whynot60
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Ich möchte Dir dazu einmal etwas Grundsätzliches sagen. Allerdings möchte ich das bitte in keiner Weise als "esoterisch" verstanden wissen, denn das ist nicht meine Absicht und auch nicht meine Richtung.
Das Erste, das man sehen muß, ist, daß jeder Mensch gewissermaßen eine eigene "Signatur" hat, etwas zutiefst Individuelles, wie die Fingerabdrücke oder die DNA. Und das ist eben tatsächlich einzigartig, und sehr, sehr komplex.
Man kann es sich meinetwegen als (energetisches) Muster oder Feld vorstellen oder als vielfältige "Schwingung" oder was auch immer.
Und das wiederum geht sowohl von der grundsätzlichen Natur aus, die ein Mensch hat, als auch von längerfristigen und momentanen Stimmungen und ebenso ist es abhängig von der jeweiligen Situation oder einem Gegenüber.
Du hast sicher schon erlebt, wie Dich jemand, der so richtig schlecht drauf ist, selber schlagartig runterziehen kann und Deine Gestimmtheit augenblicklich verändert (allerdings flüchtig, d. h. Du wirst deshalb nicht in lebenslange Depression verfallen, weil Du Dich ja wieder "auspendelst"). Ebenso wirst Du schon erlebt haben, daß unterschiedliche Menschen ganz unterschiedlich auf Dich wirken. Viele wirst Du mehr oder weniger gar nicht bemerken, andere werden Dir in irgendeiner Weise auffallen, und bei ganz wenigen wirst Du etwas "Besonderes" spüren (auch wenn andere Menschen bei derselben Person gar nichts verspüren). Dabei kann Dich jemand eben körperlich, seelisch oder geistig ansprechen - oder auch alles zusammen (was dann natürlich eine besonders starke Wirkung hat). Wovon man sich angezogen fühlt, hängt aber jedenfalls immer von einem selber ab, von seinen eigenen "Schwingungsmustern", um bei diesem Vergleich zu bleiben.
Diese hängen, wie gesagt, von der grundsätzlichen Natur einer Person ab und ebenso von ihren längerfristigen und momentanen Stimmungen.
Wenn man sich nun von jemandem angezogen fühlt, dann kommt es halt darauf an, in welchem Zustand man selber gerade ist. Wenn man z. B. gerade in einer eher depressiven oder verzweifelten Phase ist, wird man entsprechend jemanden anziehen, der das "ausgleicht". (So, wie man, wenn man krank ist, eben einen Arzt aufsucht und nicht den Friseur. Der Unterschied ist nur, daß man das in diesem Fall bewußt macht, im anderen unbewußt.)) Der paßt aber halt dann nur in dieser Phase und nicht, wenn man in einem ausgeglichenen Zustand ist. Zudem ist das immer eher etwas Oberflächliches, das zwar für den Moment Bedeutung hat, aber gleichsam ein Ablaufdatum hat, weil man ja nicht dauerhaft in einem Ausnahmezustand bleibt. (So, wie man nicht mehr zum Arzt geht, wenn man wieder gesund ist.) Zumindest eine Art von Liebesgefühlen kann man aber dennoch entwickeln natürlich.
Begegnet man nun aber jemanden, der einen sozusagen in der Tiefe anspricht, also in seinem ureigensten Innersten, unabhänging von gegenwärtigen Gestimmtheiten oder Bedürfnissen oder Gelüsten usw., dann erzeugt das eben ein Gefühl von "Seelenverwandtschaft", und man wird zutiefst ergriffen davon, ganz anders, als wenn einen jemand gleichsam nur an der Oberfläche berührt. Und je "stimmiger" das ist, um so tiefer wird die Liebe empfunden.
Diese Vorstellung von den "zwei Hälften" gibt es ja schon lange, seit der Antike, und so falsch oder rein mythologisch ist die nicht. Sondern das hat durchaus seine tiefere Bedeutung.
Nur ist es in unserer vergröberten, rational-materialistischen und psychologistisch abgestumpften Zeit und Welt halt so, daß das kaum noch so erlebt und schon gar nicht verstanden wird, sondern alles mehr oder weniger für beliebig und austauschbar gehalten wird und damit jeden wirklichen Wert und jede tiefere Bedeutung verliert. Es wird alles einfach über einen Kamm geschoren, und wenn man sich die diversen entsprechenden Ratgeber ansieht, dann werden darin halt irgendwelche Erklärungen geliefert - alles ist hormonell gesteuert oder es geht um Vater- oder Mutterprojektionen oder biometrische Ähnlichkeiten oder sonst einen oberflächlichen Quatsch. Und die "Erkenntnisse" und Tipps entsprechen dann halt dieser Sichtweise.
Du fragst Dich ja immer, ob es diese eine große Liebe gibt.
Du mußt verstehen, daß jeder Mensch der Schöpfer seiner eigenen Welt ist. Du mußt Dich also fragen, ob es in DEINER Welt diese eine große Liebe gibt.
Es gibt nicht DIE Welt, die Du danach fragen kannst. Sondern es gibt nur DEINE Welt. Und an diese mußt Du Deine Frage richten. Nur Du kannst wissen, ob es für DICH diese eine große Liebe gibt oder nicht. Ja, allein Du hast es in der Hand, ob es sie gibt oder nicht.
Es ist ja nicht anders wie mit Gott. Wenn es in Deiner Welt einen Gott gibt, dann gibt es ihn, wenn nicht, dann eben nicht. Da kann im "Außen" darum gestritten werden, wie nur was. Leider haben auch hier die Menschen noch nicht begriffen, daß dieser Streit völlig unsinnig ist und nicht bis ans Ende aller Zeiten entschieden werden kann.
Wie Du siehst, sagen manche, man kann sich immer wieder neu verlieben, andere wiederum haben vielleicht schon zehn große Liebe erlebt, andere eben nur eine. Weil das eben in IHRER jeweiligen Welt so ist. Aber das ist eben nicht Deine. Wie es in Deiner Welt ist, das kannst Du nur selber erfahren bzw. entscheiden.
Wobei es aber sicher so ist (wie eine Vorrednerin gemeint hat), daß es verschiedene Arten von Lieben gibt. Und daß man auch eine nicht mit der anderen vergleichen kann.
Und, um es nochmals zu sagen: Viele setzen die große Liebe mit einem ewigen Glückszustand gleich. Aber das ist ganz sicher nicht der Fall. Im Gegenteil - je größer die Liebe, um so größer die Herausforderungen (aber um so größer auch der "Lohn"). Denn dabei werden beide unausweichlich mit ihrem Innersten konfrontiert, also durchaus auch mit ihren dunklen Seiten und ebenso mit jenen des anderen. Und das muß man halt erst einmal verkraften können. Diese Art von Liebe, die wirklich das Innerste anrührt, ist halt kein Spiel mehr wie etwa bei der Verliebtheit oder irgendwelchen körperlichen Gelüsten oder Beziehungskonstruktionen, die gesellschaftlichen Mustern folgen. Sondern hier wird es gleichsam ernst mit der Liebe. Ob das auch durchzuhalten ist, ist aber eine andere Frage. Denn ohne Leid und Schreckmomente wird es nicht gehen.
Auf der anderen Seite aber erfährt man auch nur so, wie Du so schön gesagt hast, die "beste Version" von sich.
Liebe Grüße

Warum nur wirft man das trotz Liebe dennoch weg und fühlt sich nicht im Stande, Kompromisse zu schließen oder Situationen miteinander zu verändern....empfindet das als zu anstrengend... ?...das werde ich nie verstehen.