Zitat von thegirlnextdoor: Wer möchte darf ja gerne gegen medizinischen Rat handeln (der Rat meiner Frauenärztin war hier eindeutig, basierend auf dem derzeitigen Stand der Wissenschaft erteilt!).
Ich habe es nicht getan und nicht bereut, weil es mir so viel besser geht.
ich glaube, daß es einfach ein Mißverständnis gibt. Es gibt eine recht große Gruppe an Frauen, die durchtauchen den Wechsel, die haben wenig bis keine Beschwerden und denen sind Hormone nicht geheuer.
Wenn ich einfach nie Beschwerden gehabt hätte, meine Periode in jungen Jahren gekommen wäre, alles wäre so weit normal gewesen und ich hätte nicht damals schon in der Pubertät ein Medikament gebraucht, um meine Periode zu regulieren, es dann kurz vor dreißig hab absetzen können, weil dann war alles fein und ich jetzt nicht unter massivem Schlafmangel und eben dem gefährlichen Bluthochdruck plus dem Inaussichtstellen von schweren Beta-Blockern, gelitten hätte, dann würde ich auch sagen, naja, naja, stell mal Deine Ernährung um.
Das Problem daran ist, und daß habe ich vorhin eben auch mit meiner Food-Noise Bemerkung klar machen wollen, daß wir alle zunächst einmal vor dem Hintergrund agieren, Hormone zu nehmen, ist schwierig.
Das beginnt bei der Pille. Zunächst gefeiert als Durchbruch für Frauen, dann ein, zwei Jahrzehnte später die große Ernüchterung, die Hormone, die unsere Mütter oder Großmütter genommen haben, hatten deutlich andere Nebenwirkungen als zB eine Micro-Pille heute. Thrombose- und Krebsskandale später, versuchen viele "natürlich" zu verhüten, was auch vor dem Hintergrund sinkender Fertilitätsraten und verfügbarer Pläne B (Pille danach, Alleinerziehend zu sein, eventuell Schwangerschaftsunterbrechung oder Babyklappen) nachvollziehbar scheint.
Und wenn ich heute sage, ich bin gerade in der Peri-Menopause, kommt immer noch, aber du bist so jung und ich sage, naja die beginnt mit etwa Ende Dreißig, dann gibt es große Augen.
Im Grunde genommen ist das wie bei Anti-Depressiva. Wenn ein chemisches Ungleichgewicht im Hirn herrscht, dann gibt es nur so viel Sport oder eben Salat den man essen kann, um das positiv zu beeinflussen. Und wichtig, das sind alles Medikamente. Aber die Vorurteile sind vergleichbar.
Niemand soll zu HRT gebracht werden, aber dieses beständige, naja ein bissl Zwicken sollte man halt auch aushalten müssen, finde ich maximal problematisch.
Ich kenne übrigens neben den Frauen, die wirklich keine Beschwerden im Wechsel hatten, eine ganze Reihe von Frauen, die mir sagen, ach Du hast da Aufwand betrieben, bei mir waren das zwei Hitzewallungen und dann war es vorbei. Und genau diese Frauen erzählen mir dann aber auch, das sie in diesem Zeitraum ihre Ehe aufgegeben haben, Freundschaften in die Brüche gingen oder hm seltsam, sich in genau der Zeit so massive Probleme mit ihrem Arbeitgeber aufgetan haben, daß sie dann nach einiger Zeit (und Rechtsstreiten) in den Vorruhestand gingen, Arbeitgeber, bei denen diese Frauen seit 20 Jahren plus super erfolgreich gearbeitet haben.
Hm, ja klar überhaupt keine Beschwerden.
Hormone sind natürlich, denn im Gegensatz zu Silberkerzenextrakt oder Johanneskraut produziert der Körper Hormone.
Niemand sollte beschwerdefrei zu Arzt gehen.
Aber diese allseits propagierte Vorsicht (Achtung kein persönlicher Angriff) ist vielleicht eher erlerntem Verhalten geschuldet, als wissenschaftlich sinnvoll.
Again: jede Frau darf/soll ihre eigene Entscheidung treffen, ich bin aber dafür das Zugang zu der Informationsgrundlage und den vorhandenen Möglichkeiten verbessert wird.