HansDampf3
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Zitat von sean_maguire:Warum akzeptierst du das nicht einfach, gestehst dir ein, dass du es leider verkackt hast und bleibst stattdessen bei dir und deinen Anteilen an der Sache?
Das tue ich. Mein Lebensmotto ist halt, dass man vieles mit viel Arbeit und Schweiß (Stichwort Leistung) lösen kann. Bei mir gibts wenig, dass etwas nicht geht. Alles ist möglich in meiner Welt. Es wäre auch möglich, dass man wieder zusammenkommt und sich aufeinander einlässt. Indem man sich auf das fokussiert was da ist.
Zitat von sean_maguire:Meinst du nicht, dass das jetzt doch ein bissschen zu sehr Schwarz-Weiss-Denken ist?
So kommt es bei mir in meinem System an. Weil ich mir gerade gar nicht vorstellen kann, wie diese Beziehung mit auch nur irgendeinem Wort vpn mir überlebt hätte. Ich hatte zum Ende den Eindruck, dass alles was ich kommunikativ beitragen wollte, verteufelt wurde. Wenn ich Dinge erklärt habe, wurde permanent gesagt "ach und warum hast du dann dies oder jenes..." Und das ist einfach anstrengend. Ich habe das wir ein Rennen erlebt, das ich wahrscheinlich eh nicht gewinnen kann und ich bin immer wieder angetreten.
Zitat von sean_maguire:Ist es bei dem vollumfänglichen Opfer-Standpunkt eigentlich noch möglich, dass du irgendwie mal die Perspektive deiner Noch-Partnerin einnehmen kannst? Davon hab ich bisher herzlich wenig gelesen.
Hä? Ich bin sowas von Täter. LEIDER und das werfe ich mir ja so sehr vor, weil ich immer dachte, ich sei ein guter Mann auf dieser Welt. Was meinst du wie es mir geht damit? Ich wollte mich nie bewusst schuldig machen an einer Partnerin. Alle meine Texte sind vollgeladen mit meiner Schuld, gebe dabei dem Raum, was ich ihr angetan habe. Beschäftige mich damit. Natürlich nehme ich ihre Perspektive ein. Das habe ich jeden Tag getan. Nur was bringt das denn wenn man anders ist. "Weitgehend unemphatisch" meinte mein Coach. Meinst du das fand ich gut? Das war für mich niederschmetternd. Sah ich auch anders. Weil ich bin ja nicht durchgehend Monster. Ich bin immer wieder auf sie eingegangen, habe mit ihr mitgelitten, was ich gemacht und gesagt habe.
Zitat von FrauDrachin:Mehr vom gleichen.
Zitat:Mehr vom gleichen.
Zitat:Mehr vom gleichen.
Sehr interessant fand ich das in der Einschätzung.
Zitat von FrauDrachin:Ja, was verstehst du denn daran nicht?
Warum glaubst du, Anspruch auf die 100. Chance zu haben?
Warum nimmst du das nicht ernst?
Warum glaubst du, dass deine Wahrnehmumg mehr zählt als ihre?
Warum glaubst du mit "Ja, aber" über ihre Aussage hinweggehen zu können?
Wie kannst du es mit Liebe vereinbaren, von deiner Partnerin zu verlangen, in einer Situation zu bleiben, in der sie kaputt gegangen ist?
Anders gesagt. Ich verstehe die Entscheidung. Verstehe ich total. Ich bin halt an einem anderen Punkt als sie. Ich habe doch selbst manchmal drüber nachgedacht, ob Trennung besser wäre. Ob das Leben nicht noch was anderes für uns bereithält als sich immer zu reiben, sich gegenseitig unverstanden zu führen. Wer will die Endgültigkeit schon gerne sehen. Das ist doch der Kern dieser ersten Trennungsphase, dass man akzeptieren muss. Das geht nicht von heute auf morgen. Und ja, ich sehe ganz viel zwischen uns. Da ist ganz viel da und ich bin Vertreter der Ansicht, dass man halt über alles reden können muss. Dass man Dinge nicht wegwerfen muss. Klar, irgendwann ist auch die letzte Chance verspielt. Das wäre sonst nicht konsequent. Irgendwann ist der Punkt, wo der Zug abgefahren ist. Ich will das halt nicht wahr haben. Natürlich nehme ich das auch ernst und ihre Wahrnehmung ist nicht weniger wert als meine. Ich finde halt, dass wir eine Zukunft haben können. Die letzte Frage fand ich niederschmetternd passend. Krass. Denn ja, wenn ich liebe, müsste mir egal was es kostet und für mich bedeutet wollen, dass sie "gesund" wird und heilen kann. Nur bedeutet das ja auch für mich etwas.
Zitat von FrauDrachin:Was genau fordert sie denn schon heute von dir?
Und was genau ist die "Leistung", die du gerne sehen würdest? Dass sie dableibt?
Das kommt daher, dass ich immer denke, dass die ganze "Leistung" zum großen Teil von mir kam. Haushalt, Orga, Finanzen, Lebensplanung kam gefühlt zum Großteil von mir und fiel mir aber auch leicht. Ich war der Kümmerer um sehr sehr Vieles. Auto, Versicherung, Umschulung, Zeit für ihren Sport freihalten, Putzen, Wischen, Fenster, Küche, Saugen, Aufräumen usw. Sie hat auch viel gemacht, klar. Sie wohnte in meinem wie ich fand schönen Haus, brachte sehr wenig finanziell dafür ein. Ja, ich gebe es zu weil es mein Muster ist. Fällt mir nicht leicht. Ich habe immer ein wenigstens ein wenig Anerkennung für mein Leisten gewünscht. Oder mir hätte gereicht, dass sie bei Sachen mit den Kindern auch mich mal in den Arm nimmt und sagt "Schatz, ich verstehe dich, aber wir müssen das so oder so machen". Unser Umfeld sprach mich schon darauf an, warum sie so viel Sport macht, Tanzen geht, ständig weg ist und warum ich ständig abends mit den Kindern alleine bin und alles übernehme. Weiß nicht... Irgendwann fragte sie mich mal, wie sie wegen dem Haus abgesichert ist, ob ich meinen Kredit durch ihre Zahlungen schneller abzahle und was sie dann hat und was ihr Sohn mal als Erbe von mir bekommt. Da war bei mir echt der Schotten dicht. Gab wieder Streit. Dann war immer die Frage im Raum, ob sie überhaupt zum Haushalt was einzahlt. Wir haben Urlaube und Restaurantbesuche gemacht und die Kosten geteilt. Wir haben die Lebensmittelkosten geteilt. Und sie fragte mich aber, ob sie wegen etwas weniger Einkommen als ich eigentlich weniger zahlen müsste. Dabei hatte sie den großen Sohn und alle Genussmittel und Spezialkost waren auch ordentlich teuer. Mein Anteil war also eh schon größer. An der Stelle wollte ich nicht, dass sich jemand finanziell so auf mir abstützt. Das ist im Nachhinein vielleicht schwachsinnig, aber ich habe nicht gemerkt, dass das was ich schon tue ja schon ein Gewinn für sie ist.
Ich habe mich nicht gesehen gefühlt. sie meinte immer, warum ich so viel arbeite. Selbsterkenntnis: Weil ich auf der Arbeit meine Anerkennung bekommen habe. Ungefragt, jeden Tag. Konnte und kann mich kaum retten im Dienstlichen. Zu hause hörte man dann schon beim ersten kleinen Konflikt nach einer Dienstreise, dass es schön war, als ich weg war. Ich bin nicht der Unternehmungslustige, muss nicht wegfahren, bin eher sparsam, brauche keine Genussmittel. Sie wollte halt dann öfter mal Reisen, teilweise 3 Tage nacheinander wurde Essen bestellt, sie fragte mich, warum ich keine Konzerte oder Musicals raussuche und mich nicht kümmere. Irgendwann wollte sie einen Essensplan für die Woche machen, verstand nicht, warum ich mich nicht um ihr eher spezielles Essen mache, wollte Fitness vor dem Fernseher zusammen machen. Bei mir schrie es innerlich entsprechend meines Musters auf: "Du machst schon so viel und es reicht scheinbar nicht! Jetzt sollst du noch mehr machen, noch mehr geben! Jetzt sollst du dich verstellen, indem du Sachen raussuchst, die du nicht machen willst! Ich habe wieder nicht gesehen gefühlt, was ich alles schon tue. Sie meinte, dass sie manchmal danke gesagt habe aber das kam bei mir nie an.
Ich weiß, mein Thema sind Selbstwert, Anerkennung und Bestätigung. Das suche ich mit im Außen, was nicht richtig ist und vielleicht auch der Knackpunkt in unserer Kommunikation. Ich wollte um ehrlich zu sein vielleicht ein bisschen mehr in den Himmel gehoben werden. Sie meinte mal, sie würde mich immer im Freundeskreis loben. Ich wusste davon aber nichts. Heute würde sie sagen, dass sie das alles gesagt hat bis vor 2 Jahren. Dann hat es abgenommen mit dem ganzen Ärger.
Soviel dazu. Wie gesagt, haut bitte nicht so drauf. Es tut weh. Seine Fehler zu sehen ist nicht einfach und ja wer hört das schon gerne? Natürlich sehe ich sie und ich würde mich gerne maximal einbringen, um sie zu heilen.
