Zitat von Effie75: Was ich nicht verstehe. Macht man sich als Affärefrau keine Gedanken darüber, dass man eine andere Frau betrügt?
Ich denke, dass sich die AF aus mehreren Gründen darüber keine bis wenig Gedanken macht.
Erstens ist da der Hormonrausch, der zunächst das Hirn völlig vernebelt und die Realität ausblendet. Man ist so geflashed von diesem Mann, dass man keine Konsequenzen sieht. Schlicht und einfach Realitätsverlust.
Zweitens, wenn die Affäre länger geht und der Hormonrausch allmählich ein wenig abflaut und man wieder klar denken kann, greift man zu einfachen Tricks. Man sagt sich, der Mann ist ja eh schon lange nicht mehr glücklich und daher hat er das Recht dazu jetzt endlich mal das große Los gezogen zu haben und das bin ich.
Drittens, die EF wird einfach abgewertet, egal ob man sie nun kennt oder nicht. Denn sie versteht ihren Mann ja nicht, sie gängelt ihn, sie schimpft mit ihm. Er ist zu bedauern mit dieser EF und daher hat er ja Recht wenn er nun geht.
Viertens bleibt nicht aus, dass der Mann sich vor der Geliebten auch rechtfertigt und dann so Sachen erzählt, dass seine Frau faul und bequem ist, zu fett geworden ist, ständig schimpft und ihm das Leben zur Hölle macht. Er ist ja schon längst nicht mehr glücklich, die Ehe besteht nur auf dem Papier oder wurde aus Vernunftgründen geschlossen. Ach, der Arme, der so viel leiden und erdulden muss und so unglücklich ist. Wie gut, dass er mich hat, denn ich verstehe ihn, fange ihn auf, richte ihn auf und zeige ihm, wie schön eine Beziehung mit mir doch sein könnte (wenn er endlich käme).
Gerade diese Worte saugt die AF gierig auf, denn sie sind Wasser auf ihre Mühlen und sie stärken die Bindung an den Mann, da sie Mitleid mit ihm hat und ihm helfen will.
In ihren Gedanken formt sie sich das Bild einer ungepflegten, fetten alten Fuchtel, die höchst bösartig ist. Na, da hat er doch völlig Recht, wenn er sich mal anderweitig umsieht.
Das sind Gründe genug, um vor sich die Affäre und die Verletzung und Abwertung der EF zu rechtfertigen. Natürlich lehnt die AF Affären normalerweise als verletzend und anrüchig ab, aber in ihrem Fall ist das natürlich was anderes, denn diese Affäre ist anders als alle anderen. Sie stilisiert sie - obwohl sie höchst alltäglich ist und vor Klischees nur so strotzt - zu etwas ganz Exklusivem hoch. Das wiederum hält sie dann auch bei der Stange. Denn diese Affäre ist einzigartig und nicht mit anderen gewöhnlichen Affären zu vergleichen.
Mehr fällt mir jetzt nicht mehr ein. Ich könnte fast kotzen über den Schwachsinn, der in Affären passiert.Es läuft doch meistens nach Schema F ab, wird aber als etwas ganz Besonderes gesehen und bewertet.
Oft würde sich eine Affäre von selbst beenden, wenn die AF die EF kennenlernen würde und merken würde, dass sie auch nur eine ganz normale und oft auch nette Frau ist und mit dem Drachen, die sie sich zurecht gebogen hat, nichts zu tun hat.
Aber für die Aufrechterhaltung der Affäre ist es viel besser, beim alten Bild zu bleiben und die EF als bösartige Konkurrentin zu sehen. Dann bröckelt auch das Bild das sie sich vom Mann macht, nicht so.
Affären beruhen immer auf Illusionen. Man macht sich Illusionen über diesen einigartigen Mann, die böse und intriganten und berechnende EF und letztendlich über sich selbst als derjenigen, die zur tiefen Liebe fähig ist und ihn aus dieser Hölle raus holen wird (besser gesagt würde, wenn er nur endlich mal seinen Hintern bewegen würde ...).