Zitat von CleoK: Nachdem dir dein Mann sehr wichtig ist, wirst du alles machen, dass er gar keine Defizite entwickelt. Und wenn es keine Defizite gibt, kann die Beziehung keiner stören.
Tja und eben da liegt der Trugschluss! Ich habe immer alles für unsere Ehe und meinen Mann getan, was in meiner Macht stand! Mein Mann hat nicht meinetwegen irgendwelche Defizite entwickelt. Er sagte damals selbst, das alles hatte nichts mit mir zu tun. Und glaube mir, ich habe sehr lange nach meinen Anteilen gesucht! Er trug die Defizite in sich. Er hatte entschieden, sich dabei lieber mit einer Affäre "zu helfen" statt von mir oder einem Arzt helfen zu lassen. Sie hatte ebenfalls "Defizite" und entschied sich, dass ihr sein "Beziehungsstatus" egal war und sie entschied sich, dass ihr potentielle Konsequenzen für seine Kinder egal waren.
Die Personen, die in diesem Drama nichts entschieden hatten, waren ich und die Kinder. Ich tat das, was in meiner Macht stand. Ich zeigte und zeige ihm täglich, wieviel er mir bedeutet, und wie sehr ich ihn liebe und begehre. Ich schaffte ihm Freiräume für sich, damit er zur Ruhe kommen konnte. Ich sorgte für Zweisamkeit, soweit ich es in der Hand hatte. Ich kümmerte mich um die Belange der Kinder. Ich weiß bis heute nicht, was ich hätte tun oder anders machen sollen, um die Affäre oder ihren Grund zu verhindern. Laut meinem Mann lag es an nichts, was ich getan oder nicht getan hatte. Verändert habe ich seither auch nichts. Er hat sich inzwischen verändert. Unsere Kinder sind erwachsen geworden. Unser Leben hat sich verändert. Seine Probleme/Defizite von damals sind weg bzw. er ist sich derer bewusst und weiß nun damit umzugehen und sie einzuordnen.
Unsere Ehe war damals nicht glücklich, weil er nicht glücklich war in seinem Leben. Ich tat alles dafür, dass sich das ändert. Ich war für ihn da. Ich sorgte und kümmerte mich um ihn. Ich zeigte ihm meine Liebe. Ich zeigte ihm meine Leidenschaft.
Was hätte ich also machen sollen, um seine Affäre, zu der er und sie sich entschieden hatten, zu verhindern? Mein Mann beantwortete mir diese Frage: "Nichts!" ....meine Reaktion damals: 'Sehr unbefriedigend diese Antwort."
Ich hätte sehr gerne gewusst, was ich ändern soll, um so etwas in Zukunft zu verhindern. Er meinte, es käme nicht wieder vor, weil er ein anderer ist und seine Probleme nun kennt und damit umgehen kann. Das ist für jemanden wie mich, der die Dinge gerne selbst in der Hand hat, eher schwierig. Denn genau hier fängt das Vertrauen an.