacht - manche heller, manche blasser. Wenn ich mich über den Brunnen beuge, höre ich den letzten Hall der Worte des Abschieds, die ich ihnen einst mit auf den Weg gab. Einzelne Sterne in diesem Brunnen sind heller als die anderen und leuchten wie Diamanten in schimmernden Farben. „Greif nach uns“, rufen Sie mir zu, „noch sind wir nicht verloren. Wir lieben dich. Du brauchst uns“. Ich antworte ihnen nicht. Ich lasse meinen Arm in die Unendlichkeit des Brunnens greifen und packe einen der Sterne in seinem grenzenlosen Fall. In meinen Händen zerfällt er zu Staub. Vorsichtig wickele ich den Staub in ein Tuch und nehme ihn mit mir. Es ist Zeit weiter zu gehen.


14.05.2003 17:51 • x 1 #9


lilia


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Zitat:
      Wal mal anderes, ähm mal was anderes      
Was haltet ihr eigentlich von dem komischen Beitrag mit dem Sturz ins Loch? Sind wir bei den Kanibalen, am Kutter oder
Tor zur Hölle? Wie ist euer Eindruck? Mir wird tierisch schlecht
so was zu lesen,(Geschichten die Mut machen - G) und ich bin sehr empört und verwirrt, über den Wandel des heutigen Forums...wird wirklich alles böse
und man kann da nix gegen machen, was ist bloß los, gehts nur mir so?        


Hi Wilde Flocke !

ich antworte Dir hier mal im passenden  Zusammenhang,

aaalso, ich gebe es ja zu,  im ersten Moment  dachte ich auch  Hilfe was ist das denn für eine gestörter Kram ?

Aber wie immer kommt es auch hier auf die Sichtweise an, wenn es diesem Gefallenen hilft aus seinem Loch zu kriechen, dann soll er eben weiter seine makaberen Gruselgeschichen schreiben ! Es sind Gefühle die aus ihm herrauskommen, und
die Phantasie treibt ihre eigenen wundersamen Blüten...

Was solls ?  jeder wie er mag,..Wir sind nicht sein Richter ...

Und sicher gibt es auch genug andere Menschen die hieraus etwas positives für sich gewinnen können.

Diesen Thread habe ich angeleiert um JEDER  Art von Geschichte die Mut macht eine Plattform zu geben.

Was ist denn überhaupt das "Böse" ?

Ich denke jeder Mensch hat seine dunkle Seite und nur die wenigsten haben den Mut dazu sie im Spiegel zu betrachten und zu ihr zu stehen.  Aber gerade DAS würde manchem helfen zu verstehen, warum er immer gescheitert ist und wieder scheitert. Sei es in sich wiederholenden unglücklichen Beziehungen, die immer nach dem gleichen Muster ablaufen. Das fängt schon bei der Auswahl des falschen Partners an.
Wir sind keine Engel und ein Scheitern einer Beziehung hat IMMER etwas mit unseren eigenen negativen Gefühlen Handlungsweisen zu tun,  und erst wenn man sich seines eigenen Anteils bewusst wird, kann man anfangen zu verarbeiten, zu verstehen und zu verzeihen.
Eben um irgendwann diese Fehler nicht mehr zu machen oder besser gesagt  nicht mehr machen zu müssen.

Ich würde mich über weitere Meinungen zum Thema freuen, vielleicht entwickelt sich eine fruchtbare Diskussion.

Grüße an alle  Lilia

16.05.2003 15:32 • #10


Ehemaliger User

                                              Der Korb des alten Mannes

Eine Geschichte darüber, was mancher von uns auf seinem Rücken durch das Leben trägt...
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Es war einmal ein Waisenjunge. Er zog von Dorf zu Dorf, immer auf der Suche nach etwas Essbarem und einem Dach über dem Kopf.

Eines Tages traf der Junge auf einen alten Mann, der ebenfalls von Dorf zu Dorf wanderte. Sie beschlossen, gemeinsam weiterzugehen.

Der alte Mann trug einen großen, zugedeckten Weidenkorb, der offenbar sehr schwer war, denn der Alte lief tief gebeugt und stöhnte hin und wieder unter der Last. Als sie Rast an einem Bach machten, stellte der alte Mann seinen Korb erschöpft auf den Boden.

Der Junge fragte "Soll ich deinen Korb für dich tragen?"

"Nein," antwortete der Alte, "den Korb kannst du nicht für mich tragen. Ich muss ihn ganz allein tragen."

"Was ist denn in dem Korb?" fragte der Junge, doch er erhielt keine Antwort.

Viele Tage wanderten die beiden gemeinsam. Nachts, wenn der Alte glaubte, dass der Junge schlief, kramte er in seinem Korb herum und sprach leise mit sich selbst.

Es kam der Tag, an dem der alte Mann nicht mehr weitergehen konnte. Er legte sich nieder, um zu sterben. Und er sprach zu dem Jungen: "Du wolltest wissen, was in meinem Korb ist, nicht wahr? In diesem Korb sind all die Dinge, die ich von mir selbst glaubte und die nicht stimmten. Es sind die Steine, die mir meine Reise erschwerten. Auf meinem Rücken habe ich die Last jedes Kieselsteines des Zweifels, jedes Sandkorn der Unsicherheit und jeden Mühlstein des Irrwegs getragen, die ich Laufe meines Lebens gesammelt habe. Aber ach - ohne sie hätte ich so viel weiter kommen können, im Leben. Statt meine Träume zu verwirklichen, bin ich nun nur hier angekommen." Und er schloss die Augen und starb.

Der Junge ging zu dem Korb und hob den Deckel ab. Der Korb, der den alten Mann so lange niedergedrückt hatte, war leer.

Anleitung zum
Positiven Denken von
Shad Helmstetter, gekürzt und
leicht geändert

26.05.2003 20:28 • #11


Ehemaliger User

Hallo Lilia,

> Diesen Thread habe ich angeleiert um JEDER  Art von Geschichte die Mut macht eine Plattform zu geben.

mich haben die letzten Geschichten eher traurig gemacht.

> Was ist denn überhaupt das "Böse" ?

Es ist der innere Schweinehund, der umso stärker ist je mehr man nach außen hin buckeln muß. C. Jung, ein Schüler von Freud soweit ich mich erinnern kann, hat darüber Einiges geschrieben. Eine sehr interessante Theorie die auch in der Praxis immer wieder beweisbar ist. kann sicher mehr davon berichten, ich habe das nur auszugsweise gelesen und ich war überrascht wie sehr diese Theorie auf unsere moderne Gesellschaft passt.

> Ich denke jeder Mensch hat seine dunkle Seite und nur die wenigsten haben den Mut dazu sie im Spiegel zu betrachten und zu ihr zu stehen.

Das denke ich auch. Wenn sie es könnten, dann hätte der Schweinehund weniger Chancen, auszubrechen und Unheil anzurichten. Das ist wohl eine der guten Seiten der Egozentriker: Sie lassen all das Böse raus was sie bewegt und kümmern sich teilweise einen schei. um das was sie anderen damit zumuten. Deshalb sind sie klarer, besser einschätzbar und weniger anfällig für das wirklich Böse. Schlimm wird es bei den ganz Stillen und Beugsamen, die buckeln den ganzen Tag, fressen alles in sich rein und irgendwann kommt der dicke Knall. Ich sehe mich irgendwo in der Mitte, deshalb habe ich wahrscheinlich noch keinen dieser Egos umgebracht  ;D


> Wir sind keine Engel und ein Scheitern einer Beziehung hat IMMER etwas mit unseren eigenen negativen Gefühlen Handlungsweisen zu tun,  und erst wenn man sich seines eigenen Anteils bewusst wird, kann man anfangen zu verarbeiten, zu verstehen und zu verzeihen.

Da kann ich nur voll zustimmen. Wenn man seine eigenen Fehler analysiert wird man die Fehler der anderen in einem neuen Licht sehen. Das kann positiv aber auch negativ für die Beurteilung des (Ex-)Partners sein.

cu

und hier ein Beitrag, der immer aktuell sein wird:

          Liebesversprechen/Beziehungsideal

Ich verspreche Dir, daß ich Dich nicht binden will.   Ob es mir
immer gelingen wird, weiß ich nicht. Aber ich will nicht, daß Du im Zusammensein mit mir schrumpfst
und nicht die Person wirst, die Du sein könntest. Ich verspreche Dir, daß ich alles tun werde, soweit
ich es sehe und wo es mir bewußt wird, um nicht zu einer Begrenzung für Dich zu werden.   Und weil es
die Rückseite dieser Medaille ist, verspreche ich Dir, daß ich mein Leben nicht von Dir einschränken
lassen will . Ich will nicht weniger sein, als ich bin und ohne Dich sein könnte. Ich will Dir nicht
die Verantwortung für mein Leben in die Hände geben. Ich bleibe weiter für mein Leben und für mein
Glück verantwortlich. Aber ich werde Deine Hilfe, wenn nötig, gerne in Anspruch nehmen, wie ich Dir
jederzeit meine Hilfe anbieten werde.     Ich wünsche mir, daß meine Liebe zu Dir Dich immer zu Dir
selbst führt. Ich weiß nicht, ob es mir immer gelingen wird, so zu leben, aber versuchen will ich es.
Ich weiß, daß Du nur dann ganz bei mir sein wirst, wenn Du wirklich bei Dir selbst bist. Ich wünsche
mir ebenso, daß Deine Liebe zu mir mir erlauben wird, ich selbst zu sein und daß Deine Liebe mich zu
mir selbst führt und nicht fort von mir.       Ich verspreche Dir, daß ich alles dransetzen werde,
bewußter zu werden. Ich will mich selbst und Dich und uns verstehen. Ich will niemand anders für das
Glück und Unglück meines Lebens verantwortlich machen, sondern mich allein.. Ich will mich bemühen,
daß mir das aufgeht, was ich benötige, um mein Leben zu meistern. Ich verspreche Dir, daß ich meine
Bewußtwerdung nicht dem Zufall und den Umständen überlassen werde, sondern daß ich sie aktiv verfolgen
werde. Ich weiß, daß andere an einem unbewußten Menschen leiden, und das will ich Dir nicht antun.    
  Ich wünsche mir von Dir die Zuwendung Deiner ganzen Person, Das heißt für mich nicht, daß Du keine
Geheimnisse mehr haben darfst, oder daß Du mir alles mitteilen mußt, was Dich bewegt. Aber ich will
nicht neben Dir her leben und nicht zählen. Es kann Zeiten geben, wo Dich etwas anderes gefangen nimmt
- vielleicht Dein Beruf, ein Hobby, eine Idee oder ein Mensch. Ich werde üben, das zu verstehen, aber
ich möchte nicht auf Dauer zu einer Randerscheinung in Deinem Leben werden und ich möchte Dich ebenso
nicht dazu machen, ganz gleich, wie wichtig mir etwas anderes ist. Wenn dies geschieht, will ich
aufmerken und meine Haltung zu Dir überprüfen. Wenn wir uns jetzt entscheiden auf diesen stillen,
schleichenden Tod in einer Beziehung zu achten, dann haben wir eine bessere Chance, die Gefahr zu
spüren, wenn sie eintritt.       Ich verspreche Dir, daß ich nicht will, daß Du mir jemals gehörst,
als wärest Du zu besitzen und als könnte ich über Dich bestimmen, weil ich Dich liebe. Ich verspreche
Dir, Dich auch dann noch hoch zu respektieren, wenn meine Liebe zu Dir durch eine Auseinandersetzung
oder etwas anderes verschwinden sollte. Bevor Du mein Partner bist, bist Du ein Mensch mit Rechten,
Freiheiten und einem ganz eigenen und einmaligen stil, Dein Leben zu führen. Ich will nicht vergessen,
daß Du erst ein Mensch bist, und dann mein Partner. Erinnere mich daran, wenn ich es vergessen sollte.
      Ich wünsche mir, daß wir in unserer Beziehung keine Angst haben, andere Menschen in unser Leben
mit aufzunehmen - Männer und Frauen. Ich will nicht mit Dir in eine "Einsamkeit zu zweit" gehen. Ich
kenne zu viele Ehen und Beziehungen, in denen zwei in großer Einsamkeit leben, weil ihre Eifersucht
ihnen die Türen zu anderen Menschen verschließt. Ich glaube, daß wir andere brauchen, um uns
gegenseitig nicht über zu werden. Auch wird es uns nicht gelingen, alles in einander freizusetzen, was
befreit werden will. Wir brauchen andere in diesem Prozeß der Menschwerdung.       Ich verspreche Dir,
Dich in täglichen Leben nicht mehr als mich selbst zu lieben und von Dir nicht zu verlangen, daß Du
mich mehr liebst als Dich selbst. Ich ahne, daß wir einander immer nur so lieben können, wie wir uns
selbst lieben. Und sollte eine besondere situation entstehen, wo ich von mir fordern will, Dich mehr
zu lieben als mich selbst, so will ich auch zu diesem Weg bereit sein, aber nicht als grundsätzliche
Lebenseinstellung, bei der ich mich selbst immer mehr herabwürdige, um Dich zu erheben, sondern als
Ausnahme, die Dein Glück und meines noch erhöht.       Ich verspreche Dir, daß für mich das Reden in
unserer Beziehung immer eine wichtige Rolle spielen soll. Ich will nicht zu denen gehören, die
schweigen, weil sie aufgegeben haben, aus ihrer Beziehung etwas zu machen, und deren schweigen so
belastend geworden ist, daß sich nichts mehr entwickeln kann. Und wenn ich einmal nicht mehr reden
kann, dann will ich Dir wenigstens mitteilen, daß ich nicht mehr reden kann, anstatt Dich mit meinem
schweigen zu erpressen. Auch wenn Worte nicht immer ausdrücken können, was uns bewegt, so will ich
doch nach Worten suchen, die Dir deutliche machen, was mich bewegt. Auch will ich lernen, nicht
kämpferisch reden, als würdest Du gegen mich sein, schon ehe ich begonnen habe. Ich will davon
ausgehen, daß Du mein Leben förderst und für mich bist.       Ich wünsche mir, daß es mir gelingt,
das, was mich von Dir trennt, als Deine geheimnisvolle Andersartigkeit stehenzulassen. Ich wünsche mir
die innere Größe, Dich nicht in mein Bild von Dir hineinpressen zu wollen. Aus Deinem Inneren soll
entstehen, wer Du sein wirst, nicht aus einem Druck, den ich auf Dich ausübe. Ich wünsche mir, daß Du
Dich ein Leben lang verändern kannst, auch wenn es mir viel abverlangt, immer wieder etwas Neues über
Dich zu lernen.       Ich verspreche Dir, daß ich Dich nicht in eine Rolle gefangensetzen will und
mich selbst nicht über eine Rolle verstehen will. Das wäre ein Vergehen an unserer Einmaligkeit. so
soll es zwischen uns nicht sein. Ich möchte die Dinge, die ich immer wieder tun muß, und die zu einer
Rolle führen können, so bewußt tun, daß ich mich selbst mit meiner Rolle nicht verwechsle. Und wenn
ich nicht mehr echt bin, dann darfst Du mir das sagen.       Ich wünsche mir, daß Körper, seele und
Geist gleich wichtig in unserer Beziehung sind, und wir nicht eines höher schätzen als das andere.
Dein Körper, Deine seele und Dein Geist, sie alle sind Landschaften, die ich bewandere, in denen ich
mich heimisch machen möchte, und doch möchte ich mich offen halten für Überraschungen in diesen
Landschaften. Auch will ich sie nicht trennen, denn ich weiß, daß sie zusammengehören und Dein ganzes
Wesen ausmachen.       Ich verspreche Dir, daß ich auch mit Dir noch ein eigener Mensch bleiben werde.
Ich werde mich nicht selbst in unserer Beziehung auslöschen und nicht auslöschen lassen. Zuerst gibt
es mich, wie ich bin, und dann erst gibt es mich als Deine Partnerin. Nur wenn ich mich habe, kann ich
mich Dir geben.       Ich wünsche uns den Mut zur Leichtigkeit, mit der wir auch das Trennende
manchmal einfach vom Tisch wischen können, Vielleicht gelingt es uns, zu lachen, trotz aller
Ernsthaftigkeit. Ich wünsche mir Humor, gerade wenn etwas verfahren ist, und die sicht, die ein ganzes
Leben im Auge hat, nicht verloren geht in dem Moment mit seiner Not und Ausweglosigkeit.       Ich
verspreche Dir, daß ich Dir die Wahrheit über mich zumuten will, weil die Wahrheit dem Menschen
zumutbar ist. sie ist nicht nur zumutbar, sondern notwendig. Ich wünsche mir das als Basis für unsere
Beziehung. Ich will nicht in Worten, Haltungen oder Handlungen lügen. Ich will nicht durch Ausweichen
oder schweigen lügen. Ich will durchsichtig sein für Dich.       Ich wünsche mir, daß auch Du mir die
Wahrheit über Dich zumutest, auch wenn es manchmal schwer sein sollte. Ich will das grundsätzlich
immer als einen Vertrauensbeweis von Dir sehen.. Und ich will mich nicht so verhalten, daß Du Dich
nicht getraust, mir etwas schweres zu sagen.   Ich verspreche Dir nicht, daß ich Dich immer lieben
werde. Es wäre jetzt leicht, das zu tun. Ich weiß nicht, wie es mir einmal mit Dir gehen wird und was
ich dann für Dich fühlen werde. Aber was ich Dir verspreche, ist, daß ich nicht nur nach meinen
Gefühlen gehen werde, sondern nach meiner Entscheidung, mein Leben mit Dir zu leben. Darum werde ich
da sein. Ich glaube, daß der satz "Ich will Dich lieben" ein größerer und wichtigerer satz ist, als
der "Ich liebe Dich". Und den satz "Ich will Dich lieben", sage ich jetzt, mit Entschiedenheit, aber
auch mit Zittern.       Ich wünsche mir, daß wir immer Augen und Ohren offen halten für den größeren
Kontext in dem unsere Beziehung existiert. Wir sind nicht allein, wir stehen in einer Welt, die wir
brauchen, und die uns braucht. Und darüber hinaus sind wir gehalten von einer Kraft, die das Leben
erhält. Wir, die wir jeder von uns ein Geheimnis sind, sind Teil einer Beziehung, die voller
Geheimnisse und Überraschungen ist, und diese wiederum ist Teil eines noch größeren Geheimnisses, das
wir Leben nennen. Ein ganzes Leben lang werden wir an diesem Geheimnis herumrätseln, es in uns tragen,
an ihm leiden, es ein stück weit lösen, sprachlos vor ihm stehen, uns an ihm freuen und an ihm in das
Unaussprechliche folgen. Ich möchte es mit Dir tun.   Ich weiß, daß jeder dieser Wünsche und jedes
dieser Versprechen ein ganzes Lebensprogramm ist. Es mag vermessen klingen, aber ich bin dazu bereit,
auch wenn ich nicht das Gefühl habe, darauf vorbereitet zu sein. Ich glaube, es ist immer ein Risiko,
sich auf einen Menschen so ganz einzulassen, aber ich will das Risiko eingehen. Du kannst mich an
diese Versprechen erinnern, wenn ich sie vergesse, was in Momenten der schwäche sicherlich geschehen
wird.   Ich gehe mit einem Gemisch aus hoher Erwartung und Angst auf unsere feste Verbindung zu. Ich
erwarte eine Veränderung meines Lebens, eine Vertiefung und Erweiterung. Gemeinsam mit Dir will ich
sehen, was das Leben ist. Aber ich habe auch Angst vor der Herausforderung. Manchmal zweifle ich, ob
ich dem Leben zu zweit gewachsen bin, ob ich durchhalten werde, ob ich den Verlust einer gewissen
Freiheit vertrage. Und da bitte ich Dich um Geduld. Halte es mit mir aus, sei mir zugewandt.       Ich
liebe Dich mit allem, was ich bin.  

27.05.2003 01:37 • x 1 #12


Dom

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Die Geschichte von den Fröschen

Es war einmal eine Gruppe von Fröschen, die gemeinsam durch einen Wald liefen. Plötzlich fielen zwei von ihnen in eine tiefe Grube, die sie nicht gesehen hatten.
Die anderen Frösche konnten einen Sturz in die Grube gerade noch verhindern und versammelten sich nun um das Loch im Boden. Sie blickten zu den beiden Kameraden herab, die tief unten auf dem Boden hockten und versuchten, aus der Grube herauszuspringen.
Als sie sahen, wie tief das Loch war, riefen sie den beiden zu, dass das Springen keinen Sinn hätte - die Grube sei viel zu tief. Sie sollten lieber aufgeben und einfach sterben. Der eine von den beiden ließ sich durch die Aussicht, schon so gut wie tot zu sein, schnell entmutigen. Er erkannte, keine Chance zu haben und hörte auf zu springen. Schnell starb er.
Die anderen riefen zu dem übrig gebliebenen Frosch, dass er sich doch nicht weiter quälen, sondern sich ebenso wie der andere Frosch zum Sterben bereit machen sollte. Der andere Frosch aber sprang weiter - unermüdlich, verbissen und eifrig. Höher und immer höher. Er mobilisierte noch einmal alle Kräfte und schafft es tatsächlich, aus der Grube zu springen. Oben angekommen fragten ihn die anderen Frösche: "Sag hast du uns nicht gehört? Wir hätten nie gedacht, dass es möglich sein könnte, aus der Grube zu springen."
Schnell stellte sich heraus, dass dieser Frosch schwerhörig war. Er hatte die ganze Zeit gedacht, die anderen feuerten ihn an!
(nacherzählt nach Michael Peterson)

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Arme Leute

Eines Tages nahm ein Mann seinen Sohn mit aufs Land, um ihm zu zeigen, wie arme Leute leben. Vater und Sohn verbrachten einen Tag und eine Nacht auf einer Farm einer sehr armen Familie.
Als sie wieder zurückkehrten, fragte der Vater seinen Sohn: "Wie war dieser Ausflug?" "Sehr interessant!" antwortete der Sohn.
"Und hast du gesehen, wie arm Menschen sein können?" "Oh ja, Vater, das habe ich gesehen."
"Was hast du also gelernt?" fragte der Vater. Und der Sohn antwortete: "Ich habe gesehen, dass wir einen Hund haben und die Leute auf der Farm haben vier. Wir haben einen Swimmingpool, der bis zur Mitte unseres Gartens reicht, und sie haben einen See, der gar nicht mehr aufhört. Wir haben prächtige Lampen in unserem Garten und sie haben die Sterne.
Unsere Terrasse reicht bis zum Vorgarten und sie haben den ganzen Horizont."
Der Vater war sprachlos.
Und der Sohn fügte noch hinzu: "Danke Vater, dass du mir gezeigt hast, wie arm wir sind."
(Quelle: Dr. Philip E. Humbert)
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Und er sprach: Das größte Rätsel Süßes Kind, das ist die Liebe - Doch wir wollen es nicht lösen. Heinrich Heine (1797-1856)

27.05.2003 08:23 • #13


Ehemaliger User

Der Saal der tausend Spiegel


Irgendwo in einem fernen Land in einem Tempel gab es einen Saal der tausend Spiegel.

Es begab sich, dass sich eines Tages ein Hund in diesem Tempel verirrte und in diesen Saal gelangte.

Plötzlich, konfrontiert mit den tausend Spiegelbildern, begann er zu knurren und bellte seine vermeintlichen Gegner an. Diese zeigten ihm tausendfach die Zähne und bellten zurück. Hierauf reagierte er noch tollwütiger, bellte und knurrte wie ein Wahnsinniger. Das führte schliesslich zu einer solchen Überanstrengung, dass er in seiner Aufregung daran starb.

Einige Zeit verging, und irgendwann kam ein anderer Hund in den gleichen Saal der tausend Spiegel.

Auch dieser Hund sah sich tausendfach umgeben von seinesgleichen. Da wedelte er freudig mit dem *beep*, und tausend Hunde wedelten ihm entgegen und freuten sich mit ihm.
Voller Freude und ermutigt verliess der Hund schliesslich den Saal der tausend Spiegel, und war froh darüber, soviele nette Artgenossen getroffen zu haben.....



03.06.2003 16:57 • #14


majabiene62

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Eines Tages stand ein junger Mann mitten in der Stadt und erklärte, daß er das schönste Herz im ganzen Tal habe,
......eine große Menschenmenge versammelte sich und sie alle bewunderten sein Herz, denn es war perfekt.
Es gab keinen Fleck oder Fehler an ihm.
Ja, sie alle gaben ihm recht, .... es war wirklich das schönste Herz, was sie je gesehen hatten, ......der junge Mann war sehr stolz und prahlte lauter über sein schönes Herz.

Plötzlich tauchte ein alter Mann vor der Menge auf und sagte: "Nun, Dein Herz ist nicht mal annähernd so schön wie meines!"
Die Menschenmenge und der junge Mann schauten das Herz des alten Mannes an,.....es schlug kräftig, aber es war voller Narben, ... es hatte Stellen, wo Stücke entfernt und durch andere ersetzt worden waren,....aber sie passten nicht richtig, und es gab einige ausgefranste Ecken, ...genauer gesagt waren an einigen Stellen tiefe Furchen, wo ganze Teile fehlten.
Die Leute starrten ihn an: "Wie kann er behaupten, sein Herz sei schöner?" dachten sie.
Der junge Mann schaute auf des alten Mannes Herz, sah dessen Zustand und lachte: "Du musst scherzen", sagte er, "Dein Herz mit meinem zu vergleichen, ... meines ist perfekt und Deines ist ein Durcheinander aus Narben und Tränen."
"Ja", sagte der alte Mann, "Deines sieht perfekt aus, aber ich würde niemals mit dir tauschen, jede Narbe steht für einen Menschen, dem ich meine Liebe gegeben habe, .... ich reiße ein Stück meines Herzens heraus und reiche es ihnen, und oft geben sie mir ein Stück ihres Herzens, das in die leere Stelle meines Herzens passt, ... aber weil die Stücke nicht genau sind, habe ich einige raue Kanten, die ich sehr schätze, denn sie erinnern mich an die Liebe, die wir teilten.
Manchmal habe ich auch ein Stück meines Herzens gegeben, ohne dass mir der andere ein Stück seines Herzens zurückgegeben hat,....das sind die leeren Furchen,....Liebe geben heißt manchmal auch ein Risiko einzugehen....

Auch wenn diese Furchen schmerzhaft sind, bleiben sie offen und auch sie erinnern mich an die Liebe, die ich für diese Menschen empfinde, ...und ich hoffe, dass sie eines Tages zurückkehren und den Platz ausfüllen werden,...erkennst Du jetzt, was wahre Schönheit ist?"

Der junge Mann stand still da und Tränen rannen über seine Wangen,....er ging auf den alten Mann zu, griff nach seinem perfekten jungen und schönen Herzen und riss ein Stück heraus,....er bot es dem alten Mann mit zitternden Händen an.

Der alte Mann nahm das Angebot an, setzte es in sein Herz,....er nahm dann ein Stück seines alten vernarbten Herzens und füllte damit die Wunde des jungen Mannes Herzen,....es passte nicht perfekt, da es einige ausgefranste Ränder hatte.

Der junge Mann sah sein Herz an,....nicht mehr perfekt, aber schöner als je zuvor, denn er spürte die Liebe des alten Mannes in sein Herz fließen.

Sie umarmten sich und gingen weg, Seite an Seite.


   



03.06.2003 17:15 • x 1 #15




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