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Hab ich zu viel erwartet oder hab ich ihn weggedrückt?

Nur-ein-Mensch
Zitat von Yassa:
Guten Abend, Nur-ein-Mensch, magst du dazu etwas sagen? Hältst du eine erste Phase in der die Liebe ein bisschen wie ein Rausch? ist für ...

Ich wollte nur damit ausdrücken,das wenn es am Anfang alles zu Perfekt ist,zu viel von allem,zu viel Highlife,sollte man mMn vorsichtig sein.

Man kennt den anderen ja garnicht und wenn es dann schon mit Zukunftsplanung oder ähnlichem los geht ,sollte man vorsichtig werden.

Ich finde,alles sollte sich langsam und in Ruhe entwickeln.

Ich weiß nicht ob das vielleicht altersabhängig ist?

Wir haben hier ja schon oft gehört,wie schön und perfekt alles in der Kennenlernphase war und dann folgte der Absturz.

Ich werde nicht müde ,die Menschen dazu zu bringen,auf das Thema Bindungsmuster zu schauen,weil man da in der Kennenlernphase schon viel mit bekommt.

Ist das Gegenüber eher anhänglich,meldet sich und schreibt da schon übers vermissen oder ist das Gegenüber eher jemand der sich wenig meldet und eher mehr so sein Ding macht.

Es gilt da eine gutes Gleichgewicht zu finden ,so das sich alles die Waage hält.

x 3 #31


A
@Margerite Jo eh. Man kann aber auch alles hyperpsychologisieren. Wer von uns hatte mit Mitte 20 denn nicht den einen oder anderen Typen, für den man sich deutlich mehr ein Bein ausgerissen hat, als der Typ oder die Romanze das wert war?

Gehört halt zur Menschwerdung dazu

x 1 #32


A


Hab ich zu viel erwartet oder hab ich ihn weggedrückt?

x 3


Y
Zitat von Nur-ein-Mensch:
Ich werde nicht müde ,die Menschen dazu zu bringen,auf das Thema Bindungsmuster zu schauen,weil man da in der Kennenlernphase schon viel mit bekommt.

Aber wenn man jetzt jemanden kennen lernt, woher soll man wissen, welche Bindungs-Muster er oder sie hat.?
Und wie die sich äußern?Macht es Sinn und ist es gut, gleich am Anfang alles zu beobachten und zu analysieren?

x 1 #33


Y
Ich denke, für die TE ist es viel wichtiger, Feedback zu erhalten, wie ihr eigenes Verhalten gesehen wird. Und nicht, was er ist oder getan hat oder nicht getan hat.
Ich finde, sie hat sich gut verhalten. Sie ist auf zugegangen, oft sogar hingefahren, weil sie mehr Zeit hatte.
In der Nachbetrachtung nimmt sie wahr, dass er eher passiv war, viel rum gelegen hat, viel YouTube gekuckt hat.
Sie hat ihre eigenen Bedürfnisse nach Aktivität kommuniziert, und sie haben etwas geändert.
Trotzdem hat sie wahrgenommen und hat sich noch nicht richtig getraut, in dieses Gefühl hinein zu gehen, dass das, was er ihr geben kann, ihr nicht ausreicht.
Sie braucht vielleicht einen Menschen, der sehr viel zugewandter ist.
Ich finde, diese Wünsche sollte sie sich nicht selbst wegnehmen.
Und bitte liebe TE lass dich nicht kaputt machen.
Wir brauchen Vertrauen in Beziehung, um gesunde Beziehung zu leben.
Das, was er da gemacht hat, ist furchtbar.
Also Sex mit dir zu haben, obwohl er nicht wollte.
Das ist das eine.

Aber dir das dann auch noch zu sagen. Anstatt die Klappe zu halten, das ist das andere.

Sowas macht ein Mann einfach nicht.
Das ist für jemanden nicht passt, kann man sehr wohl anders ausdrücken.
ich finde es in großen Teilen überhaupt nicht gut mit dir umgegangen und wirkt sehr, sehr unreif.
für dich als Frau dauert es natürlich eine Weile, das überhaupt einzuschätzen.
im Grunde können wir uns in der Liebe nicht wirklich schützen.
wir wünschen, uns berühren und Kontakt.
viel wichtiger als ein anderer Mensch ist ein stabiles Selbst.
Ein liebevolles Selbst.
Wenn das von jemandem nicht gesehen werden kann oder nicht gewollt wird, dann ist es so traurig es ist, nicht der passende Partner.

x 1 #34


A
Leben muss man lernen, Beziehung auch. Da gibts in dem Alter noch kein „Bindungsmuster“, wo man jahrelang Nabelschau betreiben müsste. Kommt mal wieder runter vom Gas.

Wenn ich aus dem Nähkästchen meiner Studentenzeit erzählen würde, da gab’s kein pseudo-psychologisches „Bindungsmuster“, da gabs nur viele Frösche, die die Prinzessin küssen musste, um zur Königin zu werden 😅😇👸

x 2 #35


Y
Zitat von Arnika:
Wenn ich aus dem Nähkästchen meiner Studentenzeit erzählen würde, da gab’s kein pseudo-psychologisches „Bindungsmuster“, da gabs nur viele Frösche, die die Prinzessin küssen musste, um zur Königin zu werden

Sehr bodenständig, auf den Punkt gebracht. Großartig. !
Es ist, als wenn zwei Realitäten nebeneinander existieren.

Die der Bindungs -Psychologie, und die der Frōsche!🐸

Ich habe gehört, an die Wand werfen, hat ab und zu auch schon geholfen.

x 2 #36


A
Zitat von Yassa:
Ich habe gehört, an die Wand werfen, hat ab und zu auch schon geholfen.

Nicht nur einen Frosch. Weit nicht 😅

Aber bis man sich dazu durchgerungen hat, ist es eben ein Lernprozess

#37


Nur-ein-Mensch
Zitat von Yassa:
Aber wenn man jetzt jemanden kennen lernt, woher soll man wissen, welche Bindungs-Muster er oder sie hat.? Und wie die sich äußern?Macht es Sinn ...

Wie man das erkennt ,hatte ich geschrieben in meinem Beitrag .

Das erkennt man nicht an den ersten 2-4Dates,aber wenn nach einer gewissen Zeit zeigen sich bestimmt Muster.

Wenn sich die Menschen damit beschäftigen,sehen sie gewisse Dinge ziemlich schnell.

x 2 #38


Nur-ein-Mensch
Zitat von Arnika:
Leben muss man lernen, Beziehung auch. Da gibts in dem Alter noch kein „Bindungsmuster“, wo man jahrelang Nabelschau betreiben müsste. Kommt mal wieder runter vom Gas.

Kann ja jeder machen wir er will.

Wenn ich mir den großteil der Menschen anschaue,die hier ankommen,sehe ich warum die Beziehung kaputt gegangen ist.

Wir können natürlich immer so weitermachen,und gewisse Dinge ,die für eine Beziehung wichtig sind aussen vorlassen,aber dann brauchen wir uns auch nicht wundern wenn die meisten Beziehungen im Schnitt ,in den letzten Jahren nur 3 Jahre halten.

Freilich hat sich früher keiner für irgendwelche Muster interessiert,wir haben einfach gemacht.

Aber wieviel Dinge haben sich auf der Welt geändert,weil darüber aufgeklärt wurde.

Und nein ich will hier nicht den Oberlehrer machen,aber ich finde,den Menschen einen Tipp zu geben,egal ob es hier um Bindungsmuster,Narzissmus oder sonst irgendwas geht kann nicht schaden.

x 2 #39


hotte
Liebe @smlxnya

herzlich willkommen. Vorweg... ich kann vieles von dem was du beschreibst absolut nachvollziehen da ich ebenfalls ein ängstlicher Bindungstyp bin und auch ganz viel mit meinem inneren Kind (also angelernten Denkmustern aus der Kindheit) zu tun habe.

Das was du beschreibst kann ich recht gut nachvollziehen und für mich ist es plausibel das er potentiell ein eher vermeidender Bindungstyp ist. Hier liegt der Hase im Pfeffer, denn du als ängstlicher Bindungspart glaubst das du dir einfach nur etwas mehr Mühe geben musst um ihn zu "bekommen" und wenn du ihn dann mal (kurz) hast hast du so einen extremem schub an Glückshormonen das es sich wie ein Rausch anfühlt (eben total intensiv).

Wenn er sich dann wieder etwas zurück zieht und du anfängst zu grübeln, rutscht du in ein Tief. Die Amplituden zwischen diesen beiden Gefühlen sind sooooooo groß und die Schwankungen sehr häufig das dies ein emotionales Gleichgewicht auslöst.

Du hast nicht zu hohe Anforderungen. Du bist nicht zu viel oder auch nicht zu wenig. Es ist dein Kopf der dir das glauben machen möchte.

Kurz nach der Trennung von meiner Frau habe ich gemerkt wie diverse ihrer Verhaltensweisen auf mich gewirkt bzw. was sie bei mir bewirkt haben. Jetzt habe ich das Glück eine Partnerin zu haben die auf meine "speziellen" Bedürfnisse eingeht und mir die Sicherheit gibt die ich brauche. Dadurch merke ich auch wie ich langfristig heile denn die grundsätzlichen Abwertungen die ich während meiner Ehe erfahren habe waren subjektiv meiner Ex. und nur ich habe sie in meinem Kopf für fakten gehalten.

Was ich damit sagen möchte ist das du dich schon sehr gezielt damit auseinander setzen solltest damit du dir bewusst wird wann unsicherheiten nur in deinem Kopf sind und wann sie vielleicht mehr aufmerksamkeit kriegen sollten (spoiler, es ist fast immer der Kopf!). Das machst du schon in deiner Therapie. Nun kommt aber das wichtigste..... du darfst (und sollst) von einem Partner erwarten das er darauf miteingeht. Er ist nicht wirklich für dich verantwortlich und die häufige Meinung hier im Forum ist das du aus dir selber die ganze Kraft ziehen solltest du du brauchst, ich bin jedoch der Meinung dass das bare minimum ist das dein Partner nicht noch öl ins Feuer giesst und deine Unsicherheit schürt (länge Zeit nicht antworten, dinge nicht ansprechen, "nachgeben" um dir nen gefallen zu tun). Bei mir und meiner jetzigen Partnerin war es ein ziemliches auf und ab bevor wir final zusammengekommen sind aber die Situation die unsere beidseitige Anziehung total verstärkt hat, waren gespräche in denen wir uns offen und ehrlich gesagt habe was uns am anderen stört oder was wir uns wünschen etc. Einfach wirklich ehrlich.

Die Offenheit ist es was mir zum Beispiel auch erlaubt meinen kopf zu beruhigen und wenn ich mal wieder denke ob ich irgendeinen Fehler gemacht habe etc. einfach mir selbst zu sagen "Es ist alles ok, sonst hätte sie etwas gesagt". Bei uns geht es auch noch einen Schritt weiter und ich kann jederzeit nachfragen und bekomme eine konkrete Antwort.

Du bist noch recht jung und schreinst über ein gutes Maß an Reflekion zu verfügen. Ich bin mir sicher das du über ihn hinweg kommst und wenn du beim "nächsten" Partner darauf achtest das die Kommunikation passt, dann hat das potential. Wenn es wieder sehr schnell sehr "intensiv" wird, dann schau genauer hin, das könnte dann eine "aktivierung" sein die teilweise auf Muster wie das was ich oben beschrieben habe zurückzuführen ist.

x 1 #40


hotte
Zitat von Yassa:
Aber wenn man jetzt jemanden kennen lernt, woher soll man wissen, welche Bindungs-Muster er oder sie hat.? Und wie die sich äußern?Macht es Sinn und ist es gut, gleich am Anfang alles zu beobachten und zu analysieren?

Wenn man sich mit dem Thema auseinander setzt dann dann fängt man selbst automatisch an zu evaluieren wobei je nach Buch sowohl die Defintiionen als auch die Benennung unterschiedlich ist.

Vereinfach ist meine Definition

Ein eher ängstlicher Bindungstyp braucht viel Bestätigung und ist oft Unsicher. Das kann sich in entsprechenden Fragen oder auch eher klammerndem Verhalten auswirken.

Ein eher vermeidender Bindungstyp schwankt gerne zwischen nähe und abstand. Wenn also z.B. ein super intensives Wochenende (oder ein Abend) darauf folgt das da jemand "zeit für sich brauchst" und plötzlich nicht mehr so aktiiv kommuniziert also sich das Verhalten schnell ändertt um dann später auch wieder zurück zu schnellen... dann ist das recht leicht zu sehen.

Sicher gebunden ist quasi das ausbleiben von Drama. Man verabredet sich, zieht dinge gemeinsam durch, und wenn man vereinbart das mal nen Abend für sich brauchst ist das kein Problem und es geht nen tag später "normal" weiter.

Die Herausforderung ist das man als ängstlicher bindungstyp sehr oft "unter strom" steht und das einer Beziehung auch viel "intensität" verleiht. Das zu erkennen ist deutlich schwieriger. Wenn man in einer aktivierten oder sogar einer toxischen Beziehung gelebt hat, dann ist etwas mit einem sicher gebundenen Menschen deutlich "langweiliger" bzw. es fühlt sich so an.

x 3 #41


A
Zitat von Nur-ein-Mensch:
Kann ja jeder machen wir er will. Wenn ich mir den großteil der Menschen anschaue,die hier ankommen,sehe ich warum die Beziehung kaputt gegangen ...

Der Großteil der Menschen, die hier ankommen, hatten 1-2 Beziehungen, bis sie irgendwann picken blieben - und dann nachdem die Kinder flügge wurden für Next verlassen wurden. Ich würde mich hüten, das Forum hier als repräsentativ zu sehen.

x 1 #42


Y
Zitat von hotte:
Die Herausforderung ist das man als ängstlicher bindungstyp sehr oft "unter strom" steht und das einer Beziehung auch viel "intensität" verleiht. Das zu erkennen ist deutlich schwieriger. Wenn man in einer aktivierten oder sogar einer toxischen Beziehung gelebt hat, dann ist etwas mit einem sicher gebundenen Menschen deutlich "langweiliger" bzw. es fühlt sich so an.

Lieber Hotte, vielen Dank für die Zeit, die du dir genommen hast, um mir das ein bisschen näher zu bringen. Ich habe mich damit überhaupt noch nicht beschäftigt, vielen Dank.

Das alles überhaupt zu verstehen, ist ganz schön schwierig.

x 2 #43


Nur-ein-Mensch
Zitat von Arnika:
Der Großteil der Menschen, die hier ankommen, hatten 1-2 Beziehungen, bis sie irgendwann picken blieben - und dann nachdem die Kinder flügge wurden ...

Ich schreibe nur was ich sehe und lese.

Und natürlich hat das Forum einen repräsentieven Touch(schreib man das so?).
Sonst wäre es nicht das was es ist.

Und es mMn. In ca.sechs von zehn Fällen das Bindungsmuster bzw.irgendwelche Persönlichkeitsstörungen dran schuld ,am Niedergang der Beziehungen.

Und "hüten" werde ich mich bestimmt nicht,solange ich mich korrekt ausdrücke.🙂

x 1 #44


Löwenzeh
Zitat von Yassa:
Das alles überhaupt zu verstehen, ist ganz schön schwierig.

Aller Anfang ist schwer.
Eigentlich nur Beobachtung.
Aber halt nicht nur: was sagt der andere.
Auch: was macht das mit mir? Was löst es aus? Und warum?
Da kommt man schnell so manchem fehlgeprägten Glaubenssatz auf die Schliche. Und dann überlegen, wo kommt das her?
"Ich muss mich beeilen."
"ich darf nichts falsch machen."
"Ich darf nichts Falsches sagen."
"Ich bin anstrengend."

Ich habe vieles gefunden, was mich umtreibt, ohne mir bewusst zu sein.
Ansprüche, die ich erfüllen will und die zu anderen Dingen führen...

"Ich muss mich beeilen", das Gefühl meiner Kindheit. Heute erwische ich mich, wie ich mit einer Hand Kaffee einschenke, in der anderen ein Teebeutel zur Entsorgung, mit dem Fuß den Mülleimer öffnend. Und es kleckert links neben die Tasse, rechts tropft der Beutel und ich schimpfe, dass ich immer soviel Dreck mache ...
Und es gibt keinen Grund zur Eile.
Nur dieses Gefühl, dass mich treibt und treibt und treibt.
Das zu erkennen, war so hilfreich.
Jetzt schimpfe ich nicht.
Jetzt grinse ich, sag, was machst du alles auf einmal? Und mache die Dinge nacheinander.
Das lerne ich jetzt mit 35 Jahren. In zahlreichen Situationen. Supermarktkasse. Zuhause. Auf dem Weg.

Beobachte dich selbst.
Sei gut zu dir.
Harte Arbeit.
Der Rest kommt dann von selbst.

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