Wolkenspiel
Gast
Ich erstelle hier meinen zweiten Thread, und doch geht es um denselben Mann.
Der letzte Thread ist schon sehr lange her,
schaffe-es-nicht-dem-schmerz-zu-entfliehen-t24470.html
Zu meiner jetzigen Situation,
Mein Freund (48) hat am Donnerstag Abend in einem Streit mit mit(47) Schluss gemacht. Nicht so richtig ausgesprochen, aber sehr deutlich gezeigt.
Voraus gegangen hatten wir einen Streit am Telefon, an der ich mir ein wenig an der Nase rumgeführt gefühlt habe. Er meinte, ich würde ihn kontrollieren. Daraufhin beendete er das Gespräch und nur kurz darauf bekam ich eine SMS, dass ich am morgigen Tag nicht erwünscht sei und er mir am Wochenende meine Sachen zukommen lässt. Dann schrieb er, ich solle das Kontrollieren lassen und Schlüsselübergabe wäre Sonntag 10 Uhr. Über SMS so reagieren finde ich absolut unakzeptabel und ich bin zu ihm gefahren, weil ich wollte, dass er mir das persönlich sagt. Dabei ist alles eskaliert und das Ergebnis, wir haben die Schlüssel ausgetauscht und ich habe erst mal meine ersten Sachen von mir mitnehmen müssen. Seitdem ist der Kontakt abgebrochen. Das ist nun 6 Tage her.
Das ist erstmal der momentane Zustand.
Ich möchte noch ein wenig über unsere Beziehung erzählen. Wir waren schon im letzten Jahr für 4Monate zusammen. Eine eskalierte Streitsituationen ebenso mit Kontaktsperren von ihm aus. In mir löst dieser Zustand grosse Ängste aus.
Das Ende der Beziehung mit ihm letztes Jahr im Frühjahr endete dramatisch. Er packte meine Sachen und fuhr mich nach Hause. Danach gab es noch ein klammerndes Hinundher von mir, dann aber musste ich die Situation akzeptieren.
Im Herbst dann nahm er wieder Kontakt zu mir auf und wir nahmen den zweiten Anlauf. Er sagte, er hat auf diese Chance gehofft.
Er trinkt meiner Meinung nach viel zu viel, hat ab und an abendliche Abstürze. Er hat einige Schicksalsschläge hinter sich. Ein anderen Problem ist, dass er Raucher ist und ich Nichtraucher, aber das haben wir dann irgendwann hinbekommen, dass er sich im Zusammensein mit mir zurückgehalten hat.
Er ist oft sehr sarkastisch, manchmal zynisch, und wenn ich ein Problem ansprechen wollte oder mich gekränkt gefühlt habe, dann hat er sehr schnell die Reissleine gezogen. Dann war Ignorieren und Kälte angesagt, über Stunden, manchmal eins zwei Tage lang. Ich machte immer den Fehler und textete ihn zu, versuchte ihn zu erreichen.
Bislang haben wir dann danach ein Zusammenkommen wiederhergestellt.
Ich habe versucht an mir zu arbeiten. Allerdings habe ich das Gefühl gehabt, er ist ein anderer Mensch, wenn wir nicht zusammen waren. Er leidet noch immer an der Trennung seiner Exfrau und spricht sehr schlecht darüber. Ich hatte oft ein ungutes Gefühl, aber ich konnte es nie einordnen. Er wirft mir vor, ich habe kein Vertrauen in ihn.
Es ist aber schwer, Vertrauen in eine Beziehung zu haben, in der der Partner sich sehr oft nach Streitereien zurückzieht. Da fühlt man sich sehr unsicher.
Auch schaut er fast täglich nach, ob es im Netz etwas neues über seine Ex gibt.
Es ist eine schwierige Beziehung. Ich habe jedoch gehofft und immer wieder versucht, auf ihn zuzugehen.
Ebenso hat er Kontakt mit einer seiner Exfreundin gehalten. Obwohl sie ihn anscheinend nervt. freunde von ihm und auch ich sagten, dann solle er doch nicht auf sie reagieren. Doch es war ihm wohl ein Anliegen.
Ich fühlte mich nicht wirklich richtig angenommen von ihm. Alles hier niederzuschreiben, wäre einseitig von mir. Denn ich weiss auch meiner Schwächen und Fehler. Zusammen mit seiner Einstellung und seiner Verhaltensweise war alles in allem destruktiv.
Und trotzdem fühle ich mich zu ihm hingezogen. War bereit, seine Unarten anzunehmen. Doch jedesmal wenn auch ich nicht mehr in der Lage war, Dinge zu akzeptieren endete das in einem heftigen Streit und Rückzug seinerseits.
Ich bin sehr traurig und das erste Mal habe ich keine Hoffnung auf ein positives Ende. Ich bin bereit es zu akzeptieren. Aber es tut weh, so sehr weh. Ich habe gerade eine Mauer um mich und kann gar keinen Kontakt zu ihm aufbauen. Denn ich sehe da keine Veränderung. Bislang bin ich immer auf ihn zugekommen, weil ich wusste. Er macht es nicht.
Der Streit und das was daraus am Donnerstag folgte hat mich sehr verletzt. Ich nehme mir auch zu Herzen, dass er sich von mir kontrolliert fühlt. Und ich gebe auch zu, dass ich einmal in einem Streit vor ein paar Wochen in sein Handy geschaut habe, denn an dem Abend hatte er sich mal wieder abgeschossen und ich konnte nicht anders.
Ich habe dort eine Kommunikation gesehen, die er mit seiner Exfreundin hatte. Er hat sich dort penetrant zum Kaffee einladen wollen in ihrem neuen Haus.
Ich weiss, dass es ein Vertrauensbruch war, ich habe selber am meisten drunter gelitten. Jedoch kennt ihr das Gefühl, dass man es spürt und einfach nur Bestätigung haben möchte? Und im Grunde auch findet? Bitte macht mir deshalb keine weiteren Vorwürfe....
Ich bin sehr selbstkritisch mit mir und gehe auch hart mit mir ins Gericht. Ich möchte eigentlich nur eine harmonische Beziehung führen, in der ich so sein darf wie ich bin. Und ich denke, ich bin bin es auch wert.
Heute aber stehe ich vor meinem Spiegel und bin zerbrochen. Ich fühle mich, als wenn ich versagt habe. Wie kann ich nun damit umgehen?
Auch mit 47 und all meiner Lebenserfahrung fühle ich mich nicht in der Lage, mit dieser Situation umzugehen. Ein zweiter Versuch, mit diesem Mann eine Zukunft aufzubauen, das zweite Mal gescheitert.
Fühle mich kraftlos und leer. Warte auf ein Lebenszeichen von ihm, habe Angst, es wird nicht kommen. Weiss aber auch, dass ich diesen Schritt auf ihn zu nicht mehr gehen kann/ darf! denn dann würde ich mich dieses Mal sehr erniedrigt fühlen.
In mir ist Verwirrtheit und Zwiespalt.
Könnt ihr mir Tipps geben?
Danke für eure Zeit, dieses Text zu lesen.
Es ist alles so wahnsinnig traurig. Es geht mir nicht gut.
LG