Starbrook
Gast
Meine (Ex) Freundin und ich waren seit 1,5 Jahren zusammen. Sie hat schon auf den ersten Dates deutlich gesagt wie wichtig ihr die Themen Heirat und Kinder sind und das sie nach 1-2 Jahren einen Heiratsantrag erwartet. (Sie kommt aus einem östlichen Kulturkreis wo heiraten sehr wichtig ist)
Ich war damit einverstanden da ich auch irgendwann heiraten und Kinder haben möchte und zu dem Zeitpunkt schon verknallt in sie war.
Wir hatten am Anfang eine Fernbeziehung und konnten uns nur am Wochenende sehen. Die dadurch knappe Zeit die wir hatten war wunderschön und einfach magisch.
Wir hatten auch wunderschöne Urlaube zusammen und haben uns nie gestritten.
Da die Fahrerei auf Dauer jedoch sehr anstrengend war, ist meine Freundin nach einem Jahr Beziehung zu mir gezogen. Sie hat ihre Stelle gewechselt und ihre Freunde für mich zurück gelassen.
Die ersten Monate zusammen wohnen klappte auch völlig reibungslos ohne Streitigkeiten.
Drei Monate nach dem Einzug fing meine Freundin dann an zu fragen wann wir denn heiraten, wann ich den Antrag machen würde.
Ich war bis dahin völlig in Ordnung mit ihren Plänen gewesen zu heiraten aber jetzt merkte ich wie mich ihre beinahe täglichen Fragen etwas nervten. Ich habe ihr dann gesagt, dass es reicht wenn sie mich einmal die Woche danach fragt.
Ich hab mir innerlich dann einen Plan zurecht gelegt das ich im Januar den Verlobungsring kaufe und im März im Urlaub um ihre Hand anhalte.
Meine Freundin hat erwartet das ich vorher noch bei ihren Eltern (die ich bis dato erst einmal gesehen habe, da diese im Ausland wohnen) um Erlaubnis für die Heirat frage.
Je näher der Januar kam, merkte ich dann das sich innerlich in mir ein Druck aufbaute. Meine Freundin hätte am liebsten gehabt dass ich ihr schon an Weihnachten oder Silvester ein Antrag gemacht hätte.
Schließlich war dann Januar und ich wollte den Ring kaufen. Und plötzlich bin ich innerlich zusammen gebrochen. Ich konnte nicht losfahren und ihr den Ring kaufen. Und ab da fingen die schlimmen Gedanken an.
Ich hab mich gefragt warum ich ihr jetzt den Ring nicht kaufen kann. Ob ich sie nicht genug liebe. Ob ich an unserer Beziehung zweifle.
Ich bin in ein komplettes Loch gefallen aus ständigen grübeln und bin da nicht mehr rausgekommen.
Mir ging es von Tag zu Tag schlechter.
Ich konnte immer schlechter schlafen und das grübeln hat mir die komplette Kraft geraubt.
Meine Freundin hat meinen Zustand irgendwann gemerkt und mich gefragt was los ist. Ich hab ihr gesagt was passiert ist und sie meinte ich soll mir nicht so ein Druck machen und mir noch etwas Zeit lassen aber sie erwarte trotzdem noch dieses Jahr einen Antrag.
Schließlich ging es mir ein wenig besser und ich schnappte sie mir und wir haben ihr zusammen einen Ring gekauft. Mir sind tausend Steine vom Herzen gefallen und ich dachte jetzt wird alles gut und ich mache ihr im Urlaub den Antrag.
Aber zwei Wochen später fing die Grübelei über unsere Beziehung wieder an und ich konnte wieder nicht schlafen. Das ging dann soweit das ich mir einbildete sie wäre zu alt für mich, obwohl sie nur 6 Monate älter ist als ich. Mir wurde vom ganzen Stress schlecht in der Nacht und ich musste mich mehrmals fast vor ihr übergeben.
Meine Freundin war jetzt auch völlig fertig mit den Nerven und wollte wissen was los ist. Ich sagte ihr das ich irgendwie Angst vor der Hochzeit mit ihr habe, was sie vollkommen verletzte. Sie sagte dann auch in ihrer Verletzung das wenn ich sie bis Juni nicht heirate sie wieder auszieht.
Gleichzeitig ruderte sie am nächsten Tag wieder zurück, dass wir uns noch Zeit lassen können wenn mich das so fertig macht.
Mir ging es trotzdem nicht besser. Eine innere Stimme sagte zu mir ich soll die Beziehung beenden. Ich bin dann notgedrungen wieder zu meinen Eltern gezogen unter sehr viel Tränen und Drama.
Seitdem wohnt sie alleine in meiner Wohnung und sucht sich jetzt eine eigene Wohnung. Sie ist tief verletzt und enttäuscht.
Mir geht es trotz der Trennung sehr schlecht. Anfänglich konnte ich aufatmen und hatte das Gefühl dem Druck heiraten zu müssen entkommen zu sein. Ich war sogar etwas erleichtert. Aber jetzt merke ich wie sehr ich sie vermisse und das sie mir doch sehr viel bedeutet.
Wir haben uns gestern noch mal getroffen und sie hat mir gesagt, dass sie von mir commitment erwartet. Sie erwartet einen Antrag und danach die Familienplanung, da sie mit bald 30 keine Zeit mehr hätte.
Sie denkt sie wäre viel reifer als ich und sie erwartet von einem Mann eine klare Bekenntnis und Unterstützung.
Ich hab ihr gesagt das mir die Entscheidung zu heiraten nach gerade mal drei Monaten zusammen ziehen zu schnell war und komplett über den Kopf gewachsen ist.
Sie sagt sie zieht aus und kommt nur zu mir zurück wenn ich sie dieses Jahr heirate. Ich soll mir aber keine Hoffnungen machen und sie jetzt erstmal Zeit für sich braucht um Abstand zu gewinnen und die Beziehung zu überdenken.
Gleichzeitig umarmte sie mich aber mehrmals und es tat einfach so gut sie wieder in den Armen zu spüren.
Ich weiß einfach nicht weiter. Einerseits merke ich wie doll ich sie noch liebe und vermisse, andererseits will ich ihr jetzt nicht hinterher rennen und um jeden Preis heiraten nur um sie nicht zu verlieren.
Mir geht es einfach nur schlecht. Ich habe die ganze Zeit Herzschmerzen und mein Selbstwertgefühl ist am Boden. Ich merke das ich noch starke Gefühle für sie habe. Sie kommt aber scheinbar mit der Trennung viel besser zurecht und macht schon wieder Zukunftspläne ohne mich.
Wie kann sie mich denn mehrmals umarmen und gleichzeitig sagen ich soll mir keine Hoffnung mehr machen?
Es tut einfach nur alles so verdammt weh.
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