Zitat von derrolli:Daher meine Frage:
Meine Bekannte sagt, dass das Verhalten meiner Frau eher dafür spricht, dass sie nicht unbedingt aus Liebe handelt und das auch nicht für mich tut sondern hauptsächlich für sich selber, um gewisse Sicherheiten wie Haus und Altersvorsorge etc nicht zu verlieren
Und die Angst dies zu verlieren, bringt sie dazu, dass sie mir die nötige Zuneigung augenscheinlich ohne Probleme geben kann... sie sagt, das sei wohl eher eine rationale statt eine emotionale Reaktion von meiner Frau gewesen
Was meint ihr dazu ?
Verzeih, wenn ich dir das so direkt und unverblümt sage, aber aus dieser Frage spricht eine Egozentrik, die ich kaum erträglich finde.
Es wird hier mehr als deutlich, dass es dir ausschließlich um dich geht und darum, was du an Profit kassieren kannst.
Wenn deine Frau tatsächlich aus rationalen und nicht aus emotionalen Gründen so handelt, wie sie es eben tut, dann hieße das, dass sie genauso denkt wie du: Es hieße, dass sie ihr Umfeld, ihr Haus, ihre Sicherheit, ihre Altersvorsorge und ihr gewohntes Leben nicht verlieren will.
Genau das sind ja die Gründe, aus denen du dich ebenfalls für deine Ehe "entschieden" hast.
Bei dir ist das also in Ordnung, wenn sie das gleiche tut, dann ist es aber schlecht?
Weil du von ihr mehr willst, als du selbst zu geben bereit und in der Lage bist?
Sie hat letztlich erklärt, dass sie sich damit zufrieden gibt, den Status Quo zu erhalten. Aber du verlangst implizit mehr: Das ist dir nichts wert. Du willst darüberhinaus ihre Liebe, die du ihr umgekehrt nicht geben willst und kannst, denn deine Gefühle - das sagst du selbst - sind bei deiner Geliebten.
Das ist perfide.
Wie es umgekehrt deiner "Geliebten" damit geht, das fragst du auch nicht. Geliebte in Anführungszeichen, denn so groß kann die Liebe zu ihr nicht sein. Es geht dir nicht um deine Liebe zu ihr. Niemals könntest du sie so behandeln, wie du es tust, wenn du sie lieben würdest. Du liebst bestenfalls das, was sie dir zu geben in der Lage ist. Du liebst die guten Gefühle, die sie in dir auslöst.
Wäre deine Frau noch oder wieder fähig, dieselben guten Gefühle in dir auszulösen, dann würdest du deine Geliebte verraten, bevor der Hahn dreimal kräht.
Genau das geht aus deiner Frage hervor.
Du liebst nicht. Weder deine Frau, noch deine Geliebte.
Deine Gedanken drehen sich ausschließlich um dich selbst und darum, wie du das Maximum an guten Gefühlen für dich selbst herausschlagen kannst.
Auch das sagst du ja selbst.
Am liebsten hättest du beides: Frau, Haus, Altervorsorge, Freundeskreis auf der einen und Zärtlichkeit, , Prickeln und tollen Säggs auf der anderen Seite.
Dumm nur, dass beide Frauen sich auf dein angedachtes Arrangement nicht einlassen wollen.
Beide Frauen haben das nicht verdient. Deine Frau nicht, die jahrelang an deiner Seite stand und für die du immerhin noch so etwas wie tiefe Freundschaft und Verbundenheit empfindest und deine Geliebte nicht, die dich auf ihre Art zu lieben scheint.
Denk mal drüber nach, was Liebe für dich bedeutet.
Für mich bedeutet es, dass der andere einem wichtig ist. So wichtig, dass man ihm möglichst wenig wehtun will. So wichtig, dass man möchte, dass er glücklich ist.
Das sehe ich bei dir nicht. Für keine der Frauen.
Du schaust im Moment ausschließlich danach, wie es dir am besten geht.