heartpain
Gast
um diese mal aufzuschlüsseln:
a) beide Partner sind H4 oder ein H4-Partner kommt mit einem anderen H4-Partner zusammen:
wunderbar, beide sind eine Bedarfsgemeinschaft, der Lebensstandart ist minimalistisch und es herrscht Gleichstand. ob beiden nicht arbeiten wollen oder können ändert kaum etwas.
b) ein Partner davon bekommt und kann/will arbeiten: das Einkommen der Bedarfsgemeinschaft erhöht sich, evtl. beansprucht der arbeitende dann auch seinen erwirtschaften Anteil, welcher durch Anrechnung ohnehin stark reduziert ist.
c) verdient aber der arbeitende Partner plötzlich so viel, dass sogar der Leistungsanspruch wegfällt, sorgt dieser praktisch für den anderen, so wie früher die Rollenverteilung "Mann geht arbeiten, Frau macht Haushalt" - durch Emanzipation heute auch umgekehrt möglich. die H4 Situation ist dann auf einmal keine mehr und entspricht dann auch der Situation, wenn ein H4-Partner sich mit einem arbeitenden Partner zusammen tut.
bei Punkt c entstehen dann also durchaus Spannungen, wenn es keine typische Rollenverteilung ist, sondern einer schlicht auf der faulen Haut liegt.
hier ist dann eben der entscheidende Punkt, ob der andere wirklich auf der faulen Haut liegt, weil er nicht arbeiten will oder kann.
daher
d) der nicht arbeitende KANN nicht, aus Gründen von verschlossenem Arbeitsmarkt: hier könnte die Akzeptanz des Partners noch vorhanden sein, je nachdem wie er sein Leben anstatt Arbeit gestaltet und sich vor allem positiv in die Beziehung einbringt. das spielt dann weder bei der Partnersuche, als in der Partnerschaft später, keine Rolle.
dieser Bereich d) ist eben die GRAUZONE. je nach dem, wie beide Partner sich mit dieser Situation arrangieren können.
ein minimalistischer Lebensstiel wird es auf jeden Fall sein, außer der arbeitende Partner ist in sehr gehobener Position. das ist dann wie in der alten Rollenverteilung "Mann geht arbeiten, Frau macht Haushalt".
e) der nicht arbeitende WILL nicht, obwohl er könnte, es für die wirtschaftliche Existenz der Beziehung nötig wäre und der Arbeitsmarkt auch Möglichkeiten eröffnen würden:
das ist in meinen Augen dann klar Parasitentum, das ich keinesfalls unterstützen würde. Letztlich ist es nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen, sondern vor allem von der Grundhaltung und Lebenseinstellung ein Problem für mich. aber mit so einer Person kommt man eigentlich dann von vornherein zusammen und wenn sich diese Haltung in der Beziehung zeigen würde, ein Trennungsgrund.
f) der nicht arbeitende WILL nicht, obwohl er könnte, es für die wirtschaftliche Existenz der Beziehung aber keine Rolle spielen würde, obwohl der Arbeitsmarkt alle Möglichkeiten eröffnen würden:
auch hier gilt das gleiche wie oben. auch wenn ich so reich bin, dass ich den anderen locker durchfüttern und auch noch mit Reisen, Geschenken etv. verwöhnen könnte:
die Lebenshaltung passt nicht! er müsste ja nicht mal mit einer Tätigkeit Geld verdienen, aber zumindest sich gemeinnützig oder gesellschaftlich engagieren. oder ein Hobby pflegen. allerdings: kommt so eine Konstellation überhaupt vor, dass jemand, der alles könnte, nichts tut?
g) beide Partner sind bereits in Rente, aber einer davon hat eine so geringe Rente, dass er H4 beantragen muss. die Situation ist dann wieder wie in a) bis d), nur eben, dass hier als Einkommen nicht Arbeit sondern Vermögen bzw. Renten-/Pensionsleistungen des anderen Partners eine Rolle spielen.
die WILL NICHT, aber KANN-Situation dürfte also das KO-Kriterium sein, deutlich mehr als das WILL, aber KANN NICHT.
für eine Beziehung dürfte aber auch er der KANN NICHT-Punkt ein Problem werden, wenn sich die Frage aufstellt, WARUM KANN NICHT:
sind es gesundheitliche Gründe (behandelbar, chronisch, selbstverschuldet durch Alk, Dro.), die ohnehin auch ohne die wirtschaftliche Seite einen Aspekt darstellen oder ist der Arbeitsmarkt wegen mangelnder Qualifikation oder fehlender Stellen verschlossen. aus dem KANN NICHT und WOLLEN könnte dann trotzdem noch ein WILL und KANN werden. und wenn nicht, ist es eben wie bei Punkt d).
Wie man sieht, alles nicht so einfach und es kommen Parameter ins Spiel, an die man anfangs gar nicht gedacht hat.
H4 ist leider nicht nur ein Geld-Problem, sondern ein Rattenschwanz, oft auch nicht nur für den H4-Bezieher.
Von den wenigen Sozial-Schmarotzern abgesehen, schaffen es lt. Statistik nur 1% der H4-Langzeitarbeitslosen, wieder in Vollbeschäftigung zu kommen. Das WOLLEN ist hier in den seltensten Fällen der Hinderungsgrund.
Das kann nun jeder werten, wie er will. Ein H4-Partner kann ein super Partner sein und eine Beziehung durchaus funktionieren, wie jede andere Nicht-H4-Beziehung auch. Eine beziehungsfeindliche Haltung ist sowohl bei H4, als auch ohne schädlich. Der Nicht-H4-Partner muss sich allerdings mit der jeweiligen Lage arrangieren und manchmal sogar leisten können.
Die Entscheidung dürfte dann aber wohl auf der menschlichen Ebene gefällt werden müssen, was einem der Partner WERT ist.
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