@heartpain
Die Diskussion wird keine eindeutige Antwort auf Deine Frage geben können,weil sie neben viel Zündstoff auch eines gezeigt hat:Nur wer selber schon Hartz IV bezieht oder bezogen hat,kann in dieser Thematik eigentlich wirklich adäquat mitreden.Vieles was geschrieben wurde ist Humbug,manches ist nachdenkwürdig und nicht sehr viel trifft den Nagel auf dem Kopf.
Generell,mal von den Ursachen,Begleitumständen und so weiter abgesehen,kann ich sagen,dass ein Leben als Hartz IV-Empfänger auf dem Partnerschaftsmarkt und den Singlebörsen keine Vorteile bringt,aber sicherlich viele Nachteile,Probleme und Hürden,bevor man einen neuen Menschen überhaupt trifft.Viele Hartz IV-Empfänger als Menschen mit psychischen Erkrankungen zu bezeichnen,finde ich unkorrekt und sachlich voll daneben.Ich kenne genug Menschen,die teilweise in leitenden Funktionen sind mit sehr guter Vergütung und menschlich wie charakterlich sich als absolute Psychopathen präsentieren,häufig sogar im eigenen privaten Umfeld,weniger oft im Außen wie Beruf oder Freizeitaktivitäten mit zum Beispiel Freunden oder Bekannten.Da sind zum Beispiel Eltern,die Hartz IV beziehen und KInder aufziehen,viel liebevoller im Umgang mit sich,ihnen und der Umwelt,weil sie wissen,sie haben nicht viel und das wenige wird geachtet und beschützt.So kann sich ein Single-Leistungsempfänger mit 432 Euro nicht mal eben einen Pullover für meinetwegen 50 oder mehr Euro kaufen und dann wenige Tage später wegwerfen,weil der Träger irgendwo hängengeblieben ist,der Pulli dabei beschädigt und gegen einen neuen ausgetauscht wurde.
Natürlich leben Hartz IV-Empfänger nicht in teuren Wohnsiedlungen,viele haben keinen PKW und ihr Mobiliar sieht auch nicht aus wie von einem Luxushersteller.Mich kümmert das nicht,denn wenn da mal etwas verschrammt oder beschädigt wird,geht dabei nicht gleich der Haussegen den Bach runter oder es wird geschrieen.Wenn es passiert,versuche ich es zu reparieren.Basteln und immer mal wieder an der Wohnung,am Wohninventar oder anderem zu arbeiten macht mir Spaß.Die berufliche Situation ist auch gerade wegen Corona nicht angenehm und auch meine mehrere hunderte Bewerbungen haben mir bis heute es leider nicht ermöglicht,einen sozialversicherungspflichtigen Job gleich welcher Art zu bekommen.Am Nachmittag erst hat mir heute ein Fahrer eines anderen Unternehmens,wo ich derzeit auf 1,50 Euro Basis arbeite,eine mögliche Adresse zugesteckt mit dem Hinweis,mich dort zu bewerben.Die Bewerbung ist schon postalisch unterwegs,habe ich noch heute Abend fertig geschrieben.Dafür gibts dann morgen kein Stück Kuchen, weil ich eben das Geld für die postalische Versendung der Bewerbung brauchte.Na und?Ich probiere es weiter,irgendwann muss es ja mal klappen.
So,liebe Forenmitstreiter,hört sich das nach einem Schmarotzer an?Ich wiederhole es gerne,als Hartz IV-Empfänger braucht man deutlich länger,um wieder in das normale gesellschaftliche System zu gelangen mit sozialversicherungspflichtiger Arbeitsstelle,besonders,wenn man noch Handicaps hat.Die halten mich aber nicht davon ab,weiter zu suchen,selbst wenn es nur kleine Jobs sind,wie auch jetzt nur diese Massnahme.Aber wenn mir auch nur ein Mensch unterstellen würde,ich wäre ein sonstwas,der sollte sich besser gleich eine Ritterrüstung mitbringen.Und wie andere kenne ich darüberhinaus viele Menschen,die in dieser Spirale stecken und nicht aufgeben.Egal ob jung oder alt,Mann oder Frau,aus gutem oder schlechtem Hause stammend.Wenn es einen mal erwischt,macht das Schicksal wie auch bei Corona da keine Ausnahmen.Es bleibt nur die Frage,ob man für sich kämpfen will oder nicht.Was dann aber am Ende herauskommt,ob mit oder ohne Kampf,das kann einem niemand sagen und niemand sollte deswegen andere Menschen ächten oder abstrafen.Leben und Überleben ist oftmals ein Kampf,wie ein Politiker mal sagte.Das stimmt auch.