Zitat von KuddeI7591: Ich nehme als reinen Kopf-Mensch wahr, der sich selbst hetzt, jagt, nicht zur
Ruhe kommt, weil IHR "Ideal" einfach nur Utopie war und ist. Daran wird kein Mensch
dieser Welt etwas ändern können - da wird sie selbst ran müssen, da ist sie ganz allein
gefragt.
Sie möchte gern ein Kopfmensch sein, aber merkt, dass der Mensch mehr ist als sein Kopf, also der Verstand, die Ratio, die Vernunft. Sie versucht, mit Hilfe des Kopfes Gefühle kontrollieren und beeinflussen zu können. Merkt aber, dass das nicht möglich ist, denn Gefühle führen ihr Eigenleben und interessieren sich nicht für Verstand und Kontrolle.
Das ist ja auch etwas Schönes, Gefühle erleben zu dürfen, gute und schlechte, angenehme und unangenehme, denn dann geht man in Beziehung zu sich selbst und lässt die Gefühle zu, wie sie eben kommen. Was der Mensch immer übersieht, ist, dass es in dieser Welt kein Weiß ohne Schwarz, keinen Schmerzfreiheit ohne Schmerz, keine Freude ohne Kummer gibt. Die Gegensätze sind untrennbar miteinander verbunden und damit muss man leben und eben auch als unangenehm empfundene Gefühle aushalten und durchleben.
Cleo will sich ihre Welt zurecht legen und hat sich daher ihr Idealbild von einer autarken, starken, selbstbestimmten Person geschaffen, an das sie sich schon fast krampfhaft klammert und das sie nicht aufgeben möchte. Denn was ist der Mensch ohne sein Selbstbild? Ein Wesen mit Schwäche, Unvermögen, Widersprüchen und genau das will sie nicht spüren. Daher ihre ständigen Tiraden über ihr so tolles Singleleben.
Die andere Seite, die sich nach Bindung sehnt, nach Angenommenwerden, nach Wärme, nach Geborgenheit, die Seite, die auch mal schwach sein darf, lässt sie nicht zu und tut sie ab.
Und jetzt ist sie mit ihrem Juniorchef so weit dass sie spürt, dass ihr Selbsbild einer auch von Liebesgefühlen unabhängigen Frau ins Wanken geraten ist. Gut gemeinte Hilfe und Ratschläge werden mit dem Knüppel niedergeschlagen, weil ihr selbst verordnetes Selbstbild unbedingt die Oberhand behalten muss.Kritik wird widerlegt und niedergeschlagen und das eigene Selbstbild verteidigt. Immer wieder kultiviert sie das Leben als unabhängige Singlefrau, die nur ein wenig Sx nebenbei haben will.
Je mehr Jemand etwas äußert, desto mehr versucht er etwas herbei zu reden, was nicht da ist. Ich will es ja gar nicht anders, es ist toll seine Zeit auf den Liebhaber auszurichten, es macht wahnsinnig Spaß mit den Mädels herumzuziehen. Ja, mit Mädels kann man sehr viel Spaß haben und sie geben einem auch Halt, sie helfen über manche trübe Stunde hinweg . Aber das ist halt nicht alles, denn die richtig tiefen Gefühle für einen anderen Menschen erlebt man nur in einer Liebesbeziehung oder auch in einer Eltern-Kind-Beziehung. Aber nicht mit den Mädels.
Da diese Gefühle das Selbstbild beeinträchtigen und obendrein gefährlich sind, weil das auch Schmerz beinhaltet, werden sie möglichst weggeschoben oder mit dem Verstand klein gehalten.
Die Rechnung wird nicht aufgehen, denn kein Verstand dieser Welt kann die Gefühle aufhalten. Das geht nur, wenn man innerlich kalt, komplett unempathisch, aber auch rücksichtslos gegenüber sich selbst ist. Das will ein normaler Mensch nicht sein.
Es ist wichtig, die inneren Instanzen unter einen Hut zu bringen. Ein nur von Gefühlen gesteuertes Leben führt zu keinem Ziel, denn es gibt dann keine Grenzen und letztendlich regiert der Egoismus. Ich, ich und ich und das was ich will. Gut zu beobachten bei kleinen Kindern. Oder es führt auch zu Schwäche, mangelnder Disziplin, Selbstmitleid..
Nur den Verstand zu Wort kommen zu lassen, macht den Menschen arm. Er verliert an Wärme, Mitgefühl auch gegenüber sich selbst.
Und nur wenn die Instanzen zu Wort kommen dürfen, geht es dem Menschen einigermaßen gut. Dann fühlt er sich halbwegs vollständig, mit sich verbunden.
Wer sich selbst nicht annimmt mit der eigenen Schwäche, der inneren Traurigkeit, die manchmal aufflammt, der Angst vor dem, was kommt oder kommen könnte, wird am am anderen Ende leiden. Das Leben ist dann nicht vollständig, die eigene Person nicht im Einklang mit sich und der Welt. Dieses Ideal wird einem aber auch nicht jeden Tag zuteil.
Zum Leben gehört eben alles, weil Glück ohne Unglück nicht möglich ist.
Zitat von carlos7: Denn sie ist nullkommanull von ihm abhängig.
Doch, ein wenig schon. Denn er bestimmt über ihre Zeit, er verursacht Gefühle und Wünsche, die sie nicht spüren will und sie interessiert sich wie alle AF für seine Ehe, die natürlich nicht so läuft wie sie sollte, weil die wahre Erfüllung er nur bei ihr findet und daraus zieht sie Gewinn. Also ist sie beiliebe nicht so unabhängig wie sie gerne wäre. In Affären wird gelogen und übertrieben, weil es eben kein Alltag ist. Die Ehe daheim ist immer in Schieflage, sonst bräuchte man ja keine Affäre, bei der alles besser ist.
Unabhängig von ihr ist er, denn seine Welt ist klar abgesteckt. Eine Trennung von der EF kommt nicht in Frage, denn auf diesem Gebiet steckt er in Abhängigkeiten.