Zitat von Irrlicht:Furchii, ich kann dir ein Buch empfehlen, in dem es genau darum geht was du da gerade beschreibst.
Es heißt "Das Jahr magischen Denkens" von Joan Didion.
Sie beschreibt, wie sie ein Jahr lang nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes diese Tatsache nicht wirklich akzeptieren konnte. Sie beschreibt exakt das Gefühl was du gerade fühlst. Man muss nur fest genug dran glauben, dass er wiederkommt, dann wird es geschehen, dann wird er wiederkommen, so dachte sie.
Erst ganz allmählich nahm sie die Tatsache an, dass er nicht wiederkommen wird und konnte begreifen und akzeptieren was geschehen ist. Dann konnte sie sich wieder dem normalen Leben zuwenden.
Es ist sehr einfühlsam und gut lesbar geschrieben.
Vielleicht hilft es dir zu verstehen, dass es gut und wichtig ist was du gerade durchmachst und wie du reagierst, um das Geschehene zu verarbeiten.
Die beiden waren allerdings Jahrzehnte lang verheiratet. Vielleicht läuft bei dir dieser Prozess schneller ab. Dennoch ist es ganz normal und wichtig , diese Phasen durchzumachen.
Ignorieren und so tun als wäre nichts bringt dich nicht weiter; es würde dich immer wieder einholen.
Danke für den Tipp, hab mir schon eine Leseprobe runtergeladen.
Ich glaube, was Erschwerend hinzu kommt, dass ich es nicht wahrhaben und akzeptieren kann ist, dass ich an der Trauerfeier nicht teilnehmen konnte/durfte, weil die nur für "geladene Gäste" war... ich wusste, wo und wann sie stattfindet, aber ich durfte nicht dabei sein. Es gibt auch kein Grab, sodass ich mich zumindest so verabschieden könnte, weil die Urne von der Familie mitgenommen wurde (er ist ursprünglich aus der Steiermark, wohnte aber in Wien, vielleicht wird die Urne in der Steiermark beigesetzt, das weiß ich nicht, weil ich keinen Kontakt mit der Familie habe) ... seine zwei Schwestern tun so, als würde ich nicht existieren (haben sie während unserer Beziehung auch schon, aber da war es eigentlich kein Thema).. ich habe versucht, Kontakt mit der einen Schwester aufzunehmen, aber es kam nichts zurück.
@Acht das kann ich alles sehr gut verstehen und nachvollziehen. Also hat es bei dir auch lang gedauert, bis du es tatsächlich begreifen und wahrhaben konntest?
Es ist echt so unglaublich furchtbar, wenn man das Glück hatte, so eine Beziehung zu führen und jemanden so sehr zu lieben und dann wird man auseinandergerissen.. immer wieder fallen mir neue Erinnerungen und Momente ein.. immer wieder fallen mir neue Dinge ein, die wir mal gemacht haben und die wir jetzt nie wieder gemeinsam machen können. Es gab so viel, was wir noch zusammen hätten machen wollen, aber es blieb keine Zeit mehr.. jetzt im Sommer wäre ein Urlaub in Südtirol geplant gewesen.
Seine Diagnose hat er am 21.2 bekommen und in der Nacht von 7.3 auf 8.3 ist er gestorben, also nur zwei Wochen nach der Diagnose. Wir hatten nur noch zwei Wochen zusammen. Zwei Wochen....
Mehrmals hat er mir gesagt, es geht ihm bis zu meinem 30. Geburtstag (der war im Mai) wieder so gut, dass er ihn mit mir verbringen kann.
Letzten Endes hat er ihn dann doch nicht mehr erlebt... ich habe so sehr daran geglaubt, dass er überlebt... niemals hätte ich gedacht, dass er stirbt. Er war immer so stark. Im Nachhinein betrachtet war es dumm, nicht zu sehen, wie es um ihn steht, aber ich dachte einfach wirklich, dass es ihm wieder besser gehen wird, dass er es schafft und er zumindest noch einige Jahre hat...