@brokenlove
Zu Deiner Frage wie man die Therapie anfangen kann: bei mir war es so, dass ich auch erstmal mit meiner Hausärztin gesprochen hatte. War Ihre Idee, dass ich da meinen Hintern hoch bekomme. Ich bekam eine Rufnummer, die über freie Therapeutenplätze informiert (Zentrale Informationsbörse Psychotherapie nennt Therapieplätze -> google das mal). Da hab ich angerufen und bekam eine Therapeutin genannt. Lange gewartet habe ich im Prinzip nicht. Mir wurden ja freie Plätze genannt. Ich musste allerdings auch etwas Fahrtzeit in Kauf nehmen.
Man macht dann mit dem Therapeuten erstmal probatorische Sitzungen aus. So kann man erklären welche Probleme man hat, schauen ob der Therapeut passt und man sich wohlfühlt und besprechen wie es weiter gehen kann. Meines Wissens nach werden diese probatorischen Sitzungen von der Krankenkasse übernommen sofern man gesetzlich versichert ist und der Therapeut eine Kassenzulassung hat. Hier gibt es viele Infos dazu:
Privat kosten die Sitzungen natürlich etwas mehr Geld, bei meiner Gruppentherapie kostete eine Sitzung (2 Std) 40 Euro, eine Einzelsitzung glaube ich 80. Ich habe aber alles über die Krankenkasse abgewickelt.
Zu Deiner Frage, ob ich damals eine Trennung verarbeitet habe: ja, nicht nur eine. Ich war in folgender Situation.
Trennung nach 7jähriger Beziehung, ganz unschön, bin abgehauen. Bin eine Beziehung mit einem unfassbar eifersüchtigen Mann eingegangen, der mich komplett von allem isolierte. Schaffte nach mehreren Anläufen den Absprung, sprang aber erneut in die Arme eines falschen Mannes. Aggressiver, psychopathischer Mensch, was er aber lang genug verstecken konnte. Bin dann schwanger von ihm geworden und musste mich entscheiden, wie es weiter geht. Habe mich für das Kind entschieden. Damit krempelte sich mein ganzes Leben um. Wohnung aufgeben, Job aufgeben, zurück zu meinen Eltern ziehen. Sechs Wochen vor der Geburt starb mein Dad, der Mensch der mir in der Zeit am meisten Halt gegeben hat. Der Kindsvater machte Psychoterror. Alles ging hin und her. Und irgendwann konnte ich nicht mehr.
Dank der Therapie habe ich davon vieles verarbeitet. Manche Dinge kommen aber auch erst heute zum Vorschein. Ich kämpfe beispielsweise oft mit Verlustängsten, die ich nicht immer selbst in der Griff bekomme. Aber ich weiß, wie ich das angehe und das allein ist schon viel Wert.
Bin heute sehr reflektiert und gefestigt. Und hab mich aus der schei. von damals komplett rausgezogen

Also pack es an, lieber gestern als heute!

Ich denke Du bist auf jeden Fall auf dem richtigen Weg. Was Deinen Ex-Freund angeht: er muss sich da selbst rausholen, das kann niemand für ihn übernehmen. Du hast Dir nichts vorzuwerfen.
Ich drücke Dir die Daumen, dass Du schnell eine Therapieplatz bekommst.